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Samstag, 26. März 2022

Weniger ist mehr ... 1000 Teile raus

Seit einiger Zeit verfolge ich (meistens still) bei Valomea Aufräume- und Entrümpelungsaktionen in ihrem Nähzimmer und seit diesem Jahr im ganzen Haus. Dabei denke ich dann über eigene Ansammlungen nach und auch darüber, ob etwas das Haus verlassen sollte. Eine systematische Aktion, die Stück für Stück verschiedene Bereiche inventarisiert wird es bei mir nicht werden. So etwas passiert mitunter von Zufall oder Gelegenheit geleitet beispielsweise bei anstehendem Tapetenwechsel im Wohnzimmer.

Deshalb werde ich kein Bingo zählen, denn darauf kommt es am Ende nicht an. Zweck ist nach meiner Auffassung, dass die Dinge, die wir bewahren benutzt oder geliebt werden. Zugegeben gibt es Dinge, von denen es mehr gibt als benötigt, einfach der Schönheit oder Auswahloptionen wegen. Ich denke, wenn diese Dinge ihren Platz haben ist alles gut. Kritisch wird es, wenn der Stauraum nicht mehr ausreicht und Dinge in Bereiche hinein drängen, wo sie nicht hin gehören. Dann kann entweder eine bessere Aufbewahrung oder mehr Stauraum helfen. Manchmal muss aber auch was weg.

Schrank-Update im Nähzimmer: Mehr Stauraum

Mehr Stauraum im Nähzimmer gab es vor einiger Zeit durch einen voluminöseren Schrank. Der kleine weiße ist umgezogen in die Ferienwohnung.

Knöpfe vermehren sich hier immer durch auftrennen. Ich vernähe nicht viele. Trotzdem ist es beruhigend, Auswahl parat zu haben. Vor längerer Zeit hatte ich die Knopf-Ansammlung in ein Schütten-Regal vom Baumarkt eingeordnet. Für Knöpfe hat sich dieses Ordnungssystem bewährt. Allerdings ist es auch voll. Deshalb habe ich überzählige Knöpfe in Gläsern second-Hand abgegeben. Eine Zählung der Knöpfe könnte die 1.000 eventuell schon erreicht haben ...

Weg gegeben habe ich 30 Baumwoll-Stoffbeutel. Sie kamen zu mir aus dem Haushalt meines Enkels. Ich wundere mich nicht mehr darüber, dass Menschen, die nach meiner Einschätzung den Euro 2 x umdrehen müssten Euros für Einkaufsbeutel übrig haben. Im Alltag beobachte ich außerdem, dass die gesetzlich abgeschafften Plastikbeutel oft ersetzt werden durch festere Web-Struktur-Plastiktaschen. Oft ist es sicher eine Frage der Alltagsstruktur und Organisation. Jeder entscheidet selbst, wie viel Müll er der Umwelt zurück gibt.

30 Baumwoll-Stoffbeutel als Spende an den Tierschutz

Nach einer Bloglektüre durch Valomeas Auftäumeaktionen (Geschirr) habe ich einige Schüsseln aussortiert.  Meistens verwenden wir im 2-Personen-Haushalt Jenaglas-Gefäße zu denen es auch Deckel gibt. Sie sind praktisch beispielsweise für Reste und gleich zum Aufwärmen. Topfdeckel passen wahlweise auch.

In der Ferienwohnung hat sich so viel blau weißes Geschirr angesammelt dass man zum Spülmaschine Ausräumen schon fast Tetris spielen musste. Deshalb habe ich 2 Services im Stöberhaus Erfurt abgegeben. Dazu gesellten sich ein paar Porzellan-Vasen mit Craquelé-Oberflächenstruktur, Elefanten-Übertopf und auch ein aufblasbares Pool-Becken. Hier mein Abschiedsfoto:


Auch in meinem Nähzimmer strandet einiges. Mitunter kann es eine Herausforderung sein, diese Sachen nützlich (oder in schön) zu verwandeln. In so einer selbst gestellten Mission habe ich im letzten Herbst als Upcycling Anregung für einen Nähkurs Polsterproben eines Möbelherstellers zu Flächen gepatcht und Taschen daraus genäht: schlicht zum einkaufen, nur mit Chip-Karabiner, belastbar durch Nietbefestigung der Träger. Als Futter habe ich Mischgewebe-Hemden verwendet.

 

Es waren 9 Taschen. Für jede habe ich 10 Polster-Proben verwendet. Man kann sich alles schön rechnen. Unterm Strich macht es keinen Unterschied. Zum Jahreswechsel haben wir die Taschen an Freunde verschenkt. 

Im Sommer 2022 plant mein Mann die Renovierung des Wohnzimmers. Ich werde die Gelegenheit nutzen, um Gläser, Geschirr und Vasen mal wieder näher anzusehen während ich aus- und einräume. Geschmack ändert sich ja bekannterweise.

Grundsätzlich gibt es in unserem Haushalt viele Dinge mehr als benutzt werden. Ich denke da an 

  • Nähmaschinen,
  • Bügeleisen,
  • Blumenvasen,
  • Kleidung,
  • Haushaltswäsche,
  • Stifte ... 

Hier gilt: Alles was einen zugeordneten Platz hat darf bleiben. Leider gibt es auch im wahrsten Sinne des Wortes überschüssige Dinge, da werde ich noch mal drüber nachdenken und mich durch die Linksammlung weiter inspirieren lassen ...

Samstag, 13. Juni 2020

Freia, eine Nähmaschine aus Suhl

Heute am Tag der Nähmaschine stelle ich eine meiner Nähmaschinen vor und erzähle etwas historisches.



Es ist eine genial kompakte elektrische Freiarm-Koffernähmaschine. Sie heißt Freia, ausgetüftelt von Ernst Fischer
Im Herbst 1946 wurden im Ernst Thälmann-Werk Suhl erste Funktionsmuster hergestellt. Der Erfinder hoffte in Suhl eine eigenständige Nähmaschinenfertigung zu etablieren. Nach dem Krieg durften keine Jagd- und Sportwaffen gefertigt werden. Eine Nähmaschinenproduktion bot eine Alternative. Zunächst fehlte es an Produktionskapazitäten, Arbeitskräften und Materialien. Die Fertigung lief 1947 an: Am 06. März 1948 verließ die erste Nähmaschine das Werk.Der Preis betrug zunächst 298 Ostmark, später 375 und 440 Ostmark. Die Freia ist einer ELNA (Grashopper) nachempfunden. Das Prinzip der Freia war neuartig und wurde patentiert. Ab 1954 stagnierten die Verkaufszahlen. Eine Zick-Zack-Funktion wurde geplant aber nicht gebaut. Strukturelle Veränderungen im Suhler Werk führten zum Ende der Nähmaschinenproduktion in Suhl.

Kompakt in einem Koffer von 30 x 8 x 40 cm mit einem Gewicht von 9,5 kg wurden Koffernähmaschinen in weinrot, grün und schwarz gefertigt.



Die Gehäuse sind nummeriert. Meine mit S 32/1108/1007. Schätzungsweise wurden 110.000 Koffernähmaschinen in Suhl gebaut. Die ersten Maschinen erhielten den Aufdruck Freia, später wurde der Namenszug weg gelassen. Koffer, Frontplatte, Deckplatte, Abschlußplatte, Armdeckel, Freiarmklappe und Handrad sind aus Bakelit.

Der Koffer kann als Anschiebetisch 30 x 80 cm verwendet werden. Ohne ist es eine Freiarmnähmaschine. Mit wenigen Handgriffen ist die Maschine einsatzbereit.




Das Einlegen der Spule ist anders als gewohnt. Mein Mann konnte mir helfen. Seine Oma nutzte auch eine Freia. Ich habe gelesen, dass sowohl Brillengreifer als auch Umlaufgreifer integriert wurden. Meine Anleitung ist für Umlaufgreifer, die Maschine allerdings den seltenen Brillengreifer. Hier wird der Unterfaden in eine Rille der Klappe eingelegt und mit dosiertem Schwung geschlossen.


Die Stichauswahl beschränkt sich auf Geradstich im Vorwärts- und Rückwärtsgang. Stopfen und Nadelmalen ist möglich. Ein Kniehebel ersetzt ein Fußpedal.

Ich bedaure, dass die Entwicklung und Fertigung von Nähmaschinen in Suhl endete. Es ist ein trauriges Beispiel der Produktionsbedingungen und -gepflogenheiten in der DDR. 
Inzwischen stehen einige Suhler Nähmaschinen in internationalen Designmuseen ...
... und meine bei schönem Wetter auf der Terasse 




weitere Fotos auf Instagram.
Im www habe ich ein Video zu diesen Maschinen gefunden: Freiarm-Nähmaschine - Kleines Konstruktionswunder

Infos auch hier: 
Glanzlichter des DDR-Designs: Die FREIA
Koffernähmaschine „Freia“
FREIA von Ernst Fischer aus Suhl
Tragbare elektrische Nähmaschine "Freia"

Tiefere Einblicke in das DDR-Alltagsdesign zeigt der Film Schwalbe und Plasteschüssel – Alltagsdesign in der DDR. Eine Freia hat ihren Auftritt bei ca. 5:00 min. Es wird deutlich welchen Balanceakt Entwickler und Gestalter zwischen Mangelwirtschaft und staatlicher Doktrin gingen. Die Gestaltung modern aber nicht modisch, auch puristisch wie bei Bauhaus war trotz Rohstoffmangel nicht gewünscht. All die Zusammenhänge zeigen, weshalb DDR-Produkte keine Sollbruchstellen enthalten und oft nach Jahrzehnten noch funktionieren.

Übrigens hätte ich auch den Vorläufer der Freia mal kaufen können, habe aber nur ein Foto gemacht von einer MeWa:




Die Informationen und Daten fand ich in einer Broschüre der kleinen Suhler Reihe mit dem Titel "Der Nähmaschinenbau in Suhl".


Dienstag, 19. August 2014

Nadelkissen und andere Handarbeiten auf den Nadeln

Auf dem Flohmarkt sah ich ein Souvenir-Nadelkissen aus dem Harz, ganz schmuddelig sah es aus. Solche Dinge sind für mich magisch, denn ich stelle mir gleich vor, wie sie wieder schön und funktional sein könnten.
Zu Hause habe ich die Füllung herausgenommen, das Körbchen gereinigt, Souvenir-Glitter-Farbe abgeschliffen und um die Füllung ein Stück Damast mit Monogramm neu befestigt. Abgeschnitten habe ich den Stoff mit Monogramm von einer beschädigten Serviette (Hintergrund Collage). Die Monogrammbuchstaben passen für eine Freundin, die das Nadelkissen benutzen wird. Wenn Sachen so passend zusammen finden freue ich mich immer.


Das Aufarbeiten des Nadelkissens benötigte wenig Zeit, mitunter ist es gut so was zwischendurch erledigen zu können, damit mal was fertig wird, denn es gibt auch andere Sachen, die dauern:

Unsere Küche ist noch immer nicht fertig renoviert. Grund war meine Verletzung (Arm gebrochen), Verzögerungen bei der Lieferung einer neuen Haube und die Verschiebung von Handwerker-Terminen. Heute kommt eine neue Deckenverkleidung dran. Eine kleine Fläche haben wir mit Retro-Vliestapete tapeziert. Zum Zuschneiden der Tapete war eine alte Schneidmatte und ein Schneidlineal sehr nützlich.

mit alter Schneidmatte und Lineal Tapeten zuschneiden
Diesen Sommer liegt bei uns Lampenschirm-Upcycling in der Luft, Kaffetassen-Lampen gab es schon zu sehen. Durch Renovierung der Küche hat sich ein Lampen-Ringtausch ergeben und eine ist dabei zu Bruch gegangen. Erst mal kurz geärgert und dann den Bruch als Ausgangspunkt für eine einzigartige Lampe verwendet. Hier schon mal eine Vorschau:


Zu Beginn des Sommers habe ich die Restaurierung von 2 50er-Jahre-Sesseln gestartet. Die Sessel sind Familienerbstücke und sollen neu gepolstert werden mit einer Patchwork-Fläche aus Jeanshosen-Streifen. Die Hosen wollte ich im Sommer über draußen auftrennen, denn das macht reichlich Dreck. Am Wochenende hab' ich endlich die Hosen gefleddert, auf schönes Wetter wollte ich nicht länger warten. Es waren teilweise Karottenschnitte und Hosen unterschiedlicher Hersteller. Ich mag Jeanshosen und auch krassen Wechsel von hell-dunkel auf den Denim-Stücken. Vielleicht kommt meine Vorliebe dafür aus meiner Jugend, als es Markenjeans für mich nicht zu kaufen gab.


Abends nehme ich meine Alabama-Chanin-Stickerei zur Hand. Etwa 1/3 an einem Ärmel ist noch zu sticken, dann kann ich die Teile zusammen fügen.


