Sonntag, 18. Januar 2015

Buchrezension: Recycling-Taschen aus Kleidung genäht

Wie angekündigt hier die erste Buchrezension zu Handarbeitsbüchern.
Am 3. Sonntag im Monat werden weitere folgen.

Der Verlag stellte mir nach Anfrage ein Exemplar dieses Buches zur Verfügung:
 
 
Recycling-Taschen aus Kleidung genäht von Siegrid Reinelt
Seiten: 80
Format:
231 x 231
Einband:
Hardcover
ISBN: 978-3-8410-6235-2
Preis:
€ (D)  9,99

Das Thema interessiert mich und ich bin begeistert von den Ideen im Buch. Nach nützlichen Hinweisen zur Materialauswahl und Nähtechniken folgt die Taschenparade. 15 vielfältige Modelle für verschiedene Gelegenheiten können nachgenäht werden. Ein Blick ins Buch ist hier möglich.
 
 
Das Model „Jeans obenauf“ hat eine Taschenklappe aus Arm- und Schulterbereich einer Jeansjacke. Die Verwendung dieses Bereiches mit vielen Original-Doppelnähten finde ich sehr innovativ. Zukünftig werde ich ausgesonderte Kleidung mit ganz anderen Augen sehen.

Die Bikini-Handtasche „Lust auf Sommer“ verwendet ein Bikini-Oberteil als Gestaltungselement des Taschenkörpers. Diese originelle Idee merke ich mir für eine große Strandtasche bei der aufgesetzte Bikinitriangel sich in aufgesetzte Taschen verwandeln können.

Die Hosentasche „Mit reichem Innenleben“ zeigt mal die andere Seite einer upcycelten Jeanshose. Die Seitenstreifen sind Platzhalter für Reste von Lieblingsstoffen.

An der Umhängetasche „Spitzenmässig kombiniert“ fasziniert mich die Konstruktion im Ausgang als langer Streifen. Diese Fläche (aus welchem Material auch immer) hat Platz für Stickereien, Bänder und anderen schmückenden Besatz.

Der Rucksack „Mit Latz und Laune“ ist die Lösung, um eine zu klein gewordene Kinderhose länger tragbar zu machen.

Als ich die Rocktasche „Rock’n Roll“ sah fragte ich mich, warum ich darauf nicht schon selbst gekommen bin. Röcke haben oft Taschenpotential.

Ein Notebook bekam eine weiche Schale aus einer kaputten Softshell-Jacke. Auch bei diesem Beispiel treffen Ausgangsmaterial mit Schutz- und Tragefunktion für Pad & Co. perfekt aufeinander.

Weitere Modelle zeigt ein Blick ins Buch beim OZ-Verlag. Hinten im Buch sind 4 weitere Taschen abgebildet für die die Anleitungen im Buch nicht enthalten sind. Bestellungen beim Verlag sind telefonisch bzw. per Mail möglich oder bei Frau Reinelt direkt.

Das Buch ist für alle, die originelle Ideen für Taschen aus Kleidung suchen, eine Fundgrube an Innovation um den Blickwinkel für Wiederverwertung zu erweitern. Die vorgestellten Taschen sind meiner Ansicht nach variierbare Beispiele. Da es sich um Upcycling handelt sollte man für alternative Möglichkeiten des Ausgangsmateriales (z.B. vorhandene aufgesetzte Taschen) flexibel bleiben. Erfahrungen beim Taschen nähen sind auf jeden Fall von Vorteil denn das Buch ist nicht so detailreich bebildert wie heutzutage Online-Anleitungen.

Die Beispiele motivieren mich, selbst eines der Beispiele umzusetzen und eine Idee aus dem Buch für meine Möglichkeiten und Bedürfnisse zu teilen. Die Taschen im Buch sind mit Schwierigkeitsgrad 1-3 gekennzeichnet. Nach mehrmaligem Durchblättern entscheide ich mich für ein Modell für welches ich geeignetes Material vorrätig habe:

- Praxistest hier -
 
Am 15.02.2015 gibt es hier eine weitere Buchrezension.
Es geht dann erneut um das Nähen von Taschen.

