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Sonntag, 28. Juni 2026

Tierische Stoffspielerei mit Uhr

Elvira sammelt heute auf ihrem Blog zwisch-en-durch thematisch tierische Beiträge zum Thema der Stoffspielerei in diesem Monat.


Obwohl reichlich Ideen und auch Bedarf vorhanden habe ich es bis heute nicht geschafft, etwas Neues zum Thema zu nähen. Deshalb tauche ich ins Fotoarchiv ab und zeige etwas, das ich bisher auf dem Blog nicht vorgestellt habe: eine quiltige Uhr


Dieses Projekt entstand nach einem Aufruf von Regina für schwarz-weiß-Quilts mit den Abmessungen 15 x 60 cm. Ich kann mich noch erinnern, dass ich zu dieser Zeit auch nicht recht Zeit und Muse fand für einen Beitrag zu diesem Thema. Allerdings war das Thema in meinem Kopf als ich in einer Geschenkekiste eine Kinderzimmeruhr fand. So entstand die Idee, das Projekt und die Fundsache zusammen zu führen. Eine weiße Fläche mit Vlies steppte ich so ab, dass die Stundenaufteilung innerhalb von Spinnfäden-Markierungen lag. Weil ich unsicher war, ob die Uhr nach dem Zerlegen und integrieren in die Quiltfläche funktionieren würde habe ich aus dem Absteppen keine langwierige Sache gemacht. Mit einem kleinen Lochwerkzeug habe ich ein kleines Loch in die Fläche gemacht zum Durchführen der Zeigeranbringung. Spannend war der Moment des Einsetzens der Batterie in das dafür vorgesehene Fach. Das Gehäuse des Uhrwerkes ist oberhalb als Aufhängung angebracht. Gleichzeitig hält es den Abstand des Uhrwerkes von der Wand.


Gedacht, gewagt, gewonnen ... die Uhr funktioniert. Ich mag es, dass die langen Zeiger seitlich über die Quiltfläche hinaus ragen. Beschränkungen / Vorgaben können spannend sein.

Zusammen mit den kleinen schwarz weiß-Quilts war die Uhr schon ein paar mal ausgestellt: MühlbergLangewiesen, Patchworktage Suhl. Transport ist etwas tricky: die Batterie wird heraus genommen. Bisher hat es immer funktioniert. Noch immer tickt die Uhr zuverlässig und zeigt die Zeit an.

Aktuell hängt die Uhr hier im Flur. Aus meinem Sitzplatz im Wohnzimmer habe ich oft einen Blick darauf, sichte die Zeit und erfreue mich an meinem gelungenen Experiment.

Die Spinne spinnt, die Zeit verrinnt ...

Vielleicht habt ihr die Uhr sogar schon original in einer Ausstellung gesehen oder selbst einen kleinen schwarz-weiß-Quilt für diese Ausstellung(en) genäht?

Nun freue ich mich auf eine tierisch spannende Blogrunde der anderen Mitspielerinnen. Ich bin gespannt.

Die Stoffspielereien

Bist du auch eine Stoffspielerin?

Mach mit, trau dich, sei dabei! Die Stoffspielereien sind offen für alle, die mit Stoff und Garn etwas Neues probieren wollen. Es geht ums Experimentieren und nicht ums Perfekt-Sein, denn gerade aus vermeintlich „misslungenen“ Experimenten können wir im Austausch jede Menge lernen. Lass dich gerne vom monatlich vorgegebenen Thema inspirieren und zeig deine Ideen dazu.

Jeden letzten Sonntag im Monat sind die Stoffspielereien zu Gast bei einer anderen Bloggerin. Dabei kommen wir ohne Verlinkungstool aus: Schreib einfach einen Kommentar mit dem Link zu deinem Beitrag im jeweiligen Blogpost der Gastgeberin. Sie fügt die Links im Lauf des Tages in ihren Beitrag ein – ganz persönlich und individuell.

Machst du nächstes Mal mit?  

