Sonntag, 26. Juni 2022

Stoffspielerei Porträt Frida Kahlo

 Clara sammelt heute auf ihrem Blog bimbambuki Stoffspielereien zum Thema

Porträt


Für mich ist es eine Gelegenheit, das Thema erneut aufzugreifen. Bereits 2018 ging es bei den Stoffspielereien um Gesichter

Als Motiv habe ich eine Frau gewählt, die in vielerlei Hinsicht als Ikone gilt. Der opulente Blumenschmuck, den sie oft trug, bietet interessante textile Gestaltungsmöglichkeiten. Auch zu den durch sie bekannt gewordenen mexikanischen Folkloreblusen in Kastenform (Huipiles) habe ich adäquates Material im Fundus.

Die Übertragung vom Motiv, Stilisierung und Detail beschäftigte mich gedanklich eine Weile den malen gehört nicht zu meinen Stärken. Als Motiv verwende ich ein Foto aus dem biografischen Taschen-Buch (ISBN 978-3-8228-6599-6) von Andrea Kettenmann. Ein Foto der Rückseite drucke ich mit Laserdrucker passend zum Rahmen in den ich meine Nadelei einsetzen möchte.


Dafür habe ich dünnes Papier verwendet in der Hoffnung es staut sich im Drucker vor der Fixierungswalze. Wenn man schon mal ein Malheur einplant läuft alles tadellos. Dann also weiter mit Plan B.

Zur weiteren Verwendung habe ich das Motiv geteilt um an bestimmten Stellen eine Nahtzugabe nach hinten klappen zu können. Beige Wildseide aus meinen Vorräten verwende ich als Stoff für die Haut.


Eine Bügelprobe zur Übertragung des Toners auf den Stoff brachte kein Ergebnis, fixierte aber immerhin das Papier auf dem Stoff. Dann erinnerte ich mich an einen alten Trick aus Zeiten als es noch keine Kopierer gab: Mit Fleckenwasser konnte man Magazinseiten gespiegelt übertragen. Glücklicherweise hatte ich aus dem Nachlass meiner Schwiegermutter dieses Fleckenwasser vorrätig. 



Dieses Ergebnis bildete eine gute Grundlage für weiterführende textile Experimente. Mit Textilstiften und Permanentmarkern sind Konturen nachgezogen, Schattenflächen mit  weichem Bleistift verstärkt.


Ein Vlies verstärkt die Fläche auf der Nadelstiche ergänzt werden. Nahtzugaben klebe ich auf das Vlies.


Nun beginnt der Prozess des Gestaltens. Ein Webstoff aus dem Fundus erinnert an Folklorekleidung. Etwas eingereiht nähe ich ihn an die Dekolletee-Linie. Solchen Webstoff hatte ich bereits für ein Stuhlkissen benutzt.

Konturen, Mund, Augen, Nase und Haare sind frei nachgestickt. Textile Blüten gibt es ein paar fertige im Fundus, allerdings scheinen sie mir zu groß so dass ich ein paar kleinere aus Schleifenband nähe.

Als Schmuck findet sich auch reichlich Material im Fundus. Ursprünglich war es zur Gestaltung von Reverse-Applikationen gedacht. Wer die Wahl hat ...

Mein Porträt ist auf einer Vinylfläche in ovaler Rahmengröße befestigt. So könnte ich den Hintergrund variieren oder Tapetenmuster durchscheinen lassen...


... oder auch nicht ...


Tatsächlich hat das Porträt in unserer Küche einen Platz gefunden. Der Webstoff findet sich in einem Tischläufer und dem Stuhlbezug wieder.


So schaue ich nun das Porträt an wenn ich in die Küche komme und es sieht aus, als schaut es zurück. Für mich ist es ein Symbol, das ermutigt, das Beste aus seinem Leben zu machen und nicht zu jammern.

