Donnerstag, 19. März 2015

Jeans-Jelly-Roll-Patchwork-Tasche

Derzeit nähe ich gerne mit Jelly-Rolls als Ausgangspunkt. Manchmal überlege ich, mir eine Rolle mit fein aufeinander abgestimmten Streifen zu kaufen und dann denke ich, dass ich eigentlich schon genug Stoffe habe. So schneide ich immer mal wenn ich einen Stoff auseinander gefaltet habe einen Streifen von 6 cm ab, so wächst mein individueller Jelly-Roll-Stapel. Gelegentlich nehme ich mal diesen oder jenen Streifen raus, um zu prüfen, ob er zum Stoff zu meiner aktuellen Näherei passt. So hält sich das Caos bei der Stoffauswahl übersichtlicher in Grenzen.

Vom letzten Nähprojekt hatte ich 1 und 1/2 Beine einer schwarzen Jeanshose übrig. Grob geschätzt genau die richtige Menge für einen Taschenkörper. Zwei 4 x 90 cm breite Streifen reserviere ich für Außentaschen, ein paar kleine Stücke als Trägerverlängerung. Die restlichen Teile habe ich zu einer Fläche von ca. 55 cm Höhe und ca. 90 cm Breite zusammen gesetzt, mit Vlies und dünnem Stoff aus der Restekiste geschichtet und mit Zierstichen die 3 Schichten verbunden (3.Foto).

Für die Träger habe ich wieder einen Gürtel verwendet: 2 Hälften sind mit etwas Jeansreststoff verlängert und gleichzeitig versäubert.
 
beide Seiten der Tasche
Meine liebste Näherei sind die als Blickfang aufgesetzten umlaufenden Taschen aus einem Stück. Dafür habe ich ein paar Streifen (6 cm breit) zusammen genäht, gebügelt und wiederum um 90 Grad versetzt in 6 cm breite Streifen geteilt. Diese kleinen Streifen waren Ausgangspunkt für die Patchworkfläche. Einzelne Motive meiner Stoffe wollte ich nicht auf den Kopf stellen, mit ein paar zusätzlichen Quadraten von 6 x 6 cm ist dann eine Fläche entstanden nachdem ich da und dort mal einen Faden raus gezogen habe um die Reihenfolge einer Streifenordnung zu ändern. Für eine Fläche aus Quadraten nehme ich gerne Streifen als Ausgangspunkt und ergänze einzelne Quadrate zuletzt. Die Fläche benötige ich genau so breit wie der vorbereitete Taschenkörper ist. Quiltnähte kommen mit rot als Akzent darüber. Den verwendeten Blindstichfuß (eigentlich für Säume) zeige ich mal demnächst.

Oben versäubere ich mit dem reservierten 4 cm schmalen Streifen Jeansstoff. Unten angesetzt der 2. Streifen welcher am Taschenkörper oberhalb der Bodenfläche fest genäht wird. Umgeklappt verbinde ich Taschenkörper und Außentaschen seitlich oben beginnend, über Eck am unteren Streifen lang bis zur Mitte der Vorderseite am einer Quadratnaht, dann abbiegen nach oben zur Teilung der Außentasche, oben ein paar hin+rück Stiche, wieder nach unten und weiter bis zur nächsten Teilung … Die vorbereiteten Henkel fixiere ich auch gleich am Taschenkörper im Bereich der Nahtversäuberung. Ein Band mit Karabiner befestige ich auch gleich so.

Passend zum Taschenkörper nähe ich nun das Futter. Die Breite entspricht dem Taschenkörper. Die Höhe wähle ich 8 cm kürzer als der Taschenkörper so dass es oben später nicht raus blitzen wird. Angrenzend an den späteren Taschenboden nähe ich auf jeder Seite Bahnen mit Aufteilung von mehreren kleinen Taschenfächern nach meinem Bedarf (nicht zu breit sonst klappt es später nach unten). Übrigens war der Futterstoff „früher“ mal ein Faltenrock, auch als Patchworkfläche kommt er vor.
 
Taschenkörper und Blick in die Tasche
Jetzt wird es spannend: rechts auf rechts verbinde ich oben Taschenkörper mit Futter. Diese Fläche breite ich aus lege hälftig Taschenkörper auf Taschenkörper und Futter auf Futter. So nähe ich an der späteren Taschenseite die Teile zu einer Röhre zusammen. Das Futter nähe ich an der späteren Bodennaht seitlich je 10-12 cm zu, die Wendeöffnung bleibt erst mal offen. Den Taschenboden nähe ich auch zu und nähe Ecken ab (an aufgesetzten Taschen kann ich mich orientieren), gleiches beim Futter. Nun noch die Nahtzugaben aufbügeln und wenden. Das Futter nach innen drapieren und oben umlaufend nochmals eine Naht mit stabilen Fixierungen über die Träger. Diese letzte Naht wollte mir nicht gelingen so dass ich mir mit Handstichen beholfen habe. Ich finde, es passt im Ganzen und ich habe eine Tasche in schwarz-weiß mit ein paar roten Akzenten, eine wichtige Ergänzung zum Großteil meiner Garderobe.
 
 

Sonntag, 15. März 2015

Eine Tasche bunt und geräumig …

… nach einer Anleitung aus dem BuchTrag mich! Lieblingstaschen selbst genäht“:



Eine Skizze zu einer Anleitung hat mein Interesse geweckt. Die Konstruktion bei der die Seiten des Taschenkörpers zuletzt geschlossen werden finde ich zweckmäßig.



Deshalb suche ich die Schnitteile auf dem Arbeitsbogen des Buches. Als Alternative zum Durchpausen werde ich die Teile kopieren. Das sie symmetrisch sind benötige ich nur eine Hälfte und ergänze dafür Mittellinien in die benötigten Schnitteile.

Mit den zusammen geklebten Schnitteilen widme ich mich der Stoffauswahl. Meinen ursprünglichen Plan, Stoffe in Frühlingsfarben zu verwenden verwerfe ich als ich ½ Meter synthetischen Gobelin mit Fashion-Porträts finde. Für die geplante Tasche ist er perfekt aber auch knapp bemessen. Die Suche nach passenden Ergänzungsstoffen zieht sich hin, nichts passt zu den Farben und der Art des ausgewählten Stoffes. Schließlich fällt mir eine schwarze Jeanshose ein, die ich zum Auftrennen bekam. Also Stoffsuche einstellen und Hose auftrennen.

An Stelle der aufgesetzten Vordertasche wollte ich eine Tasche hinter einem Reißverschluss setzen konnte mich dann aber doch nicht entschließen, ein Porträt des Stoffes zu teilen. Statt dessen sind die Taschen der Jeanshose wieder in Funktion und bilden zusammen mit den Trägern eine optische Einheit.
 


 

Weil es mein Stoffstück ziemlich genau her gab habe ich meine beiden Papier-Schnitteile zusammen geklebt so dass meine Tasche aus 1 Vorderteil, 1 Rückseitenteil (gleiche Futterteile) sowie Trägern und aufgesetzten Taschen besteht. In die Träger habe ich Paspel aus einer Krawatte eingesetzt die ich farblich passend fand.
Anders als in der Anleitung angegeben habe ich alles mit 0,75 cm Nahtzugabe genäht.
 

Unterm Strich ist es eine stark abweichende Variante der Vorlage aus dem Buch geworden die es allerdings ohne Buchvorlage auch nicht geben würde. Obwohl ich durch meine Stoffwahl vom Weg der Anleitung abgewichen bin war diese doch sehr hilfreich für mich und ich freue mich darüber, dass der Gobelinstoff optimal für meine Version der geräumigen Tasche seine Bestimmung gefunden hat.
Die Tasche war an einem Abend genäht – fast schneller als die Stoffwahl dauerte.