Mittwoch, 14. Januar 2015

Palim, Palim ... Unterhemden

Jahresanfang ist hier im Nähzimmer Zeit zum Ordnen, Sichten, Aufräumen. Dabei ist mir ein zeltgroßes Poloshirt von Opa über den Weg gelaufen. Vorderseite und Rückenseite ergaben 2 Unterhemden Größe 128. Aufdrucke von Brust und Kragen habe ich wiederverwendet, für einen zusätzlichen Farb-Akzent rote Zierstiche eingesetzt.

Die Hemden sind für meinen Enkel (6), der sich zerpurzeln könnte, wenn er den gespielten Witz von Nonstop Nonsens nachspielt und eine Flasche Pommes Frites verlangt. Kurz habe ich überlegt, ob ich aus dem Reststoff noch eine Kappe nähe, die Idee aber verworfen, weil es für Fasching schon andere Pläne gibt (und das Aufräumen auch mal ein Ende finden soll).

Beim Fotoshooting hatte ich mir "böse gucken" gewünscht, sieht man ... oder?

 

Quilten und andere Übungen

Dieses Jahr stehen Quiltübungen auf meinem persönlichen Trainingsplan. In Büchern habe ich darüber gelesen und mehrere Videos angesehen. Hier zeigt sich, dass "gewusst wie" nicht immer ausreichend ist, es braucht außerdem Geduld und Übung.


Eine Fläche für einen Kissenbezug habe ich inzwischen fertig. Mit Quilt- und Stickfuß habe ich bei versenktem Untertransport gerade Nähte hin gekriegt. Das Gleichgewicht zwischen Nähgeschwindigkeit (Fußpedal) und Bewegen des Stoffes möchte ich gelegentlich trainieren.

Meine ersten Übungen zeige ich mal (sensible Quilterinnen bitte weg sehen), aller Anfang ist schwer:

 
Der Oberstoff war leicht stretchig, die Wellenlinie schwieriger als gedacht. Das Muster nebenan mit Fadenkreuzungen und Zacken. Das Halten eines kleinen Stückes hat auch seine Tücken. Maschinenquilten ist offensichtlich auch eine Übung in Disziplin und Geduld.
 
Die beiden Flächen habe ich in Faltbeutel integriert.
Gelegenheit mal wieder den
Knopfloch-Fuß zu benutzen, um die gefalteten Beutel zuknöpfen zu können.
 
 
Der eingelegte Knopf gibt die Länge des Knopfloches vor.
Der Knopflochhebel muss eingerastet sein.
Immer vergesse ich, an welcher Seite das Nähen des Knopfloches beginnt und mache dann ein Probeknopfloch auf einem Probestoff. Das Nähen des Knopfloches beginnt an der dem Sitzplatz zugewandten Seite im Kreuzungspunkt der roten Markierungen mit Geradstich und darüber Zick-Zack, ebenso die zweite Zick-Zack-Linie retour.
Zur Markierung des Anfangspunktes habe ich eine Stecknadel benutzt, die ich vor Nähbeginn entferne.
Das Heben des Fußes bei unvollendetem Knopfloch ist zu vermeiden, dann verstellt sich die Startjustierung.
 
 
 
 


Dienstag, 30. Dezember 2014

Jahresrückblick und Vorschau

Das war’s mal wieder, das Jahr ist so gut wie zu Ende.
Gelegenheit kurz zurück zu blicken um zusammenzufassen, was es 2014 hier gab.
Da waren viele Kissenbezüge, Nix-Plastix-Beutel, Lampen wurden gewerkelt, Jeanshosen transformiert, Krawatten vernäht und Stoffe zerstückelt...
Verlinkt bei Caro zeige ich meine Favoriten, eine schwierige Auswahl:


01  02  03
04  05  06
 
 
01  02  03
04  05  06
07  08  09

 Und da war noch was in Sachen Do it your self ...

