Sonntag, 28. Februar 2016

Es war einmal ein Tuch

Bei Suschna werden diesen Monat Stoffspielereinen mit Tüchern gesammelt.


Ein interessantes Thema, Gelegenheit mal die Tücher im Garderobenschrank zu sichten um zu schauen, was sich für eine Verwandlung eignet. Wegen den Farben habe ich mich allerdings einen dünnen Schal entschieden, der genauso gut durch ein Tuch ersetzt werden kann.

Aus einem Baumwollshirt habe ich Knopfleiste und Kragen heraus getrennt. Ach aus den Seitennähten habe ich Fäden der Overlocknähte gezogen = aufgetrennt, so lassen sich Änderungen komfortabler integrieren.


Doppellagig ist der dünne Tuchstoff an die vergrößerte Ausschnittöffnung drapiert und mit der Overlockmaschine angenäht. Rest-Tuchstücke habe ich an die Ärmelenden doppellagig angenäht, letzte kleine Reste auf Vorder- und Rückenteil appliziert. So ist das Tuchmuster am Ausschnitt nicht so verloren.
 


Der Ausschnitt orientierte sich an der Länge der heraus getrennten Knopfleiste. Er hätte größer sein können, denn die Überlappung schließt gut. Es trägt sich angenehm und wird so sicher öfters getragen als das integrierte Tuch alleine.


Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt.

Sonntag, 21. Februar 2016

Buchrezension: Schnittkonstruktion in der Mode - Ändern & Aufwerten von Kleidungsstücken

Jeden 3. Sonntag im Monat stelle ich hier ein Buch über Handarbeiten vor.
2016 werden es Bücher sein, die sich mit Nähen, Ändern und Wiederverwerten von Kleidung beschäftigen.
Das Buch aus der Reihe Schnittkonstruktion in der Mode

Format: 28,0 x 22,0 cm, Broschur, 176 Seiten , ca. 300 Abbildungen
Blick ins Buch
ISBN 978-3-8307-0889-6  
zeigt mit leicht verständlichen Grafiken
- die gebräuchlichsten Ausbesserungsarbeiten von Kleidung
- Änderungsarbeiten von Kleidung.
Diesen beiden Inhaltsschwerpunkten gehen allgemeine Informationen zur Einschätzung von Schwierigkeiten, Stoff- und Maschen-Eigenschaften voraus.
Die Auswahl der Ausbesserungsarbeiten erfolgte praxisnahe und berücksichtigt Fälle, die alltäglich als Nähreparatur anfallen: Säume befestigen bzw. ausbessern, Reißverschlüsse auswechseln, Knöpfe mit Verstärkung annähen, Taschen/Taschenfutter ausbessern ...
  
Änderungsarbeiten sind nach Kleidungsstücken gegliedert. Der Abschnitt über Jacken beispielsweise enthält u.a. kompetente Informationen zur Position von Abnähern, zum Auswechseln des Futters, zur Schulterpolsteränderung sowie detaillierte Informationen zum Ändern von Ärmeln. Hier findet man Lösungen zum Kürzen, Abnähern am Ellenbogen, Ändern der Arm-Kugel auch für 2teilige Ärmel.
  
Ein letzter Abschnitt geht auf schwierige und unmögliche Änderungen ein.
Passform-Fehler von Oberteilen oder Hosen werden gezeigt und analysiert.
  
Profitipps ergänzen die einzelnen Kapitel praxisnahe.
  
Die Autorin Teresa Gilewska unterrichtet seit 30 Jahren Schnittkonstruktion und verfasste eine Reihe von Büchern zum Thema. Zusammen genommen ergeben diese Bücher ein komplexes Nachschlagewerk zum Nähen von Kleidung:
  
Schnittkonstruktion in der Mode  
   Band 1: Grundschnitte
   Band 2: Schnittabwandlungen
   Band 3: Drapieren
   Band 5: Herrenkleidung
  
Kleidungsstil und Erscheinungsbild  
  
Die Entwicklungen unserer Zeit brachten es mit sich, dass Kenntnisse zum Reparieren und Ändern von Kleidung aus dem Allgemeinwissen schwanden. Wechselnde Modetrends und das wachsende Angebot billiger Textilien trugen ebenfalls dazu bei.
  
Das Buch zeigt und erläutert anschaulich Reparatur- und Änderungsmethoden. Wer einen Weg zum nachhaltigen Umgang mit Textil-Ressourcen sucht findet in diesem Buch viele Lösungen, um geliebte Kleidungsstücke wieder tragbar zu machen oder zu ändern.
  
Refashion-Beispiele in Blogs zeigen oft die Verwandlung von XXL-Teilen in M-Größen. Im Gegensatz dazu zeigt das Buch auch Beispiele zur Änderung in die nächstgrößere Größe.
  
Für mich ist das Buch sehr hilfreich. Es hat mich dazu ermutigt, einige Kleidungsstücke aus meinem Kleiderschrank zu ändern. Da ich gerne Textilien wieder verwerte finde ich in diesem Buch Anregungen und Antworten auf Refashion-Fragen. Nach dem ich es zur Hand genommen hatte habe ich Kapitel für Kapitel gelesen und hatte den Eindruck, das Buch vermittelt mir bequem zu Hause einen Kurs, den ich nicht missen möchte.
 
Das Buch stellte mir der Stiebner Verlag auf Anfrage zur Verfügung.

Mittwoch, 10. Februar 2016

Batik-Shirt mit Klöppelspitze - Jersey nähen

Zur Zeit beschäftige ich mich mit dem Nähen von Jersey. Zuerst kommen mal Änderungen und Experimente. Ein Shirt, das ich gerne trage bekommt andere Ärmel.
Gummizug und ein Stück Ärmel habe ich aufgetrennt, um eine Spitze von einem Deckchen anzunähen. Mittig ist eine Kellerfalte gelegt und mit einem gebrauchten Samtband betont.

 
Zusammen mit dem Batikmuster hat das Shirt und ein kleines bisschen Boho-Style.
Der Schnitt vom Shirt ist geklont von einem Kaufshirt.
 
Zum Nähen von elastischen Stoffen, Jersey oder ähnlichen Strickgewirken mit der Nähmaschine verwende ich Stretch-Nadeln mit leicht gerundeter Spitze. Wenn ich mit den Stichen nicht zufrieden bin versuche ich es mit Jersey-Nadeln. Die Kugelspitze lässt die Nadel zwischen die Fasern gleiten und verhindert ein Abwürgen des Oberfadens.
 
Als Ersatz für eine Covernaht kommen Stretch-Zwillingsnadeln zum Einsatz. An einer zweiten Spulenkapsel habe ich die Spannung des Unterfadens gelockert bis ich mit dem Stichbild zufrieden war. Das erspart mir ständiges Verstellen der Unterfadenspannung wenn ich die Zwillingsnadel durch eine andere Nadel ersetze.
 
Um mit der Haushaltsnähmaschine elastische Nähte zu erzeugen benutzt man Stichmuster, die im Rapport eine seitliche Bewegung haben. Den 3fach Geradstich sollte man erst benutzen wenn man sicher ist, dass man nicht wieder aufzutrennen braucht.
 
Im Zusammenspiel von Stichen, Nadeln und speziellen Nähmaschinenfüßen bieten Hobbynähmaschinen viele Alternativen zum Nähen von elastischen Materialien, siehe Übersicht:
 

Mittwoch, 3. Februar 2016

Stehkragenshirt schwarz-weiß

Alle Jahre wieder nähe ich mir für die kalte Jahreszeit ein Stehkragenshirt.
Stand erhält der Stehkragen durch Biesen. Hier hatte ich schon mal darüber geschrieben.

Den Schnitt habe ich von einem anderen Shirt abgenommen und gleich auf die Stoffrückseite gemalt.
 


Das Jersey-Druckmuster hat einen asymmetrischen Verlauf, den ich beim Zuschneiden für eine helle Seite und eine gemusterte Seite aufgeteilt habe.


Stehkragen * Seite * vorne * hinten

Ein Reststück ohne Druckmuster werde ich färben.


Sonntag, 31. Januar 2016

Perlenspielerei

Bei Frifris werden diesen Monat Stoffspielereinen zum Thema Perlen gesammelt.


