Sonntag, 27. März 2022

Cording-Stoffspielerei mit Doppelnadelhalter oder Zwillingsnadel

Diesen Monat hat Martina das Thema der Stoffspielereien gewählt und sammelt die Beiträge auf ihrem Blog. Es geht um Cording. Eine Zeit lang dachte ich an aufgenähte Cordel. Das passt dann eher beim Thema Posamente im Oktober. Martinas Ankündigung brachte dann mit Beispielen Klarheit, um was es geht. Auch hätte ich schon früher mal in die Stoffmanipulations-Bibel sehen können.

Das Thema habe ich zum Anlass genommen, um ein älteres Nähmaschinenzubehör endlich auszuprobieren, musste dann allerdings einen anderen Weg einschlagen, um 2 Platzdeckchen zu gestalten:


Vor einiger Zeit habe ich einen Satz Doppelnadelhalter über Kleinanzeigen gekauft. Dieses Zubehör ist aus einer Zeit, als Nähmaschinen noch nicht (oder wenige) Zierstichoptionen verfügten. Laut Beschreibung passt mein Biesenset für Pfaff Nähmaschinen 230 260 262 360 362. Es enthält Doppelnadelhalterungen, Niedrigschaft-Nähfüße für Biesen und Führungselemente.

Leider habe ich keine der genannten Maschinen sondern nur eine Pfaff 90 im Dornröschenschlaf. Die Nadelhalterungen lassen sich anbringen. Allerdings setzt die linke Nadel Stiche aus. Diesen Fehler konnte ich durch Reinigen und Ölen der Maschine nicht beseitigen. Bei Gelegenheit tausche ich die Pfaff 90 mal durch eine der genannten Flachbettmaschinen. Vielleicht teste ich mal ein Zwillingsnadel in der Pfaff 90, um die Ursache einzugrenzen.

Gerne möchte ich einen Doppelnadelhalter insbesondere für Jersey als Alternative zu Zwillingsnadeln einsetzen. Wenn man das Sortiment an Nähmaschinennadeln mit dem angebotener Zwillingsnadeln vergleicht bleibt eine Lücke, die durch solch ein Zubehör flexibel geschlossen werden könnte. Allerdings ist bei neueren Maschinen (auch Pfaff) die Befestigung des Nadelhalters nur schwer zugänglich hinter der Nadelstange.

So greife ich also auf eine Zwillingsnadel aus dem Bestand zurück. Nach meiner Erfahrung sind die blauen universal. Die Kennzeichnung 3 / 90 steht für Nadelabstand /Nadelstärke.


Für meine Projekt-Idee verwende ich eine Zwillingsnadel 3/90. Der Nadelabstand passt zur einzunähenden Kordel mit einem Durchmesser von ca. 3 mm. Die habe ich aus einer Ansammlung Schnürsenkel heraus gepickt. Als Nähfuß habe ich den Applikationsfuß gewählt. Er hat eine kleine Kerbe und etwas Freiraum unterseitig, groß genug für meine dünne Kordel. Außerdem verwende ich in Kombination mit der Zwillingsnadel immer eine Ersatz-Spulenkapsel mit Fadenkennzeichnung. Diese ist für eine lockere Fadenspannung eingestellt. Als Führung für die Kordel habe ich kurz vor dem Nähfuß einen Trinkrohr-Abschnitt angeklebt so wie es Martina hier beschreibt.


Der zu nähende Stoff verdeckt die Kordel samt Führungsrohr. Die Führung ist unverzichtbar um mich auf das Führen des Stoffes zu konzentrieren. Eine 2. Lage spare ich mir denn die Kordel wird vom Unterfaden gefasst der bei jedem Stich beide Oberfäden abgreift. Als Ober- und Unterfaden verwende ich ein NM120 Faden. Das Stichbild der linken Nadel lässt Wünsche offen. Besonders links ist der Oberfaden zu locker hat aber auch Zacken die nur von der Spannung durch das Verschlingen des Unterfadens kommen können. Im Prinzip nahe ich ja eine Biese mit Cordelfüllung. Die 3-Dimensionalität an der Oberfläche tritt auch kaum hervor.


Zum Vergleich habe ich mit Vlies darunter eine Zwillingsnaht (gleiche Nadel) in rot und weinrot mit Knopflochgarn NM50 ergänzt. Da bin ich mit dem Stichbild zufrieden.


Fazit: Dünne Kordel mit der Zwillingsnadel einnähen bringt wenig Effekt mit ungleichmäßigem Stichbild. Das ist gut zu wissen, denn es gibt viele andere Möglichkeiten. Die anderen Stoffspiel-Beiträge zum Thema Cording werden es zeigen.

