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Sonntag, 25. Juni 2023

Stoffspielerei rund um Mode und Designer

 Sabine hat als Thema für diesen Monat

ausgewählt und versammelt Beiträge dazu auf ihrem Blog tychestouch. Es ist ein Thema, bei dem ich eine Weile darüber nachgedacht habe, in welche Richtung ich meinen Beitrag heute lenken sollte. Eine Lieblingsepoche oder einen einzelnen Designer, der mich anspricht habe ich nicht. Es sind eher einzelne Details und Elemente von Diesem oder Jenem die mir gefallen oder die ich beim Nähen für den Eigenbedarf benutze. Für den eigenen Bedarf haben sich im Laufe der Zeit auch für Kleidung Erfahrungen und Vorlieben heraus gebildet. Immer mehr gilt: "Bequemlichkeit kommt vor Eitelkeit".

Meine Prägung der Vorlieben für Mode führt zurück in die 70er Jahre. Musik und Filme konnten von Grenzen (DDR) nicht aufgehalten werden. Seit langer Zeit bestehen Wechselwirkungen zwischen Mode, Musik, Film und Kunst.


Neben dem bunten Flower-Power-Gefühl gab es beginnende Rohstoffknappheit (in der DDR permanent), die Kulturen vermischten sich, Unisex-Kleidung kam auf, Second-Hand kam in Mode. Noch immer mag ich die Silhouette einer Schlaghose an mir lieber als eng anliegende mit Sicht auf Knöchel. Hippie-Mode, bunte Vielfalt, Ethno-Muster, Jeans, Lässigkeit, Bohemien-Style, Oversized-Größen, Lagenlook mischten sich später mit den Merkmalen der 80er Jahre: geometrische Formen, grafische Muster, kastige Oberteile - für mich gerne weniger bunt aus Naturfasern.

Rückblickend überlege ich, ob bestimmte von mir bevorzugte Kleidungsmerkmale bestimmten Designern zugeordnet werden könnten. Ein bisschen ist der durch Vivienne Westwood populär gewordene Grunge-Style in meinen Re-Fashion-Projekten, nicht so gewagt plakativ und auch ohne Kombination mit hohen Schuhen. Oft waren ihre Designs provokativ der Zeit voraus und auf jeden Fall nachdenkenswert. Ihr Zitat über Bücher als Accessoire mag ich u.a. 

An Karl Lagerfeld mochte ich seine kurzweilig unterhaltsame Art und seine Vorliebe für schwarz-weiß. Auch von ihm gibt es nachdenkenswerte Zitate, manchmal hat er allerdings auch unbedacht los geplappert und beispielsweise ... von Taschen und Kühen geredet.

Von Yves Saint Laurent ist mir die Kombination von Mode mit Kunst im Gedächtnis geblieben. Viele kennen sicher sein Mondrian-Kleid von 1965.


Die Dokumentation über Alexander McQueen habe ich gerne gesehen. Es war interessant zu erfahren, dass eine Reihe seiner Inspirationen auf Bücher in seinem Elternhaus zurück gehen. Seine letzte Show rund um einen Müllhaufen hat vieles vorweg genommen, das die Modeindustrie inzwischen beschäftigt.

Ein Thema der Stoffspielereien hat uns zu Natalie Chanin geführt. Im Jahr 2000 gründete die Designerin Natalie "Alabama" Chanin in Alabama mit handgenähten Kreationen ein Unternehmen. Es wurden Frauen aus der Umgebung beschäftigt. Verarbeitet wird regional ökologisch produzierte Baumwolle. Designbeispiele ihres Unternehmens sind inzwischen in der Fashion-Welt geschätzt. Mehrere Bücher erläutern die Technik, enthalten Designmuster und inspirieren zum selbst gestalten. Textilfarben unterstützen den Prozess. Perlen als weitere Zutat bringen einen edlen Touch.

Auch ich habe 2 ihrer Designs für Re-Fashion verwendet. Ihre Technik ist vielseitig einsetzbar und wandelbar. Auch für individuelle Designs wende ich diese Technik an.