Perlen und Bling-Bling sind eigentlich nicht mein Ding. Allerdings gibt es welche im Nähzimmer.


So ergab es sich, dass ich welche verwendet habe, um eine Reparatur von Jersey zu kaschieren (Loch sie Foto oben links mittig). Die kleinsten Perlen aus meiner Sammlung habe ich dem Druckmuster folgend frei aufgestickt. Diese kleine Dekoration hat mich einen Abend lang beschäftigt.


Nun habe ich eine Vorstellung davon, wie viel Geduld und Zeit schöne Perlenstickereien erfordern. So schaue ich auf die Perlenspielereien die diesmal bei Frifris gesammelt werden.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt.

Sonntag, 17. Januar 2016

Buchrezension: Hand- und Maschinenstiche * Das praktische Arbeitsbuch fürs Hobbyschneidern

Mal ehrlich, welche Stiche eurer Nähmaschine nutzt ihr wirklich und wisst Ihr, wofür sie nützlich sein können? Auch ich bin lange Zeit mit Gerad- und Zickzackstich beim Nähen ausgekommen, andere Stiche habe ich gelegentlich als Zierstiche eingesetzt.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Stretchnadel und Jerseynadel = Nadel mit Kugelspitze? Wofür benutze ich den Überwendlich-Fuß und wie sieht der eigentlich aus?

Das Nachschlagewerk für mehr als 60 Hand- und Maschinenstiche gibt Antwort. Es enthält bebilderte Beispiele, Anleitungen und Profi-Tipps zum Nähen mit der Hand und der Nähmaschine. Es gliedert sich in 3 Abschnitte: Maschinenstiche, Handstiche sowie Nähmaschinen und Zubehör.

Autorin: Nicole Vasbinder
Format: 22,6 x 17,3 cm
Flexcover, 176 Seiten, über 500 Abb. ->
Leseprobe
ISBN 978-3-8307-0920-6
Rezensionsexemplar vom
Stiebner-Verlag
Zu jedem Stich gibt es einen kleinen Textteil mit Erläuterung und Hinweisen. Eine Grundlagenübersicht gibt Auskunft zum Aussehen, anderen Namen, Alternativstichen, Verwendung, passendem Nähfuß, Stoff, Garn und Nadel. Anschaulich mit Fotos und Grafik bebildert findet man Anwendungsbeispiele und praxisnahe Tipps.

Im 3. Teil des Buches sind Nadeln, Nähmaschinenfüße und Garne mit Merkmalen sowie Verwendungszweck bebildert zu finden.

Der Aufbau des Buches in dieser übersichtlichen Form ist gut durchdacht. Stich für Stich sehe ich, wie ausgewählte Stiche nicht nur dekorativ sondern auch funktional nützlich sein können wie z.B. der Fagottstich. Praktisch ist, dass im 3. Kapitel Informationen zu Nähmaschinenfüßen, Nadeln und Garn direkt nachgeschlagen werden können. Nadel, Faden, Stich, Fuß, Garn und Gewebe bilden beim Nähen eine Einheit und bestimmen das Nähergebnis maßgeblich.

Die Autorin Nicole Vasbinder betreibt in Kalifornien das Nähstudio StitchCraft. Sie ist eine der Gründerinnen der Nähschule Stitch Lounge in San Francisco. Seit 2003 hat sie ihre eigene Accessoire-Linie namens Queen Puff Puff.

Fazit:
Inhalt und Aufbau des Buches haben für mich einen hohen praktischen Nutzen.
Gerade erstelle ich mit Hilfe des Buches eine Übersicht zum Nähen von elastischen Stoffen.

Donnerstag, 7. Januar 2016

Jahresrückblick 2015 und Vorschau 2016

Absehbar, am Ende wird das Neue Jahr zum Alten Jahr ...

Für 2015 hatte ich mir vorgenommen, meine Quilt-Fertigkeiten zu verbessern. Als Praxisübung sind einige Beutel, Kissenbezüge und auch 3 Decken entstanden. Am besten liegt mir quilten mit der Nähmaschine und Obertransport. Freihand-Quilten mit der Nähmaschine möchte ich weiter verfolgen und üben, steht allerdings 2016 nicht im Vordergrund.


Entstanden sind Taschen und Täschchen aus wiederverwendeten Materialien. Einige davon sind nach Anleitungen aus Büchern entstanden, die ich rezensiert habe. Buchrezensionen wird es auch 2016 geben: immer am 3. Sonntag des Monats.


Meine liebste Spielerei ist die Stoffspielerei. An der Aktion dieses Namens habe ich regelmäßig teilgenommen, so sind Sachen entstanden die es ohne die Themenvorgaben nicht geben würde. Den Linksammlerinnen herzlichen Dank für die Organisation. Es ist Gelegenheit, die Komfortzone zu verlassen und etwas ungewohntes auszuprobieren. So ergab es sich, mal "Chenille" auszuprobieren. Diese Oberflächentechnik ist sehr vielseitig einsetzbar und hat mich das Jahr 2015 über verfolgt.
Ein anderes Lieblings-Thema war "Spitzen", da konnte ich alte Spitzendeckchen umfunktionieren.

Im Herbst 2015 ergab es sich, dass ich in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Suhl einen Upcycling-Nähkurs leiten durfte. Diese Erfahrung hat mich herausgefordert und bereichert. Was gibt es schöneres, als Zeit mit Gleichgesinnten zu verbringen und Ideen auszutauschen. Über all die Stifte-Mäppchen, Geschenkebeutel und Kissenbezüge die dort entstanden sind freue ich mich sehr. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wenn Ideen sich wandeln, individualisieren und in Stoff real werden.

Im Februar wird es eine Fortsetzung geben. Die Kursteilnehmer haben sich gewünscht, Jersey zu nähen. Dieser Herausforderung habe ich mich gestellt, sammle Ideen und bereite zur Zeit Beispiele zum Abwandeln vor. Sicher zeige ich auch hier wie wir gemeinsam Jersey bändigen und in Form bringen. Willkommen 2016 ...

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Alle Jahre wieder ...

... werden hier Geschenke besorgt, alter Lauschaer Glasschmuck wird vom Boden geholt, der Weihnachtsbaum wird mit dem Enkel geschmückt, der Weihnachtsbraten schmort in der Ofenröhre, der Kartoffelsalat ist vorbereitet und die Geschenke stehen unter dem Weihnachtsbaum.


Dieses Jahr sind einige Geschenke in Zugbandbeuteln verpackt. Diese sind für den Nähkurs entstanden, die Musterbeutel waren Gelegenheit schon mal Weihnachten so vorzubereiten wie ich es mir traditionell vorstelle: liebevoll selbst gemachte Dinge. Zugegeben für den Inhalt funktioniert diese Tradition nicht, da sind gekaufte Sachen drinnen, Weihnachten ist heutzutage recht kommerziell. 

In genähte Geschenkebeutel habe ich letztes Jahr schon Geschenke verpackt und verschenkt. Ich hoffe, diese werden wieder verwendet. Geschenkpapier aufreißen hat seinen Reiz, macht aber auch viel Müll - und solchen gibt es mit den Originalverpackungen der Geschenke auch noch reichlich. Die Geschenkebeutel zeige ich noch mal einzeln:

Geschenkeanhänger aus Filz,
ein Geschenk von Kursteilnehmern

Geschenkebeutel mit Upcycling-Futter und Häkelblumen
mit Trägern die beim Zubinden nach innen geklappt sind
- praktisch zum Geschenke nach Hause tragen -

Geschenkebeutel aus Stoffresten und altem Deckchen
Häkelsterne als Anhänger

großer Patchwork-Geschenkebeutel
aus wieder verwendeten Stoffen

Langsam wird es dunkel und heimelich, die Familie ist versammelt, bald ist Zeit zum Geschenke auspacken.

Ich wünsche Euch eine schöne Weihnachtszeit,
lasst es Euch gut gehen
und verbringt die Zeit so, wie es für Euch richtig ist.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Weihnachtlicher Kissenbezug

Überall wird geschmückt und dekoriert. Hier geht es dezent zu.
Ein Kissenbezug ist entstanden aus ein paar kleinen Deckchen die es mal im "Kunstgewerbe" gab. Das Muster verlangte nach Patchwork mit Dreiecken und nach Quiltstichen von Hand.




