Mittwoch, 25. Januar 2017

Kissenbezug wird Einkaufsbeutel mit Patchworkfläche

Polyesterkissenbezüge habe ich von Verwandten bekommen. Ich trenne den Reißverschluss heraus und am Rest befestige ich 2 Henkel. Meistens verwende ich dafür Stoffreste, die gerade parat liegen. Die Träger entstehen aus gefalteten Stoffstreifen. Oft lege ich Vliesreste ein für mehr Tragekomfort. Mit farbigen Stoffresten von hier und hier entstanden diese Beutel:

 
Mit einem langen Streifenband aus Stoffresten ist die Fläche vergrößert. Die Träger sind zwischen einem Belegstreifen positioniert, der die Stoffrestefläche mit offenen Nahtzugaben verdeckt. Die umlaufenden absteppenden Wellenzierstiche sind nicht nur zur Dekoration.
 
Ein ähnlicher Beutel entstand mit gelben Stoffen.
 

 
 
Nachträglich habe ich die Bodenecken verändert, denn ich wollte schon lange mal probieren, ob es funktioniert, wenn ich bei dem auf links gewendeten Beutel die Bodenkante ca. 3 cm nach oben knicke und an beiden Seiten fest nähe. Ganz einfach, wenn man weiß wie es geht.
 
 
Einen habe ich noch, mit 50 cm Kantenlänge ist er sehr geräumig. Belastbar ist er, weil er unten keine Naht hat. Weil er so schon klein und kompakt ist ist er auch schon weg.
 


 
Habt Ihr auch Einkaufsbeutel genäht?
Dann ab damit zur Linkparty "Nix Plastix", dort ist immer noch geöffnet.
 
http://123-nadelei.blogspot.de/2015/02/nix-plastix-linkparty-2015.html  http://123-nadelei.blogspot.de/2016/05/nix-plastix-linkparty-2016.html 
 
Wenn Ihr Stoffe aus wieder verwerteten Textilien genäht habt dann freue ich mich über eine Verlinkung bei der Upcycling-Variante von "Nix Plastix"
Beispiele und Anregungen sind bei Pinterest versammelt.

Buchrezension: ReDESIGN Neues nähen aus alten Kleidern

Als ich das Buch zum ersten Mal zur Hand nahm um kurz darin zu blättern hat mich gleich die Einleitung nicht mehr los gelassen. Es stimmt, wenn Frau Jona&Son schreibt:

ReDEsign, das Neu-Designen von Kleidung,
ist beinahe Zauberei,
wenn man es beherrscht.


ReDesign  Neues nähen aus alten Kleidern
Autorin: Sonja Wöhrenschimmel-Wahl alias Frau Jona&son.
224 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, gebunden, 23,5 x 26 cm,
ISBN: 978-3-258-60127-4   9783258601274
1. Auflage 2016
Haupt Verlag

Das Buch startet mit einer Reise im eigenen Kleiderschrank. Ziel ist eine gut sortierte Garderobe. Mich interessieren besonders die Beispiele und das Spiel mit Materialien und Formen.

Das Buch ermutigt zum Experimentieren, die Autorin rät dazu, sich von der Erwartung zu lösen, etwas perfektes fertigen zu müssen. Die Gedanken und Argumente für Secondhandkleidung, Vintage-Garderobe, Stilmix, Grüne Mode, Eco Fashion und Umweltaspekte sind logisch übersichtlich dargestellt.

Weiter geht die Kleiderverwandlungsreise mit Gedanken zum Thema Farbe, Farbtypen, Farbkonzept bis Form und Style. Das Kapitel Techniken zeigt 15 Beispiele zur Oberflächengestaltung.

Die Nähprojekte sind gut durchdacht und zusammengestellt. Ausgangsmaterialien für ähnliche Projekte schlummern sicher in vielen Kleiderschränken. Der Aufwand für die Verwandlungen scheint überschaubar. Die Ergebnisse sind besonders, aber nicht überladen. Ungenutzte Kleidung verwandelt sich in alltagstaugliche, einzigartige Kleidungsstücke. Mein Verwandlungsfavorit ist ein bemaltes Oberteil mit weiten Ärmeln.