2015 wird es wieder Linkpartys "Kissenschlacht und Nix Plastix geben.

Jeden Monat werde ich ein Handarbeitsbuch vorstellen, die ersten beschäftigen sich mit Upcycling und Taschen. Ich freue mich schon darauf, ganz tief in die Bücher einzutauchen (oft lese ich nur oberflächlich quer).

Allen, die hierher finden
wünsche ich einen "Guten Rutsch"
in das bevorstehende Jahr 2015
sowie allzeit Ideen zum Nähen,
einen reißfesten Faden in der Nadel
und ausreichend Stoff und Garn im Haus. 

Sonntag, 28. Dezember 2014

Grannys vom Kreis zum Quadrat

Für Baumwolle in Farben, die mich seit meiner Jugend begleiten habe ich ein Granny-Muster ausgewählt, bei dem ein Kreis sich zu einem Quadrat erweitert. Diesen geometrischen Wechsel habe ich farblich von weiß auf rot optisch verstärkt. In der letzten Runde mit schwarz sind die Grannys durch verschlungene Luftmaschen verbunden.


 
Häkelschema
  1. 6 Luftmaschen zum Ring verbinden
  2. 3 Luftmaschen, 11 x (1 Stäbchen + 1 Luftmasche), 1 feste Masche zum Verbinden des Ringes
  3. 3 Luftmaschen + 1 Stäbchen, 11 x (2 Stäbchen + 1 Luftmasche) 1 fM zum Verbinden
  4. 12 x je 5 Luftmaschen mit fester Masche im Zwischenraum der Vorrunde
     5. in den 1. Luftmaschenbogen 2 LM + 4 Stäbchen + 2 LM + 5 Stäbchen
        
in den 2. Luftmaschenbogen 1 feste Masche + 3 Luftmaschen
        
in den 3. Luftmaschenbogen 5 Stäbchen + 2 LM + 5 Stäbchen
         bis zum Ende der Runde wiederholen, 1 feste Masche zum Verbinden des Ringes

 
 

6.    Zusammenhäkeln der Quadrate (Beginn im Zentrum von 4 Grannys)
       2 feste Maschen in Eckloch der Vorreihe, 4 feste Maschen über Stäbchen der Vorrunde
       2 Luftmaschen, 1 fM in den Vorrundenbogen, 2 Lm, 1 fM in den gleichen Bogen, 2 Lm, 4 fM
          über Vorrundenstäbchen, 2 fM ins Eck der Vorrunde, dazu 2 Lm und 2 weitere fM
          das erste Quadrat so umhäkeln
       Das 2. Quadrat angrenzend mit den Luftmaschen verbinden indem eine Luftmasche gehäkelt
       und durch das angrenzende Quadrat gezogen wird, danach eine weitere Luftmasche häkeln
       und Muster fortsetzen.
       An Eckpunkten in beide Richtungen verschlingen.
 
 
Als ich über das Muster nachgedacht habe kam ich zwangsläufig auf einen Kreis mit 4er Teilung. Für den Farb- und Form-Wechsel habe ich weiße Kontrastfarbe gewählt. Als Außenrunde blieb schwarz. Damit die schwarze Farbe nicht zu viel Fläche bekommt habe ich dafür feste Maschen gewählt, die mit der weißen Vorrunde ein kleines Zackenmuster ergeben.
Die Abstände zwischen den Verschlingungen haben sich bewährt, zunächst war ich unsicher welchen Abstand ich überbrücken kann ohne dass es aufklafft.

Auch die Rückseite kann sich sehen lassen:
 

Das Muster eignet sich wie viele Grannys gut für Wollresteverwertung. Als stilisierte Blumenwiese mit farbigen Kreisen auf grün kann ich mir auch gut vorstellen.

Meine Decke besteht aus 22 x 16 = 352 Grannys und wiegt 990 g.
Bei 6 cm Kantenlänge ergab es eine Decke von 1,32 x 0,96 m aus Baumwollgarn (125 m a 50 Gramm, Häkelnadel Nr. 2). Die Haptik der Decke mag ich, auch die Größe finde ich handlich und verwende sie gelegentlich als Kniedecke.
Die meisten Kreise habe ich im Urlaub und in Wartezimmern gehäkelt, die schwarzen Außen-Verbindungsrunden entspannt abends zu Hause zum TV.