Die Knopfleiste war vorher an einer Bluse. Der Kissenbezug war Musternäherei für den Nähkurs im Dezember. Dort sind viele originelle Kissenbezüge durch Upcycling entstanden.
 

Sonntag, 20. Dezember 2015

Buchrezension: Mach mit! Neues Leben für alte Kleider

Do it yourself - Recyceln statt neu kaufen

Kleine, feine Nähprojekte zeigt die Autorin Constanze Derham in ihrem zweiten Handarbeitsbuch.



Format : gebunden, 80 Seiten
Abmessungen: 21 x 21 cm
ISBN: 978-3-89798-482-0
Verlag:
BuchVerlag für die Frau

Ausgangsidee des Buches ist Nachhaltigkeit für Textilien durch Reparieren, Verschönern oder Wiederverwerten, ein Thema, welches derzeit in vielen Medien präsent ist.

Zu Beginn des Buches gibt es hilfreiche Hinweise zu geeigneten Kleidungsstücken, Materialien, zum Auftrennen/Erhalten von Elementen, Färben und zur Nähausstattung.

Die folgenden Kapitel des Buches gliedern sich nach Bekleidungsstücken: Hosen, Hemden, Shirts und Pullover. Zu den einzelnen Kleidungsstücken finden wir zunächst Reparaturtipps und Lösungen wie man z.B. einen Fleck oder ein Loch weg designen kann. Ideen und Nähbeispiele für schöne alltagstaugliche Refashion-Kleidung und Nähwerke für den Wohnbereich folgen. Insiderinformationen kann man auf dem Blog der Autorin nachlesen.

Mein Rettungsfavorit ist die Negativapplikation mit Sternen auf einen Shirt (Buchcover rechts unten). Als Schablonen werde ich Plätzchen-Backformen verwenden ... und gleich mal schauen welche anderen Backformen sich ebenfalls als Schablonen eignen.

Das Buch ist ein praktischer und anschaulich bebilderter Wegweiser in die Welt des Upcyclings. Die Vorschläge lassen mich gleich an Textilien denken die im Nähkorb gestrandet sind. In meinen Gedanken sehe ich schon, wie ich  das eine oder andere Teil dort wieder zum Leben erwecken, vielleicht sogar aufwerten kann. Für mich kommt das Buch genau zur richtigen Zeit, es motiviert mich, das bevorstehende neue Jahr mit einem aufgearbeiteten Nähkorb begrüßen zu können.

Reparatur und Wiederverwendung von Textilien ist für mich eine Selbstverständlichkeit und manchmal auch Herausforderung, die es zu erklimmen gilt wie einen Berg. Dafür sind Anregungen willkommen. Es geht mir dabei nicht um das identische Nacharbeiten sondern um Einblicke in praktische Lösungen und um Beispiele, die man mit verfügbaren Mitteln abwandeln kann. In diesem Sinne ist das Buch genau richtig. Ich mach mit!

Das Buch stellte mir der Verlag nach Anfrage zur Verfügung.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Weihnachtliche Mehrweg-Geschenkebeutel

Im Nähkurs wurden so schöne Lavendelbeutel genäht, da musste ich einfach nachlegen und auch noch ein paar nähen. Mit Sternendeckchen und rotem Innensäckchen wirken sie weihnachtlich.


Mit einer weihnachtlichen Kleinigkeit gefüllt kann ich sie verschenken und später können sie als Lavendelsäckchen umfunktioniert werden.


Ein Stück hellblau gefärbte Seide ergab weitere Innensäckchen. Hellblau und weiß ist eine Alternative zu den klassischen Weihnachtsfarben.

 
 
 

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Jeans-Kissenbezug im Ragtime-Style

Eine Kissenhüllen für einen Junggesellen in der Familie?
Irgend was mit Jeans ... Ragtime hatte ich für Quilts gesehen und habe es mal ausprobiert.

2 x 9 Quadrate vom 15 cm Kantenlänge habe ich mit der Nahtzugabe nach rechts zusammengenäht, als Verschlussleiste den Bund verwendet und mit Stern-Snaps als Verschluss ergänzt.
Durch einschneiden bis kurz vor der Naht entsteht beim Waschen eine plüschige Kante.