Gerne sehe ich mir Dokumentationen über Design oder Architektur an. Für mich ist es Kunst. Ich erfahre etwas über Hintergründe, Inspiration und Einzelheiten hinter einen Projekt. Auch war das Thema Gelegenheit, in ein paar Bucher einzutauchen:

Von der Tracht zu Frieda von Lipperheide, dem Modelexikon ...





Mode ist bekannterweise eine vergängliche Sache. Ich bin froh, dass es keine Kleiderordnung mehr gibt. Auch der noch später übliche Dress-Code für bestimmte Anlässe scheint nur noch selten zu gelten. Zum Glück haben sich Frauen des einzwängenden Korsetts entledigt und können wenn sie mögen Hosen tragen. Aktuell verliert der BH an Bedeutung. Die Innenstädte verändern sich. Werden die exklusiven Designer-Läden in den Großstädten bleiben oder werden sie den Kaufhausketten folgen?

Wahrscheinlich gehören die genannten Designer und andere mit markanten Designs bald der Vergangenheit an. Denn die Probleme unserer Zeit stellen andere Anforderungen. Ein Designer entscheidet, welche Materialien und Herstellungsprozesse zum Einsatz kommen. Inzwischen ist dieser Aspekt mindestens genau so wichtig wie das fertige Produkt. Ich frage mich, ob es in einem auf Wachstum basierenden System gelingen kann, Slow-Fashion zu etablieren. 

Es ist eine spannende Zeit. Manchmal sehnen wir uns nach etwas Schönem und Vertrautem Das kann Grund sein für die anhaltende Vintige-Vorliebe die auch ein bisschen ein gutes Gefühl bringt. Hier ist ein Bericht, wie nach dem Fallen der Covid-Masken bei der Generation Z alles überschwänglich bunt gemixt wird.
Mit all den Gedanken rund um Modeepochen frage ich mich, was von der Mode unserer Zeit im Geschichtsbuch übrig bleiben wird. Ich hoffe, es ist mehr als die Müllberge in der Atacama-Wüste

Nun bin ich gespannt auf die anderen Beiträge, und freue mich aufs Lesen im Laufe des Tages.

Die Stoffspielerei-Termine 2023:

(Die alten Beiträge der vergangenen Jahre findet man übrigens unter https://stoffspielereien.net/)

Die Stoffspielereien

Bist du auch eine Stoffspielerin?

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfekt-Sein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Machst du nächstes Mal mit? 

Sonntag, 31. Mai 2020

Blumige Reverse Applikationen

Thema der Stoffspielerei in diesem Monat sind Blumen. Die Blog-Beiträge werden gesammelt bei Petersilie & Co

Blumen und Textiles sind passen gut zueinander. Mit dem Thema im Focus war ich zunächst unentschlossen. Nicht mangels Ideen sondern eher wegen den vielen Möglichkeiten. Noch gar nicht auf dem Blog gezeigt habe ich Reverse-Applikationen nach Tapeten-Designs.




Für einen Nähkurs zum Thema Reverse-Applikationen war ich auf der Suche nach Motiven. In einem Baumarkt vor Ort stellte man mir ein paar Muster kostenfrei zur Verfügung. Vorteil ist, dass die Motive schon vereinfacht sind. Nachfolgend zeige ich Vorgehensweise, Motivtransfer und weitere Beispiele.


Da ich die Tapeten-Schablonen mehrfach verwenden möchte beklebe ich die Rückseite mit Buchklebefolie. Meistens ergibt sich eine Spiegelung des Motives. Mit einem Cutter-Messer entferne ich das spätere Motiv. Hierbei vereinfache ich nochmals und lasse kleine Stege zugunsten der Stabilität der Schablone.





Ein Kaufshirt habe ich vorbereitet: Unterlage eingeschoben, Schablone darüber fixiert. Das funktioniert bei mir gut mit Stecknadeln auf dem Bügelbrett.

Mit einem kurzhaarigen Pinsel male ich an den ausgeschnittenen Rändern durch die Öffnungen. Dabei drücke ich um den Malbereich die Schablone auf den Stoff.

Verschieden getönte Textilfarbreste beleben das Motiv. Später ist das Motiv bis über den Ärmel verlängert.

Nach Trocknen der Farbe wird links gebügelt um die Farbe zu fixieren. Bei der Gelegenheit habe ich Hintergrundstoff ausgewählt. Der ist mit elastischen einfachen Stichen fast unsichtbar angenäht.


Nun ist das Projekt sozusagen bereit "to go". Es begleitete es mich auf eine Urlaubsreise. Die Vorstiche um die Textilkontur habe ich abends unterwegs genadelt. Verwendet habe ich weiße und rosa Stickgarnreste 3fädig. Damit der Faden während dem Sticken weniger Schlaufen schlingt ziehe ich ihn vorher über eine Kerze.




Fertig, hat Spass gemacht. Inzwischen ist das Shirt mehrfach gewaschen und ich trage es immer wieder gerne.




Das Motiv wurde in Nähkursen mehrfach aufgelegt, hier mit Maschinenstichen als Alternative zu Vorstichen von Hand. Danach kann der hinterlegte Stoff wie geplant zum Vorschein kommen.


Das Tulpenmotiv oben habe ich für ein Shirt ton in Ton orange-rot benutzt. Ein Shirt mit Aufteilung nach Wiener Naht ist mittig doppellagig genäht, perfekt für eine Reverse-Aufwertung.



Ein weiteres Motiv mit Blättern nutzte ich für die Gestaltung eines Upcycling-Tuches.





Ein weiteres halswärmendes Accessoire entstand mit grafisch stilisierten Blumen. Hier trägt es eine Kleiderpuppe.


Die Technik mit hinterlegten Stoffen mag ich sehr. Auch Jeanshosen habe ich schon blumig damit aufgewertet. Reverse-Applikationen eigen sich nicht nur zum Verschönern sondern auch sehr gut für Reparaturen.



Ergebnisse von Kursteilnehmern sind bei Pinterest versammelt, leider unvollständig.

Mit Gedanken an das heutige Thema ist mir aufgefallen, dass Blumen schon öfters in meinen Stoffspielereinen vorkamen:

2020-01 Stoffspielerei und Textiler Schmuck

2019-11 Stoffspielerei: Nähen auf Papier
2019-09 Stoffspielerei mit kleinen Häuschen für Schlüssel

Vielleicht zeige ich demnächst ein paar Nadelbuch-Hüllen mit blumigen Motiven, ein unerschöpfliches Thema, danke für den Denk- und Motivations-Anstoß.


Nun schaue ich bei Silvia, Sabine und Anna rein, um mich von den anderen blumigen Stoffspielereien inspirieren zu lassen! 


Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
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Die nächsten Termine:
28.06.2020: „Monogramme“ bei made with Blümchen*
Juli: Sommerpause
August: Sommerpause
27.09.2020: "Texturen aus der Natur“ bei Schnitt für Schnitt 
25.10.2020: „Textile Behältnisse“ bei Feuerwerk by kaze
29.11.2020: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien
Dezember: Weihnachtspause
*Im Juni 2014 waren Monogramme und Vorlagen schon mal Thema der Stoffspielerei. Wie die Zeit vergeht. 

Sonntag, 26. Mai 2019

Reverse-Applikation, eine Stoffspielerei zum Thema Heimat

Susanne hat für die Mai-Stoffspielerei das Thema Heimat vorgeschlagen. Hier ist das die Gelegenheit, um ein Jersey-Shirt mit hinterlegter Applikation zu zeigen. Motiv ist die Skyline der Stadt, in der ich seit 30 Jahren wohne.




Das Shirt entstand vor längerer Zeit, als ich mich intensiv mit dieser Technik beschäftigte. Ein Tragefoto gibt es leider nicht. Während einer öffentlichen Veranstaltung der Volkshochschule Suhl trug es meine Kleiderpuppe als Hinweis auf einen Nähkurs zum Thema. 


Zur Zeit ist es im Schaukasten der VHS Suhl als Dokumentationsbeispiel für Nähkurse. Die VHS feiert dieses Jahr 100-jährigen Geburtstag. Übrigens sind die Gemälde im Hintergrund vom Maler Stürmer aus Suhl-Heinrichs.

Das Motiv meiner Heimatstadt fand ich auf einem Porzellan-Getränkeset umlaufend. 
Mit ein paar Fotocollagen zeige ich, wie das Motiv vom Porzellan auf das Shirt kam:


Um den großen runden Porzellan-Körper habe ich transparentes Papier fixiert und das Motiv mit Bleistift nachgezeichnet. Ein paar Erfahrungen mit der Reverse-Sticktechnik halfen mir bei den Entscheidungen, wie detailliert ich das Motiv durchzeichne. Das Skyline-Motiv habe ich in 2 Hälften zerteilt, damit es Kopier-Proportionen bekommt. Kopiert habe ich sehr dunkel. Die mehrfach vergrößerte Kopie wurde nochmals mit Faserstiften nachgezogen unter Berücksichtigung des anstehenden Schablonen-Schnittes.


Zur Verstärkung ist das Motiv mit Buchklebefolie beklebt. Die Collage oben zeigt die gecuttete Rückseite. Die Motive passten genau umlaufend auf ein schwarzes Shirt. Mit Textilfarbresten in Blau- und silber habe ich das Motiv übertragen. Hinter dem Motiv ist Jersey hellblau mit Büroklebestift  fixiert. Der Kleber wäscht sich weg. Zur dauerhaften Fixierung ist der Hintergrundstoffes oben mit feinen Blind-Stichen von Hand angenäht.

Es hat Spaß gemacht, die verschiedene Flächen zu füllen, Konturen zu sticken und währenddessen über das Freischneiden für den Blick auf Hintergrundstoff zu entscheiden.


Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.
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Die nächsten Termine:
30.06.2019: „Afrika“ bei made with Blümchen
29.09.2019: „Miniatur“ bei Feuerwerk bei Kaze
27.10.2019: „Handweben“ bei Schnitt für Schnitt
24.11.2019: (Thema noch offen) bei Nähzimmerplaudereien
Im Juli und August machen wir eine Sommerpause.
Einen Überblick über die bisherigen Stoffspielereien findest Du hier.

Dienstag, 28. August 2018

Sichtbare Reparatur an einem Jersey-Shirt

Valomea hat eine Linkparty eröffnet, für die es hier immer mal "Stoff" gibt:

"Reparieren von 12 bis 12"

Es geht um Nachhaltigkeit und Ressourcen. Schon von Kindheit an begleiten mich Reparaturen von Textilien. Einst war es Notwendigkeit, Schäden an Kleidung zu beseitigen. Meine Mutter nannte es stopfen. Im Erzeugen von Webflächen über Löchern war sie sehr geübt. 
Inzwischen nennt man es Visible Mending = Sichtbare Reparatur.
Da mache ich gerne mit, wenn auch in einer anderen Technik.
 

Als Beispiel zeige ich die Reparatur eines Shirts meiner Schwägerin.


Leider kann man sich nicht aussuchen, wo schadhafte Löcher im Shirt entstehen, meistens vorne mittig. Wir haben eine Reverse-Technik verwendet, bei der eine leicht zu erzeugende grafische Kontur mit Textil-Farbe erzeugt wird. Die Kontur wird mit einer weiteren Textil-Lage hinterlegt umstickt und fixiert. Man nennt diese Technik Reverse-Applikation (hinterlegte Applikation). Das Muster hätte ich gerne an anderen Stellen des Shirts wiederholt, war aber nicht gewünscht.

Eine Erläuterung der Reparatur und ein paar Fotos folgen:
  1. mit Klebestreifen Muster-Aussparungen zur Kaschierung der Löcher erzeugen
  2. mit Textilfarbe oder Textilstift Aussparungen ausmalen.
    Eine Folie-Zwischenlage schützt die Rückseite des Shirts
  3. trocknen lassen und Klebestreifen abziehen
    Shirt auf links wenden, von hinten Farbe durch bügeln fixieren
  4. Einen Stoff oder Jersey in gewünschter Farbe mit Büroklebestift etwa 1 cm größer als die Farbmarkierung auf die Farbmarkierung kleben (4) Keine Angst, der Kleber verschwindet durch waschen.
  5.  Rückstiche oder andere elastische Zierstiche um die Farbmarkierungen sticken;
    auch die rückseitige Lage optisch ansprechend fixieren; anschließend zurückschneiden
  6. Mit einer Stickschere oder Nagelschere Bereiche innerhalb der Farbmarkierung dekorativ frei schneiden
    Die Stickstiche nicht zerschneiden, im Abstand von ca 5-7 mm zur Stickerei schneiden