Und was nun, wenn die Decke fertig ist?
Erst mal Inventur im Wollvorrat ... reichlich blaue und weiße Baumwolle ... solche relativ umfangreichen Bausteinprojekte kriegen Ritual-Charakter und werden ersetzt:

 

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Alle Jahre wieder ...

Die Geschenke sind verpackt, der Baum geschmückt, Kartoffelsalat vorbereitet ... es ist heute wirklich Heiligabend.

Ich wünsche Euch schöne Feiertage. Lasst es Euch gut gehen:
in Ruhe, mit Familie oder Menschen, mit denen Ihr gerne zusammen seid.


Weihnachts-Deko ist bei uns dieses Jahr noch puristischer als sonst. Ich sehe es pragmatisch, denn was nicht rausgeholt wurde braucht auch nicht weg geräumt zu werden.

Unter dem Weihnachtsbaum stehen die Geschenke. Einige davon sind in Stoffsäckchen, die sich beim Öffnen in Tragebeutel verwandeln. Letztens habe ich aus Weihnachtsdeckchen ein paar kleine Beutel genäht. Den Bereich oben habe ich nach innen gefaltet und mit Schleifengedöns zugeschnürt. Aufreißen von Geschenkeverpackungen hat Tradition und seinen Reiz, allerdings macht es auch immer viel Müll. Deshalb habe ich mir diese Alternative überlegt, mit der die Geschenke nach Hause getragen werden können und hoffe auf Wiederverwendung, denn nach Weihnachten ist vor Weihnachten.



Ein Stoffsäckchen vom letzten Jahr ist wieder da

 

Montag, 22. Dezember 2014

Textile Dialoge im Format 40 x 40 cm

Im Sommer habe ich den Katalog "Textile Dialoge" sowie eine kleine Materialtüte gewonnen. Der Katalog enthält Miniquilts der Gruppe "Limeria", die aus solchen kleinen Materialauswahlen entstanden sind. Die Miniquilts sind einfallsreich und gleichzeitig inspirierend, so dass ich eine Weile unentschlossen war, wie ich meine Stoffauswahl angemessen transformieren könnte. Ausgehend von der Farbpalette der Stoffe ist es eine Landschaft mit Sonnenuntergang geworden.


Die Abmessungen 40 x 40 cm habe ich mit Crazy-Log-Cabin-Flächen verlängert für eine Kissenhülle. Zum Maschinenquilten habe ich Multicolorgarn verwendet. Meine Fläche ist durch das Quilten um ca. 3 cm in der Länge geschrumpft, so dass ich für den Druckknopfverschluss noch mal 3 cm angestückelt habe.

 
Ohne Kissenfüllung hat meine Fläche die Abmessungen des Projektes. Mein Exemplar des Kataloges "Textile Dialoge" ergänze ich hinten durch Fotos meiner beiden Nähflächen.
 
  

Nach der Näherei erkenne ich von mir verwendete Stoffe da und dort im Katalog wieder, auch als Nachzügler extern hat mir diese Patchwork-Näherei großen Spaß gemacht. Die Vorgabe durch das kleine Stoffpaket war eine Herausforderung, die mich mal grünen und orangen Farbtönen näher gebracht hat, eine gute Übung für Farbkombination abseits der eigenen Vorlieben und Gewohnheiten.

Wer gerade Hamburg besucht hat Gelegenheit, die Ausstellung Textile Dialoge – 85 Miniaturen original noch bis zum 26.02.2015 im Quilthouse Hamburg anzusehen.
Übrigens gibt es noch Katalogexemplare zum Preis von 15 Euro (zzgl. 3 Euro Versandkosten innerhalb von Deutschland, Auslandsversandkosten bitte erfragen), Bestellung per Mail an die Gruppe Quilthouse Kreativ (Textile Dialoge(at)gmx.de).

Sonntag, 30. November 2014

Handarbeit macht … glücklich

Suschna sammelt die Beiträge für die monatliche “Stoffspielerei“ nach Google-Mottovorschlägen. Handarbeit macht … glücklich, schlank …

Seit ich das Motto gelesen habe denke ich immer mal darüber nach. Bei mir trifft es zu, dass Handarbeit glücklich macht, es ist für mich zum Bedürfnis geworden, Materialien und Farben nach eigenen oder im Gedächtnis gespeicherten Ideen von Hand zu verwandeln. Hier geht probieren über studieren und Übung macht den Meister. Und ich finde, dass die Eigenschaft „schlank“ auch ein Fünkchen Wahrheit beinhaltet, denn die abendliche Handarbeit verhindert gedankenlose Nahrungsaufnahme ;-)

Heute zeige ich etwas zum Thema probieren und Erfahrungen sammeln. Handarbeiten haben mich auch reich gemacht und zwar an Erfahrungen und ich habe das Gefühl, davon noch lange nicht genug zu haben. Heute schildere ich es an einem Beispiel:
Im Frühjahr habe ich mir das Buch „Kunst & Textil“ zur Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg gekauft. Beim Lesen fand ich ein Foto eines Jutewebteppichs von Sonia Delaunay (Hommage an Tristan Tzara), das mich an Bauhaus erinnert und in meinem Gedächtnis haften blieb. Mir kam die Idee, diese Flächengestaltung als Patchwork zu probieren. Gelegenheit mal Grün zu integrieren, eine Farbe, die ich gerne vermeide (gelb auch). Die Aufteilung habe ich vereinfacht in Quadrate sowie diagonal geteilte Quadrate und zugeschnitten für eine Kissenhülle. Zu spät ist mir aufgefallen, dass es mit einer 10 cm-Schablone zu groß ist für ein Kissen, egal wird es eben eine kleine Decke.
Verwendet habe ich weißen Damast, roten Stoff von einem Kinderrock, blauen Stoff von einer Tischdecke und grünen Stoff der bei einer anderen Näherei übrig geblieben ist. Als mittlere Lage habe Molton (Bettlaken) gewählt und als Hintergrundstoff ein Stück Baumwollstoff vom Maybachufer. Die Schichten verbinden wollte ich diagonal mit Maschine in 2 parallelen Nähten. Die Nähmaschine vorbereitet mit Obertransport-Fuß musste ich feststellen, dass oft Stiche ausgelassen wurden (auch an Stellen die keiner Nahtzugabenerhöhung folgten). Die Universalnadel habe ich durch Jeansnadel ausgetauscht, ohne Besserung. Ursache ist sicher die Kombination und Stapelung von Damast und Molton … sch…ade, denn die Decke der Größe 90 x 100 cm ist gut zu handhaben beim Quiltversuch.



Auftrennen wollte ich nicht, denn die misslungenen Nähte fixieren die Schichten gut. Deshalb habe ich die parallele Quiltnaht von Hand daneben genäht und die Maschinenstiche von Hand „repariert“. Das Nebeneinander von Maschinenquiltnaht und Handnaht gefällt mir ganz gut. Deshalb bleibt es so und bekommt den abschließenden Rand.