Die Stoffe sind von Hosen aus der Familie. Insider kennen Geschichten zu den von mir vernähten Hosen.

 
Das Kissen war als Inspiration und Verschluss-Beispiel mit mir zum Nähkurs.
Eine Kursteilnehmerin hat die Technik
kombiniert mit Chenille, eine sehr gute Idee.
 

Origami-Geschenkebeutel

Hier hatte ich schon mal Origami-Geschenkebeutel aus Stoff gezeigt, die kleinen Dinger sind faszinierend und perfekt für  kleine Geschenke. Eine Kissenbezug-Vorderseite habe ich umfunktioniert:


Im Nähkurs haben wir auch Geschenkebeutel genäht und uns dazu ausgetauscht. Die Kursteilnehmer haben das Video zu Hause angesehen und auch welche zum Kurs mitgebracht.

Freitag, 4. Dezember 2015

im Kreis nähen

Habt ihr an Eurer Nähmaschine auch eine Kreis-Näh-Funktion?


 
Endlich mal habe ich meine ausprobiert als ich Stoffreste verpatchworkt hatte:
Einfach den Stoff mit einer Stecknadel in einem der 3 Löcher für 5, 6 oder 7 cm Radius fixieren und los nähen.



Eine Übung um der Übung willen gelingt mir nicht, es soll dann auch etwas daraus werden ...
Stifte-Mäppchen gehen immer:

 
 
 
 
genäht mit Gritzner 6152 Dual Feed Transporter (=IDT)
Die Maschine schafft die vielen Lagen samt Reißverschluss mühelos
ganz ohne Zicken und Fehlstiche mit beliebigen Garnen
- robust wie ein Jeep -


Meertje: Link your stuff

Chenille-Stiftemappen

Im Nähkurs haben wir Stifte-Mäppchen mit 8 Ecken genäht.
Die beliebte Box-Form erhält Stabilität durch eine Chenille-Fläche.



 
 
 

 

Kaum zu glauben, wie der gleiche Ausgangs-Schnitt mit unterschiedlichen Stoffen wirkt und was man aus ausgesonderten Textilien noch zaubern kann ... schaut selbst (Klick)

Wichtel-Beutel

Für eine Senioren-Weihnachtsfeier benötigte eine Bekannte kleine Geschenke und fragte mich nach einfachen Einkaufsbeuteln. So habe ich ein paar Gardinenstoffe umfunktioniert und hoffe, die Farben und Muster gefallen.


Es sind einfache Beutel ohne Futter. Die Nähte sind französisch, ein Zierstich oben umlaufend unterstützt die Belastbarkeit. In die Träger sind Rest-Vliesstreifen eingelegt.


Naschsachen kamen als Geschenk nicht infrage da einige an Diabetes erkrankt sind. 
Es war mir eine Freude und ich hoffe, die älteren Herrschaften freuen sich auch.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Loch und Löcher

Letztes Jahr bat mich eine Freundin um Rat nachdem ihre Lieblingstischdecke durch heißes Kerzenwachs beschädigt wurde. Die Tischdecke lag eine Weile hier und bei Gelegenheit schaute ich nach kombinierbarem Stoff in Grau.

Letztens kam mir dann die Erleuchtung, dass ich gar keinen passenden Stoff für eine Applikation oder einen dazwischen gesetzten Streifen benötige:
Wenn schon Löcher, dann richtig:
 
Die Umsetzung war etwas ungewöhnlich da die Löcher dicht beieinander waren und ich durch einen übergelegten zu verstürzenden Stoff rechts auf rechts diese nicht sehen kann. Auf der Rückseite sind die Brandlöcher nicht vollständig sichtbar. Deshalb habe ich mit Hilfe transparenter Gläser die Kreise auf die Tischdecke gezeichnet, ...
... ausgeschnitten und mit Bügelvlies links auf der Tischdecke verstärkt + entstretcht. Das Bügelvlies fixierte auch gleich den Stoff 2. Stoff durch das runde Loch von dem später ein grauer Rand zu sehen bleibt. Der verstürzte Stoff ist auf der Rückseite von Hand angenäht. Um die Kreise ziehen sich Vorstiche.