Stoffspielerei-Termine 2026:

25.01.2026: "Ein Buch als Inspiration" bei Langer Faden
22.02.2026: „Licht & Dunkelheit“ bei HeyyOskar
29.03.2026: „Taschen“ bei Petersilie und Co
26.04.2026: „Altes in Neuem“ bei feuerwerk by KaZe
31.05.2026: „Englisch Paper Piecing“ bei 123-Nadelei
28.06.2026: „Tierisches“ bei zwisch-en-durch
   Juli und August: Sommerpause
27.09.2026: „Die Kunst des Weglassens“ bei Tyche's Touch
25.10.2026: „Schablonieren“ bei Siebensachen zum Selbermachen
29.11.2026: „Teppiche“ bei made with Blümchen
   Dezember: Winterpause

Sonntag, 31. Mai 2026

Englisch Paper Piecing - eine mobile Stoffspielerei

Heute sind die Stoffspielereien hier zu Gast. Passend zur Urlaubszeit habe ich ein Thema gewählt, welches uns im Urlaub begleiten kann und ganz ohne Strom funktioniert.

Bücher über Englisch Paper Piecing = EPP

Das Buch von Florence Knapp "Englisch Paper Piecing" beschäftigt sich historisch mit den Vorteilen für Körper, Geist und Seele bei Handarbeits-Tätigkeiten, welche bei diesem Handnähen vielleicht auf den beruhigenden, sich wiederholende Rhythmus des Nähens zurückzuführen sind. Näherinnen sprechen im Allgemeinen von der "meditativen Qualität" des Nähens. Dieser meditative Zustand, der während der Arbeit mit unseren Händen hervorgerufen wird, mitunter empfunden als Zustand der Freude, Kreativität und totalen Beteiligung, in dem Probleme zu verschwinden scheinen. 
Darüber hinaus werden Quilterinnen vorgestellt, grundlegende Techniken erläutert und eine Anleitung für einen Quilt mit zentral angeordneter Rosette ist enthalten.

Das Buch "all points patchwork" beinhaltet Grundkenntnisse Englisch Paper Piecing und nähert sich dem Thema nach geometrischen Basisformen geordnet.


Die Technik ist vielfältig mehr oder weniger umfangreich anwendbar. Beispiele finden sich in der folgenden Linkliste der Mitspielerinnen:
  • Tyche zeigt auf ihrem Blog Hexagons aus Dupioni Seidensatin und gestaltet damit eine Draufsicht in einen Garten als Applikation für ein ein Han Haba Obi (Kimonogürtel)
  • Elvira zeigt kleine Handnähprojekte, gibt uns einen kurzen historischen Einblick und erläutert ihre Vorgehensweise beim Lieseln und kombinieren moderner EPP-Flächen mit 3D-Effekt.
  • merlecolibri lässt sich von der EPP-Technik inspirieren und kombiniert Mix-Media-Collagen mit Hexis. Frei nach der Technik abgewandelt appliziert sie außerdem Kreisformen.
  • Gabriele zeigt uns die winzig kleinen Hexagons wie im Quilt "Meerbedeckt" von Renate Kämmer. Davon inspiriert startet sie eine Hexagon Größenvergleichsreihe mit Kantenlänge 2 cm, 1,5 cm, 1 cm und startet damit Ihr Sommer-Handnähprojekt.
  • Kerstin probiert eine Kombination der Technik wie bei Applikationen verbreitet: Sie bügelt die Formen aus Papier obenauf und kontrolliert so das perfekte Aneinandergrenzen der Formen.
  • Regula erkundet die EPP-Technik erstmals und sammelt auf diesem Weg Erfahrungen. Eine Hexagon-Blume appliziert sie gestalterisch geschickt auf eine Buchhülle.
  • Anne Sophie näht unterwegs gerne EPP Projekte und zeigt Kreuzmuster und frei gestaltete Muster mit Schrift/Buchstaben
  • Beate zeigt Ihre Fortschritte beim Einstein-Quilt, ein Langzeitprojekt. Fortschritte malt sie in einen Flächen-Puzzle-Plan zum Projekt.
  • Heike startet nach langer Vorbereitungszeit wohlüberlegt ein Hexagon-Projekt aus Stoffresten. Dazu gibt es eine kleine Geschichte.
  • Thea zeigt uns eine kleine Spielerei mit Rundungen.

