Sonntag, 26. Februar 2017

Jeanshut mit Reverse-Applikation auf der Krempe

Schon lange wollte ich mir einen Hut im Stil der 80er Jahre nähen, um zu probieren, ob ich so etwas tragen würde. In einem Bastelbuch ISBN 3-332-01075-1, Seite 349 fand ich ein Schnittmuster. Nähen ging relativ schnell, so sieht er aus:
 

Die Schnittteile sind übersichtlich und werden je 2 x benötigt. Als Oberstoff habe ich Jeansstoff einer Hose verwendet, als Futterstoff festen Baumwolljersey.
Kreise sind mit Textilfarbe aufgepinselt. Als Schablone dienten mir zweckentfremdet ein paar Unterlegscheiben aus dem Ersatzteilfundus der Garage.

 
 
Über die Reihenfolge der Teile beim Nähen habe ich mich erst gewundert, nach dem Wenden war alles so wie es soll. Ein paar Vorstiche um die gemalten Kreise für die Reverse-Applikation = Negativapplikation und um die Krempe ... fertig.
 
 
 
Der Kopfumfang war mit 61 cm angegeben und ich dachte zunächst, das sei viel zu groß. So wie der Hut sitzt könnte er sogar etwas weiter sein. Auf einer langen Haarmähne kommt er sicher am besten zur Geltung. Ich lasse mir erst mal wieder die Haare wachsen, dann sehen wir mal mit einem Tragefoto ...
 
An diesem Hut gefällt mir, dass die Krempe nach oben geklappt ist und als Fläche Gestaltungsspielraum gibt.
 
Auf der Suche nach einem Nähbeispiel für Kopfputz erinnerte ich mich an einen Hut in einem Bastelbuch. Er wird dort lässiger Kapotthut genannt. Lexikas beschreiben diesen Begriff als unter dem Kinn gebundener, kleiner, hoch auf der Frisur sitzender Damenhut der Biedermeierzeit. Es gibt Verweise auf Schute (Hut).

Eine Bildersuche zu Kapotthut ergab, dass sich der Begriff  aus der Capote des 18. Jahrhunderts ableitet, einer Art Kapuzenumhang.
... Der Begriff "Capote" blieb aber weiter bestehen, die Hüte verkleinerten in den 1860er Jahren ihren Schirm immer mehr, die Krone kehrte zurück und aus dem Begriff Capote wurde der Kapotthut. Diese Bezeichnung wird quer durch die Literatur - vor allem die nach den 1870ern - für alles und jedes benutzt, was mehr oder weniger klein und mit wenig Krempe versehen ist. DEN Kapotthut gibt es also nicht.
 
Um Kopfputz geht es heute auch bei der Stoffspielerei. Das Thema hat mich motiviert, mal solch einen Hut zu nähen.

Kommentare:

  1. Da hast du die Zweilagigkeit der Krempe perfekt für die reverse Applikation ausgenützt, du hast echt ein gutes Auge für die Möglichkeiten dieser Technik entwickelt. Auch die geringen Farbkontraste passen gut zum verwaschenen Jeansstoff.

    Bei der Form dachte ich zuerst an die 60er-Jahre mit den Pillboxhüten a la Jacky O. Aber die Hutmode zitiert sich wohl alle Jahre selbst wieder, so viel (tragbares) Neues kann man ja für dem Kopf nicht erfinden.

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  2. Die Idee gefällt mir gut und Deine Reverse-Applikationen: So einfach mit der Kreisidee und so wirkungsvoll! Wie sieht das Hütchen aufgezogen aus?
    Liebe Grüße und eine schönen Sonntag!
    Ines

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  3. Einen schöne Idee mit der Reserve, könnte ich mir als variante auch nur auf dem Oberkopfteil vortellen. Schön ausbaubar diese Idee und mit Jeans erreicht man sicher auch den gewünschten Stand.
    VG Karen

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  4. Der siet echt hübsch aus! Ich trag ja gar keinen "Kopfputz", aber an anderen gefällt es mir.
    Kann mich übrigens nicht erinnern, dass in den 80ern irgendeine Art von Hüten getragen wurde... Allerhöchstens Pudelmützen.
    LG Judy

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  5. Als Hutfan bin ich von deinem Kopfputz total begeistert. Toll auch die Umsetzung mit Jeans. Danke für den Ausflug in die Hutgeschichte. LG Ute

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