Weil mir immer noch ein unerledigter Kissenbezug im Kopf rum spukt nehme ich erneut Anlauf und probiere eine andere Technik. Quadrate der Größe 6,5 cm bereite ich vor. Aus der Baumwollstoffrestekiste suche ich möglichst dünne Baumwollstoffe von Hemden und Blusen. Dieses Mal orientiere ich mich mehr an der Vorlage und teile diagonal so, dass an einer Seite Platz ist für 2 Nahtzugaben nebeneinander. Von der Rolle schneide ich mir ein Stück Bügelvlies und zeichne auf der Bügelseite Quadrate von 6,5 cm auf. Darauf platziere ich die Quadrate und bügle sie fest. (Immer schön aufpassen, dass nicht ein dunkler Fussel zwischen Vlies und weiß eingebügelt wird).
Vor dem Nähen habe ich die Knickkanten nochmals mit dem Bügeleisen getrimmt und erst mal eine Richtung genäht. Die Technik hatte ich mal irgendwo online gesehen und auch schon mal ausprobiert. Abweichend von der Onlineversion schneide ich vor den 90-Grad-Nähten bis zur Quernaht ein, so dass sich die Nahtzugaben wie beim Patchworken üblich in 2 Richtungen klappen lassen. Beim Bügeln stelle ich fest, dass vereinzelt doch recht knubbelige Kreuzungspunkte entstanden sind und entschließe mich, das Vlies parallel zur letzten Naht aufzuschneiden, um die Nahtzugaben in beide Richtungen klappen zu können.
Stellenweise ist es immer noch reichlich dick und mir graust schon, dass beim Quilten Stiche aussetzen. Obendrein ist beim Bügeln mit Dampf grüne Farbe ins weiß ausgetreten so dass ich nicht noch zeitaufwendig von Hand quilten möchte. 
Fortsetzung folgt wenn es fertig ist, und fertig soll es werden. Mit Ehrfurcht denke ich an die Quilterinnen aus alter Zeit, die alles Mögliche aneinander gestückelt und als Füllung verwendet haben. Aufgeben werde ich nicht. Die Seminole, die mit Maschine Decken genäht und unzählige kleine Stoffstücke aneinander gereiht haben konnten es doch auch, also muss es doch gehen. Auch Renate hat eine Decke mit Damast genäht und von Hand gequiltet, Augusthimmel hat letztes Jahr gefärbten Damast in eine Osterdecke verwandelt.

Durch solche praktischen Erfahrungen fühle ich mich ehrlich reicher, einen zusätzlichen Kick beim Handarbeiten gibt es für mich, wenn ich etwas Ausgemustertes umgestalten, verwandeln und dem Alltag zuführen kann. Mit vielen derartigen Ideen probiere ich verschiedene Techniken und bin glücklich, wenn’s funktioniert. Ansonsten machen sie dann erfinderisch um die Sache zu einem ordentlichen Ende zu bringen. Auf jeden Fall freue ich mich wenn etwas fertig ist und ich etwas dazu gelernt habe.

Nun sehe ich mal, was Handarbeit bei den anderen Stoffspielerei-Bloggerinen auslöst. Suschna danke ich für das Thema und die Gelegenheit über die Auswirkungen von Handarbeit nachzudenken.


Freitag, 28. November 2014

50er Jahre Sessel mit Jeanshosen polstern

Sie sind fertig, die beiden Erbstücke. Stetiges werkeln in kleinen Etappen führt auch zum Ziel.


Begonnen hatte ich bei schönstem Pfingstwetter draußen mit dem Auftrennen von Jeanshosen, die hier niemandem mehr passten oder einen altmodischen Schnitt hatten: Kennt noch jemand den Karottenschnitt? Um möglichst viele lange 15 cm breite Stücke mit Kontrast-Blautönen zu erhalten habe ich geduldig aufgetrennt, mitunter hatte ich Glück und traf auf eine gekettete Naht, die ich aufribbeln konnte.

Für die Holzarbeiten (Lackschicht entfernen, blau und grau vorstreichen, fertig streichen) hatte ich Unterstützung von meinem Mann.

Mit den entfernten Polsterstoffen als Orientierung habe ich 15 cm breite Streifen aneinander gefügt. Auf links habe ich die Stücke am Stuhl gesteckt und zusammen genäht; mit einem zackigen Zierstich die Nahtzugaben gebändigt und gleichzeitig die Naht strapazierfähiger gemacht. Ein paar Jeanstaschen sind neu platziert und laden ein, ein Taschentuch, einen Stift oder so was rein zu tun.

Als finaler Abschluss wurden die Stoffe übergezogen und fest getackert. Die Elastizität einiger Stoffe brachte einen guten Sitz ohne Faltenbildung.