Auch bei den Patchworktagen in Suhl habe ich Beispiele mit EPP-Technik, auch Lieseln genannt, entdeckt:

Für die EPP-Technik werden Schablonen aus Papier geschnitten. Oft handelt es sich um geometrische Formen, die die spätere Fläche ausmachen. Diese Schablonen werden mit Papier umspannt. Reizvoll bei dieser Technik ist die mathematisch geometrische Vielfalt in Kombination mit Farb- und Mustermöglichkeiten. 

Hexagonal Pinwheel
Mein Projekt startete ganz unverhofft mit Muster-Resten und Stoffresten aus einem Nähkurs im letzten Herbst:
EPP-Schablonen 1/2 Hexagon

Papierschablonen schneide ich aus A4-Briefumschlägen oder Werbesendungen etwa 100 - 130 g/qm. Zur Markierung verwende ich einen Stempel.

Zum Heften verwende ich eine Applikationsnadel. In der Nahtzugabe setze ich intuitiv gerne einen Zwischenstich. Durch das Papier hefte ich nicht mehr. Für exakte Positionierung der Schablone auf dem Stoff nutze ich einen Büro-Klebestift. Die Papierschablonen sind gelocht weil so das spätere Entfernen mit Häkelnadel leicht von Hand geht. Meine Heftfäden (Polyestergarn NM120) bleiben drin und fixieren die Nahtzugaben. Zum Zusammennähen der Formen verwende ich eine kurze feine Quiltnadel. Immer griffbereit ist ein Tisch-Einfädler.


So wächst das Projekt mit verfügbaren Stoffresten ohne konkreten Plan zur späteren Anordnung.

Immer mal ordne ich Sätze von 1 Hexagon und 6 halben als Set zum Zusammen-nähen.

Inzwischen sind ca. 420 Hexagon-Windräder zusammen genäht. Eine Legeprobe hat ergeben, dass ich für eine Decke von ca. 1,3 m x 2 m ca. 660 Stück benötige.
Vielleicht habe ich mich auch verrechnet dachte ich mir letztens als ich meine 90 schwarz-weißen auf einer Decke ausbreitete. Macht nichts, wird die Decke vielleicht etwas größer. Zum komplett Auslegen aller Windräder fehlte mit die Muse. Es kommt am Ende sicher alles passend zusammen, bleibt noch spannend.


Als Projekt für unterwegs demnächst im Urlaub kommt es nicht in Frage weil die vorbereiteten Formen oft Stoff-Kombinationen aus dem Vorrat benötigen. Also starte ich ein zusätzliches Projekt in EPP-Technik, das schon lange auf meiner Näh-Wunschliste steht.

Patchwork of the Crosses (POTC) nach Lucy Boston
Das Buch von Florence Knapp enthält übrigens ein Kapitel über Lucy Boston. Am bekanntesten ist ihr Quilt aus lang gestreckten Sechsecken. 

Dafür habe ich einen Stempel mit Kantenlängen von 1". Eine kleine Schachtel Papierschablonen war schon zugeschnitten als sich im Herbst letzten Jahres das Windrad-Sechseck dazwischen mogelte.

Die Anordnung der Formen kommt meinem Ziel entgegen, Blaudruck-Deckchen aus dem DDR-Kunstgewerbe zu verwenden. Die Druckmotive eines Deckchens im Fuzzy-Cutting-Zuschnitt (pingelich für symetrische Kombination) verlangen nach 45-Grad-Spitzen.


Schon eine Weile denke ich über die Anordnung und Kombination von Farben und Kontrast in Kombination mit 4 Blaudruck-Formen mittig nach:


Unentschlossen bin ich bisher zum weiteren Anbau von Farben. Ein paar Stoffe aus dem Vorrat habe ich auf Schablonen gezogen um mal zu puzzeln. Die weißen Teile sind Schablonen als Platzhalter:


Irgendwie kombiniert es sich für mich nicht stimmig mit den falschen Unis um die Mitte. Oder so? 