Weil es nun keine Tasche in Frühlingsfarben geworden ist wie ursprünglich geplant nehme ich mir vor, das Model "Für echte Shopaholics“. mit bunten frischen Stoffen später mal zu nähen.
 
 
Ein Reststück Gobelin reichte sogar noch für eine Handytasche, auf Wunsch des neuen Besitzers knapp sitzend ohne Extras. Das Motiv hätte ich gezielt kaum besser aus dem Rapport heraus lösen können.


Traditionelles Aufräumen des Nähplatzes endete mal wieder mit dem Aneinanderfügen der restlichen Schnipsel. Mit Reißverschluss und eingenähtem Karabiner am Band ist es eine kleine Schlüsseltasche für die geräumige Tasche geworden.
 
 
 

Buchrezension: Trag mich! Lieblingstaschen selbst genäht

Was wäre Frau ohne Tasche? fragte sich die neuseeländische Autorin Melanie McNeice und zeigt uns Ihre Lieblingstaschen in Ihrem Buch:


Autorin: Melanie McNeice
Erscheinungstermin : 01.02.2015
Umfang : 128 Seiten
ISBN : 978-3-8410-6334-2
Verlag: OZ-Verlag
Preis: D: 16,99 EUR / CH: 24,50 SFr / A: 17,50 EUR

Der englische Originaltitel „Sew Cute to Carry” wurde durch eine Umfrage auf dem Blog der Autorin gefunden. Zwischen einem Vorwort, Informationen zu Werkzeug, Material und nähtechnischen Details sind 12 Taschen mit ausführlichen Anleitungen zum nachnähen zu finden. Die verschiedenen Modelle von klein bis groß für die unterschiedlichsten Anlässe sind einzeln auf dem Blog der Autorin abgebildet.
Der Schwierigkeitsgrad zum Nähen ist durch Symbole gekennzeichnet. Zu jeder Tasche gibt es eine Materialbedarfs-Liste und nummerierte Arbeitsschrittbeschreibungen mit anschaulichen Skizzen zu ausgewählten Nummern. Auf dem beiliegenden Schnittmusterbogen sind alle Schnitteile in Originalgroße einschließlich Nahtzugabe (5 mm) abgebildet.

Die Beispiele im Buch sind in Stoffen der beliebten Pastell- und Regenbogenfarben genäht, genau richtig für Frühling und Sommer. Übrigens designt die Autorin inzwischen selbst Stoffe für Riley Blake Designs.

Das Hardcover-Buch ist  übersichtlich aufgeteilt. Alle Taschenmodelle sind am Anfang auf einer Übersichtsseite und nochmals auf der Rückseite abgebildet. Die Anleitungen sind gut verständlich mit hilfreichen Arbeitsschrittskizzen. Schon beim Durchblättern schweifen meine Gedanken zu vorrätigen Stoffen und machen Lust und Laune, solche Taschen nachzunähen. Ein Modell habe ich für einen Praxistest ausgewählt. Favoriten für meine Bedürfnisse sind Bunt und geräumig“ sowie „Für echte Shopaholics“. Ich werde Stoffe meiner Vorräte verwenden.

Am 3. Sonntag im April wird es hier wieder eine Buchrezension eines Handarbeitsbuches geben. Es wird ein Buch über Patchwork sein.

Freitag, 13. März 2015

Chenille-Tasche

Chenille in den Farben dunkelblau, beige und weiß ist nun funktional schmückendes Element meiner neuen Tasche welche im früheren Leben eine Hose war.
Auf einem Streifen von ca. 20 x 90 cm habe ich Stoffstücke mit um 45 Grad versetztem Fadenlauf angeordnet und mit 1 cm Nahtabstand festgenäht, die Tunnel aufgeschnitten und altbewährt zur Tasche komplettiert. Die Pocket-Taschen sind als Außentaschen neu angeordnet auf der Chenille-Fläche welche außen umlaufend in 4 Außentaschen aufgeteilt ist. Nach der ersten Wäsche sieht die Tasche so aus (vorne und hinten):


Als Träger habe ich das Gurtband eines Gürtels verwendet, welches ich mit Denim etwas verlängern musste um auf 60 cm Länge zu kommen.