Anfang des Jahres habe ich eine zweite Granny-Decke zu häkeln begonnen. Es ist mein Unterwegs-Projekt, das ich Ende des Monats auf eine Kurzreise nach Berlin einpacken werde. Reichlich rote Kreise sind schon gehäkelt. Als 2. Farbe folgt weiß und die Form wechselt von rund auf eckig. Daran schließt sich noch schwarz an. Mit den schwarzen Runden wird gleich zusammen gehäkelt.
Übrigens suche ich bei Wolle wenn möglich das Fadenende für den Beginn, denn dann bleibt das Wollknäuel ruhig an seinem Platz und hält auch in der Handtasche Ruhe. Klappt mal besser und mal so wie abgebildet. Ist kein Problem, der Überschuss wird ums Knäul gewickelt und ist schnell weg gehäkelt.

mit dem Fadenende beginnen

Gerne lasse ich meine Gedanken schweifen für eine kleine Patchwork-Näherei mit Stoffen von Kristina. Die Stoffe laden ein, eine kleine Landschaft zu gestalten und die Umsetzungspläne wandeln sich von Zeit zu Zeit. Ich denke, es schadet nicht, seinen Nähplänen etwas Zeit zu geben und sie reifen zu lassen.

Noch auf meiner Nähwunschliste ist eine Schnabelina-Tasche. Bei Judith habe ich den Papier-Zuschnitt ergattert und ich freue mich drauf, mich dieser Näherei zu widmen, wenn auf dem Zuschneidetisch wieder Platz ist.

Samstag, 24. Mai 2014

Second Hand in Bad Kolberg

Letzten Monat waren wir eine Woche im polnischen Bad Kolberg. Bei einem Stadtbummel entdeckte ich einen Second-Hand-Laden in einem Kellergeschoß mit regem Treiben stöbernder Frauen. Die Werbung an der Wand verkündete Second Hand from London“, ein Blick in die Etiketten sah eher nach deutschen Kaufhäusern aus. In einem Regal mit Gardinen fiel mir ein blau-weißer Baumwollstoff auf, den ich mitnahm. Das Stück von ca. 5 Metern wurde gewogen und kostete ca. 3 Euro. Im Druckmuster steht Amnesty International. Für Patchwork ist der Stoff bestens geeignet.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Taschentücher mit Häkelspitze

Auf dem Osterflohmarkt im Ringberghotel Suhl zugunsten von Tieren fand ich ein paar filigran umhäkelte Taschentücher.
Eine Zeit lang habe ich auch selbst welche umhäkelt und schätze diese Handarbeit deshalb sehr. Solche Häkelspitzen mit stärkerem Garn sind interessant als Umrandung von Granny-Decken oder Häkel-Tüchern.

 

Dienstag, 1. April 2014

Freiberger Porzellan Made in GDR

In der Vitrine eines Gebrauchtwarenladens sah ich ein 6teiliges Service. Ein passendes Väschen gehört dazu. Gemarkt ist es mit Freiberger Porzellan GDR. Die Form der Henkel und die Griffchen an den Deckeln haben mir sofort gefallen. Obendrein kann man durchs Licht betrachtet die wellenförmige Stärke der Formen sehen. Der dunkelblaue Rand passt perfekt.
Für 8 Euro musste ich es einfach mitnehmen. Derzeit benutzen wir Teile davon für Tee.
Das gehäkelte Deckchen auf dem Tablett ist ebenfalls gebraucht gefunden.

 
 
 
Nachtrag: Bepflanzung einer Suppenterrine
 
 
 

Montag, 3. März 2014

Schatzkoffer aus Geschwenda

Getrödelt, gefunden, gefreut … letzte Woche fanden eine Freundin und ich einen Retro-Koffer in einem Gebrauchtwarenladen. Weil der Verschluss klemmte gab ihn die Verkäuferin kostenfrei ab. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl stellte sich heraus, dass der Verschluss intakt ist und der Koffer ein einwandfreies Inneres hat. Hergestellt wurde der Koffer ganz in der Nähe: „PGH Koffer und Sattlerwaren Geschwenda“ aus Vulkanfieber (zu Rohpapier verarbeitete Pflanzenfasern werden pergamentiert).

Gereinigt darf er jetzt meine Schätze an Spitzen, Bordüren, Kunststrickdeckchen und Häkeldecken aufbewahren. Der Koffer hat einen Platz im Nähzimmer bekommen und passt dort sogar zur Tapete.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Hocker polstern

Kleinmöbel sind ja immer nützlich. Schön ist es, wenn sie zur restlichen Einrichtung passen.
Für die Ferienwohnung habe ich mit Reststoff vom Upcycling einer DDR-Sitzecke 2 Hocker neu gepolstert.
Ein passendes Tablett, hergestellt im Holzbetrieb Wasungen, habe ich auch gefunden. Ich überlege, ob ich es original lasse oder unter die Glasplatte eine s/w-Fotocollage einfüge?