Mehr Informationen über Frida Kahlo habe ich u.a. hier gefunden:


2015 hatte ich das Grassi Museum in Leipzig besucht und Gelegenheit, mir dort Textilien aus Mittelamerika aus der Nähe anzusehen. Darunter die traditionellen Frauenblusen der Maya mit bunten Stickereien. Frida Kahlo präsentierte sich auf Fotografien und Selbstporträts oft stolz in solchen Huipiles. Mir fiel auf, dass bei diesem Schnitt kurz als Bluse oder länger als Tunika kaum Verschnitt anfällt (Zero-Waste). Vielleicht ist das ein Grund für die Zeitlose Beliebtheit solcher Folkloreblusen. Bereits in den 70ern waren solche Blusen (oft second Hand) zusammen mit Blumenkränzen Erkennungszeichen der Blumenkinder aus der Flower-Power-Bewegung.

Der Prozess meiner Stoffspielerei heute lies mich eintauchen in die Geschichte, brachte Erinnerungen zutage und war Gelegenheit, viele Techniken und Themen, die schon Gegenstand der Stoffspielereien waren aufzugreifen.

Nun schaue ich mal, wo und wie weitere Porträts entstanden sind.

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Die nächsten Termine:
Juli und August: Sommerpause
25.09.2022: „Webkanten“ bei Siebensachen zum Selbermachen
30.10.2022: „Posamente“ bei made with Blümchen
27.11.2022: „Ornament“ bei Petersilie & Co
Dezember: Winterpause

Sonntag, 24. April 2022

Metallische Stoffspielereien mit Taschen

Diesen Monat versammeln sich auf dem Blog Zwischendurch Stoffspielereien zum Thema metallisches.

Carpet-Bag Taschenrahmen und Stoffkombinationen

In meinem Nähzimmer findet sich einiges zum Thema. In Vorbereitung der Stoffspielerei und für einen Taschennähkurs in Herbst habe ich meinen Bestand gesichtet und ein paar Kleinigkeiten dazu geordnet. Hier zeige ich meine Schätze und mein Ordnungssystem dazu.

Einiges Zubehör wurde vor einiger Zeit schon in Nähprojekte integriert. Heute ist Gelegenheit, Beispiele davon zu zeigen.

Carpet Bag Beispiele, Nähkurs 2021

In einem Nähkurs hatten wir einen Taschenschnitt für eine Carpetbag entwickelt und auch alternative Größen bedacht. Genäht haben wir Beispiele mit 20 cm Bügel-Länge. Ich freue mich immer über die unterschiedlichen Varianten und Detail-Lösungen. Abschließend nach Verinnerlichung des Schnittes dann noch eine flache Clutch-Version, es gibt immer so viele Möglichkeiten.

Eine Upcycling-Verwertung für eine Gürtelschnalle führt zu einer Tasche, die auch Gegenstand einer Stoffspielerei war.

Fold-Over-Bag mit Gürtelschnalle (Upcycling)

Die Tasche ist seither in Gebrauch. Die ganze Konstruktion und Aufteilung bewährt sich für mich. Eine Upcycling-Gürtelschnalle am Träger macht diesen größenverstellbar. Wichtig sind die beiden Durchsteck-Fixierungen unterhalb der Schnalle. Ohne hakt sich das System leicht aus beim Abstellen der Tasche. Darüber hinaus kennzeichnet die Schnalle für mich wo bei der Tasche vorne und hinten ist. Damit finde ich auch gleich Orientierung zu den Inhalten der Innenfächer, welche unten umlaufend angeordnet sind.

Laptoptasche / Messenger mit Upcycling Metall-Elementen

Als Beispiel für eine Tasche mit Klappe entstand in einem Nähkurs diese Version aus Polster-Mustern, Hosen-Upcycling für die Klappe sowie Metall-Elementen ausgeschlachteter Taschen. Die Befestigung der Halbringe seitlich wird stabilisiert durch je 2 Nieten. Ist doch schön, wenn Ausstattung und Vorräte solche Lösungen ermöglichen. Nebenbei bemerkt ist die Wendeöffnung im Inneren noch immer nicht geschlossen weil ich überlege, ob ich die Taschenklappe mit 2 Steckschlössern ergänze. Dann könnte ich oben einen Griff anbringen. Dergleichen ist alles vorrätig. Der 0815 Tragegurt sollte auch durch einen passenden aus Hosenstoff ergänzt werden. Vielleicht kennt noch jemand das alte zutreffende Sprichwort ... Eigentlich hat die Tasche mal einen separaten Blogbeitrag verdient ...

