Donnerstag, 19. März 2015

Jeans-Jelly-Roll-Patchwork-Tasche

Derzeit nähe ich gerne mit Jelly-Rolls als Ausgangspunkt. Manchmal überlege ich, mir eine Rolle mit fein aufeinander abgestimmten Streifen zu kaufen und dann denke ich, dass ich eigentlich schon genug Stoffe habe. So schneide ich immer mal wenn ich einen Stoff auseinander gefaltet habe einen Streifen von 6 cm ab, so wächst mein individueller Jelly-Roll-Stapel. Gelegentlich nehme ich mal diesen oder jenen Streifen raus, um zu prüfen, ob er zum Stoff zu meiner aktuellen Näherei passt. So hält sich das Caos bei der Stoffauswahl übersichtlicher in Grenzen.

Vom letzten Nähprojekt hatte ich 1 und 1/2 Beine einer schwarzen Jeanshose übrig. Grob geschätzt genau die richtige Menge für einen Taschenkörper. Zwei 4 x 90 cm breite Streifen reserviere ich für Außentaschen, ein paar kleine Stücke als Trägerverlängerung. Die restlichen Teile habe ich zu einer Fläche von ca. 55 cm Höhe und ca. 90 cm Breite zusammen gesetzt, mit Vlies und dünnem Stoff aus der Restekiste geschichtet und mit Zierstichen die 3 Schichten verbunden (3.Foto).

Für die Träger habe ich wieder einen Gürtel verwendet: 2 Hälften sind mit etwas Jeansreststoff verlängert und gleichzeitig versäubert.
 
beide Seiten der Tasche
Meine liebste Näherei sind die als Blickfang aufgesetzten umlaufenden Taschen aus einem Stück. Dafür habe ich ein paar Streifen (6 cm breit) zusammen genäht, gebügelt und wiederum um 90 Grad versetzt in 6 cm breite Streifen geteilt. Diese kleinen Streifen waren Ausgangspunkt für die Patchworkfläche. Einzelne Motive meiner Stoffe wollte ich nicht auf den Kopf stellen, mit ein paar zusätzlichen Quadraten von 6 x 6 cm ist dann eine Fläche entstanden nachdem ich da und dort mal einen Faden raus gezogen habe um die Reihenfolge einer Streifenordnung zu ändern. Für eine Fläche aus Quadraten nehme ich gerne Streifen als Ausgangspunkt und ergänze einzelne Quadrate zuletzt. Die Fläche benötige ich genau so breit wie der vorbereitete Taschenkörper ist. Quiltnähte kommen mit rot als Akzent darüber. Den verwendeten Blindstichfuß (eigentlich für Säume) zeige ich mal demnächst.

Oben versäubere ich mit dem reservierten 4 cm schmalen Streifen Jeansstoff. Unten angesetzt der 2. Streifen welcher am Taschenkörper oberhalb der Bodenfläche fest genäht wird. Umgeklappt verbinde ich Taschenkörper und Außentaschen seitlich oben beginnend, über Eck am unteren Streifen lang bis zur Mitte der Vorderseite am einer Quadratnaht, dann abbiegen nach oben zur Teilung der Außentasche, oben ein paar hin+rück Stiche, wieder nach unten und weiter bis zur nächsten Teilung … Die vorbereiteten Henkel fixiere ich auch gleich am Taschenkörper im Bereich der Nahtversäuberung. Ein Band mit Karabiner befestige ich auch gleich so.

Passend zum Taschenkörper nähe ich nun das Futter. Die Breite entspricht dem Taschenkörper. Die Höhe wähle ich 8 cm kürzer als der Taschenkörper so dass es oben später nicht raus blitzen wird. Angrenzend an den späteren Taschenboden nähe ich auf jeder Seite Bahnen mit Aufteilung von mehreren kleinen Taschenfächern nach meinem Bedarf (nicht zu breit sonst klappt es später nach unten). Übrigens war der Futterstoff „früher“ mal ein Faltenrock, auch als Patchworkfläche kommt er vor.
 
Taschenkörper und Blick in die Tasche
Jetzt wird es spannend: rechts auf rechts verbinde ich oben Taschenkörper mit Futter. Diese Fläche breite ich aus lege hälftig Taschenkörper auf Taschenkörper und Futter auf Futter. So nähe ich an der späteren Taschenseite die Teile zu einer Röhre zusammen. Das Futter nähe ich an der späteren Bodennaht seitlich je 10-12 cm zu, die Wendeöffnung bleibt erst mal offen. Den Taschenboden nähe ich auch zu und nähe Ecken ab (an aufgesetzten Taschen kann ich mich orientieren), gleiches beim Futter. Nun noch die Nahtzugaben aufbügeln und wenden. Das Futter nach innen drapieren und oben umlaufend nochmals eine Naht mit stabilen Fixierungen über die Träger. Diese letzte Naht wollte mir nicht gelingen so dass ich mir mit Handstichen beholfen habe. Ich finde, es passt im Ganzen und ich habe eine Tasche in schwarz-weiß mit ein paar roten Akzenten, eine wichtige Ergänzung zum Großteil meiner Garderobe.
 
 

Kommentare:

  1. Oh, sind das wunderschöne Taschen die du da fabrizierst. Und auch noch mit detaillierter Anleitung.
    Eigentlich bin ich kein großer Fan von Taschen. Ich hab noch nie eine genäht und das wirkt immer ziemlich kompliziert auf mich - aber deine Ergebnisse wecken schon mal die Lust bei mir. Mal sehen: vielleicht find ich ein einfaches Anfangsprojekt.
    Liebe Grüße und weiter viel Spaß, ich freu mich drauf bei dir reinzuschauen.
    mond-sichel

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo mond-sichel,
      Ute ist wirklich eine Taschen-Queen ;-) Sie hat wahnsinnig gute Ideen. An deiner Stelle würde ich mal die Wendy von Pattydoo nähen. Bei der Tasche lernt man die Grundlagen.Es ist alles super erklärt. Viel Spass ;-) LG Fädchen

      Löschen
  2. Deine Tasche ist richtig toll geworden. Die sieht sehr robust aus und die Außentasche ist ein wahrer Hingucker! Da steckt wieder viel Arbeit drin.
    Super gemacht.
    LG Jacqueline

    AntwortenLöschen
  3. Die Tasche ist klasse. Gefällt mir sehr gut. Toll gemacht.
    Ein richtiges Unikat und Hingucker.

    Liebe Grüße
    Marita

    AntwortenLöschen
  4. Wieder mal ein spitzenmässig professionelles Unikat. Super. LG Gitta

    AntwortenLöschen
  5. Hübsch geworden, deine Tasche!
    Ich musste erst mal g**geln, was wohl jelly rolls genau sind, aber jetzt habe ich wieder etwas dazu gelernt. Es lohnt doch immer wieder, bei dir vorbeizuschauen...

    AntwortenLöschen
  6. Spitzenklasse, cool und schick und wie immer ein Hammer!
    Deine taschen sind klasse!
    Schönes Wochenende und liebe Grüße
    Gabi

    AntwortenLöschen
  7. Mal wieder ganz mein Geschmack!! :-)
    LG Judy

    AntwortenLöschen
  8. great bag! Thanks for linking up. ;)

    AntwortenLöschen
  9. Du wurdest für den "Liebster Award" nominiert. Guck mal bei quibbi.blogspot.de.
    Viele liebe Grüße, Jessie

    AntwortenLöschen