Meine Spielerei hat sich in 2 Platzdeckchen verwandelt. So etwas steht schon lange auf der Liste. Auch wenn das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht gebe ich nicht gleich auf. 2 Platzdeckchen sind genäht. Neben dem unregelmäßigen Stichbild habe ich von Hand abgesteppt. Das lenkt den Blick ab und verbindet die Schichten so dass das Set auch rückseitig gut aussieht. Die Platzdeckchen passen zur Einrichtung und erfüllen ihren Zweck. Da sie in einem Eck-Regal verstaut werden sind sie 5-eckig.

Ablage und Rückseite Platzdeckchen


Die Stoffspielereien

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfektsein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Die nächsten Termine:
24.04.2022: „metallisch“ bei zwisch-en-durch
29.05.2022: „gekräuselt und gerafft“ bei Stoffnotizen
26.06.2022: „Portrait“ bei Bimbambuki
Juli und August: Sommerpause
25.09.2022: „Webkanten“ bei Siebensachen zum Selbermachen
30.10.2022: „Posamente“ bei made with Blümchen
27.11.2022: „Ornament“ bei Petersilie & Co
Dezember: Winterpause

Samstag, 26. März 2022

Weniger ist mehr ... 1000 Teile raus

Seit einiger Zeit verfolge ich (meistens still) bei Valomea Aufräume- und Entrümpelungsaktionen in ihrem Nähzimmer und seit diesem Jahr im ganzen Haus. Dabei denke ich dann über eigene Ansammlungen nach und auch darüber, ob etwas das Haus verlassen sollte. Eine systematische Aktion, die Stück für Stück verschiedene Bereiche inventarisiert wird es bei mir nicht werden. So etwas passiert mitunter von Zufall oder Gelegenheit geleitet beispielsweise bei anstehendem Tapetenwechsel im Wohnzimmer.

Deshalb werde ich kein Bingo zählen, denn darauf kommt es am Ende nicht an. Zweck ist nach meiner Auffassung, dass die Dinge, die wir bewahren benutzt oder geliebt werden. Zugegeben gibt es Dinge, von denen es mehr gibt als benötigt, einfach der Schönheit oder Auswahloptionen wegen. Ich denke, wenn diese Dinge ihren Platz haben ist alles gut. Kritisch wird es, wenn der Stauraum nicht mehr ausreicht und Dinge in Bereiche hinein drängen, wo sie nicht hin gehören. Dann kann entweder eine bessere Aufbewahrung oder mehr Stauraum helfen. Manchmal muss aber auch was weg.

Schrank-Update im Nähzimmer: Mehr Stauraum

Mehr Stauraum im Nähzimmer gab es vor einiger Zeit durch einen voluminöseren Schrank. Der kleine weiße ist umgezogen in die Ferienwohnung.

Knöpfe vermehren sich hier immer durch auftrennen. Ich vernähe nicht viele. Trotzdem ist es beruhigend, Auswahl parat zu haben. Vor längerer Zeit hatte ich die Knopf-Ansammlung in ein Schütten-Regal vom Baumarkt eingeordnet. Für Knöpfe hat sich dieses Ordnungssystem bewährt. Allerdings ist es auch voll. Deshalb habe ich überzählige Knöpfe in Gläsern second-Hand abgegeben. Eine Zählung der Knöpfe könnte die 1.000 eventuell schon erreicht haben ...

Weg gegeben habe ich 30 Baumwoll-Stoffbeutel. Sie kamen zu mir aus dem Haushalt meines Enkels. Ich wundere mich nicht mehr darüber, dass Menschen, die nach meiner Einschätzung den Euro 2 x umdrehen müssten Euros für Einkaufsbeutel übrig haben. Im Alltag beobachte ich außerdem, dass die gesetzlich abgeschafften Plastikbeutel oft ersetzt werden durch festere Web-Struktur-Plastiktaschen. Oft ist es sicher eine Frage der Alltagsstruktur und Organisation. Jeder entscheidet selbst, wie viel Müll er der Umwelt zurück gibt.

30 Baumwoll-Stoffbeutel als Spende an den Tierschutz

Nach einer Bloglektüre durch Valomeas Auftäumeaktionen (Geschirr) habe ich einige Schüsseln aussortiert.  Meistens verwenden wir im 2-Personen-Haushalt Jenaglas-Gefäße zu denen es auch Deckel gibt. Sie sind praktisch beispielsweise für Reste und gleich zum Aufwärmen. Topfdeckel passen wahlweise auch.