Zeigen möchte ich heute noch ein Schlüssel-Mäppchen mit einer Karabiner-Leiste für Schlüssel.

Schlüssel-Mappe mit Karabiner-Leiste für Schlüssel

Das Mäppchen finde ich praktisch weil es alle wichtigen Schlüssel versammelt. Obendrein ist es so nutzbar, dass die Haustür nicht noch mehr zerkratzt wird. Genäht ist es wie ein kleiner Buchumschlag mit intensiv verstärkter Außenfläche.

Schlüsselmappe mit Karabiner-Leiste

Nun freue ich mich auf eine Blogrunde bei den anderen Stoffspielerinnen und bin gespannt was dort metallisch integriert ist.

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Die nächsten Termine:
29.05.2022: „gekräuselt und gerafft“ bei Stoffnotizen
26.06.2022: „Portrait“ bei Bimbambuki
Juli und August: Sommerpause
25.09.2022: „Webkanten“ bei Siebensachen zum Selbermachen
30.10.2022: „Posamente“ bei made with Blümchen
27.11.2022: „Ornament“ bei Petersilie & Co
Dezember: Winterpause

Samstag, 23. April 2022

Inventur Metall-Zubehör im Nähzimmer

In Vorbereitung der Stoffspielerei für diesen Monat habe ich mal wieder mein metallisches Zubehör im Nähzimmer gesichtet. Einige Kleinigkeiten waren einzuordnen. Seit ich nähe hat sich einiges angesammelt: Die Behälter dafür haben sich vergrößert und vermehrt. In Nähkursen verbrauche ich es gemeinsam mit Kursteilnehmern.

Gürtelschnallen

Eine Bakelit-Schachtel versammelt Gürtelschnallen. Das Kunstleder ist schon entfernt um das Volumen zu reduzieren. Originelle Exemplare aus den 80ern finde ich inspirierend, um eine Tasche drum rum zu nähen.

Im letzten Nähkurs haben wir ein paar Gürtelschnallen in Taschen integriert. Ich kippe die Schachtel mal aus:



Für einen Überblick sortiere ich mal einfache Schnallen von Mänteln oder Kleidern raus. Einige sind gut so wie Leiterschnallen für längenverstellbare Taschenträger verwendbar. Das Lochrastelement könnte ich entfernen.


Einige goldige und viele kleine sind auch dabei:


Mantelschnallen, kleine und goldige Teile kommen separat in Tüten (oben auf die Schachtel).


Wenn ich die größeren Teile vor mir sehe habe ich schon Lust, mal wieder eine Tasche mit so was zu nähen. Gut, dass ich jetzt die Vorräte sichte und nun das Foto zum Bestand habe. Im Herbst wird es wieder einen Taschen-Nähkurs geben. Dafür stehen Vorbereitungen an. Nach meiner Erfahrung ist der Sommer schnell vorbei.
Mit den vorsortierten Tüten obenauf läuft die Kiste nicht mehr über und ich finde schneller was ich suche.


Karabiner, Ringe, Halbringe, Eckringe, Buchecken, Drehschloß ...

In 2 Kunststoffschachteln mit variabler Fachaufteilung versammelt sich häufig verwendetes Taschenzubehör.


Für eine platzsparende Sortierung verwende ich zusätzlich Karabiner oder kleine Zipper-Tüten. Ein paar Teile von gefledderten Taschen waren einzusortieren. 

 

Bei dieser Gelegenheit verschaffe ich mir einen Überblick zum Bestand:



Wie meistens: reichlich Auswahl aber große Karabiner mit Drehgelenk könnte ich für den Nähkurs ordern ... Nun alles wieder rein in die Schachteln. Die Deckel schließen gerade so.