Meine Chenille-Fläche war etwas größer als oben genannt, die Reststückchen sind nun Schlüsselmäppchen passend zur Tasche.

 

Sonntag, 22. Februar 2015

Chenille-Topflappen

In der Zeitschrift Ornamente, Ausgabe 2000-02, fand ich einen Artikel über NanetteHolmberg. Sie rät, in die Schichten unterschiedliche Materialien einzuschichten und vergleicht die Technik mit dem Nachkochen von Rezepten. Arbeitsproben von ca. 20 cm Kantenlänge dienen als Experimentiergrundlage. Eingeschichtete Kunstfasern können interessante Effekte ergeben.


Als ich mit der Chenille-Technik einen Kissenbezug nähte kam mir die Idee, solch eine Fläche als Topflappen zu nutzen. Dafür wird Chenille häufig verwendet. Das sind dann Teile von ca. 20 cm Kantenlänge.
 
 
Weil es Topflappen werden sollen, die vor Hitze schützen bin ich nicht wirklich experimentierfreudig bei der Verwendung von Materialien und schichte schwarz-weiße Baumwollstoffe. Nur die Oberschicht ist eine Mischfaser, die ich mit dem Bügeleisen einem provisorischen Hitzetest unterzogen habe. Die 1. Naht markiere ich mit einem Stift, der sich weg bügeln lässt. Ich verwende einen Nähfuß für 1 cm Nahtzugabe.
 
 
Damit der Hitzeschutz optimiert wird verwende ich für einen Topflappen 2 Lagen Chenille und zwar in um 90 Grad versetzter Musterung. Beim Zuschneiden ergab es sich, dass die Teile unterschiedlich groß sind: 21, 22 und 23 cm Kantenlänge. Sieht beim übereinander hängen interessant aus. Man kann auch mal einen Topf oder eine Tasse drauf stellen.
 
 
Da schichtet sich ganz schön was zusammen mit dem Binding und stellenweise Aufhängern. Ich war neugierig, ob meine Nähmaschine das bewältigt.
 

So lange die Waschmaschine läuft ist es spannend, wie sich die Oberfläche weiter verändern wird. Eine Nahaufnahme zeigt Schrägschnitt mit Schnittkanten:
 
 
Als ich die Lagen zusammen gestellt habe war ich an einer Stelle unachtsam: ein Stück (oben rechts) ist so aufgelegt, dass eine oberste Lage (nur Teilfläche eines Topflappens)parallel zum Fadenlauf geschnitten ist. Nach dem Waschen sieht das so aus:
 
 
Nicht schlimm, das wird provisorisch geschoren bis irgendwann alles ausgefranst ist.

Zufällig ergab es sich, dass ich karierte und gestreifte Stoffe verwendet habe. Der Effekt durch die Technik gefällt mir sehr gut.
 
 
Mit verschiedenlagigen Farben, Mustern und Materialien lassen sich einmalige Oberflächen erzeugen.

Chenille-Kopfkissen

Griselda sammelt die Beiträge für die monatliche “Stoffspielerei“, es geht um Chenille, ein Thema zum Experimentieren und Stoffvorrat abbauen.

Vor langer Zeit habe ich bereits ein Experiment mit Jersey gewagt, welches nicht gelungen ist. So habe ich Gelegenheit, neu zu experimentieren.
Ich entscheide mich für einen Kissenbezug und stelle mir vor, dass die neue Oberfläche beim darauf betten schön weich sein wird.
 