Das Buch ist für mich inspirierende Bestätigung meiner Herangehensweise beim nähen. Auch ich habe Flohmärkte schon lange als Fundgrube für unverhoffte Stoffbeute entdeckt. Gelegentlich ist auch mein Kleiderschrank Ausgangspunkt für ReFashion und ReDesign. Allerdings stöbere ich dort eher projektbezogen auf der Suche nach geeignetem Material für eine Idee auf die ich mich konzentriere. Es kam schon vor, dass ein Kleidungsstück mehrere Verwandlungen in Etappen durchlaufen hat: Shirt wird Kleid.

Das Buch stellte mir der Haupt Verlag auf Anfrage zur Verfügung.

Wer mehr wissen möchte über ReFashion, 2nd-Hand-Mode, Kleidung und wer sie näht findet auf dem Blog der Autorin Infos, Tutorials und Kurstermine. 
Nach dem Erscheinen des Buches gab es 2016 eine Blogtour mit Rezensionen zum Buch:
gesehen und gesehen werden, Green Friday. simply Zero, Re:belle upcycling, Nahtzugabe, Christinaawiderstandistzweckmaessig

Sonntag, 15. Januar 2017

Patchwork Block-Variationen

Nicht ohne Grund ist Patchwork seit sehr langer Zeit so beliebt. Seit ich weiß wie es funktioniert habe auch ich mehr Ideen als Zeit für Patchworknäherei. Besonders faszinieren mich Blöcke und Anordnungen, die aus Streifen entstehen. Lange Anleitungen lesen und kleine Stoffstückchen aneinander puzzeln liegt mir fern. Am Ende mag es so aussehen, als hätte ich viele Stoffstückchen aneinander genäht ...


... aber weshalb denn wenn es viel effektiver geht.

Baumwoll-Bettwäschestoffe in rosa Farbtönen habe ich in 6 cm breite Streifen geschnitten und zu Gruppen von je 3 Stück zusammen genäht. Ich verwende dafür meinen Standardnähfuß und nähe mit einer Nahtzugabe von 0,75 cm. Diese Nahtzugabe verwende ich gerne weil sie sich gut zum Rechnen für die Berücksichtigung von Nahtzugaben eignet.


 

Anhand der sich ergebenden 3er Breite von 15 cm teile ich die Streifenbahnen in Quadrate. Nun überlege und probiere ich, wie ich die Blöcke anordne. Für die oben abgebildete Babydecke habe ich 4 Blöcke als Quadrat zusammen genäht und anschließend in Log-Cabin-Technik mit einer Streifenbahn umlaufend vergrößert. Das fertige Top ist mit 9 solcher Großblöcke 108 x 108 cm groß.  


Zur Orientierung beim Quilten markiere ich Linien mit einem Frixion-Stift. Eine Decke dieser Größe ist mit dem Durchlass einer Haushaltsnähmaschine immer noch gut zu handhaben. Zum Heften habe ich meistens keine Geduld, ich verwende Stecknadeln zum fixieren vor dem Absteppen. Meine Nähmaschine hat einen zuschaltbaren Obertransport (Video), gerade Linien gelingen mir inzwischen ordentlich und ohne Falten auf der Rückseite. Das ist gut, denn es ist ein Geschenk.

Die Einfassung habe ich für eine rahmende Optik etwas dunkler gewählt. An einer Stelle habe ich eine Öse eingenäht, dort kann man mal etwas befestigen wenn die Kinder Spaß am Werfen bekommen.


 
Die Farben der Babydecke habe ich bewusst klassisch dezent gehalten denn das Kind auf der Decke soll im Mittelpunkt bleiben.
 
Rückseitig habe ich wieder eine Tasche mit Maschinenstickerei aufgenäht. Dort ist Platz für ein Tuch oder andere Kleinigkeiten die man beim Kind gerne zur Hand hat.
 