Vorteil meiner Reparatur-Lösung ist, dass man unter die neuen Deko-Löcher beliebig Deckchen oder Servietten legen kann je nach Farblaune.

#visiblemending

Sonntag, 29. November 2015

Folklore, Volkskunst und Textilien aus Thüringen

Lucy hat als Thema der Stoffspielerei in diesem Monat Folklore gewählt. In diesem Wort steckt phonetisch das Wort „Volk“. Nach der Definition handelt es sich um volkstümliche Überlieferungen, gemeinsame Ideen und Werte einer bestimmten Gruppe in vielen Bereichen wie beispielsweise Kunst, Musik, Literatur, Mythologie und auch im textilen Bereich. Die Überlieferungen sind von Region zu Region verschieden und unterliegen zeitlichen Veränderungen. Volkskunst entstand zur Abdeckung von Bedürfnissen des täglichen Lebens.

Bei meiner Beleuchtung des Themas werde ich mich auf Textilien beschränken. Dafür schlage ich im Standardwerk für „Die Thüringer Trachten“ von Luise Gerbing nach, welches 1925 erschienen ist.
Nach mehr als 30 Jahre Recherche schreibt sie, dass Trachten in Thüringen noch bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts die übliche Kleidung waren. Die Tracht ließ erkennen,  wo jemand zuhause war und zu welchem Anlass er unterwegs war. Das Interesse an der alten Tracht verlor sich mit der Zeit und besonders in Kriegszeiten.

„… Aus dem Volk selbst müsste der alte Stolz auf die sinngemäße Bauernkleidung hervor wachsen, soll eine echte neue Volkstracht sich entwickeln. Die Versuche, die vergangene Volkskleidung künstlich neu zu erwecken (besonders durch Trachtenfeste) sind misslungen, so gut sie auch gemeint waren. Denn künstliches Neuentfachen abgestorbener Volksgebräuche ist ein vergebenes und auch unwürdiges Bemühen. Nur zu oft werden die einst heiligen und ehrwürdigen Überreste der alten Tracht zur abstoßenden Maskerade herabgezerrt.

Viel könnten wir „Gebildeten“ dazu beitragen, dass eine deutsche Tracht allmählich entsteht, wenn wir die Einfachheit, Geschmack, Anmut und Würde in unserer eigenen Kleidung zur Schau tragen. … „

Luise Gerbing, Vorwort zu „Die Thüringer Trachten“
Erfurt 1925
 
 
Im ersten Kapitel des Buches über Trachten geht es um die Abgrenzung des Thüringer Trachtengebietes. Allgemein gültig ist sicher, dass politische Grenzverschiebungen im Laufe der Zeit einen Wandel von Sitte, Tracht und Sprache bewirkten.
Quelle der meisten Stücke der dem Landleben angepassten Thüringer Volkstracht ist unverkennbar die höfische und Stadttracht:
  • Die Suhler Kirchenhaube, ein hohes steifes Gebilde wie aus der Zeit Friedrich Wilhelms des I., noch 1912 in schwarz von den Küsterdienst verrichteten Totenfrauen getragen war während der Biedermeierzeit im Besitz jeder Bürgersfrau.
  • Im Werratal gab es einmalig für Thüringen einen Hut als Bestandteil der Tracht. Eine praktische, schattenspendende aus Stroh geflochtene Schute gehörte in den 30er Jahren zur Mode in Bürgerkreisen.
     
Kleiderordnungen geben Auskunft für Zeiten ohne Bildmaterial.

Verarbeitet wurden selbst erzeugte Wolle und Flachs, gefärbt mit selbst angebautem Waid.
Merkmal der Tracht in den Thüringer Walddörfern ist der Kopf- oder Haidlappen, der in jedem Dorf anders geschlungen und geknotet wurde, sozusagen ein regionales Erkennungszeichen auf dem Kopf. Meine Oma und meine Mutter trugen zur Feldarbeit auch ein Kopftuch, allerdings ganz schlicht praktisch geknotet.
 
mein Bruder, eine Tante, ich, meine Oma und meine Mutter ca. 1968
 
Erinnern kann ich mich an ein Kleidungsstück, welches bei meiner Oma im Schlafzimmer hing. Neulich traf ich ein ähnliches in einem regionalen Museum wieder: Der Hockmantel (und hier) gehörte zur Alltagskleidung. Er bestand aus mehreren Schichten bedruckter Baumwolle und wurden geschickt um die Arme gewunden um kleine Kinder darin zu tragen.
 
