Sonntag, 30. Juni 2019

Stoffmalerei zum Thema Afrika

Gabriele hat für die Stoffspielerei das Thema Afrika gewählt.
Meine Assoziationen dafür sind Sand, Wüste, sternenblauer Himmel und wilde Tiere. In Kombination mit Stoffspielereien ergab dieser Mix bei mir 2 Boxybags.




Gelbe Baumwoll-Stoffreste bemalte ich mit Seidenmalfarben (Second-Hand-Fundsache). Diese Farben sind flüssig so dass sie im Malgrund verlaufen. Es ergaben sich schöne Farbverläufe, die mich an einen Sonnenuntergang in der Wüste erinnern. Die bemalten Stoffreste patchte ich mit freier Schneidtechnik zu 2 Flächen mit 30 cm Kantenlänge. Mit Vlies und Hintergrundstoff sind sie gequiltet.


Sicherheitshalber sind die Boxybag_Rohlinge bereits gewaschen zur Kontrolle der Farbechtheit. Die bemalten Stoffe sind vor dem waschen gebügelt zur Fixierung der Farbe.
Tiere fand ich in unserem Bad. Es gab eine Zeit in der ich Elefantenfiguren sammelte. Ein paar sind übrig geblieben: meine Models zum Thema:


Die Gruppe setzt sich aus 2 Dreiergruppen zusammen. Die 3 großen ist mit einer Markung für die Porzellanmanufaktur Wallendorf versehen, die 3 kleinen mit einer Markung für die Porzellanfabrik Gräfenthal. Mit diesen Elefanten passt mein Beitrag heute auch zum Thema des letzten Monats: Heimat.

Ein Foto der Elefanten-Karawane habe ich in Konturen verwandelt, gedruckt und als Motiv für eine Folienschablone verwendet. Die Folie hat nicht besonders geklebt auf meiner gequilteten Fläche. Deshalb sind die Elefanten mit Permanentmarker gemalt.



Mein Ergebnis kommt meinem Plan recht nahe (ist nicht immer so):


Elefanten-Karavane im Gegenlicht bei Sonnenuntergang:




Nun bin ich gespannt was bei den anderen Stoffspielerinnen zum Thema Afrika entstanden ist.

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.Bist du nächstes Mal auch dabei?
Die nächsten Termine:
Im Juli und August machen wir eine Sommerpause.
29.09.2019: „Miniatur“ bei Feuerwerk bei Kaze
27.10.2019: „Handweben“ bei Schnitt für Schnitt
24.11.2019: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du hier.

Sonntag, 26. Mai 2019

Reverse-Applikation, eine Stoffspielerei zum Thema Heimat

Susanne hat für die Mai-Stoffspielerei das Thema Heimat vorgeschlagen. Hier ist das die Gelegenheit, um ein Jersey-Shirt mit hinterlegter Applikation zu zeigen. Motiv ist die Skyline der Stadt, in der ich seit 30 Jahren wohne.




Das Shirt entstand vor längerer Zeit, als ich mich intensiv mit dieser Technik beschäftigte. Ein Tragefoto gibt es leider nicht. Während einer öffentlichen Veranstaltung der Volkshochschule Suhl trug es meine Kleiderpuppe als Hinweis auf einen Nähkurs zum Thema. 


Zur Zeit ist es im Schaukasten der VHS Suhl als Dokumentationsbeispiel für Nähkurse. Die VHS feiert dieses Jahr 100-jährigen Geburtstag. Übrigens sind die Gemälde im Hintergrund vom Maler Stürmer aus Suhl-Heinrichs.