 
Und es gibt auch ein Foto mit der kleinen Ella:
 
 
Babydecken nähen ist für mich Spaß und Entspannung pur. Deshalb konnte ich nicht anders und musste eine weitere Variante mit den gleichen Stoffen nähen.
 
 
Manchmal ist es von Vorteil, wenn man noch mal nachdenkt, bevor man den Rollschneider zur Hand nimmt. Es fiel mir noch rechtzeitig ein, dass ich an die 3er Streifenbänder gleich noch 2 Streifen annähen kann bevor ich in die Blockrohlinge zerteile und an die Schnittkanten Streifen nähe, die einen kleinen Rahmen bilden.
 
 

Die Menge der Streifen bereite ich aus dem Bauch heraus vor. Wenn noch mal nachzuschneiden ist weiß ich wie viel mir fehlt. Und wenn ein paar Streifen übrig sind ist es auch nicht schlimm, denn zum Verwerten von Streifen habe ich sehr viele Ideen. Die Reststreifen in rosa ergaben einen Kissenbezug.

So ein Abschluss ist immer erfreulich, denn die verwendeten Reststoffe können weg geräumt werden und ich darf etwas Neues beginnen. Und was? Klar: Patchwork ...
Este, Stufen zum Gericht, Valomea und viele andere auf verschiedenen Plattformen machen mit bei der 6-Köpfe-12-Blöcke-Aktion. Dann bin ich auch dabei, verwende 2 gefärbte Stoffe und ein aufgetrenntes Sofakissen für die 9 Elemente des ersten Blockes.
Es ergeben sich mehrere Möglichkeiten der Kombination:



Mein 1. Block ist nicht perfekt. Vielleicht nähe ich einen Beutel draus und mache noch mal einen Neuen. Mal sehen wie es weiter geht. Ich bin gespannt und verlinke meinen Januarblock bei lalala-Patchwork

Donnerstag, 12. Januar 2017

Einkaufsbeutel aus Gardinenstoffmustern - Patchwork

Stoffe, für die ich keine Verwendung weiß verwandle ich oft in Einkaufsbeutel.


Gelegenheit, etwas auszuprobieren und gleichzeitig Stoffe zu verwerten, die ich nicht lagern möchte.
Musterlaschen von Gardinen-Stoffproben habe ich zerpflückt und die Stoffstücke in warme Farbtöne und kalte Farbtöne getrennt.. Die Quadrate habe ich zu langen 2 Streifen vernäht, anschließend in je 3 gleich lange Streifen geteilt und zur Fläche verbunden. Es ergab sich eine Fläche von 90 cm x 50 cm.
Die Fläche ist hinterlegt mit einem gut abgelagerten Stoff. Zierstichzacken verbinden die Schichten und stabilisieren die gepatchte Fläche. Begradigt versäume ich ringsum mit der Overlockmaschine.

 
Aus einem verstürzten Stoffrest ist eine Außentasche aufgenäht. Durch Schließen der Seitennaht und der Bodennaht entsteht der Taschenkörper. Die Ecken sind innen abgenäht.
 
Die Taschenhenkel sind je 38 cm lang. 12 cm breite Stoffstreifen sind mittig gefaltet mit dem Bügeleisen markiert. An dieser Markierung entlang führe ich die Außenkanten und bügle erneut. Nochmals falzen, so dass die offenen Nähte innen liegen bekommen die Träger Ziernähte zur Fertigstellung. Auf ein weiteres Futter oder einen Blendstreifen an der nach innen gefalteten Kante habe ich verzichtet, so eine Overlockversäuberung kann sich auch mal sehen lassen.
 
Und noch eine Falttasche in blau-grün:
 
 
1. Patchworkfläche nähen aus Stoffresten oder nicht verwerteten Patchworkblöcken
 
 
2. Mit einer Schicht dahinter und eventuell Zwischenlage absteppen/quilten
3. begradigen, umlaufend versäubern
4. Außentasche anbringen (wenn gewünscht)
5. Fläche als Taschenkörper zusammen nähen
6. links gewendet: Ecken abnähen
7. Träger nähen und anheften (Abstand mittig 10 cm)
     eine Lasche ist ebenfalls eingelegt -> Faltfunktion
8. oben umlaufend umnähen, dabei die Träger und Lasche befestigen
 


 
Die fertige Tasche hat inzwischen schon einen neuen Besitzer. Sie ist sehr stabil durch die Schichtung der Lagen. Durch die eingenähte Lasche ist sie faltbar. Die Position der Druckknöpfe ist am Ende durch eine Probefaltung ermittelt worden.
 
 

Einkaufsbeuteln aus Patchwork-Flächen nähe ich gerne. Sie sind beliebt als Geschenk.
Jeder ist anders weil ich Stoffreste verwende und Patchwork-Techniken ausprobiere.
Außerdem kann ich Farben und Muster freier wählen als bei einem Kissenbezug.
Der ganze Nähprozess für einen Beutel soll sich in Grenzen halten. Ich möchte ein praktisches Ergebnis bei überschaubarem Nähaufwand. Nebeneffekt ist oft Stoffe aufräumen/verwerten mit denen ich ansonsten nichts anzufangen weiß.
 
Habt Ihr auch Einkaufsbeutel genäht?
Dann ab damit zur Linkparty "Nix Plastix"
 
http://123-nadelei.blogspot.de/2015/02/nix-plastix-linkparty-2015.html  http://123-nadelei.blogspot.de/2016/05/nix-plastix-linkparty-2016.html 
 
Wenn Ihr Stoffe aus wieder verwerteten Textilien genäht habt dann freue ich mich über eine Verlinkung bei der Upcycling-Variante von "Nix Plastix"
Beispiele und Anregungen sind bei Pinterest versammelt.
 
Meine Einkaufsbeutel sind wieder Upcycling-Exemplare.
Beutel-Taschen werden diesen Monat gesammelt beim
Taschen-Sew-Along 2017 | Januar - Stoffbeutel

Mittwoch, 4. Januar 2017

Jahresrückblick 2015 und Vorschau 2017

Ist 2016 wirklich schon zu Ende?
Rückblickend auf Nähprojekte war 2016 für mich ein gutes Jahr. Viel mehr als es auf dem Blog zu sehen gibt habe ich genäht. Ich merke, wie ich Schwierigkeitsgrade gut einschätzen kann und mir Näherfahrungen dabei helfen, meine Nähprojekte ordentlich zu Ende zu bringen. Vergleiche ich meine genähten Sachen beispielsweise mit denen von 2013, dann sind sie nähtechnisch anspruchsvoller geworden. Gerne greife ich auf bewährte Techniken zurück und nutze Gelegenheiten, um meine Fertigkeiten zu verbessern.


Viele Sachen, die ich 2106 genäht habe waren Vorbereitung und Beispiele für Nähkurse in Suhl.

Der Kurs "Designe Dein T-Shirt" (Jersey nähen mit der Haushaltsnähmaschine) brachte für mich und die Kursteilnehmer einen Oberteilgrundschnitt nach Körpermaßen. Die Oberteile der Kursteilnehmer kann man bei Pinterest bewundern.



Im Kurs "Patchwork ... Streifentechnik ... Seminole" in der vorweihnachtlichen Zeit war Gelegenheit, Patchwork-Flächen mit Streifen als Ausgangspunkt zu nähen. Viele einzigartige Nikolausstiefel, Tischläufer und Kissenbezüge sind entstanden (klick).
Wenn man erst mal weiß wie es funktioniert entstehen ganz entspannt schöne Patchwork-Flächen für beliebige Nähkonstruktionen.


Besonders aufregend war für mich die Betreuung eines Upcycling-Nähkurses für Kinder im Rahmen des TalentCAMPus der Suhler Kinderstadt 2016. Diese Ganztagskursgestaltung hat mir sehr viel Freude bereitet. Es machte mich glücklich, zu sehen wie Kinder Anregungen aufnehmen, mit eigenen Ideen weiter entwickeln und umsetzen.