4- 7 Lagen Stoff werden übereinander geschichtet. Sichtbar wird nur etwas von der untersten und von der obersten Lage sein. Deshalb bietet es sich an, unbeliebte Stoffe einzuschichten. Für eine Kissenplatte schichte ich blau-weiße Baumwollstoffe, mittig karierte Bettwäschestücke von 45 cm Kantenlänge. Da mir die Fläche zu eintönig erscheint male ich ein paar Kreise auf dunkelblaue Stoffreste und platziere diese ebenfalls im Schrägschnitt verstreut obenauf. Für die erste Naht bügle ich diagonal eine Markierung. An dieser Naht orientiere ich mich für weitere Nähte im Abstand von 1 cm. Ich nähe hin und zurück ohne den Faden abzuschneiden.
 
 
Für das Aufschneiden der oberen Schichten ist es von Vorteil, die unterste Lage etwas größer zuzuschneiden, dann kann man darauf zum Anschnitt entlang gleiten. Nach dem Aufschneiden hat sich meine Kissenplatte ein wenig trapezförmig verzogen. Ich begradige auf 43 cm Kantenlänge und versäubere das Teil. Mit Paspel und Ruckseitenplatte vervollständige ich den Kissenbezug. Die ungewaschene Oberfläche gefällt mir schon sehr gut und es ist spannend, wie sie sich durch Waschen verändern wird. (Trockner haben wir nicht.)

Die leicht feuchte Chenille-Fläche bürste ich provisorisch etwas mit einer groben Haarbürste. Erwartungsgemäß lösen sich durch den Schrägschnitt keine Fäden. Der weiche flauschige Rand der Stoffkanten wellt sich und lässt das Muster des Oberschichtstoffes ebenfalls nur noch ahnen. Die aufgenähten Kreise verschmelzen mit der Struktur, nur ein paar kleine Spitzen habe ich abgeschnitten.
 

Das Ergebnis ermutigt mich, noch etwas Kleines mit dieser Technik zu nähen. Nun bin ich gespannt, was bei den anderen Damen entstanden ist und ob jemand für Kleidung experimentiert hat.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Quiltübungen und Einkaufsbeutel

2015 werde ich Quilten üben um die Methode zu finden, die mir liegt. Für diesen Vorsatz finden sich viele Gelegenheiten. Erst mal Stoffe aneinander stückeln; am besten etwas kleines handliches: also einen Einkaufsbeutel.



 
Stoffwahl
Kopfkissenbezüge die ich geschenkt bekam nutze ich für eine kleine Streifen-Patchwork-Näherei, inspiriert von einem Video. Ein Rosenmuster auf cremefarbenem Untergrund ist schuld daran, dass reichlich Grüntöne verwendet sind weil ich passende Rottöne der Rosen nicht finden konnte. Das Paisley-Muster ist sehr dominant und der Stoff obendrein weich gewebt eher für Bekleidung geeignet. 

Vorderseiten Taschen
6 Streifen von 6 cm Breite nähe ich aneinander und wie im Film entstehen bei mir 12 Quadrate.
Diese Technik ist nicht ganz so einfach wie sie aussieht, denn die Außenkanten mit Schrägschnitt dehnen sich ungleich mehr als welche mit Geradschnitt.


Rückseiten Taschen
2 helle und dunkle Stücke ehemaliger Gardinen schneide ich in 15 cm breite Streifen und verbinde sie an einer langen Seite. Dieses Duo zerteile ich in 6 cm breite Streifenpaare und nähe daraus einen lange hell-dunkel-Stoffstreifen.


Wie beim Lasagnequilt verbinde ich alles zu einer länglichen Fläche in passender Breite für die Beutel. Durch weiteres Ansetzen wird es mit Vorderteil zu einer Fläche von etwa 40 x 80 cm verbunden.