Ein paar mehr bespannte Papierschablonen wären vielleicht hilfreich. Ins Urlaubsgepäck nehme ich voraussichtlich die Blaudruck-Deckchen und liesle erst mal 96 Mittelteile. Alles weitere wird sich finden.

Weitere EPP-Nähprojekte:

Wie ist es bei Euch? Nehmt ihr Handarbeiten mit auf Reisen oder ins Wartezimmer? 
Habt Ihr einen passenden aktuellen Blogbeitrag? Dann meldet Euch mit Kommentar.

Die Stoffspielereien

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Stoffspielerei-Termine 2026:

25.01.2026: "Ein Buch als Inspiration" bei Langer Faden
22.02.2026: „Licht & Dunkelheit“ bei HeyyOskar
29.03.2026: „Taschen“ bei Petersilie und Co
26.04.2026: „Altes in Neuem“ bei feuerwerk by KaZe
31.05.2026: „Englisch Paper Piecing“ bei 123-Nadelei
28.06.2026: „Tierisches“ bei zwisch-en-durch
   Juli und August: Sommerpause
27.09.2026: „Die Kunst des Weglassens“ bei Tyche's Touch
25.10.2026: „Schablonieren“ bei Siebensachen zum Selbermachen
29.11.2026: „Teppiche“ bei made with Blümchen
   Dezember: Winterpause

Sonntag, 26. April 2026

Japanisch-schwedische Stoffspielerei - Altes in Neuem

Karen hat ein Thema gewählt, das hier auf viele Projekte passt:

Altes in Neuem

paarweise Reihenabsteppen und anfügen

Auch auf ein Quilt-Projekt passt das Thema gleich mehrfach:

  • Eine alte japanische Falttechnik trifft auf ein Neues Design
  • Hemdenstoffe wurden mit anderen einfarbigen Stoffen kombiniert.

Ich zeige ein Projekt aus meinem Nähkurs letzten Herbst. Es kombiniert die Atarashii-Falttechnik mit einem Half-Square-Design namens "Postcard of Sweden. Letzteres ist online frei verfügbar.

Die Atarashii-Technik zählt zu den Quilt-as-you-go-Techniken denn während man näht entstehen gleich 2 fertige Seiten. Man schneidet Kreise welche sich später zu Quadraten wandeln. Das fasziniert mich so dass mehrere Projekte mit dieser Technik entstanden sind: ein Spitzen-Jeans-Quilt, eine Tasche und das Projekt, welches ich heute vorstelle.

Das benötigte Farbspektrum ist umfangreich. Es ist von Vorteil wenn die Stoffe gestärkt sind. Ich habe einfach mal geschaut, was mein Vorrat hergibt mit großzügiger farblicher Interpretation der Vorgaben des schwedischen Designs. Bei aufgetrennten einfarbigen Hemden/Blusen fand ich viele in gelb, braun, grün, blau, lila, pink, rot. Die Halbkreis-Zuschnitte habe ich in einem Monats-Terminvorlage-Ordner bereit gelegt.

Um auf einer Seite die Halbe-Quadrate-Optik zu erhalten habe ich Halbkreise mit Nahtzugabe zugeschnitten. Oft passte meine vorbereitete Schablone auf ein Teil eines Hemdes. Die Größe orientiert sin an der späteren Größe des Quadrates zuzüglich Zugaben für das Einreihen / Spannen um Kartonschablonen.


Um den Überblick zu behalten sind die genähten Kreise mit einem kleinen Koordinaten-Schild mittels Klebestift gekennzeichnet. Mit Schablone umspannt ist gut gebügelt.


stärken: besser spät als nie

Nachdem all die Kreise vorbereitet sind einschließlich Kennzeichnung tut sich die Frage auf:
Was lege ich in die Fläche zwischen die umgeschlagenen Melonenflächen? Zunächst dachte ich an Fassett-Blütenstoffe. Das erschien mir allerdings ein unruhiges Bild zu ergeben. Deshalb wählte ich das Naheliegende auf dem Zuschneidetisch: einfarbige Stoffe. Mir kam die Idee, ein Pixel-Motiv zu legen wie eine Urlaubs-Postkarte mit Sonne, Baum, Himmel, Blumen, Wiese ... Beim Zuschneiden der verfügbaren Reststoffe habe ich immer stellvertretend ein Quadrat-Zentimeter-Stückchen für ein Puzzle mit abgeschnitten und aufgeklebt. In etwa so:


Dieser Moment wenn alles bereit ist zum zusammen nähen ist gepaart von einer Portion Ungeduld und auch Spannung ob das Nähen so funktioniert wir geplant.