Spontan ergab es sich am Jahresende, dass bei der Nähnerdklassenfahrt nach Berlin ein Platz frei wurde den ich ohne lange Überlegungen füllte. Was kann es besseres geben, als Zeit mit Anderen zu verbringen mit denen man die gleiche Leidenschaft teilt. Obendrein gab es Workshops für Schnittkonstruktion, Jersey-Applikationen, ein Besuch mit Führung bei Spoonflower (Textildruck). Freie Zeit nutzten wir, um Textilgeschäfte und den Stoffmarkt am Maybachufer aufzusuchen.

 
An Blogger-Projekten und Link-Partys habe ich gefühlt selten teil genommen. Ich habe den Eindruck, dass viele Handarbeitsblogger und Aktionen dazu gekommen sind und ein Überblick schwierig ist da ja auch immer das eigene Zeit-Fenster für gegenseitige Bloggesuche knapp bemessen ist. Das beschränkt sich meistens auf Blogs, die man schon länger kennt, liest und kommentiert. Meine Lieblingsaktion ist nach wie vor die monatliche Stoffspielerei, Gelegenheit die Nähkomfortzone zu verlassen und etwas auszuprobieren. Spannend ist auch immer was mit der Themenvorgabe anderswo entstanden ist.

Hier auf dem Blog gab es auch 2016 am International Pillow Fight Day die Linkparty: Kissenschlacht. Es ist immer spannend, worauf man sich anderswo bettet.

 
Die Linkparty Nix Plastix für Einkaufsbeutel, ursprünglich als Alternative zu Plastikbeuteln eröffnet besteht weiter und ist offen für Verlinkungen.
http://123-nadelei.blogspot.de/2015/02/nix-plastix-linkparty-2015.html  http://123-nadelei.blogspot.de/2016/05/nix-plastix-linkparty-2016.html 
 
Separat dazu gekommen ist 2016 die Upcycling-Variante. Obwohl überall von Kreativität zu lesen ist und diverse Plattformen viele Anregungen zeigen gab es nur wenige Verlinkungen für diese Aktion. Schade und kaum zu glauben. Als Anregung werde ich demnächst eine weitere Anleitung für einen Beutel zeigen, der besonders für Patchworker zur Verwertung von Stoffresten oder nicht verwendeten Blöcken interessant sein kann.


2017 kündigt sich hier als Fortsetzung von 2016 an. Mehrere Nähkurse sind vorbereitet und ich freue mich schon jetzt auf die Kursteilnehmer und Ihre Interpretationen meiner Beispiele.
Ein neues Kursprojekt bietet Kindern die Möglichkeit, in den Frühjahrsferien in Begleitung eines Erwachsenen die Nähmaschine kennen zu lernen und kleine Nähprojekte zu meistern: Quilt as you go für erste Nähte, einen Zugbandrucksack nach eigener Gestaltung.


Beim Talentcampus Suhler Kinderstadt darf ich am 24. – 28.07.2017 wieder dabei sein. Dieses Jahr wird ein komplettes Theaterstück erarbeitet und im Rahmen der Abschlussveranstaltung präsentiert. Meine Gruppe wird für Kostüme zuständig sein, insgesamt eine spannende Herausforderung.

Buchrezensionen von Handarbeitsbüchern gibt es auch 2017 an jedem dritten Sonntag im Monat. Ich rezensiere Bücher, deren Inhalt mich aktuell interessiert. Hintergedanke für mich ist, mich intensiver damit zu beschäftigen und nicht nur Bilder zu schauen und kurz quer zu lesen.

Die Linkpartys werde ich fortsetzen und freue mich über Verlinkungen. Auf Eure Nähkreationen bin ich gespannt, am meisten auf Einkaufsbeutel aus wieder verwendeten Textilien.

Ich hoffe, Euch gefällt, was ich hier zeige und ich Ihr findet da und dort mal was, dass ihr so noch nicht gesehen habt. Weiter geht es bei mir mit Nadelei aus dem Stoff-Bestand, vieles davon ist Upcycling. Wenn Euch etwas gefällt oder ihr eine abgewandelte Idee habt schreibt mir einen Kommentar, ich freue mich auf Euren Besuch und Euer Feedback.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Buchrezension: Nähen in der dritten Dimension

Techniken und Projekte mit plastischen Stoffeffekten sind Inhalt des Buches:



Nähen in der dritten Dimension
Techniken und Projekte mit plastischen Stoffeffekten
Autorin: Alison J. Reid
ISBN: 978-3-258-60020-8

144 Seiten, durchgehend farbig illustriert
Klappenbroschur, 19 x 25 cm, 458 g
Leseprobe
Haupt Verlag
 
Das Buch enthält 20 Beispielprojekte mit Ideen für Textildesign.
Ausgeschnittene Formen, gefaltete Formen, Falten, Biesen, Schnüre, Quilt-Nähte, Handstickerei und Smokstickerei sind stimmig integriert in Kissenhüllen, Taschen, Tischläufer, Bettläufer, Schürzen, Gürtel und Schmuck-Ketten.
 
Fotos und Anleitungsgrafiken wecken den Wunsch nach eigenen textilen Experimenten. Anhand der Entwurfsbeispiele kann ich mir gut vorstellen, wie ich einzelne Oberflächenstrukturen mit meinen Nähplänen kombinieren könnte. Kreise aus Stoffresten oder Denim eröffnen ungeahnte Möglichkeiten. Demnächst werde ich aus kleinen Stoffabfallstücken mal Kreise schneiden um sie im nächsten Jahr mehr oder weniger intuitiv in ein neues eigenen Projekt zu integrieren. Darauf freue ich mich jetzt schon.
Das Buch ist eine Bereicherung in meiner Bibliothek von Handarbeitsbüchern. Es ersetzt eine englische Ausgabe dieses Buches. Auf Anfrage stellte mir der Haupt Verlag eine deutsche Ausgabe zur Verfügung.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Zugband-Geschenkebeutel mit Seminole-Mustern

Das alljährliche Nähen von Geschenkebeuteln muss einfach sein. Dieses Jahr sind 2 für einen Nähkurs als Anregung entstanden. Blickfang sind Seminole-Musterbänder aus 3 und 6 cm breiten Streifen.

 
 Das Nähen der Musterbänder hat Spaß gemacht. Hat man erst mal ein paar Stoffstreifen vorbereitet ergibt sich alles Weitere in vielen Möglichkeiten zur Anordnung.
 

 
 

Anleitungen für Zugbandbeutel und Rucksäcke gibt es online viele. Um von der Größe her flixibel zu bleiben und die Passgenauigkeit des Futters zu sichern ist die Zwischenform meiner Zugbandbeutel eine Loop-Form. Mit ein paar Taschenbausteinen für Ecken, wenden und Tunnelzug ergibt sich alles weitere wie von selbst.

 
Ein ganz einfaches Seminole-Muster entstand aus 6 cm breiten Streifen von weißem Baumwollstoff und grün gefärbtem Damast. Ausgerechnet und geplant habe ich nicht, sondern einfach vorhandene Stoffreste in Streifen geschnitten, aneinander genäht, in Segmente geteilt und gruppenweise versetzt wieder zusammen genäht. Das grün-weiße Musterband war relativ lang, so dass ich es mit Zwischenstreifen in mehreren Reihen zu einer Fläche verband.


