Sonntag, 2. November 2014

Loch und Löcher nach Alabama-Art

Karen hat im Oktober für die Aktion Stoffspielerei das Thema “Loch und Löcher” ausgewählt. 
Beim Alabama-Sticheln kam mir die Idee, Löcher mit Durchblick zu schneiden.
Ausprobiert habe ich die Idee am Beispiel eines Loops.


Dafür wurden 2 Streifen Jersey 1,5 m lang und ca. 18 cm breit zugeschnitten/gestückelt. Den roten Streifen habe ich mit meiner Alabama-Schablone und Marabu-Textilfarbe weiß (für dunkle Textilien) bemalt, allerdings nur die Kreise. Die restliche rote Fläche mittels Schulschablone mit Kreisen gefüllt. Getrocknet und rückseitig gebügelt wurden die Streifen rechts auf rechts an den langen Seiten zusammen genäht, gewendet und in Form gebügelt, dabei ein Rand in Breite der Nahtzugabe rot an schwarz und umgekehrt.
Die schmalen Seiten wurden soweit wie möglich ebenfalls zusammen genäht, der Rest von Hand geschlossen.


Zum Sticken habe ich ein Baumwollstickgarn verwendet. Vorstiche laufen um die weißen Kreise, eine zweite Runde zum Verdichten der Stiche (von der anderen Seite gestickt). Rückstiche fand ich rückseitig unpassend. Mitunter führen die Stiche noch ein weiteres Stück um die Kreise um den Übergang zum nächsten Kreis zu verkürzen. Der Faden läuft hierfür zwischen den Jersey-Schichten.


Kreise sind so eingeschnitten, dass mal ein roter Rand auf schwarzem Grund sichtbar ist und andererseits ein schwarzer Rand auf rot. An einem Abend habe ich die Hälfte geschafft. Die Farben dunkelrot, schwarz und etwas weiß passen perfekt zu vielen Teilen meiner Garderobe. 

 
Danke, Karen, für das Thema, welches mich zu dieser abgewandelten Alabama-Variante inspiriert hat.
Nachtrag: Tragefoto
 

Montag, 27. Oktober 2014

Blog hop around the world

Heike von HB Quilting hat mich eingeladen, am „blog hop around the world” teilzunehmen. Letzte Woche hat sie einen Einblick in ihre Patchwork-Welt gegeben.

Auf der Reise rund um die Welt folgt heute einen Zwischenstopp in Thüringen. Gerne beantworte ich Fragen rund um Patchwork in meinem Leben. Einleitend zu allen Fragen passt ein Zitat vom Landsmann Goethe:

Alles, was uns begegnet, lässt Spuren zurück.
Alles trägt unmerklich zu unserer Bildung bei.
Quelle: Wilhelm Meisters Lehrjahre VII, 1

Wer bist du und was machst du so? 
 
Ich bin immer auf der Suche nach Zeit zum Handarbeiten damit die Ideen, die in meinem Kopf umher geistern real entstehen. Außerdem sammle ich Handarbeitsliteratur.

Geboren in Schmalkalden, aufgewachsen in Springstille, 10-Klassen Schule, Lehre als Dreher, Studium als Technologe der metallverarbeitenden Industrie, Zusatzstudium als Arbeits- und Brandschutzinspektorin (heißt heute Sicherheitsingenieur).
Seit 1990 bin ich freiberuflich tätig in Sachen Buchführung und Hausverwaltung mit Büro zu Hause.

Seit letzter Woche bin ich 25 Jahre verheiratet, zwei Söhne gibt es, inzwischen auch 1 Enkel (6) der mir gerne an der Nähmaschine assistiert und am liebsten immerzu selbst mit der Hand das Pedal der Nähmaschine bedienen würde. Wenn er zu Besuch ist kontrolliert er, ob ich genug volle Spulen vorrätig habe und spult selbstständig welche voll. 

Seit 2 Jahren betreue ich eine Ferienwohnung (ELW in unserem Haus). In Personalunion bin ich dort Innenarchitekt, Hausmeister, Empfangsdame und Zimmermädchen.

Meine 2. Leidenschaft ist fotografieren. Einige haben schon meinen Foto-Blog gefunden. Aktuell bin ich mitten in Vorbereitungen für eine Fotoausstellung.


Wie bist Du zu Patchwork & Co. gekommen?

Meine Omas haben genäht, gehäkelt und gestrickt. Schon bevor ich die Schule besuchte faszinierten mich Handarbeiten und ich durfte Wollreste und Häkelnadeln verwenden. Die verfügbare Nähmaschine war manuell mit Tretpedal. Weil ich das nicht beherrschte habe ich ausgesonderte Kleidung zum Nähen vorbereitet und meine Oma beim Nähen navigiert. Jahre später überraschten mich meine Eltern mit einer Nähmaschine. Zufällig waren sie gerade bei Anlieferung in einem DDR-Haushaltswarenladen anwesend und haben kurz entschlossen eine Veritas-Nähmaschine mitgebracht. Nach mehr als 30 Jahren hat sie 2011 ihren wohlverdienten Ruhestand angetreten.

Oft habe ich Kleidung aus Weihnachts-Paketen von „Tante Alma aus Stuttgart“ geändert und umfunktioniert. Mein erstes Patchwork war eine Bluse für die ich Baumwolle von Schwesternschürzen neu zusammen gestückelt habe. Das ist nun schon ewig her …
 
 
Da Patchwork traditionell eine Technik der Wiederverwendung ist und obendrein unendliche Gestaltungsmöglichkeiten bietet kam ich daran nicht vorbei. Zunächst habe ich kleine Sachen wie Beutel, Taschen und Kissenbezüge zusammengesetzt bevor ich eine erste Decke genäht habe nach diesem Video.