Das Motiv meiner Heimatstadt fand ich auf einem Porzellan-Getränkeset umlaufend. 
Mit ein paar Fotocollagen zeige ich, wie das Motiv vom Porzellan auf das Shirt kam:


Um den großen runden Porzellan-Körper habe ich transparentes Papier fixiert und das Motiv mit Bleistift nachgezeichnet. Ein paar Erfahrungen mit der Reverse-Sticktechnik halfen mir bei den Entscheidungen, wie detailliert ich das Motiv durchzeichne. Das Skyline-Motiv habe ich in 2 Hälften zerteilt, damit es Kopier-Proportionen bekommt. Kopiert habe ich sehr dunkel. Die mehrfach vergrößerte Kopie wurde nochmals mit Faserstiften nachgezogen unter Berücksichtigung des anstehenden Schablonen-Schnittes.


Zur Verstärkung ist das Motiv mit Buchklebefolie beklebt. Die Collage oben zeigt die gecuttete Rückseite. Die Motive passten genau umlaufend auf ein schwarzes Shirt. Mit Textilfarbresten in Blau- und silber habe ich das Motiv übertragen. Hinter dem Motiv ist Jersey hellblau mit Büroklebestift  fixiert. Der Kleber wäscht sich weg. Zur dauerhaften Fixierung ist der Hintergrundstoffes oben mit feinen Blind-Stichen von Hand angenäht.

Es hat Spaß gemacht, die verschiedene Flächen zu füllen, Konturen zu sticken und währenddessen über das Freischneiden für den Blick auf Hintergrundstoff zu entscheiden.


Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
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Die nächsten Termine:
30.06.2019: „Afrika“ bei made with Blümchen
29.09.2019: „Miniatur“ bei Feuerwerk bei Kaze
27.10.2019: „Handweben“ bei Schnitt für Schnitt
24.11.2019: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien
Im Juli und August machen wir eine Sommerpause.
Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du hier.

Sonntag, 28. April 2019

Stoffspielerei vom Bauhaus inspiriert

Das Bauhaus wird 100. 
Deshalb hat Beate von siebensachen-zum-selbermachen dieses Thema gewählt und sammelt Stoffspielereien zum Thema Bauhaus.



Das Thema brachte mich dazu, Bücher zum Thema aus meiner Sammlung zu ziehen und darin zu lesen.


Fragen wie z.B. 
   Warum und aus welchen Bewegungen entstand das Bauhaus? 
   Warum in Weimar? 
   Ist das reduzierte „aufgeräumte“ Design typisch deutsch? 
beschäftigten mich. 
Die Geschichte des Bauhauses ist nicht zuletzt wegen dem Jubiläum in vielen Medien anschaulich dokumentiert. Deshalb schreibe ich kurz etwas zur …

Vorgeschichte.

Um 1900 bemühten sich viele Künstler um Einfachheit. 1908 wurde der Deutsche Werkbund gegründet. Nach dem 1. Weltkrieg beeinflussten die Ideen des Werkbundes die Gründung des Bauhauses 1919 in Weimar. Wesentliche Forderungen des Werkbundes nahm später Walter Gropius in sein Programm für die Bauhausgründung auf. Die Rolle der Künstler (Kunstunternehmer, Kunstarbeiter, Individualkünstler) wurde überdacht. Werkstättenbewegungen in Dresden und München wurden zur Existenzbasis für viele Gestalter. Reproduktionszahlen und Funktionalität bestimmten die Erneuerung von Gebrauchskunst in Zusammenarbeit mit der Industrie. Daraus folgten allmählich vereinfachte Formgestaltungen. Die neue Kunst ließ dekorative Elemente weg. Grundtöne, Grundformen und Grundfarben wurden Gestaltungselemente für die Abstraktion der Realität. Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit von Peter Behrens mit der Firma AEG zur Designentwicklung von Lampen im neuen geometrischen Stil.
Nach dem verlorenen Krieg und der Novemberrevolution vollzog sich in Deutschland ein politisch ökonomisch und sozialer Wandel als Wegbereiter der modernen Kunst. Das Kunstverständnis änderte sich grundlegend. In Weimar wird Harry Graf Kessler zur Schlüsselfigur der elitären ästhetischen Bewegung. Er war mit Henry van de Velde befreundet. Van de Veldes Leistungen in Weimar (Kunstgewerbeschule 1906, Neubaus Kunstschule 1912) schufen die Grundlage für die Gründung des Bauhauses. Über van de Velde hatte ich hier bereits geschrieben.

Frauen im Bauhaus

Das staatliche Bauhaus öffnete 1919 seine Türen in Weimar mit dem Versprechen zur Aufnahme ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht. Allerdings widersprach diese Geschlechterkonzeption den Vorurteilen einiger Bauhausmeister. Sie meinten, Frauen sei eindimensionales Sehen angeboren. Deshalb sollten sie lieber an Flächen arbeiten. Als Lehrmeister waren Frauen die Ausnahme. Frauen erhielten eine Klasse für sich: die Weberei.
Bedeutende Impulse für Industriedesign kamen aus dieser Klasse. Systematische Versuche zu Materialeigenschaften und eine engere Zusammenarbeit mit der Industrie folgten in Dessau. Beispielsweise entwickelte Anni Albers einen Stoff, der auf einer Seite schallschluckend und auf der anderen Seite lichtreflektierend war.
1933 erhielten viele Bauhauskünstler Berufsverbot. Im gleichen Jahr schloss es seine Türen. 

Bauhaus Dessau

Der Mythos des Bauhaus umfasst real nur eine kurze Episode von ein paar Jahren. Um so beachtlicher ist, wie die Designs bis in unsere Zeit geschätzt werden. Kein Film im Modernen Milieu kommt ohne einen Barcelona Chair aus.

Barcelona-Pavillon


Keine Frage, die Bauhaustradition lebt. Was macht sie aus? Viele Prinzipien sind uns vertraut:
  • Alles beginnt mit dem Material
  • Form folgt der Funktion
  • ...
Haus am Horn in Weimar

Stoffspielerei vom Bauhaus inspiriert


Gerne folge ich im ganz kleinen Rahmen textilen Beispielen aus dem Nachlass des Bauhauses. Die Auswahl fiel schwer. Kopien widersprechen den Prinzipien des Bauhauses. Gewählt habe ich Wandteppiche von Anni Albers als inspirierende Grundlage. 


Anfangs habe ich überlegt, ob ich Farben nach meinen Vorlieben anpasse. Dann fand ich es aber gerade reizvoll, in die kompetent komponierte Farbzusammenstellung einzutauchen und möglichst ähnliche Farben zu verwenden. Teppiche bilden Flächen aus Kett- und Schußfäden. Gewebt bilden die sichtbaren Fäden der Flächen die Farben. Garantiert sind die Wiedergaben über Fotos bereits farbverfälscht, das vernachlässige ich. Ich suche geeignete Farben in meinem Bestand, ein weiterer Kompromiss. Am nächsten kam ich mit Textilien aus der DDR. Graue synthetische Streifen füge ich ein als Reminiszenz an Experimentierfreude mit Funktionsstoffen.


Reizvoll fand ich, dass sich die Anordnung der Flächen in Streifen als Nähbasis zurückführen lies.


Gequiltet habe ich mit einem speziellen Nähfuss auf der Naht um die entstandenen Flächen nicht zu teilen. Das funktionierte nur bedingt.


Am Ende hatte ich einige Streifen (Breite 4,5 cm) übrig und beschloss mit dieser Auswahl sowie ein paar weiteren Stofresten eine zweite Kissenfläche zu gestalten. Das hat Spaß gemacht. 


Mit dem Farbspektrum habe ich mich angefreundet. Das war zunächst fremd. Quilten musste nun unbedingt mittig der Flächen sein, das ergab eine Fensteroptik die ich mag. Nebenbei bemerkt fand ich Quiltlinien nur in eine Richtung auch sehr schön.


Bauhaus-Auswahl in den Medien

Podcastserie Deutschlandfunkkultur: Frauen im Bauhaus – Anni Albers
Vogue Artikel: 10 Fakten über Anni Albers – die deutsche Bauhaus-Künstlerin, die bis heute die Mode beeinflusst
Künste im Exil: Bauhaus
Mode mit der Kunst von Anni Albers – SPRZ NY
Paul Smith widmet Anni Albers eine Minikollektion
Hommage an Josef Albers: die neue „Quilt Collektion“ vonA.P.C.
Gardinen wie abstrakte Bilder: Textilentwürfevon Anni Albers.
Spiegel online: Ausnahmekünstlerin Anni Albers, Ihre Fäden führten in die Zukunft

Die Stoffspielereien


Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.Bist du nächstes Mal auch dabei?

Die nächsten Termine:
26.05.2019: „Heimat“ bei Nahtlust
30.06.2019: „Afrika“ bei made with Blümchen
29.09.2019: „Miniatur“ bei Feuerwerk bei Kaze
27.10.2019: „Handweben“ bei Schnitt für Schnitt
24.11.2019: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien
Im Juli und August machen wir eine Sommerpause.
Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du hier.

Mittwoch, 24. April 2019

Nadelbuch für Nähmaschinennadeln

Seit langer Zeit hatte ich mir vorgenommen, für meine Sammlung an Handnähnadeln und Nähmaschinennadeln eine übersichtliche Aufbewahrung zu nähen. Lange habe ich über Form, Größe, Materialien und Beschriftungsmöglichkeiten nachgedacht. Letztes Jahr habe ich mich selbst herausgefordert und als Thema zum Nähkurs "Nähzimmerhelfer" auf meine Liste gesetzt.

Heute zeige ich mein Nadelbuch für Nähmaschinennadeln.



Die Hülle entstand beim Ordnen von Garnresten als Wollapplikation.



Als Merkhilfe zur Orientierung, welche Nähnadel gerade in der Maschine ist verwende ich eine alte Hutnadel. Sie ist schon etwas rostig, erfüllt diese Aufgabe aber trotzdem perfekt und elegant.

Der folgende Einblick zeigt, wie ich benutzte Nadeln von neuen Nadeln unterscheide: Ich stecke die benutzten anders rum.


Um die Informationen der Schachteln bei den Nadeln zu behalten hatte ich alle meine Schachteln auf den Farbkopierer gelegt. Im Nadelbuch sind die Kopien hinter Vinyl den Nadeln zugeordnet. So habe ich immer einen Überblick zum Bestand und stelle gleich fest, wenn sich eine Lücke auftut.

Bei Susanne habe ich zu den Stoffspielereien immer die schönen Nadelbriefe bewundert. Auch das hat mich motiviert "mein" Nadelbuch für meine Nähbedürfnisse zu nähen. Dieses Nadelbuch entstand aus Woll- und Filzresten sowie Hemdenstoff. Ich verlinke es beim Nahtlust-Nadelbriefjahr 2019 zum Thema Upcycling.

Als ich das erste Buch genäht hatte konnte ich gar nicht aufhören und habe weitere Ideen ausprobiert. Es ist eine ganze Nadelbuchbibliothek geworden. Deshalb sind auch keine Verschluss-Knöpfe dran, die würden bei mir stören.


Ich nehme mir vor, immer mal ein Buch aus dieser Reihe vorzustellen. Handnähnadeln sind separat in einem Buch. Nächstes Jahr werde ich einen Nähkurs zu Nadelbüchern anbieten.

Samstag, 20. April 2019

Osterdeko und Utensilo

Der Frühling ist da, der Kalender kündigt Ostern an ... ich gestehe, dass hier noch ein Weihnachtswindlicht rum steht. Saisonales Dekorieren liegt mir nicht. So überlege ich eher, ob es Sinn macht, Holzosterhäschen aus einer Kiste zu kramen und für ein paar Tage ans Licht zu lassen.

Zeigen werde ich genähte Utensilos aus Baumwoll-Osterdeckchen als Upcycling. 