Ein paar Sachen habe ich raus sortiert. Dafür habe ich separate Behältnisse. 
Die überschüssigen Ringe werde ich Second Hand zu den Gardinenteilen legen. 


Taschenrahmen, Ringbuchelemente, Schlüssel-Karabiner-Leisten

In einer großen Lebkuchendose sind Restbestände bzw. Vorräte an Taschenrahmen versammelt. Die meisten sind zum annähen. Carpet-Bag-Rahmen sind auch dabei.


Einen Koffer Metall-Teile habe ich noch.

Ösen, Druckknöpfe ... Teile für eine kleine Spindelpresse

Nachdem ich mich eine Weile mit kleinen Zangen rum gequält hatte fand ich über Kleinanzeigen eine kleine Spindelpresse. Zubehör und Futter dafür versammeln sich in einem Kunststoffkoffer mit 2 Etagen. Letztens habe ich den Knopfbestand sortiert und einige Jacken- Hosen-Ersatzknöpfe für Hammer-Montage in diesen Koffer dazu geordnet. Insgesamt hat sich diese Anschaffung für mich bewährt.


Eigentlich hatte ich ja vor, mir etwas aus diesen Vorräten heraus zu picken und damit meinen Beitrag zur Stoffspielerei zum Thema "metallisch" zu nähen. Allerdings hat das Sichten und ordnen länger gedauert, es hatte keine Eile. Es ist ein bisschen wie Stoffe streicheln.


Die Inventur- und Aufräume-Aktion verlinke ich bei Valomea zum Thema


Weil es sich um schon sortierte Behältnisse handelte kam nicht viel zusammen. Wie ich hier schon geschrieben hatte ist die Anzahl für mich nicht ausschlaggebend sondern die übersichtliche Lagerung. Vielleicht konnte ich jemanden inspirieren zur Aufbewahrung von Taschenzubehör oder zum Zerlegen einer ausgemusterten Handtasche.
Darüber würde ich mich freuen. Gerne lasse ich mich weiter von der Linkparty inspirieren und schaue, wie ihr Ordnung haltet.

Sonntag, 3. April 2022

Hand-Nähnadeln aufbewahren mit System

Einblicke in Nähzimmer und Ideen zur Aufbewahrung von Nähzubehör verfolge ich immer wieder gerne. Da und dort findet sich eine Idee, die Ordnung bringt und Zeit zum Suchen erspart.

Seit ich mich intensiver mit nähen beschäftige nähe ich immer öfter von Hand. Die Aufbewahrung meiner Handnähnadeln in einem Stopfpilz war einfach unpraktisch.
Nachdem spezielle Nadeln zum quilten von Hand, zum Applizieren, für EPP und Sashiko dazu kamen brauchte ich eine Lösung. Die benutzte Nadel in die Originalverpackung zurück packen wollte ich nicht länger.


Ein Nadelbuch brachte Übersicht und System in die Ansammlung.
Hier ein kleiner Einblick auf Seite 1:


Es hat sich bewährt, gleich vorne im Buch eine Self-Trade-Nadel, auch Wundernadel genannt, parat zu haben. Wie mein Nadelbuch für Maschinen-Nadeln verwende ich auch in diesem Nadelbuch eine lange Perlen-Stecknadel als Lesezeichen.

Die folgenden Seiten sind mit Vinylfenstern für Beschriftungen ausgestattet. Meistens verwende ich Ausschnitte der Originalverpackung.

Ein Vorteil bei der Verwendung von Markennadeln ist, dass sie sich mit einem Tischeinfädler einfädeln lassen. Gutes Werkzeug ist auch beim nähen hilfreich und kann Frust oder Ärger ersparen.