Mittwoch, 14. August 2013

Schürzen

Nein, ich habe keine genäht, sondern habe welche gefunden. Als Anhänger der Patchwork-Technik freue ich mich, wenn ich interessante, ungewöhnliche Baumwollstoffe finde. Obendrein sind diese farbecht und robust:
 
 
 

 

Freitag, 26. Juli 2013

Stoffe vom Flohmarkt

Einkaufen Second-hand finde ich immer spannend, denn man weiß nie, was man finden kann. Am meisten interessiert mit historische Wäsche vielleicht mit schöner Stickerei oder andere Sachen mit Stoffpotential. Gefunden habe ich Kissenbezüge mit Stickerei-Kante, Kinderbettwäsche vom VEB „Planet“ Wäschekonfektion Eppendorf (nicht Graziella) und originalverpackte Damast-Bettwäsche mit Rosenmuster.


Zu Hause wird im großen Topf erst mal alles gekocht und anschließend bei 30 Grad gewaschen. So ist alles frisch und zur weiteren Verwendung bereit. Mal sehen, ob ich in die Kinderbettwäsche rein schneide ...

Samstag, 15. Juni 2013

Malimo

Letzte Woche hat mir jemand zwei original verpackte Bettlaken aus Malimo geschenkt. Dergleichen wird wahrscheinlich praktisch nicht mehr benutzt.

Laut Universal-Lexikon handelt es sich um ein Kunstwort aus Mauersberger, Limbach-Oberfrohna und Molton], Bezeichnung für die von Heinrich Mauersberger (* 1909, 1982) 1947 erfundene und 1949 in der DDR patentierte Nähwirktechnik und die damit hergestellten Textilien.

 
Die eingenähte Kennzeichnung informiert, dass die Laken bei 95 Grad gewaschen werden können. Das habe ich inzwischen erledigt.

Die Textur einer Seite fasst sich angenehm flauschig an, etwa wie Bieber-Wäsche. Ich möchte die Laken für Patchwork mit historischer Wäsche an Stelle von Vlies verwenden. Schrumpfen wird das Material nach dem Kochwaschgang nicht mehr.
Der Vorteil gegenüber Vlies ist, dass die fertige Decke optional später mal heiß gewaschen werden kann. Wenn ich an abgelagerte Wäsche mit gelben Liegekanten denke, so ist das sicher ein Vorteil.
Vorher werde ich sich erst mal an kleinen Teilen die Verarbeitung testen, bin aber optimistisch nachdem ich gelesen habe, was traditionell alles als Wärmeschicht gedient hat.

Montag, 10. Juni 2013

Handgestickte Monogramme

Flohmärkte sind Fundgruben für Dinge, die man umfunktionieren kann. Wertschätzung von Materialien, Kreativität und Hand anlegen kann den Dingen eine neue Funktion geben und (vorübergehend) Müll vermeiden. Ein aktueller Trend ist die Herausforderung zur Nachhaltigkeit z.B. für Textilien. In diesem Zusammenhang geht es um umweltverträgliche Materialien, energiearme Produkte, faire Arbeitsbedingungen und Recyclingfähigkeit.
Beim Zuschnitt wird nun das Augenmerk auf "Zero-Waste" gelegt. Aber ist das wirklich neu? Oder haben wir nur einfach nicht darüber nachgedacht, weil anderes wichtiger war: Modetrends, Preis ...

Bereits in der Antike wurde darauf geachtet, dass beim Zuschnitt kein textiler Abfall entstand. Betrachtet man Schnitte von historischer Kleidung fällt oft die Aufteilung in Rechtecke ins Auge. Auch Patchwork hat seinen Ursprung in der Notwendigkeit der Wiederverwertung von Textilien.

Letztens habe ich auf dem Flohmarkt einige Herrentaschentücher mit großartiger Stickerei gefunden. Solche Stücke sind oft noch gar nicht benutzt und brauchen eine Kochwäsche, dann sind sie weiß und frisch. Mitgenommen habe ich die Stoffe für einen Weiß-Quilt, brauche ich nur noch den Mut, rein zu schneiden ... sicher überlege ich noch eine Weile, welche Technik ich verwende und welche Blockmuster.