Eines davon entstand passend für eine CD als Bodenverstärkung. Der Zuschnitt des umlaufenden Teiles oben ist 40 cm bei einer Nahtzugabe von 0,75 cm. Die Nahzugabe liegt unter der CD. Deshalb ist das Teil leicht zu nähen.



Gefaltete Dreiecke, Prärie-Punkte genannt, fand ich passend da das Utensilo auch zum Verstecken von Geschenken im Garten genutzt wird. 



Ein größeres Utensilo entstand mit umlaufendem Seminole-Patchworkmuster aus Stoffresten. Letztes Jahr hatte ich ein paar YoYo-Jersey-Blüten dran gesteckt.



Ostereier anmalen brauche ich nicht, ich verwende Spitzendeckchen als Verzierung. Vorletztes Jahr hatte ich darüber geschrieben.



Auch im Garten gibt es Häkeldeckchen. Eine Freundin hatte mir 2 Stück mit Zement präpariert.



Ich wünsche eine schöne Osterzeit und freue mich über wärmeres Wetter.

Sonntag, 31. März 2019

Geometrische Stoffspielerei mit EPP

Karen von feuerwerkbykaze ist heute Gastgeberin der Stoffspielereien. Thema ist Geometrie.



Meine Stoffspielerei kommt aus der technisch und gestalterisch vielfältigen Welt des Patchwork. Inspiriert hatte mich Kristina mit Ihrem La Passacaglia Quilt. Sie nennt Ihr Projekt EPP-Monsterquilt. 

EPP im Zusammenhang mit Patchwork ist die Abkürzung für English Paper Piecing.
Praktisch bedeutet es, dass um vorbereitete Papierschablonen Stoffstücke fixiert (geheftet oder geklebt) werden. Eine Nahtzugabe von 0,6 bis 1 cm ergibt sich auf der Papierrückseite. 




Papierschablonen enthalten keine Nahtzugaben - sie beziehen sich einfach auf die Endgröße der Formen, sobald sie zusammengenäht sind. Die Papierschablonen sind traditionell geometrische Formen und bestimmen wesentlich die Gestaltung der späteren Fläche. Eine Anordnung von Formen, die eng zusammenpassen, ohne Überlappungen oder Lücken, um eine Ebene in einem sich wiederholenden Muster zu bedecken nennt man Tessellation. Daraus ergibt sich viel Potenzial für die Erstellung von Designs, die endlos wirken. Durchdachte Farbplatzierungen ergeben unterschiedliche Designs, die auf Grundformen (z. B. Sechsecke) zurück zu führen sind. 



In meinem Text hier werde ich mich mit einem Beispiel dem geometrisch mathematischen Aspekt dieser Technik widmen.

Lange habe ich darüber nachgedacht, wie ich die Papierschablonen effektiv erzeugen kann und bin schließlich auf Acrylstempel gestoßen, die ich zur Markierung verwende. Bevor ich mich in ein „Monsterprojekt“ stürze wollte ich die Technik erst mal ausprobieren und habe aus Stoffresten ein paar Fünfecke aneinander genäht, dazu am Ende des Beitrages mehr. Diese ersten Versuche im Patchwork von Hand über Papier nähen haben mich ermutigt, weitere Papierschablonen vorzubereiten, mit Hemdenstoffen zu beziehen und aneinander zu nähen.

Die vielfältigen Möglichkeiten der Rauten-Schablone (Diamond) brachten mich dazu, mich auf diese Form zu beschränken. Diese Form hat vier gleich lange Seiten. Die Winkel sind gegenüber liegend 60 Grad und 120 Grad. 


Folgende Eigenschaften sind die Basis von EPP-Projekten:

  • Die aneinander zu nähenden Kanten sind gleich lang.
  • Die Summe der aufeinander treffenden Winkel zwischen den Kanten ist 360 Grad (geschlossener Kreis).
  • Symmetrie und sich wiederholende Muster werden optisch ansprechend empfunden. Sie vermitteln ein Gefühl von Harmonie und Ordnung.
Das gilt auch für aneinander genähte Quadrate und Vierecke.