Vom 27.-29.05.2022 finden die Patchworktage in Meiningen statt. Das Kursangebot darf ich bereichern mit einem Halbtagskurs für Nadelbücher


Kurs Nr. 16
am Samstag den 28.05.2020 von 14:00 bis 18:00 (4 Stunden)
im Evangelischen Gymnasium Meiningen, Berliner Str. 27
 


Eine Patchworkfläche als dekorative Hülle bietet viele Möglichkeiten, etwas individuelles und gleichzeitig praktisches zu gestalten. Über einen längeren Zeitraum habe ich verschiedenes ausprobiert, um ein Nadelbuch nach meinen Bedürfnissen zu gestalten. Bezüglich Materialien habe ich verschiedenes probiert bis ich zufrieden war.

Wie ist es bei Euch?

  • Habt Ihr Nadeln zum nähen von Hand? Wie bewahrt ihr sie auf? 
  • Benutzt ihr spezielle Handnähnadeln?

Sonntag, 27. März 2022

Cording-Stoffspielerei mit Doppelnadelhalter oder Zwillingsnadel

Diesen Monat hat Martina das Thema der Stoffspielereien gewählt und sammelt die Beiträge auf ihrem Blog. Es geht um Cording. Eine Zeit lang dachte ich an aufgenähte Cordel. Das passt dann eher beim Thema Posamente im Oktober. Martinas Ankündigung brachte dann mit Beispielen Klarheit, um was es geht. Auch hätte ich schon früher mal in die Stoffmanipulations-Bibel sehen können.

Das Thema habe ich zum Anlass genommen, um ein älteres Nähmaschinenzubehör endlich auszuprobieren, musste dann allerdings einen anderen Weg einschlagen, um 2 Platzdeckchen zu gestalten:


Vor einiger Zeit habe ich einen Satz Doppelnadelhalter über Kleinanzeigen gekauft. Dieses Zubehör ist aus einer Zeit, als Nähmaschinen noch nicht (oder wenige) Zierstichoptionen verfügten. Laut Beschreibung passt mein Biesenset für Pfaff Nähmaschinen 230 260 262 360 362. Es enthält Doppelnadelhalterungen, Niedrigschaft-Nähfüße für Biesen und Führungselemente.

Leider habe ich keine der genannten Maschinen sondern nur eine Pfaff 90 im Dornröschenschlaf. Die Nadelhalterungen lassen sich anbringen. Allerdings setzt die linke Nadel Stiche aus. Diesen Fehler konnte ich durch Reinigen und Ölen der Maschine nicht beseitigen. Bei Gelegenheit tausche ich die Pfaff 90 mal durch eine der genannten Flachbettmaschinen. Vielleicht teste ich mal ein Zwillingsnadel in der Pfaff 90, um die Ursache einzugrenzen.

Gerne möchte ich einen Doppelnadelhalter insbesondere für Jersey als Alternative zu Zwillingsnadeln einsetzen. Wenn man das Sortiment an Nähmaschinennadeln mit dem angebotener Zwillingsnadeln vergleicht bleibt eine Lücke, die durch solch ein Zubehör flexibel geschlossen werden könnte. Allerdings ist bei neueren Maschinen (auch Pfaff) die Befestigung des Nadelhalters nur schwer zugänglich hinter der Nadelstange.

So greife ich also auf eine Zwillingsnadel aus dem Bestand zurück. Nach meiner Erfahrung sind die blauen universal. Die Kennzeichnung 3 / 90 steht für Nadelabstand /Nadelstärke.


Für meine Projekt-Idee verwende ich eine Zwillingsnadel 3/90. Der Nadelabstand passt zur einzunähenden Kordel mit einem Durchmesser von ca. 3 mm. Die habe ich aus einer Ansammlung Schnürsenkel heraus gepickt. Als Nähfuß habe ich den Applikationsfuß gewählt. Er hat eine kleine Kerbe und etwas Freiraum unterseitig, groß genug für meine dünne Kordel. Außerdem verwende ich in Kombination mit der Zwillingsnadel immer eine Ersatz-Spulenkapsel mit Fadenkennzeichnung. Diese ist für eine lockere Fadenspannung eingestellt. Als Führung für die Kordel habe ich kurz vor dem Nähfuß einen Trinkrohr-Abschnitt angeklebt so wie es Martina hier beschreibt.