Diese Technik eignet sich sehr gut zum Kaschieren von Löchern und Flecken.
Sie kann auch "alleine" zu dekorativen Zwecken benutzt werden.

weitere Beispiele für Reverse-Applikationen:

Talentcampus "Nadelzauber" 

Stoffspielerei mit modernem Kopfputz

Jeanshut mit Reverse-Applikation auf der Krempe

Reverse Applikation mit Metallicgarn in Steam-Punk-Art 

Jerseykleid mit Negativ-Applikation

Reverse-Applikation Blattmuster

Sammeltasse, Schmetterlinge und Reverse-Applique...

Motiv-Wandlung für Reverse-Applikation

Raglan-Top und Hose mit Reverse-Stickerei

Alabama Chanin: Eine Mütze


Meine liebste Loch-Reparatur zeige ich hier:  Loch und Löcher
Noch mehr Inspirationen zum Reparieren habe ich auf einer Pinnwand gefunden. 

Fazit:
Löcher in Textilien sind keine Ärgernisse, sondern kreative Herausforderungen.
Die Rettung oder sogar Aufwertung von einem geliebten Kleidungsstück kann glücklich machen.

Mittwoch, 23. März 2016

Raglan-Top und Hose mit Reverse-Stickerei

Vor einiger Zeit habe ich ein Tops mit Raglan-Ärmeln genäht. Die Größe ist zum Darüber ziehen, die Ärmel habe ich abweichend vom Schnitt verlängert. Darunter trage ich ein Stehkragenshirt aus dem gleichen Jersey: Zwiebelschalen-Garderobe im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg 


Oder kann sich einer ein Leben ohne Jeans vorstellen?
Ulrich Plenzdorf

 
 
Das Muster auf der Hose ist von Alabama Chanin. Auf die Hosenbeine ist es mehr und weniger unter dem Knie platziert, mit Hemdenbaumwollstoff hinterlegt, umstickt und stellenweise frei geschnitten. Beim Waschen soll es noch plüschig ausfransen.
 
 
 
 
So kommt das Muster auf den Stoff.
 

Sonntag, 2. November 2014

Loch und Löcher nach Alabama-Art

Karen hat im Oktober für die Aktion Stoffspielerei das Thema “Loch und Löcher” ausgewählt. 
Beim Alabama-Sticheln kam mir die Idee, Löcher mit Durchblick zu schneiden.
Ausprobiert habe ich die Idee am Beispiel eines Loops.


Dafür wurden 2 Streifen Jersey 1,5 m lang und ca. 18 cm breit zugeschnitten/gestückelt. Den roten Streifen habe ich mit meiner Alabama-Schablone und Marabu-Textilfarbe weiß (für dunkle Textilien) bemalt, allerdings nur die Kreise. Die restliche rote Fläche mittels Schulschablone mit Kreisen gefüllt. Getrocknet und rückseitig gebügelt wurden die Streifen rechts auf rechts an den langen Seiten zusammen genäht, gewendet und in Form gebügelt, dabei ein Rand in Breite der Nahtzugabe rot an schwarz und umgekehrt.
Die schmalen Seiten wurden soweit wie möglich ebenfalls zusammen genäht, der Rest von Hand geschlossen.


Zum Sticken habe ich ein Baumwollstickgarn verwendet. Vorstiche laufen um die weißen Kreise, eine zweite Runde zum Verdichten der Stiche (von der anderen Seite gestickt). Rückstiche fand ich rückseitig unpassend. Mitunter führen die Stiche noch ein weiteres Stück um die Kreise um den Übergang zum nächsten Kreis zu verkürzen. Der Faden läuft hierfür zwischen den Jersey-Schichten.