Quilten
3 Lagen (die Patchworkfläche obenauf) fixiere ich mit Stecknadeln. An der Nähmaschine versenke ich den Stofftransport und setze den Stopf-Fuß ein. Die Fadenspannung erhöhe ich etwas. Eine neue Universal-Nadel ist eingesetzt und die Maschine im Spuhlenbereich gereinigt.
Erst mal bewege ich den Stoff unter der Nadel im Kreis, so langsam werden die Stiche gleichmäßiger und ich schaffe es, vor dem Bewegen der Stoffe zu warten, bis die Nadel unten in Position ist.
Die Rückseite verbinde ich mit geraden Nähten längs und quer

 

Als nächstes probiere ich einen Wellen-Zierstich. Mit einem Frixion-Stift und einem großen Teller male ich den größten Kreis auf. Beim Führen des Stoffes am Ende der 1. Runde biege ich etwas ein und nähe als Schnecke weiter. Das Tückische dieser Technik zeigt sich am Ende, denn durch das beim Quilten übliche Schrumpfen bildet sich im Kreisinneren eine Erhöhung, die es zu bändigen gilt.
Übrigens löscht sich der Frixion Stift mit der warmen Kante des Bügeleisens wie von Zauberhand.

 
Auf die Rückseite nähe ich Linien, das liegt mir mehr als Kreisbewegungen.
 

Der 3. Taschenkörper bekommt wie oft üblich Quiltnähte neben der Naht zur Fixierung der Nahtzugaben im Inneren. Die Linien aus der Mitte verlängere ich bis ans Ende des Stoffstückes.


Bei der letzten Fläche erinnere ich mich an ein Sashiko-Muster und beginne mittig mit Labyrinth-ähnlichen Linien immer ums Eck bis die Fläche voll ist.


Fazit
Das Bewegen vom Stoff unter der Nadel gelingt mir schon etwas besser, beim geradeaus Nähen fühle ich mich am sichersten. Ernüchternd ist die Ansicht auf der Rückseite. Dort haben sich kleine Schlingen gebildet. Stückweise ist auch mal die Fadenspannung akzeptabel.


Weiß jemand, woran das liegt? Was muss ich noch beachten?
Liegt es an der Maschine, an Einstellungen?


Ob ich die Beutel behalte weiß ich noch nicht, solide stabil sind sie ja.
Auf jeden Fall bleiben mir die Erfahrungen der Quilt-Übungen: RUMs



Habt Ihr auch Einkaufs-Taschen genäht?
Dann lade ich ein zum Verlinken bei Nix Plastix
 

Dienstag, 17. Februar 2015

Lavendel mit Spitze

Schon seit Herbst steht hier ein großer Teller gefüllt mit eigener Lavendelernte. Höchste Zeit, ein paar kleine Säckchen dafür zu nähen.


Geeigneter Stoff und etwas Spitze ist schnell gefunden:
Schöne Kopfkissen mit Spitzenkanten, die ihre beste Zeit hinter sich haben und nach Bleich- und Kochwäsche wieder tadellos weiß sind schneide ich in passende Teile.
Die 80 cm Kopfkissenbreite teile ich für 3 Säckchen nach Augenmaß.



Stoffstücke mit Monogrammstickerei ergänze ich mit einer Spitze aus dem Bestand.


Ein Deckchen mit Hohlsaumstickerei bekommt mittig ein paar Kellerfalten und wird seitlich so zugenäht, dass die Hohlsaumstickerei zur Geltung kommt.


Den zerkleinerten Lavendel fülle ich zunächst in Säckchen aus Organza, lang genug um sie im Leinensäcken umzufalten so dass die Füllung nicht ausrieselt. So kann Lavendel später mal mühelos ausgewechselt werden.
Ein lila Schleifenband ist gleichzeitig Verschluss und "Geschenkband" für die Beutelchen, die kleine Mitbringsel werden.
 