Sitzfläche und Anlehne wurden mit Schrauben verbunden, die etwas an die typischen Hosennieten erinnern.

Ihren Platz bekommen die beiden Retro-Sesselchen in der Ferienwohnung, wo vieles blau-weiß ist. Vorher zeige ich sie noch an neutralem Platz von allen Seiten.



Wegen einem gebrochenen Arm in diesem Sommer hat sich die Fertigstellung hin gezogen bis jetzt. Nicht alle Arbeitsgänge konnten wie geplant draußen erfolgen.

Die aufgetrennten Jeanshosen reichten außerdem für eine Tasche, einen Kissenbezug, Gartenstuhlmützen und zum überpolstern von einem Stahlrohrstuhl und einem Hocker. Noch immer sind Stücke übrig, ordentlich sortiert hab‘ ich sie erst mal weg gepackt um Platz für was Anderes zu haben.

Dienstag, 25. November 2014

Hocker neu polstern ...

... das ging ganz schnell als ich endlich einen passenden Schraubenzieher gesucht und die Sitzfläche vom Gestell geschraubt hatte.
Auf dem Tisch lag gerade reichlich Jeansstoff noch vom Polstern eines Stahlrohrstuhles. Eine Fläche in passender Größe war schnell zusammengesetzt, versäubert und angetackert ... wieder anschrauben, fertig.
Die Stretch-Funktion eignet sich sehr gut für Polster-Arbeiten.



Stuhl und Hocker ergänzen ein Foto von Carolin Fritz mit Jeanshosen. Ausgestellt ist die Zusammenstellung derzeit in der Städtischen Musikschule "Alfred Wagner" in Suhl im Rahmen der Fotoausstellung "nah + fern" Die Ausstellung kann noch bis 06.02.2015 besichtigt werden (Eintritt frei, Öffnungszeiten wie Schulbetrieb).

Reparatur Kinder-Jeanshose

Durchgescheuerte Knie an Kinderhosen sind ein wiederkehrendes Thema. Im Mai hatte ich bei Augusthimmel über das Thema gelesen.
Lieblingsnäherei ist es bei mir auch nicht, ich nehme es als Herausforderung, die dann so aussehen kann:



Zuerst habe ich je eine Naht am Bein aufgetrennt, damit ich besser reparieren kann. Dann innen Vlies auf die dünnen Stellen gebügelt und außen über den Kniebereich Jeansstücken appliziert. Die Farben rot und gelb sind auf einem Aufdruck schon vorhanden und wiederholen sich in den Garnfarben.


#visiblemending
Reparatur mit Sternen oder alternativ.
Made4Boys

Sonntag, 23. November 2014

Geschenke, alle Jahre wieder

Geschenketipps, Geschenkeratgeber, … ich lese: … hier finden Sie Geschenktipps aus unserem großen Sortiment …lassen Sie sich inspirieren von unseren Geschenktipps … wenn Sie für Weihnachten noch ein Geschenk brauchen … scheinbar ist es ganz einfach:

Ich hab keine Idee, suche online nach Inspirationen und kaufe etwas mit ein paar Klicks.
Klingt logisch, aber ist es wirklich so einfach?


Zunächst ist es sicher hilfreich, über Interessen und Vorlieben der zu beschenkenden Person nachzudenken. Oft lauert die Gefahr, dass man zu sehr von sich selbst ausgeht.

Auf Anfrage bekommt man mitunter Hinweise für Geschenke nach Wunsch. Allerdings entstehen so auch Erwartungen; gleichzeitig verschwinden Spannung und Überraschungsmoment.

Da ich nähe schenke ich gerne genähte Sachen, vorzugsweise Kissenbezüge.
Vorher schaue ich mich gerne um an dem Platz, für den sie gedacht sind.
So kann ich farblich peilen und überlegen, wie und was.


Mein letztes Kissengeschenk war aus Baumwoll-Stoffen der Serie „toile de jouy“, dieser Stoff war gewünscht. Für eine hellbeige Couch und passend zu braunen Stift-Landschaftsgrafiken im Raum habe ich einen Stoff mit grauem Hintergrund gewählt.
Der Kissenbezug hat die Abmessungen 50 x 50 cm, so dass das Motiv (umlaufend) großflächig Raum bekommt.



Als Ergänzung gab es eine Kissenrolle, abgesetzt mit dunkelbraun-kleingemustertem Stoff um die Form etwas zu betonen.
Als 3. Teil habe ich aus dem Stoff einen Faltbeutel genäht, denn Beutel sind eigentlich immer nützlich.

 


Konkret nach Wünschen nähe ich ungerne. Ich mag den Moment der Überraschung. der mir gleichzeitig Spielraum gibt, während dem Nähen meine Pläne zu ändern und etwas entstehen zu lassen, dass es nur einmal gibt.
Am wichtigsten ist sicher, dass man sich Gedanken macht, auf Farbvorlieben eingeht und das spätere Umfeld berücksichtigt.


Abseits der anrollenden kommerziellen Welle für Weihnachtsgeschenke finde ich Ideen für Geschenke interessant, die uns Zeit miteinander verbringen lassen.
Beispielsweise hatte ich mir mal als Geschenk einen Abend in einem Küchen-Kochstudio gewünscht:
Die gute Nachricht: Es gibt leckeres Essen zum Thema/Motto …
Die schlechte Nachricht: Wir kochen alle zusammen selbst  ;-)) ((" Kochen mit Lust und Liebe")


Bücher zu schenken empfinde ich noch persönlicher als Kosmetikartikel.
Mit einem Buch verbindet sich die Erwartung, dass der Beschenkte sich die Zeit zum lesen nimmt. Der wiederum entscheidet selbst wie und womit er Zeit verbringt.


Ja, Geschenke sind eine schwierige Sache und mal ehrlich haben wir nicht alle schon Kompromisse gemacht wenn der Übergabetag naht und etwas zu verschenken ist?


Sonntag, 2. November 2014

Loch und Löcher nach Alabama-Art

Karen hat im Oktober für die Aktion Stoffspielerei das Thema “Loch und Löcher” ausgewählt. 
Beim Alabama-Sticheln kam mir die Idee, Löcher mit Durchblick zu schneiden.
Ausprobiert habe ich die Idee am Beispiel eines Loops.


Dafür wurden 2 Streifen Jersey 1,5 m lang und ca. 18 cm breit zugeschnitten/gestückelt. Den roten Streifen habe ich mit meiner Alabama-Schablone und Marabu-Textilfarbe weiß (für dunkle Textilien) bemalt, allerdings nur die Kreise. Die restliche rote Fläche mittels Schulschablone mit Kreisen gefüllt. Getrocknet und rückseitig gebügelt wurden die Streifen rechts auf rechts an den langen Seiten zusammen genäht, gewendet und in Form gebügelt, dabei ein Rand in Breite der Nahtzugabe rot an schwarz und umgekehrt.
Die schmalen Seiten wurden soweit wie möglich ebenfalls zusammen genäht, der Rest von Hand geschlossen.


Zum Sticken habe ich ein Baumwollstickgarn verwendet. Vorstiche laufen um die weißen Kreise, eine zweite Runde zum Verdichten der Stiche (von der anderen Seite gestickt). Rückstiche fand ich rückseitig unpassend. Mitunter führen die Stiche noch ein weiteres Stück um die Kreise um den Übergang zum nächsten Kreis zu verkürzen. Der Faden läuft hierfür zwischen den Jersey-Schichten.


Kreise sind so eingeschnitten, dass mal ein roter Rand auf schwarzem Grund sichtbar ist und andererseits ein schwarzer Rand auf rot. An einem Abend habe ich die Hälfte geschafft. Die Farben dunkelrot, schwarz und etwas weiß passen perfekt zu vielen Teilen meiner Garderobe. 

 
Danke, Karen, für das Thema, welches mich zu dieser abgewandelten Alabama-Variante inspiriert hat.
Nachtrag: Tragefoto