Der zu nähende Stoff verdeckt die Kordel samt Führungsrohr. Die Führung ist unverzichtbar um mich auf das Führen des Stoffes zu konzentrieren. Eine 2. Lage spare ich mir denn die Kordel wird vom Unterfaden gefasst der bei jedem Stich beide Oberfäden abgreift. Als Ober- und Unterfaden verwende ich ein NM120 Faden. Das Stichbild der linken Nadel lässt Wünsche offen. Besonders links ist der Oberfaden zu locker hat aber auch Zacken die nur von der Spannung durch das Verschlingen des Unterfadens kommen können. Im Prinzip nahe ich ja eine Biese mit Cordelfüllung. Die 3-Dimensionalität an der Oberfläche tritt auch kaum hervor.


Zum Vergleich habe ich mit Vlies darunter eine Zwillingsnaht (gleiche Nadel) in rot und weinrot mit Knopflochgarn NM50 ergänzt. Da bin ich mit dem Stichbild zufrieden.


Fazit: Dünne Kordel mit der Zwillingsnadel einnähen bringt wenig Effekt mit ungleichmäßigem Stichbild. Das ist gut zu wissen, denn es gibt viele andere Möglichkeiten. Die anderen Stoffspiel-Beiträge zum Thema Cording werden es zeigen.

Meine Spielerei hat sich in 2 Platzdeckchen verwandelt. So etwas steht schon lange auf der Liste. Auch wenn das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht gebe ich nicht gleich auf. 2 Platzdeckchen sind genäht. Neben dem unregelmäßigen Stichbild habe ich von Hand abgesteppt. Das lenkt den Blick ab und verbindet die Schichten so dass das Set auch rückseitig gut aussieht. Die Platzdeckchen passen zur Einrichtung und erfüllen ihren Zweck. Da sie in einem Eck-Regal verstaut werden sind sie 5-eckig.

Ablage und Rückseite Platzdeckchen


Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Die nächsten Termine:
24.04.2022: „metallisch“ bei zwisch-en-durch
29.05.2022: „gekräuselt und gerafft“ bei Stoffnotizen
26.06.2022: „Portrait“ bei Bimbambuki
Juli und August: Sommerpause
25.09.2022: „Webkanten“ bei Siebensachen zum Selbermachen
30.10.2022: „Posamente“ bei made with Blümchen
27.11.2022: „Ornament“ bei Petersilie & Co
Dezember: Winterpause

Samstag, 26. März 2022

Weniger ist mehr ... 1000 Teile raus

Seit einiger Zeit verfolge ich (meistens still) bei Valomea Aufräume- und Entrümpelungsaktionen in ihrem Nähzimmer und seit diesem Jahr im ganzen Haus. Dabei denke ich dann über eigene Ansammlungen nach und auch darüber, ob etwas das Haus verlassen sollte. Eine systematische Aktion, die Stück für Stück verschiedene Bereiche inventarisiert wird es bei mir nicht werden. So etwas passiert mitunter von Zufall oder Gelegenheit geleitet beispielsweise bei anstehendem Tapetenwechsel im Wohnzimmer.

Deshalb werde ich kein Bingo zählen, denn darauf kommt es am Ende nicht an. Zweck ist nach meiner Auffassung, dass die Dinge, die wir bewahren benutzt oder geliebt werden. Zugegeben gibt es Dinge, von denen es mehr gibt als benötigt, einfach der Schönheit oder Auswahloptionen wegen. Ich denke, wenn diese Dinge ihren Platz haben ist alles gut. Kritisch wird es, wenn der Stauraum nicht mehr ausreicht und Dinge in Bereiche hinein drängen, wo sie nicht hin gehören. Dann kann entweder eine bessere Aufbewahrung oder mehr Stauraum helfen. Manchmal muss aber auch was weg.