In den einzelnen Gemeinden gab es die „Nähtersche“, eine Frau die mit dem Stickrahmen farbige kunstfertige Stickereien von stilisierter Vornehmheit  auf Mützen und Hauben stickte. Leinwand wurde doppelt gelegt und zusätzlich mit dünnem Futterstoff hinterlegt durchsteppt. Als Vorlage diente das vererbte Modeltuch. Beliebt war Kreuzstich in Kombination mit anderen Zierstichen wie Knötchen-, Fischgräten-, Ketten-, Hochstickerei, Durchbrucharbeit, Filet-Gipüre, Perlenstickerei, Chenille-Stickerei für Brauthauben, Stickerei mit Metallfäden in Kombination mit Glas- und Metallplättchen. Die kirchlichen und weltlichen Motive wandelten sich im Laufe der Zeit, so verdrängte beispielsweise im Mittelalter die Nelke den religiös-symbolischen Granatapfel.
Ein Blick in die gesammelten Thüringer Stickmuster zeigt unverkennbar multikulturelle Einflüsse, ein Mäandermuster ist auch dabei. Ein Zählmuster mit Nelke habe ich ausgewählt, um es als Kreuzstich-Maschinenstickerei zu erstellen. Leider ist mein Programm PE-Design, Version 8 dafür nicht geeignet. Es ist nicht möglich, einzelne Kreuze zu setzen. Beim Füllen einer gescannten Kontur komme ich nicht auf passende Kreuzstichgrößen.

Überlegungen zum Erzeugen eines Rasters auf Leinenstoff bringen mich auf die Idee von parallelen Nähten auf Leinen mit Klebevliesverstärkung. Praktisch gelingt es nicht gut, weil sich der Stoff zusammen zieht und ich schwarz auf schwarz schlecht erkenne. vielleicht gibt es etwas aufbügelbares Auswaschbares auf das man Linien zeichnen kann?
 

Für einen weiteren Versuch zur Markierung des Kreuzstichrasters verwende ich Frixion-Stifte. Mit 5 mm Abstand wird die Stickerei recht grob. Ich möchte gerne sehen, wie das Motiv ohne das traditionelle grün nur mit schwarz, rot und weiß wirkt (Habe auch überlegt, wie es als Webband aussehen würde). Solches Sticken empfand ich als langwierige Geduldsprobe für so ein kleines Motiv (hätte den Stickfaden kürzer machen sollen ;-)) Umso mehr weiß ich nun die filigranen Kreuzstiche zu schätzen, wie man sie beispielsweise im Volkskundemuseum Erfurt bewundern kann.

Nachtrag: Die Stickerei ist Bestandteil einer kleine Handarbeitstasche für unterwegs

 
 
Folklore erlebte in den 70er Jahren, der Zeit des Flower-Power, ein Revival als es in war, die Kleidung individuell im Mix mit Second Hand zusammen zu stellen. Auch ich hatte in den 80ern eine industriell bestickte Bluse mit weit auslaufenden Ärmeln aus feinem Naturfaser-Webstoff (Foto links). Für eine Hochzeit hatte ich mir mit breitem bunten Webband aus der Tschechoslowakei eine Bluse genäht. In der DDR hatte sich das Folklorerevival mangels Angebot länger gehalten.
 
 

Bekanntestes „Überbleibsel“ einer Tracht ist das bayerische Dirndl, welches zeitgemäß verfremdet (Ver-)Kleidung für Bierzeltbesuche geworden ist. Was wohl Luise Gerbing dazu meinen würde (Zitat oben)?
 
Gibt es für unsere Zeit eine Volkskleidung mit Zuordnungskennzeichen oder gibt es viele davon? Muss ja auch nicht sein, gut dass es keine strenge Kleiderordnung gibt und praktisch jeder selbst entscheidet, was er wann anzieht.
 
Nun schaue ich, was die anderen Stoffspielerinnen zum Thema Folklore genadelt haben und bin schon ganz gespannt. Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt.