Sonntag, 27. Mai 2018

Gefaltete Stoffspielerei: Fabrigami

Das Thema der Stoffspielerei zum Thema Japan, gesammelt bei Made with Blümchennutze ich als Vorbereitung für das diesjährige Projekt "Talentcampus" in Suhl. Dort soll es tierisch kreativ werden.

Auf der Suche nach geeigneten Näh-Kleinigkeiten kam mir der Gedanke, ausgewählte gefaltete Tiere als Stoff- oder Balstelfilz-Version zu probieren. Ein Weilchen später fand ich heraus, dass so etwas Fabrigami genannt wird. Ich schätze, dass Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren Spass am gestalten von Schmetterlingen haben werden. Mehrere Origami-Videos habe ich mir angesehen. Ausgangspunkt sind oft Papierstücke in Geldscheingröße, manchmal auch Servietten. Immer mal habe ich zur Probe rechteckige und quadratische Papierstücke in Schmetterlinge verwandelt. 



In meiner Bibliothek sind 2 Origamibücher:



Nützlich war für mich, aus den Büchern etwas über Symbole, Bedeutung, Begriffe und Verfahrensweisen des Faltens zu erfahren. Der Schmetterling beispielsweise symbolisiert die Weiblichkeit. An Weinflaschen von Hochzeitspaaren werden oft Papier-Schmetterlinge befestigt. Die Flaschen werden während der Zeremonie ausgetauscht.


Dann falten und bügeln wir mal los: 

Aus 2 quadratischen Stoffresten 9 x 9 cm entstand verstürzt ein 2-lagiger Ausgangsstoff. Dieser wurde wie abgebildet (B) gebügelt und in Wasserbomben-Grundform gebracht. Dort wo die Stecknadel steckt sind alle 4 Kanten (C) miteinander vernäht. Die gegenüberliegende Spitze ist umgeklappt ebenfalls mit angenäht. (D).
Die Spitzen auf der Rückseite werden nach unten (E) geklappt und mit ein paar Stichen fixiert. Nadel und Faden habe ich dafür zwischen Stofflagen geführt in Position gebracht.




Eie andere Variante entstand aus geldscheingroßen Stoffstücken. Die 2 aneinandergenähten Stoffstücke (1)wurden verstürzt in die Haus-Ausgangsform gefaltet und gebügelt (2). Durch drehen entsteht ein Spalt unter dem Dach (3). Es hat sich bewährt, die aufeiander treffenden Spitzen unter dem Dach mit Stichen zu verbinden (4) und diese Verbindung auch durch das Dach zu erweitern (4).




Die Spitze vom Dach ist ebenfalls an diesem Punkt fixiert (5). Wichtig ist, dass das Gebilde dabei einen Spalt unter dem Dach zeigt. 



Optional kann man den Spalt zum Dreieck erweitern und auf beiden Seiten mit ein paar Stichen fixieren.


Für die letzte Fixierung wird die Torkante über die Dachkante nach unten gefaltet und leicht außermittig fixiert (6). 
Es ergibt auch einen Schmetterling wenn die Dachspitze nicht umgeknickt wird. Dann lässt sich die letzte Fixierung mit der Nähmaschine befestigen.


Einen Schmetterling habe ich aus Krawattenseide probiert. Das Material knautscht sich gut in Form. 



Es macht Spaß, die Möglichkeiten auszuprobieren. Hier flattern sie auf einer Upcycling-Wimpelkette.
Eine detaillierte Anleitung für Stoff-Schmetterlinge fand ich u.a. hier.
Ich freue mich, dass Textil-Origami entdeckt habe. Figuren, bei denen die Faltungen einfach gehalten sind eignen sich gut für Stoff. Im Urlaubshotel habt ihr vielleicht schon mal Schwäne oder andere Tiere aus Handtüchern gesehen. Spannende Möglichkeiten ...

Ich danke Gabriele für das vielseitige Thema und schaue mal, welche japanischen Kreationen die anderen Stoffspielereinnen gezaubert haben.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt.

Die weiteren Termine der Stoffspielerei:

24.06.2018: „Rokoko" bei Nahtzugabe
Juli +  August 2018: Sommerpause
30.09.2018: „Streifen“ bei 123-Nadelei
28.10.2018: „Seide“ bei Siebensachen
25.11.2018: (Thema noch nicht fix) bei Nähzimmerplaudereien
Dezember: Weihnachtspause
27.01.2019: (Thema noch nicht fix) bei Textile Werke
24.02.2019: „Farbverläufe“ bei Schnitt für Schnitt
31.03.2019: „Geometrie“ bei Feuerwerk by Kaze
weitere Themen: Tierwelt, textile Miniaturen, ... 

Sonntag, 13. Mai 2018

Nesteldecke für Demenzkranke

Schon seit Jahren konnte ich beobachten, wie das Gedächtnis meiner Mutter nachlässt. Nach ihrem letzten Krankenhausaufenthalt vor 3 Wochen habe ich ein Näh-Projekt endlich umgesetzt, an das ich schon lange dachte. 
Letztes Jahr habe ich verfolgt, wie Miss Zuckerguss und Valomea sich mit dem Thema beschäftigt haben. Warum habe ich es nicht früher gemacht? 
Vielleicht will man manche Wahrheiten auch gar nicht wahr haben ...

Auf Instagram in meinen Storys gab es schon ein Filmchen der Nesteldecke. Heute am Muttertag sind meine Gedanken besonders oft bei meiner Mutter. Inzwischen isst sie kaum noch und schläft meistens. Mit der Decke hat sie sich kaum beschäftigt. 

Meine Eltern wollten immer gerne dunkle Farben, die "nicht so schnell schmutzig werden". Das habe ich bei der Zusammenstellung berücksichtigt. Verwendet habe ich Jeans-Stücke, Hemdenstoff, gefärbte Deckchen für die Rückseite. Mir war es wichtig, die Farben gedeckt und altersgerecht zu halten.




Die Decke ist aus 12 Blöcken von 15 cm Kantenlänge zusammen gesetzt. Das Zusammennähen erfolgte in Rag-Time Technik: Block-Element und Rückseiten-Stoff werden mit dem Nachbar-Block links auf links mit 1 cm Nahtzugabe zusammen genäht. Die Nahtzugaben sind vorne sichtbar und werden bis kurz vor der Naht eingeschnitten.
"Oben" ist ein Jeans-Bund angenäht, das ergab sich zufällig beim Zusammenstellen des Materials.

Die einzelnen Blöcke sind Spielwiesen für Stoff-Manipulation, die Gelegenheit geben, Flächen haptisch zu erkunden. Das ist sicher auch für Babys interessant.
Für Demenz-Kranke sind eventuell mehr freie Flächen empfehlenswert.

Ein Video für einen kleinen Eindruck kann man hier ansehen.

1. Block: Bunt-Stickerei & Hosenknopf
2. Block: Reißverschluss zwischen Kord-Stoff (Knister-Füllung Kaffeefolie)
3. Block: eingebundene Knöpfe
4. Block: Hosentasche, darüber Jersey-Bändel mit Schiebe-Kugeln
5. Block: Appliziertes gefärbtes Deckchen
6. Block: Chenille-Fläche
7. Block: Applizierte Blumenvase mit Häkelblüten und Knöpfen
8. Block: Hemden-Ärmel mit Verschlusselement und Schiebe-Gürtelschnalle
9. Block: Verdrehte Stränge
10. Block: Web-Fläche Kord und Jeans
11. Block: Rüschen-Applikation
12. Block: Jeans-Pocket-Tasche


Ideen und Anregungen habe ich auch auf dem Nesteldecken-Blog gefunden. 

Dienstag, 1. Mai 2018

Verbindung verschlüsseln bei blogger

Dank dem Hinweis von Klaudia habe ich diese Einstellung für meinen Blog vorgenommen:



Sonntag, 29. April 2018

Stoffspielerei mit Krawatte ... Pad-Mappe

Karen sammelt Stoffspielereien mit verwandelten Krawatten. Dieses Thema ist für mich immer eine spannende Herausforderung. Krawatten verwende ich gerne als Ausgangsmaterial für kleine Mappen oder als Paspel-Ummantelung.

Manchmal ist es so, dass die Krawatte mir "sagt" was sie werden möchte. Eine hängt schon eine Weile in der Nähe der Nähmaschine. Das Motiv spricht ganz deutlich, was es werden möchte ... hört ihr es?



Ja, es wollte eine Telefon-Hülle werden. Allerdings ist es so, dass ich kein Handy benutze weil ich meistens über Festnetz erreichbar bin. Wenn ich mal unterwegs bin gönne ich mir den Luxus, ungestört zu bleiben. Für mobile Ausnahmesituationen habe ich eine Telefonkarte im Pad. Deshalb bekommt dieses Pad eine neue Hülle.

Zutaten sind: 1 Krawatte, 1/2 Scheuertuch als Vliesersatz, 1 Stück Hemd als Futter

Von meiner vorhandenen Hülle habe ich die Maße abgenommen, das Scheuertuch zugeschnitten und in "quilt as you go-Technik" mit Stücken der Krawatte bedeckt. 



Nur ein paar kleine Krawattenstücke blieben übrig, genau ausreichend für Riegel und Lasche. 
Auf dem etwas größeren Futterstück habe ich die Tasche des Hemdes aufgenäht, so ein Stauraumfach hat sich für Visitenkarten bewährt. Das Krawatten-Label ist eine Minitasche für den Kleinen Speicher-Schlüssel des Pads geworden.




Die Lasche befestige ich am übersteppten und versäuberten Taschenkörper. Ein Größenvergleich mit der Schnittvorlage zwischendurch schadet nicht. Den Riegel für die Lasche positioniere ich nach einer Probefaltung. 



Nun ist alles bereit, um Futter und Taschenkörper zusammen zu nähen. Wendeöffnung nicht vergessen: ca. 8 cm damit das sperrige Vlies gut durchgefädelt werden kann.



Im Bereich der Lasche stecke fixiere ich Futter und Taschenkörper mit Stecknadeln rechts auf rechts. Die Längen darunter schiebe ich rein bis zu meiner Markierung. Entlang der roten Markierung nähe ich knapp auf den Vlies lang. Schon beim Zuschnitt habe ich berücksichtigt, dass es in der Nahtzugabe nicht auftragen soll. Wegen den Absteppungen kann man es jetzt nicht mehr kürzen.


Wenden ist der spannendste Moment. Nun noch durch die Wendeöffnung die Ecken ausformen (fast fertig).
Die Wendeöffnung habe ich mit Matratzenstichen geschlossen. Um den Bereich um die Lasche habe ich noch eine Naht gemacht, die festigt noch mal die Lasche und hält das Futter dort wo es hin gehört.


Ich freue mich, dass die Krawatte endlich ihr Ziel erreicht hat. Eine schöne Spielerei mit nützlichem Ergebnis.


Schlipse habe ich schon öfters zum Nähen verwendet. Auf einer Pinnwand sammle ich Ideen. Nun bin ich gespannt, was die anderen Teilnehmerinnen aus Krawatten genäht haben. Ich brauche originelle Ideen für all die Krawatten, die sich hier angesammelt haben.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt.

Die weiteren Termine der Stoffspielerei:

27.05.2018: „Japan“ bei madewithbluemchen
24.06.2018: 
Rokoko" bei Nahtzugabe

Juli +  August 2018: Sommerpause
weitere Themen: Tierwelt, Streifen, textile Miniaturen, ...
 

Dienstag, 17. April 2018

Buchrezension: Richtig nähen mit Overlock- und Coverlock-Maschinen

Immer mehr Hobbynäherinnen ergänzen die Nähausrüstung durch Overlock- und Coverlockmaschinen. Das Buch ...

 
Richtig nähen mit Overlock- und Coverlock-Maschinen
Autoren: Christelle Beneytout, Sandra Guernier
184 Seiten, 5. durchgesehene Neuauflage,
Format: 22 × 28 cm, Broschur
ISBN: 978-3-8307-0901-5
Verlag: Stiebner
 
 ... will eine Einführung für Anfänger und Fortgeschrittene sein. Grundlegende Funktionen werden vorgestellt und die Techniken des Zusammennähens und Versäuberns erläutert.

Das Buch wurde aus dem Französischen übersetzt, erschienen 2012. Inzwischen liegt die 5. durchgesehene Neuauflage von 2017 vor.  
Im 1. Kapitel geht es um den Unterschied zwischen Overlock- und Coverlockmaschinen. Zubehör und nützliche Helfer werden gezeigt. Einige repräsentative Maschinen und ihre Besonderheiten werden vorgestellt:
 
Overlock-Maschinen:
  • Brother 4234D
  • Elna 664 Pro
  • Janome MyLock 744D
  • Juki MO-644D
  • Pfaff Hobbylock 2.0
Coverlock-Maschinen
  • Brother Cover Stitch 2340CV
  • Elna 444
  • Janome Cover Pro 1000 CPX
Kombinierte Overlock- und Coverlockmaschinen 
  • Baby Lock Evolution
  • Bernina 1300 MDC
  • Pfaff Coverlock 4.0
  • Singer Professional 5
Kapitel 2 widmet sich ausführlich dem Einfädeln, Nahtbeginn, Nahtende sowie Einstellungen der Sticharten.
Im Kapitel 3 erfährt man, wann welche Sticharten verwendet werden. Viele Detailfotos zeigen den Einsatz verschiedener Nähfüße z.B. für Halsausschnitte.
Das letzte Kapitel offenbart mit vielen anschaulichen Fotos was alles - abhängig von der Maschine - möglich ist:
  • (O) Wave-Rollsaum-Programme
  • (O) Muschelsaum
  • (O) Festonstichprogramme
  • (C) Kettstiche als Verzierung
  • (C) Coverstiche mal anders rum (Rückseite)
  • (O&C) Biesen
  • (O&C) Paspeln
Das Buch beinhaltet genau die Informationen, die ich beim Kauf meiner Overlockmaschine Gritzner 788 gerne parat gehabt hätte. Dabei handelte es sich um einen Spontankauf aus einer Laune heraus. Bevor ich die Overlockmaschine hatte habe ich so etwas auch nicht vermisst. Inzwischen schätze ich die Besonderheiten und möchte diese Maschine nicht mehr missen.
 
Ich frage mich, ob es sich mit einer Coverlockmaschine auch so verhält. Nüchtern betrachtet ersetzt eine Coverlockmaschine die Stretch-Zwillingsnadel. Kettelnähte kenne bisher nur vom Auftrennen von Jeanshosen oder Hemden. Über die Anschaffung einer Coverlock denke ich in letzter Zeit öfters nach. In meiner engeren Auswahl sind
die Gritzner Cover Style 4850 (weil ich die Robustheit dieser Maschinenmarke schätze) und
die Janome Cover Pro 2000 CPX (weil die Referenzen gut klingen).
Eine Entscheidung zum Kauf kann mir das Buch nicht abnehmen.
Wie sind Eure Erfahrungen mit Overlock- und Coverlock?
 
Weitere Informationen und Rezensionen findet man hier, hier und hier.
Das Buch stellt mir der Stiebner Verlag auf Anfrage zur Verfügung.

Sonntag, 25. März 2018

Stoffspielerei mit Falten: Hemd wird Kissenbezug

ChristianeChristiane Christiane sammelt Stoffspielereien mit Falten. Ein spannendes Thema, eine Buchrezension für ein Buch zum Thema dazu ist seit einiger Zeit unter den Top 10 meiner Blogbeiträge. Ein Buch nur über Falten … ein vielseitiges Thema.

Zu meinem Nähprojekt hat mich 2012 Kirsten bei einer Stoffspielerei zum Thema Stoffmanipulation inspiriert.
 
 

Nähfußbreite Stehfalten, die ich anschließend wechselseitig mit weiteren Nähten fixiert werden sind auf einer Fläche für einen Kissenbezug verteilt. Ein Hemd mit schöner Streifenstruktur lieferte das Ausgangsmaterial. Um die Fläche in der benötigten Größe zur Verfügung zu haben fand das Rückenschnitt-Teil längsgestreift Verwendung und ein Vorderteil quergestreift.
 
 
Weil eine Tasche am Kissen praktisch ist fand die Brusttasche ein neues Plätzchen. Die Knopfleiste ist ebenfalls funktionell wieder verwendet.

 


Als Akzent für den wechselseitigen Umbruch der Stehfalten ist eine selbst gedrehte Kordel mit Zick-Zack-Stichen an die Bügelkante der Falten genäht. Auch umlaufend um das fertige Kissen bildet die Kordel einen Rahmen. Die roten Markierungen verschwinden durch bügeln. Fertig sieht das Kissen vorne und hinten so aus:
 


Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt.

Die weiteren Termine der Stoffspielerei:
29.04.2018: „Schlipse“ bei
FeuerwerkbyKaze
27.05.2018: „Japan“ bei
madewithbluemchen
24.06.2018:  (Thema noch offen) bei
Nahtzugabe

weitere Themen: Tierwelt, Streifen, textile Miniaturen, ...
 

Buchrezension: Ran an die Nähmaschine

In ihrem Buch …


 „Ran an die Nähmaschine!“
Schritt für Schritt und ganz entspannt zur eigenen Kleidung
Autorin:
Jenniffer Taylor
144 Seiten, broschiert
Abmessung: 261mm x 205mm x 15mm
ISBN-10: 3784355412
Verlag:
Landwirtschaftsverlag  LV.Buch

… ermutigt britische Schneiderin Jenniffer Taylor dazu, sich an das Herstellen der eigenen Kleider heranzutrauen. Ganz ohne Schnittmuster zeigt sie, wie einfach es sein kann, nach den eigenen Maßen Kleidung zu entwerfen und selbst zu nähen.

In der britischen Nähszene ist die Autorin durch ihre Auftritte im Fernsehen bei Great British Sewing Bee schon länger ein bekanntes Gesicht. Ihr allererstes Projekt als Nähanfängerin war ihr eigenes Hochzeitskleid, für das sie nicht einmal ein fertiges Schnittmuster benötigte.

Das Buch enthält keine vorgefertigten Schnitte, sondern ausführliche Anleitungen zum Herstellen ganz individueller Kleidung. Dafür werden gut sitzende Kleidungsstücke zerlegt, umgearbeitet und verziert, bis es schließlich aufs Ganze geht: Jenniffer zeigt, wie man an sich selbst Maß nimmt, um maßgeschneiderte Kleidungsstücke ganz nach den eigenen Vorlieben nähen zu können. Und das ist gar nicht so schwer!
Anfänger können sich von vorn nach hinten durcharbeiten, dabei Grundlagenwissen über wichtiges Nähzubehör, Stoffe und Techniken sammeln und sich bei ihren ersten Projekten an die Hand nehmen lassen. Jenniffer erklärt alles ganz genau und ohne komplizierten Fachjargon. Man kann sich von Upcycling-Projekten inspirieren lassen oder einfach beim Nähen über die Schulter und ins Nähkästchen schauen.

Ich habe das Buch mit den Augen einer Nähanfängerin gelesen. Die motivierte Schreibweise und die Fotos nahmen mich mit auf eine Zeitreise zu den Anfängen meiner ersten Nähversuche. Ich wünschte, ich hätte zu dieser Zeit dieses Buch zur Verfügung gehabt. Besonders mag ich die kleinen Tipps zu jedem Projekt, die das Nähen erleichtern können.

Das Buch stellte mir BuchContact auf Anfrage zur Verfügung.

Sonntag, 18. März 2018

Buchrezension: Kleider selbst entwerfen mit der Grundschnittmethode

Im Buch ...
Autorin: Sara Alm
Format: 21,6 × 27,9 cm, Broschur, 176 Seiten
ISBN: 978-3-8307-0979-4
Blick ins Buch
stiebner Verlag

... geht es um das Erstellen und Anpassen von Grundschnitten für Bekleidung aller Stilrichtungen. So versprechen es Titel und Untertitel des Buches.

Die Autorin stellt Techniken vor, die helfen, eigene Entwürfe systematisch umzusetzen. Mit einfachem Handwerkszeug, Experimentierfreude und einem vorhandenen Grundschnitt eröffnet das Buch Variationsalternativen für Röcke, Oberteile und Hosen.
Eingehend erfährt man, wie gute Schnittschablonen erzeugt werden können. Grundlage dafür können vorhandene Schnittmuster oder Kleidungsstücke sein.
Anschaulich bebildert hilft das Buch bei der Erstellung einer persönlichen Schnittmusterbibliothek nach Maß unter Berücksichtigung von Bewegungszugaben. 
Basisschnittmuster mit Konstruktionslinien können mit formgebenden Teilungsnähten abgewandelt werden.
In meiner Nähbibliothek ergänzt dieses Buch ein vorhandenes Buch mit beiliegendem Oberteilgrundschnitt. Es ermutigt mich, weiter mit Abnäher-Varianten zu experimentieren und die Experimente auch auf Hosen und vielleicht sogar Röcke auszudehnen.

Sara Alm näht seit ihrem sechsten Lebensjahr. Seit ihrer Ausbildung in Schnittentwicklung an der kalifornischen Modeschule Apparel Arts arbeitet sie dort als Schnittkonstrukteurin, Designerin und Ausbilderin. Die Co-Autorin des Buches »Stilikonen« bietet auch Craftsy-Kurse an.

Das Buch stellte mir der Stiebner Verlag auf Anfrage zur Verfügung.
Eine weitere Rezension kann man hier  lesen.

Sonntag, 25. Februar 2018

Stoffspielerei mit Gesichtern als Applikation

Frau Nahtlust sammelt Stoffspielereien mit Gesichtern. Dieses Thema kommt genadelt bei mir selten vor. Deshalb ist es spannend, sich damit auseinander zu setzen. Eine Weile dachte ich an Fingerpuppen ...

Weil ich bisher nicht dazu kam zeige ich Euch ein anderes Projekt mit Gesicht, das ich immer noch mag. Zum Üben habe ich 3 Varianten probiert:

 
Ein Gesicht im Profil ist Ausgangspunkt für eine Fläche mit Jersey-Streifen als Haare.
Gesicht und Hut habe ich als Schablone aus festem Papier vorbereitet, Wildseide flächig um die Kanten gebügelt, mit Permanentmarkern bemalt und appliziert.

 
Hinter der Frisur verbirgt sich ein Karabiner als Ohrclip. Dort kann ich wahlweise Modeschmuck oder einen Einkaufschip tragen. Der Übergang zwischen Frisur und Hut ist von einem Blumenanstecker verdeckt. Die s/w Variante, bei der Hut und Hintergrund verschmelzen mag ich am liebsten.
 
 
Heute habe ich die Tasche mal wieder ausgeführt. Mein Enkel hat mir bei den Fotos geholfen.
Weil es windig war hatte die Tasche eine "Sturmfrisur". Ich werde mal die Haare etwas kürzen, beim Abstellen der Tasche schleifen sie ... sind anscheinend gewachsen ...
 
 
Bei den anderen Teilnehmerinnen gibt es weitere Experimente zum Thema Gesichter. Ich freue mich schon darauf, mir alles in Ruhe anzusehen.
 
Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt. 

Die weiteren Termine der Stoffspielerei:
25.03.2018: „Falten“ bei Schnitt für Schnitt
29.04.2018: „Schlipse“ bei FeuerwerkbyKaze
27.05.2018: „Japan“ bei madewithbluemchen
24.06.2018:  (Thema noch offen) bei Nahtzugabe

weitere Themen: Tierwelt, Streifen, textile Miniaturen, ... 

Sonntag, 28. Januar 2018

Stoffspielerei mit Biesen

Martina von Machwerk sammelt Stoffspielereien zum Thema "Biesen".

Bisher dachte ich bei Biesen an knapp abgenähte Falten. Dass plastische Effekte mit der Zwillingsnadel auch so genannt werden war mir gar nicht bewusst. Erst in den letzten Tagen bin ich über den Begriff und die praktischen Zuordnungen gestolpert.
Spannend sind beide Möglichkeiten.


Abgenähte Falten als Biesen


Schon vor einiger Zeit habe ich mit Biesen in Form von abgenähten Falten als Abnäher-Alternative experimentiert. Bei einem Oberteilschnitt mit Abnäher im Schulterbereich habe ich das Volumen des Abnähers durch Biesen ersetzt: 6 Abnäher von 0,5 cm gleichen das Volumen des Abnähers aus.


 
Anschließend sollte die Schulterbreite zum zugeschnittenen Rückenteil passen, dann wird es passen.
Solche Biesen als Abnäher-Alternative kombiniert mit dem Thema Abnäher-Rotation bei Oberteilen finde ich spannend. Es gibt interessante Beispiele.

Übrigens verwende ich solche kleinen Stehfalten auch gerne, um einem Stehkragen mehr Stand zu geben. Für ein Jersey-Shirt habe ich es hier beschrieben.

Spielerei mit der Zwillingsnadel und Jersey-Lagen

Die Zwillingsnadel habe ich erst vor ca. 2 Jahren zum ersten Mal benutzt. Meistens verwende ich sie, um Jerseykleidung umzunähen. Das Angebot an Zwillingsnadeln ist im Vergleich zur Vielfalt von Nähnadeln überschaubar. Mehr Vielfalt würde ich begrüßen. Immer mal kommt es vor, dass 75er oder 80er Stretch-Zwillingsnadeln Stiche auslassen, besonders wenn das Material Elasthan enthält. 90er Zwillingsnadeln oder stärker sind sicher für Baumwolle und Jeans. Die starken Zwillingsnadeln verwende ich selten.

Als ich die Zwillingsnadel "entdeckt" hatte musste ich ein paar Ideen mit mehreren Lagen Jersey ausprobieren, das macht Spaß.

Ein Shirt mit schwarzem Jersey-Streifen darüber bekam ein paar geschwungene Zwillingsnähte mit Multicolorgarn. Ausgewählte Bereiche sind anschließend frei geschnitten, das war der Plan. Es ist eine Reverse-Applikation geworden.
 

 

Ein elasthanlastiges Shirt habe ich mit buntem Schnittklon hinterlegt. Bei offenen Seiten- und Armnähten sind die Lagen mit Zwillingsnadelkurven überzogen und frei geschnitten; auch zwischen der 6 mm breiten Zwillingsnaht.
Es sind viele Fehlstiche entstanden (Oberschicht: viel Elasthan). Seither probiere ich vorab immer auf Projekt-Stoffschnipseln die Stichqualität von Nähprojekten, das erspart Frust und Auftrenn-Aktionen.
 
 
 
Nachtrag: Gerade habe ich gelesen, dass die Biesen in meinem zuerst gezeigten Beispiel auch Stehfalten genannt werden. Wieder was dazu gelernt, das hört nie auf.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt. 

Die weiteren Termine der Stoffspielerei:

25.02.2018: „Gesichter“ bei Nahtlust
25.03.2018: „Falten“ bei Schnitt für Schnitt
29.04.2018: „Schlipse“ bei FeuerwerkbyKaze
27.05.2018: „Japan“ bei madewithbluemchen
24.06.2018:  (Thema noch offen) bei Nahtzugabe

weitere Themen: Tierwelt, Streifen, textile Miniaturen, ...