Montag, 26. Mai 2014

Puppen-Granny's

Als ich letztes Jahr Grannys häkelte fragte mein Enkel, ob ich für seine Puppi auch eine Decke häkeln könnte. Wolle dafür hat er aus den Vorräten selbst ausgewählt, passt farblich perfekt zur Puppenkleidung.
Ich habe das gleiche Häkelmuster verwendet wie bei dieser Decke. Die Farben sind so angeordnet, dass die Rot-Töne eine Blumenoptik ergeben. Das fransige Kunstfaser-Garn wirkt etwas flauschig, beim Häkeln braucht es etwas Gefühl, um darin die neuen Maschen zu häkeln. Als Abschlusskante macht es sich fransig ganz gut.
Weil noch Wolle übrig war gab es noch ein kleines Kissen, Gelegenheit mal meine neue Zange für Kam-Snaps zu testen. Eine Weile habe ich gerätselt, welche Teile zu verbinden sind, dann hat es geklappt. Eine praktische Lösung für schnelle Verbindungen.


 

Sonntag, 25. Mai 2014

Alabama Chanin: Eine Mütze

Zur Stoffspielerei im Mai sammelt Frau Machwerk Alabama-Chanin-Näherei. Diese Technik benötigt Vorbereitung und wird von Hand ausgeführt, braucht also ihre Zeit.

Die Technik ist mir zum ersten mal in der Zeitschrift Patchwork Professional 2008-01 aufgefallen. Marion Caspers beschreibt auf Seite 15 und 16, wie aus 2Shirts mit Reverse Applique-Technik etwas entstehen kann, das mich an Mola-Technik erinnert. Ausgangspunkt der Idee war ihr beschädigtes Lieblings-Shirt.
Die Idee, Jersey in Schichten zu vernähen hat sich dann derzeit in meinem Kopf verbunden mit der Faszination für meine Kombi-Näh-und-Stickmaschine und es ist ein Shirt entstanden, bei dem ich das Schablonieren „automatisiert“ habe.

Ganz ohne Strom und Gerätetechnik genieße ich seit einiger Zeit das allabendliche Sticheln nach Alabama Chanin. Nachdem die Shirt-Teile zugeschnitten und die Oberschicht mittels Schablone bemalt ist folgt die angenehmste Wegstrecke: das Umsticken der Farbformen. Die beiden Schichten habe ich mit Heftstichen verbunden. Die Schichten halten beim Sticken gut aufeinander, ich hatte mit Verrutschen gerechnet.

Wie schon mal berichtet habe ich als erstes ein überschaubares Kleidungsstück genäht, bei mir wird das immer eine Kindermütze. Intuitiv habe ich 2 verschiedene Stiche zum Verbinden der Schichten verwendet: einmal den üblichen und dann eine Art Rückstich wie abgebildet. Große Kreise habe ich oft mit Rückstichen begonnen und beendet. Das ungleichmäßig wirkende Muster lädt zum Improvisieren ein. Immer mal habe ich ein kreisähnliches Gebilde abgewandelt bestichelt, beispielsweise mit einer Schneckenform, was dann einen Mini-Chenille-Effekt ergibt. Hilfreich war dabei, dass der Farbauftrag teilweise (Vorderteil Shirt) sehr schwach war und ich beim Ahnen des Musters Gestaltungsspielraum hatte. Spannfäden habe ich zwischen den Schichten gezogen, offene Verknotung kam wegen Aufdrillen des Stickgarns am Fadenende schon beim Sticken nicht in Frage.

Die Mütze ist fertig, passformgerecht mit einem Jersey-Reststreifen oben zugebunden und die Überlänge in Streifen geschnitten. Inmitten der Fransen verbirgt sich ein Aufhänger.


Weiter auf dem Alabama-Weg führt mich die Nadel allabendlich über meine Shirt-Zuschnitt-Teile. Inzwischen habe ich das Vorderteil fertig gestichelt, hier ist am meisten Muster, auf der Rückseite habe ich eher mittig einen Teil des Muster-Rapportes, etwa so viel wie auf jedem langen Ärmel.

Ich habe mir vorgenommen, mit dem Aufschneiden noch zu warten. Insbesondere beim Vorderteil möchte ich erst eine Anprobe machen und sehen, wo Kreise sitzen. Seitlich zwischen Arm und Körper entscheide ich auch Aufschneiden nach Anprobe.

 
Vor einiger Zeit habe ich bereits ein Kindershirt mit einem Kreismotiv genäht und von Hand als Applikation bestickt.
 
Fotos von Details folgen, zum Vergrößern bitte anklicken
 
  


 
Rückseite
 



Werkeltagebuch

Samstag, 24. Mai 2014

Lange Nacht der Museen 2014 in Erfurt

Frühs im Radio hörte ich von Schlagerkissen. Neugierig geworden erfuhr ich von einer Ausstellung im Museum für Thüringer Volkskunde. Spontan machten wir uns abends auf den Weg zur Langen Nacht der Museen in Erfurt 

In Erfurt-Bischleben besuchten wir das Haus der Bauhaus-Künstlerin Margarethe Reichardt mit funktionstüchtigen Webstühlen und einer Vorführung zum Weben. Die Konstruktion eines Webstuhles und die relativ zeitaufwändigen Vorbereitungsarbeiten sind beeindruckend. Noch beeindruckender war der Webstuhl in Aktion. Das Gleiten des Weberschiffchens Reihe für Reihe durch die Kettfäden lässt langsam das Gewebe entstehen. Eine Auswahl Webmuster konnten wir ebenfalls bewundern.
Fotografieren ist nur mit Antrag und Genehmigung des Angermuseums Erfurt erlaubt. Hier ist eine Seite mit anschaulichen Fotos ähnlich wie wir das Haus und die Werkstatt vorgefunden haben. Besichtigung und Vorführung der Kunst des Handwebens sind nach Voranmeldung möglich.
 
 
Im Haus Dacheröden, vermählten sich Caroline von Dacheröden und Wilhelm von Humboldt, die Freunde Goethe und Schiller waren früher hier zu Besuch.
Wir begaben wir uns auf einen Rundgang mit Fotos zu Cristóbal Balenciagas  Haute Couture für den Film und seine Stars. Die Ausstellung offenbart das Wirken Balenciagas zu Kostümausstattungen im Film und ist bis zum 25.05.2014 zu besichtigen. Gleich nebenan das Gebäude mit Alfatex-Stoffhandel Erfurt (Foto oben rechts).
 
 
Im Museum für Thüringer Volkskunde gibt es bis zum 28.09.2014 circa 200 Kissenhüllen mit Schlagertexten zu sehen. Bunt bestickte "Schlagerkissen", ein Stück Alltagkultur aus Ost- und Westdeutschland erinnern an Fernweh und Sehnsüchte von Hausfrauen, die zur Nadel griffen und Schlagerzeilen mit bunten Motiven auf Kissen stickten. Thematisch ergänzt werden die Kissenhüllen durch eine funktionstüchtige Fernsehmusiktruhe und eine Musik-Box, so kommt auch akustisch die Stimmung dieser Verbindung von Handarbeit und Musik rüber. Zusammen getragen hat die Sammlung Frau Ursula Meyn-Scheck aus dem nordrhein-westfälischen Wadersloh.


Im Obergeschoß des Hauses ländliche Kleidung und Trachten aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, ein Grund wieder zu kommen …

 

Auf dem Heimweg nutzten wir die Eintrittskarte für einen Besuch im Deutschen Gartenbaumuseum Erfurt. Dort ist bis zum 31.10.2014 "Gartenträume - Plakatkunst von Mucha bis Staeck" zu sehen. Überwiegend handelt es sich um Plakate aus der Privatsammlung des Bottroper Landschaftsarchitekten Peter Drecker und anderer Leihgeber. Zu sehen ist Plakatkunst von den Anfängen nach 1860, über den Jugendstil und die Neue Sachlichkeit der Zwischenkriegszeit bis in die jüngere Vergangenheit von berühmten Plakatkünstlern wie Alfons M. Mucha, Ludwig Hohlwein und Klaus Staeck.

Bestimmt besuchen wir bald wieder eine Ausstellung. Informationen zu Museen und Ausstellungen nach Themen und Region hier.

Stoffe vom Maybachufer in Berlin

Letzten Monat ergab es sich, dass unsere Reise samstags an Berlin vorbei führte. Die Gelegenheit, um mal den Markt am Maybachufer zu besuchen. Mit der Beschreibung von Lucy fanden wir den Weg schnell und obendrein sogar einen Parkplatz. Letzteres vielleicht deshalb, weil es ein kalter, regnerischer Frühlingstag war. Alles ist genau wie im Blog beschrieben.
Mein Mann sichtete das Gemüseangebot und ich die Stoffe. Jersey mit großflächigem Druck für Schalfanzüge und einen bestickten weißen Baumwollstoff habe ich mit nach Hause genommen.

 

Second Hand in Bad Kolberg

Letzten Monat waren wir eine Woche im polnischen Bad Kolberg. Bei einem Stadtbummel entdeckte ich einen Second-Hand-Laden in einem Kellergeschoß mit regem Treiben stöbernder Frauen. Die Werbung an der Wand verkündete Second Hand from London“, ein Blick in die Etiketten sah eher nach deutschen Kaufhäusern aus. In einem Regal mit Gardinen fiel mir ein blau-weißer Baumwollstoff auf, den ich mitnahm. Das Stück von ca. 5 Metern wurde gewogen und kostete ca. 3 Euro. Im Druckmuster steht Amnesty International. Für Patchwork ist der Stoff bestens geeignet.

Montag, 12. Mai 2014

Alabama Chanin: Ein Anfang

Thema der Stoffspielerei für diesen Monat ist „Alabama Chanin“. Bei „Frau Machwerk“ „Nahtzugabe“ „KAZE“ und „Siebensachen-zum-Selbermachengibt es schon Einblicke, Fortschritte und Erfahrungen zu lesen. Die Nähtechnik eignet sich zur Wiederverwertung von Jersey, welcher in 2 Lagen oder als Applikationsfläche von Hand verbunden wird. 

Ein Muster habe ich von Natalie Chanins Hompepage heruntergeladen, auf dicke Papierrückseiten eines Prospektes ausgedruckt, diese zusammengefügt und mit Möbelklebefolie stabilisiert. Das Schneiden der Schablone hat länger gedauert, als ich eingeschätzt habe, vielleicht war ich aber auch nur ungeduldig. Es ist eine mehrfach verwendbare Schablone entstanden, der PVC-Untergrund ist schön stabil.
 

Bei mir soll ein Oberteil entstehen; da es praktisch 2-lagig ist etwas Langärmliges.
Die Schablone habe ich auf die zugeschnittenen Teile eines Shirts platziert und mit Andruck im Bereich der Malstelle die Schablonenöffnungen Stück für Stück mit Pinsel und Textilmalfarbe gefüllt. Verwendet habe ich einen blau-türkis-ton von Javana. Trotz Umrühren waren die Malereien auf dem ersten Teil eher grau als farbig. Ich vermutete, dass es so wird, weil es sich um Textilfarbe für helle Textilien handelt. Das Gläschen habe ich fast aufgebraucht und am Ende war die Farbe dicker und farbiger. Farbtöne von hellgrün, mint mit hellblau auf grau sollen es in der Gesamtheit werden.

Nach dem Malen ist erst mal Trocknen auf dem Plan, die Teile bügle ich nochmals rückseitig, um die Farbe zu fixieren.

Mit der 2. Jersey-Lage, könnte ich nun endlich sticken … und mir wird klar, dass ich das bis zum letzten Sonntag diesen Monats niemals fertig kriege. So habe ich spontan beschlossen, zuerst mal eine Kindermütze zu nähen, um dabei mit Muster und Technik vertraut zu werden und gleichzeitig Stickstiche auszuprobieren. Jersey-Reste für eine Mütze waren schnell gefunden und mit dem Rest der Textilfarbe samt Schablone bemalt. Als 2-lagigen Schlauch für Kopfgröße 50 cm zusammengefügt kann ich nun endlich mit dem Sticken beginnen. Später wird die Mütze oben einfach zusammengebunden.
 
 
Für die Handnäherei um die Textilfarbe verwende ich Stickgarn geteilt auf 3 Fäden. Dafür kann ich eine dünne Nähnadel verwenden und komme ganz gut voran. Ein etwas dickeres Baumwollgarn werde ich noch testen. Weil ich wegen der Elastizität als Mütze unsicher war habe ich teilweise Rückstiche verwendet. Vorwärtsstiche möchte ich im oberen Bereich verwenden.

Aufschneiden und den dreidimensionalen Effekt sichten musste ich gleich, warum warten.
 
endlich Alabama Couching
 

Gewinner der Kissenschlacht 2014

Am Wochenende fand ich Gelegenheit, den Gewinner der Kissenschlacht 2014 von einem unabhängigen Juror (5) auslosen zu lassen.

Gewonnen hat Martina: Nr.
2. Quilt Collection M.: Gruppenbild mit Dose

Wir gratulieren herzlich, die Versandanschrift für die Zeitschrift ist gerade eingegangen, die Zeitschrift versandt und inzwischen angekommen.

Allen Teilnehmern danke ich für's mitmachen und die schöne bunte Sammlung von Kissenbezügen. Haltet auch nächstes Jahr wieder Eure Kissenbezüge bereit zur Kissenschlacht am International Pillow Fight Day.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Taschentücher mit Häkelspitze

Auf dem Osterflohmarkt im Ringberghotel Suhl zugunsten von Tieren fand ich ein paar filigran umhäkelte Taschentücher.
Eine Zeit lang habe ich auch selbst welche umhäkelt und schätze diese Handarbeit deshalb sehr. Solche Häkelspitzen mit stärkerem Garn sind interessant als Umrandung von Granny-Decken oder Häkel-Tüchern.

 

Dienstag, 6. Mai 2014

Beutel mit Stickdeckchen

Omas Deckchen ... wohin damit? 
Einkaufsbeutel kann man nicht genug haben. Man kann welche in der Handtasche, im Einkaufskorb (der für den Einkauf sowieso zu klein ist) oder im Auto deponieren. Die Situation, dass man froh darüber ist, eine Tragehilfe zur Hand zu haben kommt meistens schneller als man denkt und es ist doch schön, wenn man vertrauensvoll schweres Zeugs rein packen kann.

Ein hellblaues Bettlaken, gestreifter Baumwollstoff, Omas Deckchen und ein paar Nähte haben mehrere praktische Beutel entstehen lassen.
Ähnlich wie beim Bikerbeutel laufen die Träger als Schlinge um den Beutel, Skizze hier. Bügelmarkierungen ersetzen Messungen und andere Markierungen. Durch verschieden große Stickerei-Abschnitte entstanden mehrere Beutel mit unterschiedlich angeordneten Außen Taschen. Auch Nahtzugaben sind da und dort darunter verschwunden.

Auf ein Futter wurde verzichtet, damit der Beutel z.B. in der Handtasche nicht zu sperrig ist.



 


 


 
Habt Ihr auch Beutel genäht?
Hier gibt es dafür eine Linkparty: