Mittwoch, 13. November 2019

Nadelbuch: Hexies auf Papier

Schon das ganze Jahr sammelt Susanne Nadelbriefe zu verschiedenen Themen. Endlich mal wieder habe ich auch ein Nadelbuch passend zum Thema genadelt.



Entstanden ist es aus Hexagons, Hexis genannt. Dafür werden Stoffreste bzw. passende Stoffstücke um Papierformen fixiert und anschließend von Hand zusammen genäht. Genannt wird diese Technik English Papier Piecing. Meine Papierschablonen haben Kantenlängen von 2,5 cm. Die Stoffe sind teilweise recht dick und fest (meine ersten Versuche mit dieser Technik). Nun habe ich sie ihrer Bestimmung zugeführt. Zum Heften habe ich übrigens altes Baumwollgarn verwendet, dass nicht (mehr) reißfest ist. Wer hätte gedacht, dass sich dafür eine Verwendung findet.



Das ganze ist eine Fläche: die spitzen Kanten zahnen ineinander. Seitlich überstehende Hexagonhälften verwendete ich als Verschluss mit Magnet. 



Vielleicht füge ich noch 2 Filzinnenseiten (wie hier) ein. 
Größe und Form gefällt mir gut. Vielleicht sind es auch die Erinnerungen in den verwendeten Stoffstücken von abgeschnittenen Hosen, gekürzten Hemdsärmeln und Gardinen. 

Ich freue mich, dass ich mal wieder dabei bin bei Susannes Sammlung der Nadelbriefe (what else…?).

Sonntag, 27. Oktober 2019

Stoffspielerei mit gewebten Stoffstreifen

Christiane hat für die Stoffspielereien im September das Thema Handweben gewählt. Mein Nähprojekt entstand als Experiment. Ich wollte nachvollziehen, ob es sich zum Nähen mit Kindern eignet. Deshalb habe ich farbenfrohe Stoffe gewählt:



Vorbereitet habe ich aus Streifenzuschnitten von 10 cm Breite 32 Streifen a 32 cm + 2 cm Nahtzugabe. Davon sind 16 Streifen neonfarben und 16 bunt gestreift. Durch bügeln ergeben sich je 2,5 cm sichtbare Streifenbreite. Mit Geradstich und Zierstich sind die Streifen dauerhaft fixiert.
Umrahmt wird die Webfläche von neonfarbigen Streifen (4 cm + 1,5 cm Nahtzugabe. Beim annähen der Neonstreifen an die Einfassung seitlich (2, 3) habe ich Malerkrepp als Hilfsmittel benutzt. In das so entstandene Gitter habe ich die Hälfte der bunten Streifen gemeinsam eingefädelt. Dazwischen jeweils einen wechselnd auf/ab.



Zur Bändigung der ausbeulenden letzten Streifen habe ich oben und später unten einen Vliesstreifen aufgebügelt. 


Die Fläche erhielt oben und unten den fehlenden Neonrahmen. Im Bereich neben den Nahtzugaben ist Volumenvlies hinter den Neonrahmen. Ein paar umlaufende Abstepplinien sind dekorativ und fixieren alles.


Rückseitig seht ihr den gestreiften Stoff im Original. Es war übrigens ein Riesen-Schlafanzug XXXXX. Die Knopfleiste habe ich funktional integriert.

Das Thema hat mich motiviert, mal wieder eine Nähreparatur von Hand auszuführen. Ein löchriges Geschirrtuch habe ich kreisförmig zunächst Trick-markiert, mit Vorstichen umrundet und anschließend gestopft. Weil auch die Rückseite oft sichtbar ist habe ich dort etwas improvisiert. 

Obwohl ich oft von Hand nähe ist mir diese Nadelei nicht leicht von der Hand gegangen. Wenn sich ein Kettfaden versteckt kommt man ganz aus dem Muster-Rhythmus.
In diesem Fall wird die Reparatur ihren Zweck erfüllen. Kunststopf-Reparaturen werde ich nun noch respektvoller betrachten. Mein Beispiel könnte ich als Ausgangspunkt für eine Stickerei verwenden und eine Blüte drum rum entstehen lassen ... das wäre dann ein echtes "Visible Mending" (Sichtbare Reparatur).

Nun bin ich gespannt, was die anderen Stoffspielerinnen gewebt haben.

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.Bist du nächstes Mal auch dabei?
Die nächsten Termine:
24.11.2019: "Nähen auf Papier“ bei Nähzimmerplaudereien
26.01.2020: "Textiler Schmuck" bei Siebensachen
23.02.2020: (Thema noch offen) bei bimbambuki
29.03.2020: "Draht und Stoff“ bei Nahtlust
26.04.2020: "Visible Mending“ bei 123-Nadelei
31.05.2020: „Blumen“ bei Petersilie & Co
28.06.2020: „Monogramme“ bei made with Blümchen
Juli: Sommerpause
August: Sommerpause
27.09.2020: "Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt 
25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien
Dezember: Weihnachtspause

Sonntag, 29. September 2019

Stoffspielerei mit kleinen Häuschen für Schlüssel

Karen hat für die Stoffspielereien im September das Thema Miniatur gewählt. Mein Nähprojekt ist gleichzeitig Vorbereitung für einen Nähkurs mit Thema "Alltagshelfer" zur Verwertung von Stoffresten.
Inspiration fand ich bei japanischen Vorbildern, deren niedlich filigrane Art mich immer wieder fasziniert.  Mit meinen Stoffresten wirkt es gleich anders:




Es sind mehrere Schlüsselhäuschen entstanden. Ein paar benötige ich für unsere Ferienwohnung, weitere sind für den jährlichen Basar im Suhler Tierpark.

Collagen zeigen Einblicke in meine Nähtechnik:


  • Stoffreste als Häuserfassade und Dach aneinandernähen, 
  • rückseitig Volumen-Vlies anbügeln, 
  • Häuserfassaden (1) aneinander nähen
  • Nadelmalerei (2) und Stickerei zur Gestaltung von Haustür, Fassade, Garten ... nach individuellem Geschmack und Handarbeitsvorlieben
  • Häuserfassaden und Futter (3) aneinander nähen
    (nach verfügbaren Stoffresten kann das Futter aus 1 oder 2 Teilen bestehen)
  • falten wie (4) abgebildet und umseitig schließen;
    dabei die Öffnungen für Schlüsselband und zum Wenden frei lassen
  • wenden, Wendeöffnung schließen (5), am Dach die Wendeöffnungen verbinden 
  • Schlüsselring, Schnürsenkel, Modeschmuck (6) als funktionales Element ergänzen, so dass man den Schlüssel aus dem Haus heraus ziehen kann ohne dass das Band sich komplett durchziehen lässt. Eventuell die Größe der Öffnung anpassen
Übrigens ist mir mit dem Rollschneider ein Missgeschick passiert. Deshalb bekam 1 Haus eine ausladende Ranke vor der Haustür. Das kommt davon wenn so viel Zeug auf dem Zuschneidetisch liegt.



Alle meine Häuschen sind hier noch mal versammelt. Das Nähen und besticken hat Spaß gemacht.


Nun bin ich gespannt, welche Kleinigkeiten die anderen Stoffspielerinnen genäht haben.

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.Bist du nächstes Mal auch dabei?
Die nächsten Termine:
27.10.2019: „Handweben“ bei Schnitt für Schnitt
24.11.2019: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du hier.

Sonntag, 8. September 2019

Buchrezension: Farbpaletten entwerfen fürs Textildesign

Anliegen des Buches ...


Farbpaletten entwerfen fürs Textildesign
Grundlagen und Stickprojekte

Autorin: Karen Barbé

ISBN: 978-3-258-60154-0
128 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen
gebunden, 20,3 x 25,4 cm, 779 g


... ist die Schulung des Auges für die Kombination von Farben. Die Textildesignerin und Stickerin Karen Barbé führt uns mit dem Buch in die Welt der Farben ein und erläutert mit 5 Stickbeispielen wie man selbst schöne und eindrucksvolle Farbpaletten zusammen stellen kann. 

In Kapitel 1 geht es um Farbenlehre, um Farbempfinden in Kapitel 2. Die Stick-Beispiele in Kapitel 3 zeigen die Anwendung an Beispielen.

Fazit: Für mich ist die thematische Kombination von Farben und Sticken genau das, was meine aktuellen Handarbeitsprojekte beflügelt. Mei Interessenschwerpunkt liegt gerade bei Visible Mending (Sichtbare Reparaturen). Die gestickten Farb- und Musterkombinationen im Buch (auch auf dem Cover) sind inspirierende Ideengeber für Reparaturanwendungen.

Das Buch stellte mir der Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung.
Eine weitere Rezension findet man hier.

Buchrezension: Einfach Kleidung ändern

Nicht allen Menschen passt Kleidung in genormten Konfektionsgrößen. Wer mit Nadel und Faden umgehen kann hat gute Voraussetzungen, sich diesbezüglich selbst zu helfen.

Das Buch ...


Einfach Kleidung ändern

Säume, Bünde, Nähte, Ärmel, Taschen, Manschetten, 
Abnäher, Falten, Verschlüsse, Ausschnitte, Futter
Autorin: J. François-CampbellISBN:  978-3-258-60191-5
176 Seiten, mit zahlreichen Fotos und Zeichnungen
gebunden, 20,8 x 25,3 cm, 835 g

... zeigt ausführlich, wie man hochwertige Kleidungsstücke ändern und ausbessern kann. Angestrebt wird eine perfekte Passform. Für wichtige Änderungen wird jeweils eine Methode vorgestellt und durch bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen erläutert. Auch Informationen zur fachgerechten Reparatur ausgebeulter oder abgetragener Kleidung sind im Buch nachzulesen.
Einführend erläutert die Autorin kurz, wie sich historisch die Konfektionskleidung entwickelt hat. Informationen zu Hilfsmitteln und Materialien folgen als Wissensgrundlage bevor man ein Änderungsprojekt startet. Die nachfolgenden bebilderten Beispiele lassen Umfang und Aufwand einschätzen. Man erkennt, dass es leichter ist zu verkleinern.
Fazit: Das Buch beinhaltet praxisnahe Beispiele, von denen ich einige anwenden werde. Besonders für  Lieblingskleidung aus hochwertigen Materialien lohnt der Aufwand.
Mein Tipp: bei solchen Auftrenn-Gelegenheiten analysiere ich gerne die Nähtechnik und -Reihenfolge. Ein guter Ausgangspunkt, den Schnitt mit Änderungen zu klonen ...
Das Buch stellte mir der Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung.
Weitere Rezensionen findet man hierhierhier und hier.

Sonntag, 30. Juni 2019

Stoffmalerei zum Thema Afrika

Gabriele hat für die Stoffspielerei das Thema Afrika gewählt.
Meine Assoziationen dafür sind Sand, Wüste, sternenblauer Himmel und wilde Tiere. In Kombination mit Stoffspielereien ergab dieser Mix bei mir 2 Boxybags.




Gelbe Baumwoll-Stoffreste bemalte ich mit Seidenmalfarben (Second-Hand-Fundsache). Diese Farben sind flüssig so dass sie im Malgrund verlaufen. Es ergaben sich schöne Farbverläufe, die mich an einen Sonnenuntergang in der Wüste erinnern. Die bemalten Stoffreste patchte ich mit freier Schneidtechnik zu 2 Flächen mit 30 cm Kantenlänge. Mit Vlies und Hintergrundstoff sind sie gequiltet.