In der Ferienwohnung hat sich so viel blau weißes Geschirr angesammelt dass man zum Spülmaschine Ausräumen schon fast Tetris spielen musste. Deshalb habe ich 2 Services im Stöberhaus Erfurt abgegeben. Dazu gesellten sich ein paar Porzellan-Vasen mit Craquelé-Oberflächenstruktur, Elefanten-Übertopf und auch ein aufblasbares Pool-Becken. Hier mein Abschiedsfoto:


Auch in meinem Nähzimmer strandet einiges. Mitunter kann es eine Herausforderung sein, diese Sachen nützlich (oder in schön) zu verwandeln. In so einer selbst gestellten Mission habe ich im letzten Herbst als Upcycling Anregung für einen Nähkurs Polsterproben eines Möbelherstellers zu Flächen gepatcht und Taschen daraus genäht: schlicht zum einkaufen, nur mit Chip-Karabiner, belastbar durch Nietbefestigung der Träger. Als Futter habe ich Mischgewebe-Hemden verwendet.

 

Es waren 9 Taschen. Für jede habe ich 10 Polster-Proben verwendet. Man kann sich alles schön rechnen. Unterm Strich macht es keinen Unterschied. Zum Jahreswechsel haben wir die Taschen an Freunde verschenkt. 

Im Sommer 2022 plant mein Mann die Renovierung des Wohnzimmers. Ich werde die Gelegenheit nutzen, um Gläser, Geschirr und Vasen mal wieder näher anzusehen während ich aus- und einräume. Geschmack ändert sich ja bekannterweise.

Grundsätzlich gibt es in unserem Haushalt viele Dinge mehr als benutzt werden. Ich denke da an 

  • Nähmaschinen,
  • Bügeleisen,
  • Blumenvasen,
  • Kleidung,
  • Haushaltswäsche,
  • Stifte ... 

Hier gilt: Alles was einen zugeordneten Platz hat darf bleiben. Leider gibt es auch im wahrsten Sinne des Wortes überschüssige Dinge, da werde ich noch mal drüber nachdenken und mich durch die Linksammlung weiter inspirieren lassen ...

Wir nähen ein Landgut, ein Gruppenquilt

Im Januar fragte Clara auf Ihrem Blog wer mit Ihr ein Landgut nähen möchte. Es war der Beginn eines Gruppen-Quiltes in schwarz-weiß und eine greifbare Möglichkeit, sich an diesem einmaligen Projekt zu beteiligen. 

Nach einigen Überlegungen habe ich mich entschlossen, den Grundriss unserer Ferienwohnung als Vorlage zu nutzen. Den gibt es im benötigten Maßstab 1:50. Als erst mal das Material bereit gelegt war ging es relativ zügig voran mit dem nähen. So habe ich gleich noch die Etage komplettiert, gleichzeitig auch zum nähen etwas vereinfacht.

Findet Ihr die Unterschiede? 

Etwas tricky waren Rundungen an Badkeramiken. Mit etwas Herausforderung wird es um so spannender beim nähen. Eine genähte Treppe habe ich verworfen und mich für eine gestaltbare freie Fläche entschieden. 

Vielleicht ist es ganz interessant, dass es zum meinem Grundriss-Plan reale Räume gibt:


Inzwischen ist mein Beitrag angekommen. Zusammen mit anderen Einsendungen zeigt ihn Clara auf Ihrem Blog bimbambuki. Nun liegt das Projekt in Claras Händen. Den Teilnehmern bleibt vorerst die Spannung, wie sich alles zusammen fügen wird. 

Clara hat schon öfters Gruppen-Quilts ins Leben gerufen und organisiert. Auf ihrem Blog kann man beispielsweise mehr erfahren über einen Postkarten Quilt oder den kunst-inspirierten Gruppenquilt Dance III, der zur QuiltCon 2022 in Phoenix eine Auszeichnung erhalten hat. 

Den Beitrag verlinke ich bei:

Nachtrag: Inzwischen ist das Projekt unter den Nadeln von Clara zusammengesetzt. Etappe für Etappe kann man bei bimbambuki verfolgen:

Projektidee | Räume Teil 1 | Räume Teil 2 | Räume Teil 3 | Räume Teil 4 | Überblick über alle Räume | Baustellenbericht Teil 1 | Baustellenbericht Teil 2 | Baustellenbericht Teil 3 | Baustellenbericht Teil 4