Etwas erinnerte mich an Tannenbäume, das bestimmte die Richtung des Musters im Zugbandbeutel.


creadienstag #257

Bereits 2015 und 2014 gab habe ich wieder verwendbare Geschenkeverpackungen genäht.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Umhängetasche mit Seminole-Musterband

Eine geräumige Tasche für unterwegs habe ich mir genäht. Dafür habe ich einen Schnitt verwendet, den ich hier schon mal beschrieben habe. Die vielen Innen- und Außentaschen sind praktisch, um Kleinigkeiten, die ich mit mir rum trage sofort greifbar aufzubewahren. Wer genau hinsieht findet eine kleine Außentasche in die exakt ein Einkaufschip passt.
Die sichtbare Einschubtasche rechts ist funktional erhalten.





Blickfang bildet ein Musterband aus Stoffresten von abgeschnittenen Jeanshosen. Dahinter verbergen sich umlaufend 4 Außentaschen.
Die Segmente des Seminole-Musterbandes sind frei angeordnet zusammen genäht und mit 3-fädigem grünem Multicolor-Stickgarn als Fläche im Boro-Stil von Hand abgesteppt.


Als Vlies habe ich einen Anorak verwendet. Durch Absteppen habe ich die Fläche für den Taschenkörper auf dem Anorakstück fest gesteppt. Eine Anoraktasche mit Reißverschluss ist als Geheimfach im Tascheninneren erhalten.


Werbekarabiner nähe ich gerne als Schlüsselkette ein.
Die Träger habe ich so angebracht, dass ich sie unkompliziert mal austauschen kann. Erfahrungen haben mir gezeigt, dass die Kanten der Träger am schnellsten verschleißen. Das grüne Gurtband an den Metallelementen ist ein Reststück vom Karabinerband und passt zufällig farblich zu den grünen Jeansstücken.


Die folgenden Abbildungen zeigen die Tasche auf links gewendet. An einer Seite sind Innentaschen aus Jeanshosenstücken aufgenäht. Die Pocket-Taschen sind zusätzlich erhalten.


Aus Reststücken entstand eine extra voluminöse Boxy-Bag, auch Stiftemappe genannt.







Donnerstag, 1. Dezember 2016

Sanierung Holztreppe

Die gedankliche Beschäftigung mit Nachhaltigkeit und ein paar Erfahrungen vom Anstreichen kleiner Gegenstände mit Acrylfarbe führten im Sommer dazu, dass wir eine Holztreppe nach ca. 15 Jahren Nutzung in Eigenleistung sanierten.


Die Fleiß- und Schweißarbeit hat mein Mann geduldig geleistet:
16 Treppenstufen und 3 Geländer-Balken wurden für einen neuen Anstrich vorbereitet:
  • abschleifen (1 Stunde je Stufe)
    1. Schliff mittels Exzenterschleifer, Körnung 80; danach wässern
    2. Schliff mittels Exzenterschleifer, Körnung 120; danach wässern
    3. Schliff mittels Bandschleifmaschine, Körnung 180; danach leicht feucht wischen
  • 2 x weiß streichen/rollen mit Bondex Vintage Farbe kreideweiß (20 Minuten je Stufe)
  • Bondex Vintage Wachs mit Tuch auftragen für Lasur-Muster
  • nach ca. 10 Minuten leicht angetrocknet Fläche polieren

Es ergab sich ein Zeitaufwand von ca. 2 Stunden je Treppenstufe: ca. 32 Stunden Arbeitszeit. Kosten in Höhe von ca. 200 Euro fielen an für ein Schleifgerät, Schleifpapier, Vintage-Farbe und Vintage-Wachs.

Bevor wir die Eigenleistung starteten haben wir die Kosten für neue Treppenstufen geprüft:
150 Euro pro Stufe -> 2.400 Euro.

Das Beste an dieser Aktion ist der Stolz und die Freude über die geretteten Treppenstufen. Die Eigeninitiative ermöglichte uns die neue Farbgebung mit der Lasur, die etwas an Marmor erinnert.


Zur Haltbarkeit haben wir noch keine Erfahrungen. Trittstellen sind mit Teppichelementen geschützt. Sollte in ein paar Jahren eine erneute Aufarbeitung erforderlich sein ist das vielleicht im montierten Zustand möglich bei sehr viel geringerem Zeitaufwand.