Montag, 16. Februar 2015

Bauchiger Shopper mit Krawattenpaspel

Was wird nun mit den abgeschnittenen Schlipsen der Weiberfastnacht? Ich habe eine Idee:

Zur Buchrezension Taschen nähen im Baukastenprinzipwerde ich eine Tasche aus dem Buch nähen. Nach dem Sichten von Stoff-Vorräten habe ich mich für eine Umhängetasche mit gerafften Elementen entschieden. Im Buch ist die Anleitung als „Paspelmond-Tasche“ enthalten.

Beim Stichwort „Paspel“ denke ich gleich an Krawatten und suche eine geeignete aus. Zum dunkelblauen Synthetik-Stoff mit Ripp-Struktur gefällt mir eine gestreifte mit viel hellgrün, ein guter Kontrast.


Abweichend von der Anleitung habe ich die Seitenstreifen um je 5 cm breiter zugeschnitten und dies bei den übrigen Schnitteilen berücksichtigt. Ermuntert vom Vorwort des Buches habe ich weitere individuelle Abwandlungen für meine Tasche vorgenommen:

Krawatten-Paspel


Die aufgetrennte gebügelte Krawatte begradige ich vor dem Zuschneiden (1). Für eine Paspel mit Paketschnur schneide ich Streifen von 3 cm Breite ab (2) und füge sie zu einem langen Band zusammen. Die Paspel soll für die Träger und die Mittelteile vorne und hinten reichen. Ein paar Meter Paketschnur habe ich vorbereitet (in heißes Wasser gelegt und getrocknet). Mit dem Reißverschluss-Nähmaschinenfuß positioniere ich Krawattenstreifen und Paketschnur unter dem abgesenkten Nähfuß so dass die Paketschnur links unter dem Fuß geführt wird (3). Das Nachschieben und Führen des Materiales im Schrägschnitt benötigt etwas Geduld und Übung bis die Schnittkanten rechts gleichmäßig abschließen.


Paspelmond-Fläche
Mit meiner Stoffwahl für die Akzente auf der gerafften Fläche sehen diese Elemente eher aus wie Schmetterlingsraupen. Inmitten der Vorderteilfläche integriere ich einen Reißverschluss für ein Außenfach. Zum Verstürzen verwende ich Reststreifen der Krawatte mit aufgebügeltem Vlies. Hinter das mittlere Vorderteil nähe ich ein Futterstück als Begrenzung der Reißverschlusstasche. … alles Weitere wie im Buch

Innenfutter
Beim Innenfutter habe ich eine eigene Technik, die sich für mich bewährt hat: Unten umlaufend nähe ich einen Streifen, den ich beliebig mit Zwischennähten in Fächer aufteile. So kann ich diverse Kleinigkeiten vorsortieren, Autoschlüssel, Taschentücher, Stifte, Notizen, Handy haben ihren festen Platz.
Da das Futter mit Bügelvlies verstärkt ist habe ich sicherheitshalber ein paar Wellen-Zierstiche zur dauerhaften Fixierung darüber gezogen.
Ein kleines Band für Karabiner zum Schlüssel anhängen nähe ich aus Stoffresten. Die Krawattenetiketten habe ich ins Futter genäht (ein kleiner versteckter Spaß).

Sonntag, 15. Februar 2015

Buchrezension: Taschen nähen im Baukastenprinzip

Der Titel des Buches klingt einleuchtend und machte mich gleichzeitig neugierig, welche Taschentypen die Autorin klassifiziert. Schon die Aufmachung des Buches zeigt Taschen im Regalraster.
 

Taschen nähen im Baukastenprinzip - Lieblingstaschen individuell gestalten
Autorin: Siegrid Reinelt
Seiten: 96
Format: 226 x 226
Einband: Softcover
Preis: € (D)  14,99
 
Im Vorwort lädt die Autorin ein, selbst kreativ zu werden und nach dem Baukastenprinzip eine Tasche nach eigenen Bedürfnissen zu nähen.
 