Die Kreisformen sind markiert so dass das Zusammen nähen in Reihen starten kann. Abweichend vom Ausgangs-Design habe ich eine weitere Reihe vorbereitet und bei dieser Gelegenheit die Farbanordnung da und dort ausgetauscht. Nachbarschaftliche Dopplungen habe ich vermieden.

markieren mit Kreide bzw. weichem Bleistift

Das Zusammen-Nähen erfolgt reihenweise, der "Anbau" paarweise. 




Vorteil ist eine gute Erreichbarkeit der zu nähenden Stellen beim Quilten. Ich habe mich für Vorstiche von Hand entschieden und starkes Baumwollgarn, geschätzt NM40.

quilten mit Sashiko-Nadel

Eingelegt ist Polyestervlies 10 x 10 cm. An den Quadraten sind die Ecken geringfügig nach hinten umgeklebt, vorsorglich zur Vermeidung späteren Ausfransens. Beim Aufeinandertreffen identischer Stoffe mittig zwischen den Teilkreisflächen habe ich etwas getauscht. Es ist nur Stoff ...


So wächst die Fläche allabendlich um 2 Reihen. Die umlaufenden Teil-Kreis-Flächen sind auch dem Design angepasst gequiltet. Ein farbenfroher Quilt ist entstanden. Ein Pixelmotiv erkennen nur Insider. Vielleicht packen wir ihn ins Reisegepäck, vielleicht fahren wir mal wieder nach Schweden ...




Vor unserem Urlaub nach Skandinavien finden hier in Suhl die Patchworktage der Patchworkgilde statt. Vielleicht treffen wir uns dort. Ich bin alle drei Tage in Congress-Centrum Suhl.


Nun bin ich gespannt auf die Alt-Neu-Kombinationen der Mitspielerinnen und freue mich auf eine Blogrunde. Nächsten Monat versammeln sich hier Beiträge zum Thema Englisch Paper Piecing als Anregung für ein mobiles Handnäh-Reise-Projekt.

Die Stoffspielereien

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22.02.2026: „Licht & Dunkelheit“ bei HeyyOskar
29.03.2026: „Taschen“ bei Petersilie und Co
26.04.2026: „Altes in Neuem“ bei feuerwerk by KaZe
31.05.2026: „Englisch Paper Piecing“ bei 123-Nadelei
28.06.2026: „Tierisches“ bei zwisch-en-durch
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   Dezember: Winterpause

Sonntag, 25. Januar 2026

Buchinspiration Atarashii als Upcycling

Gabriele hat für heute das Thema der Stoffspielereien gewählt:

Ein Buch als Inspiration

Bücher über Handarbeiten gibt es hier reichlich. Ergänzend zu online verfügbaren Inspirationen mag ich die Möglichkeit, ein Buch zur Hand zu nehmen und darin zu blättern. Gabi hatte sicher im Sinn, mal Projekte aus unseren Büchern umzusetzen. 
Eine Wunschliste zum nähen nach Büchern gibt es hier gar nicht, jedenfalls nicht konkret nach Anleitung. Wahrscheinlich kommt das daher dass ich in den 70ern in der DDR angefangen habe zu nähen. Da gab es nur wenige Anleitungen. Zu Projektideen und verfügbarem Material musste man sich einfach selbst Gedanken machen. Dabei ist es auch später geblieben. Vielleicht habe ich so viele Handarbeitsbücher weil sie "früher" nahezu unerreichbar waren. Ich blättre gerne in Handarbeitsbüchern und schaue auch gerne grob über Anleitungen. Ideen und Pläne sammeln sich so an ohne dass ich dazu eine Wunschliste führe. Gerne kombiniere ich dann Projektideen und variiere mit verfügbaren Materialien.
So ist es beim aktuellen Thema auch. Es ergab sich als Quilt-As-you-go-Variante für einen Nähkurs im letzten Herbst.