Sicherheitshalber sind die Boxybag_Rohlinge bereits gewaschen zur Kontrolle der Farbechtheit. Die bemalten Stoffe sind vor dem waschen gebügelt zur Fixierung der Farbe.
Tiere fand ich in unserem Bad. Es gab eine Zeit in der ich Elefantenfiguren sammelte. Ein paar sind übrig geblieben: meine Models zum Thema:


Die Gruppe setzt sich aus 2 Dreiergruppen zusammen. Die 3 großen ist mit einer Markung für die Porzellanmanufaktur Wallendorf versehen, die 3 kleinen mit einer Markung für die Porzellanfabrik Gräfenthal. Mit diesen Elefanten passt mein Beitrag heute auch zum Thema des letzten Monats: Heimat.

Ein Foto der Elefanten-Karawane habe ich in Konturen verwandelt, gedruckt und als Motiv für eine Folienschablone verwendet. Die Folie hat nicht besonders geklebt auf meiner gequilteten Fläche. Deshalb sind die Elefanten mit Permanentmarker gemalt.



Mein Ergebnis kommt meinem Plan recht nahe (ist nicht immer so):


Elefanten-Karavane im Gegenlicht bei Sonnenuntergang:




Nun bin ich gespannt was bei den anderen Stoffspielerinnen zum Thema Afrika entstanden ist.

Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
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Die nächsten Termine:
Im Juli und August machen wir eine Sommerpause.
29.09.2019: „Miniatur“ bei Feuerwerk bei Kaze
27.10.2019: „Handweben“ bei Schnitt für Schnitt
24.11.2019: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien

Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du hier.

Sonntag, 26. Mai 2019

Reverse-Applikation, eine Stoffspielerei zum Thema Heimat

Susanne hat für die Mai-Stoffspielerei das Thema Heimat vorgeschlagen. Hier ist das die Gelegenheit, um ein Jersey-Shirt mit hinterlegter Applikation zu zeigen. Motiv ist die Skyline der Stadt, in der ich seit 30 Jahren wohne.




Das Shirt entstand vor längerer Zeit, als ich mich intensiv mit dieser Technik beschäftigte. Ein Tragefoto gibt es leider nicht. Während einer öffentlichen Veranstaltung der Volkshochschule Suhl trug es meine Kleiderpuppe als Hinweis auf einen Nähkurs zum Thema. 


Zur Zeit ist es im Schaukasten der VHS Suhl als Dokumentationsbeispiel für Nähkurse. Die VHS feiert dieses Jahr 100-jährigen Geburtstag. Übrigens sind die Gemälde im Hintergrund vom Maler Stürmer aus Suhl-Heinrichs.

Das Motiv meiner Heimatstadt fand ich auf einem Porzellan-Getränkeset umlaufend. 
Mit ein paar Fotocollagen zeige ich, wie das Motiv vom Porzellan auf das Shirt kam:


Um den großen runden Porzellan-Körper habe ich transparentes Papier fixiert und das Motiv mit Bleistift nachgezeichnet. Ein paar Erfahrungen mit der Reverse-Sticktechnik halfen mir bei den Entscheidungen, wie detailliert ich das Motiv durchzeichne. Das Skyline-Motiv habe ich in 2 Hälften zerteilt, damit es Kopier-Proportionen bekommt. Kopiert habe ich sehr dunkel. Die mehrfach vergrößerte Kopie wurde nochmals mit Faserstiften nachgezogen unter Berücksichtigung des anstehenden Schablonen-Schnittes.


Zur Verstärkung ist das Motiv mit Buchklebefolie beklebt. Die Collage oben zeigt die gecuttete Rückseite. Die Motive passten genau umlaufend auf ein schwarzes Shirt. Mit Textilfarbresten in Blau- und silber habe ich das Motiv übertragen. Hinter dem Motiv ist Jersey hellblau mit Büroklebestift  fixiert. Der Kleber wäscht sich weg. Zur dauerhaften Fixierung ist der Hintergrundstoffes oben mit feinen Blind-Stichen von Hand angenäht.

Es hat Spaß gemacht, die verschiedene Flächen zu füllen, Konturen zu sticken und währenddessen über das Freischneiden für den Blick auf Hintergrundstoff zu entscheiden.


Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.Bist du nächstes Mal auch dabei?
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30.06.2019: „Afrika“ bei made with Blümchen
29.09.2019: „Miniatur“ bei Feuerwerk bei Kaze
27.10.2019: „Handweben“ bei Schnitt für Schnitt
24.11.2019: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien
Im Juli und August machen wir eine Sommerpause.
Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du hier.

Sonntag, 28. April 2019

Stoffspielerei vom Bauhaus inspiriert

Das Bauhaus wird 100. 
Deshalb hat Beate von siebensachen-zum-selbermachen dieses Thema gewählt und sammelt Stoffspielereien zum Thema Bauhaus.



Das Thema brachte mich dazu, Bücher zum Thema aus meiner Sammlung zu ziehen und darin zu lesen.


Fragen wie z.B. 
   Warum und aus welchen Bewegungen entstand das Bauhaus? 
   Warum in Weimar? 
   Ist das reduzierte „aufgeräumte“ Design typisch deutsch? 
beschäftigten mich. 
Die Geschichte des Bauhauses ist nicht zuletzt wegen dem Jubiläum in vielen Medien anschaulich dokumentiert. Deshalb schreibe ich kurz etwas zur …

Vorgeschichte.

Um 1900 bemühten sich viele Künstler um Einfachheit. 1908 wurde der Deutsche Werkbund gegründet. Nach dem 1. Weltkrieg beeinflussten die Ideen des Werkbundes die Gründung des Bauhauses 1919 in Weimar. Wesentliche Forderungen des Werkbundes nahm später Walter Gropius in sein Programm für die Bauhausgründung auf. Die Rolle der Künstler (Kunstunternehmer, Kunstarbeiter, Individualkünstler) wurde überdacht. Werkstättenbewegungen in Dresden und München wurden zur Existenzbasis für viele Gestalter. Reproduktionszahlen und Funktionalität bestimmten die Erneuerung von Gebrauchskunst in Zusammenarbeit mit der Industrie. Daraus folgten allmählich vereinfachte Formgestaltungen. Die neue Kunst ließ dekorative Elemente weg. Grundtöne, Grundformen und Grundfarben wurden Gestaltungselemente für die Abstraktion der Realität. Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit von Peter Behrens mit der Firma AEG zur Designentwicklung von Lampen im neuen geometrischen Stil.
Nach dem verlorenen Krieg und der Novemberrevolution vollzog sich in Deutschland ein politisch ökonomisch und sozialer Wandel als Wegbereiter der modernen Kunst. Das Kunstverständnis änderte sich grundlegend. In Weimar wird Harry Graf Kessler zur Schlüsselfigur der elitären ästhetischen Bewegung. Er war mit Henry van de Velde befreundet. Van de Veldes Leistungen in Weimar (Kunstgewerbeschule 1906, Neubaus Kunstschule 1912) schufen die Grundlage für die Gründung des Bauhauses. Über van de Velde hatte ich hier bereits geschrieben.

Frauen im Bauhaus

Das staatliche Bauhaus öffnete 1919 seine Türen in Weimar mit dem Versprechen zur Aufnahme ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht. Allerdings widersprach diese Geschlechterkonzeption den Vorurteilen einiger Bauhausmeister. Sie meinten, Frauen sei eindimensionales Sehen angeboren. Deshalb sollten sie lieber an Flächen arbeiten. Als Lehrmeister waren Frauen die Ausnahme. Frauen erhielten eine Klasse für sich: die Weberei.
Bedeutende Impulse für Industriedesign kamen aus dieser Klasse. Systematische Versuche zu Materialeigenschaften und eine engere Zusammenarbeit mit der Industrie folgten in Dessau. Beispielsweise entwickelte Anni Albers einen Stoff, der auf einer Seite schallschluckend und auf der anderen Seite lichtreflektierend war.
1933 erhielten viele Bauhauskünstler Berufsverbot. Im gleichen Jahr schloss es seine Türen. 

Bauhaus Dessau

Der Mythos des Bauhaus umfasst real nur eine kurze Episode von ein paar Jahren. Um so beachtlicher ist, wie die Designs bis in unsere Zeit geschätzt werden. Kein Film im Modernen Milieu kommt ohne einen Barcelona Chair aus.

Barcelona-Pavillon


Keine Frage, die Bauhaustradition lebt. Was macht sie aus? Viele Prinzipien sind uns vertraut:
  • Alles beginnt mit dem Material
  • Form folgt der Funktion
  • ...
Haus am Horn in Weimar

Stoffspielerei vom Bauhaus inspiriert


Gerne folge ich im ganz kleinen Rahmen textilen Beispielen aus dem Nachlass des Bauhauses. Die Auswahl fiel schwer. Kopien widersprechen den Prinzipien des Bauhauses. Gewählt habe ich Wandteppiche von Anni Albers als inspirierende Grundlage. 


Anfangs habe ich überlegt, ob ich Farben nach meinen Vorlieben anpasse. Dann fand ich es aber gerade reizvoll, in die kompetent komponierte Farbzusammenstellung einzutauchen und möglichst ähnliche Farben zu verwenden. Teppiche bilden Flächen aus Kett- und Schußfäden. Gewebt bilden die sichtbaren Fäden der Flächen die Farben. Garantiert sind die Wiedergaben über Fotos bereits farbverfälscht, das vernachlässige ich. Ich suche geeignete Farben in meinem Bestand, ein weiterer Kompromiss. Am nächsten kam ich mit Textilien aus der DDR. Graue synthetische Streifen füge ich ein als Reminiszenz an Experimentierfreude mit Funktionsstoffen.


Reizvoll fand ich, dass sich die Anordnung der Flächen in Streifen als Nähbasis zurückführen lies.


Gequiltet habe ich mit einem speziellen Nähfuss auf der Naht um die entstandenen Flächen nicht zu teilen. Das funktionierte nur bedingt.


Am Ende hatte ich einige Streifen (Breite 4,5 cm) übrig und beschloss mit dieser Auswahl sowie ein paar weiteren Stofresten eine zweite Kissenfläche zu gestalten. Das hat Spaß gemacht. 


Mit dem Farbspektrum habe ich mich angefreundet. Das war zunächst fremd. Quilten musste nun unbedingt mittig der Flächen sein, das ergab eine Fensteroptik die ich mag. Nebenbei bemerkt fand ich Quiltlinien nur in eine Richtung auch sehr schön.


Bauhaus-Auswahl in den Medien

Podcastserie Deutschlandfunkkultur: Frauen im Bauhaus – Anni Albers
Vogue Artikel: 10 Fakten über Anni Albers – die deutsche Bauhaus-Künstlerin, die bis heute die Mode beeinflusst
Künste im Exil: Bauhaus
Mode mit der Kunst von Anni Albers – SPRZ NY
Paul Smith widmet Anni Albers eine Minikollektion
Hommage an Josef Albers: die neue „Quilt Collektion“ vonA.P.C.
Gardinen wie abstrakte Bilder: Textilentwürfevon Anni Albers.
Spiegel online: Ausnahmekünstlerin Anni Albers, Ihre Fäden führten in die Zukunft

Die Stoffspielereien


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26.05.2019: „Heimat“ bei Nahtlust
30.06.2019: „Afrika“ bei made with Blümchen
29.09.2019: „Miniatur“ bei Feuerwerk bei Kaze
27.10.2019: „Handweben“ bei Schnitt für Schnitt
24.11.2019: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien
Im Juli und August machen wir eine Sommerpause.
Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du hier.