Kreise sind so eingeschnitten, dass mal ein roter Rand auf schwarzem Grund sichtbar ist und andererseits ein schwarzer Rand auf rot. An einem Abend habe ich die Hälfte geschafft. Die Farben dunkelrot, schwarz und etwas weiß passen perfekt zu vielen Teilen meiner Garderobe. 

 
Danke, Karen, für das Thema, welches mich zu dieser abgewandelten Alabama-Variante inspiriert hat.
Nachtrag: Tragefoto
 

Sonntag, 25. Mai 2014

Alabama Chanin: Eine Mütze

Zur Stoffspielerei im Mai sammelt Frau Machwerk Alabama-Chanin-Näherei. Diese Technik benötigt Vorbereitung und wird von Hand ausgeführt, braucht also ihre Zeit.

Die Technik ist mir zum ersten mal in der Zeitschrift Patchwork Professional 2008-01 aufgefallen. Marion Caspers beschreibt auf Seite 15 und 16, wie aus 2Shirts mit Reverse Applique-Technik etwas entstehen kann, das mich an Mola-Technik erinnert. Ausgangspunkt der Idee war ihr beschädigtes Lieblings-Shirt.
Die Idee, Jersey in Schichten zu vernähen hat sich dann derzeit in meinem Kopf verbunden mit der Faszination für meine Kombi-Näh-und-Stickmaschine und es ist ein Shirt entstanden, bei dem ich das Schablonieren „automatisiert“ habe.

Ganz ohne Strom und Gerätetechnik genieße ich seit einiger Zeit das allabendliche Sticheln nach Alabama Chanin. Nachdem die Shirt-Teile zugeschnitten und die Oberschicht mittels Schablone bemalt ist folgt die angenehmste Wegstrecke: das Umsticken der Farbformen. Die beiden Schichten habe ich mit Heftstichen verbunden. Die Schichten halten beim Sticken gut aufeinander, ich hatte mit Verrutschen gerechnet.

Wie schon mal berichtet habe ich als erstes ein überschaubares Kleidungsstück genäht, bei mir wird das immer eine Kindermütze. Intuitiv habe ich 2 verschiedene Stiche zum Verbinden der Schichten verwendet: einmal den üblichen und dann eine Art Rückstich wie abgebildet. Große Kreise habe ich oft mit Rückstichen begonnen und beendet. Das ungleichmäßig wirkende Muster lädt zum Improvisieren ein. Immer mal habe ich ein kreisähnliches Gebilde abgewandelt bestichelt, beispielsweise mit einer Schneckenform, was dann einen Mini-Chenille-Effekt ergibt. Hilfreich war dabei, dass der Farbauftrag teilweise (Vorderteil Shirt) sehr schwach war und ich beim Ahnen des Musters Gestaltungsspielraum hatte. Spannfäden habe ich zwischen den Schichten gezogen, offene Verknotung kam wegen Aufdrillen des Stickgarns am Fadenende schon beim Sticken nicht in Frage.

Die Mütze ist fertig, passformgerecht mit einem Jersey-Reststreifen oben zugebunden und die Überlänge in Streifen geschnitten. Inmitten der Fransen verbirgt sich ein Aufhänger.


Weiter auf dem Alabama-Weg führt mich die Nadel allabendlich über meine Shirt-Zuschnitt-Teile. Inzwischen habe ich das Vorderteil fertig gestichelt, hier ist am meisten Muster, auf der Rückseite habe ich eher mittig einen Teil des Muster-Rapportes, etwa so viel wie auf jedem langen Ärmel.

Ich habe mir vorgenommen, mit dem Aufschneiden noch zu warten. Insbesondere beim Vorderteil möchte ich erst eine Anprobe machen und sehen, wo Kreise sitzen. Seitlich zwischen Arm und Körper entscheide ich auch Aufschneiden nach Anprobe.



Vor einiger Zeit habe ich bereits ein Kindershirt mit einem Kreismotiv genäht und von Hand als Applikation bestickt.

Fotos von Details folgen, zum Vergrößern bitte anklicken

  



Rückseite




Werkeltagebuch