Atarashii Patchwork - japanische Falttechnik

Atarashii ist eine japanische Falttechnik. Im Buch "Vom Kreis zum Quadrat" werden verschiedene Möglichkeiten beschrieben wie sich Kreise als Ausgangsformen zur Fläche formieren:
  • 2 Kreise als Lagen kreisförmig umnähen und durch eine strategisch platziere Wendeöffnung verstürzen
  • 1 Stoffkreis mit Heftstichen am Rand einreihen und um einen runden Karton spannen
Durch gepatchte Flächen innerhalb der späteren Kreisbögen, Farbkombinationen sowie wechselnde Anordnung der Kreisbögen (vorne oder hinten) ergeben sich unendliche Gestaltungsmöglichkeiten. Das Buch enthält viele Anregungen dazu.

Eine Variante mit Kartonschablonen habe ich probiert. Dabei habe ich mich an der Farbverteilung des Quilts "Postcards of Sweden" orientiert. Das ist allerdings gar nicht das Nähprojekt, das ich heute zeigen möchte.

Meine Vorliebe für Upcycling führte zu einer Variante mit Jeans und Spitzendeckchen. Diese Zutaten hatte ich reichlich vorrätig.
Schatzkoffer Deckchen nach Größe geordnet

Jeans gibt es hier auch reichlich, viele davon vom Enkel (zu klein). Ihr wisst wie das ist mit den Jeans. Für die einen sind sie abgelaufen, für unsereine haben sie Nähpotential.

Inzwischen gibt es für die Atarashii-Technik Schablonen in verschiedenen Größen. Auch die spätere Wendeöffnung ist integriert (hier oben).

Meine Jeansversion funktioniert ohne verstürzen offenkantig. Die Schablone hilft mir, Deckchen in der richtigen Größe zu finden. Sie sollen weder zu dick noch zu großmaschig sein. Die Deckchen appliziere ich auf Baumwollstücke (Hemden) in der Größe der Einlage (hier 12 cm). Das ganze ist mit einer Overlock-Naht umrundet.



Die Denim-Kreise von Jeanshosen sind mittels Schablone und Rollschneider ausgeschnitten. Die Größe der gewählten Schablone ergab sich zuschnitt-optimiert für Hosenbein-Vorderteile. 160 Kreise wollen erst mal geschnitten werden. Eine neue Rollschneiderklinge war im Einsatz.
 
Nach diesen Vorbereitungen konnte es los gehen: die Kreise wurden anhand der Markierungen reihenweise aneinander genäht.


Reihe für Reihe erfolgte unmittelbar das Einfügen der Spitzeneinlagen und absteppen welches gleichzeitig die Einlagen befestigte.

Für die Markierung der Bogenlinie habe ich die Schablone genutzt. Sashikonadeln und Erfahrungen bei Visible Mending waren hilfreich. Eine offenkantige Überlänge habe ich bewusst eingeplant und bin mal gespannt wie die verschiedenen Denim-Arten fransen werden. Mir gefällt wie die Treffpunkte der Blöcke eine Blüte bilden. Vor der ersten Wäsche werde ich die Überlänge sicher im Rag-Time-Style einschneiden. Es bleibt spannend, wie der Quilt sich dann verändern wird.


So wuchs Abend für Abend die Fläche um eine Reihe. Der Vorteil bei Quilt-As-you-go ist, dass es dann gleich fertig ist mit vorzeigbarer Rückseite.

Inzwischen ist der Quilt fertig und auch schon benutzt. Nun folgt endlich ein Foto in ganzer Pracht:


Noch eine Woche ist der Quilt Bestandteil einer Ausstellung in der Kulturscheune Mühlberg zum Thema "Upcycling". 