Nach nützlichen Hinweisen zu geeigneten Materialien folgen die Taschenmodelle nach Basisformen gegliedert: rechteckig, klein, bauchig, rund und wandelbar.
Zum Buch gehören 2 Schnittmusterbögen für besondere Formen. Rechteckige Schnitt-Teile sind mit Maßangaben in den Zuschneide-Plänen der einzelnen Modelle aufgelistet.

Die Anleitungen sind ausführlich mit einigen Skizzen und Fotos zur Veranschaulichung ausgewählter Arbeitsschritte. Dem Kapitel Gestaltung ist ein separates Kapitel gewidmet welches dazu anregt, eine Tasche nach eigenen Bedürfnissen zu nähen. Verschiedene Techniken wie z.B. Applikationen, Patchworkflächen, Zierstreifen und Stoffmalerei werden als Gestaltungsbeispiele erläutert.

Tragevorrichtungen und Verschlüssen widmet sich ein separates Kapitel im Anschluss an die einzelnen Nähanleitungen. Modellunabhängig findet man hier ergänzende Tipps zum Anbringen und zu Materialalternativen.

Wer sich zum Nähen eines Modelles entschließt findet in den Kapiteln über Tragevorrichtungen, Verschlüsse, Inneneinrichtung und Gestaltung Hinweise, die die einzelnen Nähanleitungen detailliert ergänzen. Eine Modellmatrix listet die Taschenmodelle des Buches auf und zeigt eine Übersicht zu möglicher Gestaltung und Ausstattung.
 

Als Praxistest wähle ich ein Modell aus dem Buch, um eine Tasche mit Materialien aus meinem Bestand für meine Bedürfnisse zu nähen. Meine Favoriten sind:

  1. Eine WANDELBARE faltbare Handtasche mit Verwandlungsoption zur Einkaufstasche hätte ich auch gerne.
  2. Eine RECHTECKIGE Ordnertasche mit Patchwork-Fläche auf dem Taschendeckel. So einen Taschendeckel in Patchwork birgt 1000 und mehr Möglichkeiten und ist eine gute Gelegenheit, Stoffreste einzubinden.
  3. Eine RUNDE Flaschentasche ist eine willkommene Geschenkverpackung und ebenfalls ideal für Stoffresteverwertung.
  4. Ein BAUCHIGEr Shopper, der meine Phantasie zur Gestaltung der gerafften Bauchfläche beflügelt
Diese 4 sind meine persönlichen Favoriten im Buch. Jemand anderes wählt sicher andere Modelle aus, für jeden ist etwas dabei. Hier sind weitere Informationen zum Buch.

Die Herangehensweise mit geometrischer Gliederung finde ich gelungen. Der Aufbau des Buches motiviert mich, ein Modell nach eigenen Bedürfnissen zu nähen, welches wird es wohl werden? 

An jedem 3. Sonntag im Monat werden weitere Buchrezensionen zu Handarbeitsbüchern folgen. Nächstes Mal geht es wieder um Handtaschen.

Sonntag, 1. Februar 2015

Nix Plastix Linkparty 2015

Am 01.02.2015 startet hier zum zweiten Mal eine Linkparty für einfache Beutel
als Alternative zum Plastikbeutel.


Bitte beachtet folgendes:

- Post mit einem Beutel genäht, gehäkelt, gestrickt, bedruckt, gefärbt,
   aufgehübscht als Thema
- Backlink im Post?
https://123-nadelei.blogspot.de/
- es kann ein älterer Blogbeitrag sein
- in der Vorjahreslinksammlung ist er nicht verlinkt
- mehrere Verlinkungen sind möglich, ist ja 1/2 Jahr Zeit
- Das Logo kann gerne mitgenommen werden
- bitte KEINE Verlosungen oder versteckte Werbeposts/Links
   zu eigenen Webshops, Ebook-Vorstellungen, Probenähen, Stoffangeboten verlinken
Eine Werbeveranstaltung soll es nicht werden. 

Verlinkt bei LinkParty-Sammlung