In meiner Planungsphase ist mir aufgefallen, dass beliebte EPP-Projekte im Punkt des Aufeinandertreffens 5 Spitzen, 6 Spitzen oder 8 Spitzen verbinden. Diese Werte ergeben die Zwischenformen: Fünfeck, Sechseck oder Achteck. Solche geometrischen Figuren finden sich aus einem Stück in passender Länge mitunter zwischen zusammen gesetzten Formen. Vorausdenkend ist zu berücksichtigen, dass an jeder weiteren Spitze die Fläche auf 360 Grad geschlossen werden sollte, um eine ebene Fläche zu erhalten.

Mein Beispiel beschränkt sich auf Figuren mit Rauten-Schablonen von 60/120 Grad. Zunächst hatte ich je 3 Teile hell, mittel und dunkel aneinander genäht und zu 4er Gruppen zusammen gefügt. Im Laufe der Zeit ergab es sich, dass ich mit wechselnden Farben und abweichender Anordnung ein paar sternförmige Gebilde nähte. 



mit dieser Anordnung erbeben sich 2 Lücken für
1/2 Rauten = gleichschenklige 60 Grad Dreiecke
Zwei Gebilde habe ich kaleidoskopartig verzahnt ineinander genäht.
L-förmig angeordnet sollen Sie asymmetrischer Blickfang der Fläche werden, eingebettet in eine Baby-Block-Fläche. 




Mein Projekt schreitet langsam voran. Irgendwie brauche ich derzeit diese Nadelei. Entscheidend ist, dass es allabendlich fortschreitet. Manchen Abend ist mir auch einfach nur nach Papier um Schablonen heften. Die Einbettung der speziellen Formationen in die Babyblockfläche mit den erforderlichen Anschlüssen braucht etwas mehr Power. Manchmal ist das genau richtig und ein anderes Mal entspannt es einfach, die sich wiederholende Abfolge wie ein Mantra zu durchlaufen. Ich schätze, ich habe mir dieses Projekt instinktiv ausgesucht. Florence Knapp (Flossie Teacake) beschreibt in ihrem Buch (Foto oben) die ablenkende, beruhigende Nebenwirkung solch einer Handarbeit. Ausschlaggebend für den Kauf dieses Buch waren für mich Informationen über  Patchworker wie z. B. Lucy Boston und Einblicke in die Geschichte des EPP.

Von einem Quilt, der auf 5ecken basiert (wie z.B. der La Passacaglia Quilt) bin ich abgekommen. Die sich ergebende Formation umfasst u.a. einige recht spitzwinklige Formen. Das ist nicht so leicht zu nähen. Gerne sehe ich mir EPP-Nadeleien anderer Patchworker an und analysiere inzwischen die verwendeten geometrischen Formen und Winkel anhand der sichtbaren Muster:

Ein Grund für die Beliebtheit von EPP ist sicher, dass man ein übersichtlich kompaktes Projektstück mit auf reisen nehmen kann.

Und was passiert eigentlich, wenn die Summe der aufeinander treffenden Winkel kleiner ist als 360 Grad? Die Fläche wird dreidimensional. Aus 12 Fünfecken entsteht eine Kugel, bei mir ein Nadelkissenball:



Nun freue ich mich auf die Beiträge der anderen Stoffspielereinnen und  und gehe online lesen.


Die Stoffspielereien
Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach eine Mail oder einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein - ganz persönlich und individuell.

Die nächsten Termine:
28.04.2019: "100 Jahre Bauhaus" bei Siebensachen zum Selbermachen 
26.05.2019: "Heimat" bei Nahtlust
30.06.2019: "Afrika" bei made with Blümchen 
29.09.2019: „Miniatur" bei Feuerwerk bei Kaze 
27.10.2019: "Handweben" bei Schnitt für Schnitt 
24.11.2019: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien 

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du bei „Siebensachen zum Selbermachen“.