Vielleicht habt ihr Gelegenheit, dort vorbei zu schauen. Vieles gibt es zu Bestaunen aus Papier, Metall, textil oder anderen Materialien. Hier kann man etwas mehr erfahren zur Ausstellung. Mit einer Upcycling-Auswahl aus Jeans und Spitzendeckchen durfte ich dabei sein.


Nun freue ich mich auf die Bucheinblicke der anderen Stoffspielerinnen und schaue durch die Beiträge zum Thema heute.

Die Stoffspielereien

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Sonntag, 30. November 2025

Techniken im Dialog - eine Stoffspielerei mit Kindern

Tyche sammelt heute Handarbeiten mit Techniken im Dialog, also mehrere Techniken in einem Projekt. Das ist spannend weil es unendliche Möglichkeiten für Projekte gibt. Im Laufe der Zeit, in der ich mich mit Handarbeiten beschäftige kommt einiges zusammen: nähen, malen, färben, weben, bügeln ... upcycling

Eine besondere Freude bereitet es mir, wenn ich dem Nachwuchs unser Hobby näher bringen kann. Die Beispiele, die ich heute zeige entstanden in den Herbstferien mit Kindern im Alter von 8-12 Jahren. Organisiert wurde dieser Kurs im Rahmen des Projektes Talentcampus von der Volkshochschule Suhl. Die Kinder können zwischen verschiedenen Kursen wählen. Holzbearbeitung und Foto-Video gab es alternativ zur Auswahl. 

Im Nähkurs waren Upcycling und Patchwork auf dem Plan. Kissenbezüge mit vielfältigem Design und auch die Füllung haben wir genäht. Nachdem die Kinder mit kleinen Projekten (Lavendelkissen, Kirschkernkissen) Grundkenntnisse an der Nähmaschine gelernt hatten gestalteten wir Kissenbezüge. Weil der Kurs über mehrere Tage stattfand konnten wir das Nähen und Gestalten etwas vertiefen.

Folgende Techniken kamen zum Einsatz:

  • nähen an einer Haushaltsnähmaschine
  • English Papier Piecing EPP mit Stempeln, Malen der Formen, Kombinieren von Formen, handnähen zur Komplettierung als Applikation für Kissenbezüge

Die Techniken im Einzelnen verzahnen sich zielgerichtet und standen wahrhaft im Dialog. So hatten die Kinder Gelegenheit, verschiedenes auszuprobieren, Hilfsmittel kennenzulernen und sich zusammen zu tun um nach individuellen Vorlieben zu kooperieren. 

Nun lasse ich Fotos sprechen von Techniken im Dialog. 

Viele Kissenbezüge sind entstanden.

erst mal Füllmaterial upcyceln ... 
Ca. 20 Jahre wohnte der Teddy auf dem Dachboden.

So ein Teddy ergibt reichlich Füllung für Innenkissen.

kleine und große Kissenbezüge für Lavendel und Kirschkerne nähen

... und die Kirschkernfüllung portionieren

Hexis stempeln und mit Textilstiften bemalen

Hexis lieseln = handnähen = Applikation vorbereiten

EPP-Applikation für ein Lavendelkissen

Hexagon-Blume appliziert

Lavendelkissen mit Textilmalerei oder Applikation

Quilt as you go mit Stoffstreifen
bügeln im Dialog zwischendurch

Kissenplatte Streifentechnik

Upcycling-Kissenbezug mit Hexi-Applikation

Beispiel für eine Hemd-Upcycling-Rückseite

Kissenparade: alles Einzelstücke

So eine Woche mit Kindern ist aufregend und hinterlässt so viele Erinnerungen. Ein paar ausgewählte Fotos können die Atmosphäre vor Ort nicht transportieren. Immer wieder freue ich mich, wie die Kinder offen sind, Techniken auszuprobieren und sich auf Projekte einlassen. Bei solchen Gelegenheiten sind nicht nur die Techniken im Dialog miteinander.

Nun freue ich mich auf die Kombinationen der anderen Stoffspielerinnen und schaue durch die Beiträge zum Thema heute.

Die Stoffspielereien

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