Schrank-Update im Nähzimmer: Mehr Stauraum

Mehr Stauraum im Nähzimmer gab es vor einiger Zeit durch einen voluminöseren Schrank. Der kleine weiße ist umgezogen in die Ferienwohnung.

Knöpfe vermehren sich hier immer durch auftrennen. Ich vernähe nicht viele. Trotzdem ist es beruhigend, Auswahl parat zu haben. Vor längerer Zeit hatte ich die Knopf-Ansammlung in ein Schütten-Regal vom Baumarkt eingeordnet. Für Knöpfe hat sich dieses Ordnungssystem bewährt. Allerdings ist es auch voll. Deshalb habe ich überzählige Knöpfe in Gläsern second-Hand abgegeben. Eine Zählung der Knöpfe könnte die 1.000 eventuell schon erreicht haben ...

Weg gegeben habe ich 30 Baumwoll-Stoffbeutel. Sie kamen zu mir aus dem Haushalt meines Enkels. Ich wundere mich nicht mehr darüber, dass Menschen, die nach meiner Einschätzung den Euro 2 x umdrehen müssten Euros für Einkaufsbeutel übrig haben. Im Alltag beobachte ich außerdem, dass die gesetzlich abgeschafften Plastikbeutel oft ersetzt werden durch festere Web-Struktur-Plastiktaschen. Oft ist es sicher eine Frage der Alltagsstruktur und Organisation. Jeder entscheidet selbst, wie viel Müll er der Umwelt zurück gibt.

30 Baumwoll-Stoffbeutel als Spende an den Tierschutz

Nach einer Bloglektüre durch Valomeas Auftäumeaktionen (Geschirr) habe ich einige Schüsseln aussortiert.  Meistens verwenden wir im 2-Personen-Haushalt Jenaglas-Gefäße zu denen es auch Deckel gibt. Sie sind praktisch beispielsweise für Reste und gleich zum Aufwärmen. Topfdeckel passen wahlweise auch.

In der Ferienwohnung hat sich so viel blau weißes Geschirr angesammelt dass man zum Spülmaschine Ausräumen schon fast Tetris spielen musste. Deshalb habe ich 2 Services im Stöberhaus Erfurt abgegeben. Dazu gesellten sich ein paar Porzellan-Vasen mit Craquelé-Oberflächenstruktur, Elefanten-Übertopf und auch ein aufblasbares Pool-Becken. Hier mein Abschiedsfoto:


Auch in meinem Nähzimmer strandet einiges. Mitunter kann es eine Herausforderung sein, diese Sachen nützlich (oder in schön) zu verwandeln. In so einer selbst gestellten Mission habe ich im letzten Herbst als Upcycling Anregung für einen Nähkurs Polsterproben eines Möbelherstellers zu Flächen gepatcht und Taschen daraus genäht: schlicht zum einkaufen, nur mit Chip-Karabiner, belastbar durch Nietbefestigung der Träger. Als Futter habe ich Mischgewebe-Hemden verwendet.

 

Es waren 9 Taschen. Für jede habe ich 10 Polster-Proben verwendet. Man kann sich alles schön rechnen. Unterm Strich macht es keinen Unterschied. Zum Jahreswechsel haben wir die Taschen an Freunde verschenkt. 

Im Sommer 2022 plant mein Mann die Renovierung des Wohnzimmers. Ich werde die Gelegenheit nutzen, um Gläser, Geschirr und Vasen mal wieder näher anzusehen während ich aus- und einräume. Geschmack ändert sich ja bekannterweise.

Grundsätzlich gibt es in unserem Haushalt viele Dinge mehr als benutzt werden. Ich denke da an 

  • Nähmaschinen,
  • Bügeleisen,
  • Blumenvasen,
  • Kleidung,
  • Haushaltswäsche,
  • Stifte ... 

Hier gilt: Alles was einen zugeordneten Platz hat darf bleiben. Leider gibt es auch im wahrsten Sinne des Wortes überschüssige Dinge, da werde ich noch mal drüber nachdenken und mich durch die Linksammlung weiter inspirieren lassen ...