Woran arbeitest Du zur Zeit?

Meistens habe ich gleichzeitig etwas zu häkeln, etwas zu sticken und etwas zu nähen angefangen. Mein aktuelles Nähprojekt ist Flickentechnik von aufgetrennten Jeanshosen. Mit kleinen Schritten geht es voran so dass ich guter Dinge bin, dass die beiden Sessel (Erbstücke) noch dieses Jahr wieder benutzt werden können. Armlehne und Beine werden später weiß überstrichen.


Mein Unterwegs-Projekt ist eine Granny-Häkeldecke. Die soll gar nicht so schnell fertig werden damit ich immer ohne zu überlegen etwas Handliches fürs Wartezimmer … mitnehmen kann.
 

Abendprojekt ist Alabama-Chanin. Genau genommen sind es Vorstiche zum Verbinden von Schichten wie auch bei Quilts üblich. Ein Pullover ist fertig. Weil ich die Stichelei vermisst habe sticke ich gerade an einem passenden Loop dazu. Ich habe 3-schichtig vorbereitet und überlege, ob ich auch "hinten" aufschneide. Zweischichtig mit echten, unterschiedlich großen Löchern übereinander wäre auch eine Möglichkeit, die direkt zum Thema der nächsten Stoffspielerei führt.
 
 

Wie entsteht der kreative Prozess?

Wie bei Anderen ist es ein Cocktail aus Eindrücken von Farben, Mustern und Dingen aus Büchern, von Blogs, Fotos und aus dem Alltag … vermischt mit Stoff- und Materialvorräten sowie Techniken, die ich beherrsche oder die ich gerne mal ausprobieren möchte. Schon vor dem Computerzeitalter habe ich Ideen in Büchlein skizziert; aktuell sind es Fotos und Skizzen mit Notizen. So manches ist im Kopf noch nebulös und klart sich dann Schritt für Schritt mit der Umsetzung auf. Ein bisschen Spielraum bei der Umsetzung habe ich gerne. Mit verschiedenen Wunschprojekten im Kopf passiert es mitunter auch, dass alles eine andere Richtung bekommt wenn neue Eindrücke, Erfahrungen oder Materialien dazu kommen. So manche Idee spaltet sich auch in Material- und Farb-Varianten auf von denen die eine oder andere nicht so schnell fertig wird (oder nie entsteht).

Wenn ich Stoffe und Materialien sehe habe ich oft gleich eine Idee zur Verwendung. Ich berücksichtige, ob ich so etwas benötige und gestalte so, dass es sich an einen bestimmten Platz optisch und farblich einfügt. Meistens gehe ich pragmatisch an ein Projekt. Funktion soll sich dem Design unterordnen und es soll solide werden damit es benutzt und gepflegt/gewaschen werden kann. Ich mag funktionale Details und widme dieser Vorliebe auch Zeit beim Nähen.

Beim Zuschneiden bin ich oft zögerlich und sorgsam weil ich denke, irgendwann fehlt mir ein Fitzelchen dieses Materials. Da kann ich nicht aus meiner Haut, ist sicher meine Prägung als DDR-Kind und generationsbedingt.

Gelegentlich nähe ich Geschenke, dazu schreibe ich mal separat, denn ich denke dabei ist vieles mehr als handwerklich-nähtechnisches zu berücksichtigen.
 

Wie ist Dein großer Patchwork-Traum?

Mein Traum ist eine moderne Patchwork-Decke im Stil von Yoshiko Jinzenji. Traditionsgemäß möchte ich Stücke regionaler Haushaltswäsche (z.T. bestickt)  so integrieren dass sich blumige Muster auflösen und grafisch werden. Vorher möchte ich noch Nähtechniken trainieren und mein Gespür zur Kombination von Farben und Formen schulen (mit einer Dear Jane).
Material habe ich u.a. für einen speziellen Quilt aus Baumwollschürzen vorrätig. Derzeit besteht mein dafür favorisiertes Muster aus Dreiecken in bunt und weiß nach einer effektiven Nähtechnik. Die Darstellung unten ist nur Orientierung zum Schürzenvorrat, sicher reichen 3 Schürzen für eine Decke.
 
Endlich mal möchte ich Maschinenquilten üben und Umgang mit dem Obertransport-Fuß; wenn Gelegenheit ist fehlt mir immer die Geduld und ich verbinde die Schichten durch Nähen oder von Hand.

Hier endet die Rundreise auf meinem Blog, Danke für’s Durchhalten.

Die Reise wird am 10. November fortgesetzt durch Beate von Siebensachen-zum-Selbermachen. Auch sie beantwortet die Fragen rund um Patchwork. Ich bin schon gespannt, wenn sie uns hinter ihre Kulissen schauen lässt.

Samstag, 25. Oktober 2014

Topflappen gehäkelt

Neue Topflappen mussten einfach sein nach der Umgestaltung der Küche. Schon einige Zeit habe ich einen alten blau-gelben liegen bei dem mir das Muster gefiel. Nach diesem habe ich etwas größere* gehäkelt in schwarz, weiß, rot und grau (2. Lage hinten). Die Lagen sind außen umlaufend zusammengehäkelt und mit Stern-Stickerei verbunden.

*Statt 7 Maschen pro Block habe ich 8 gehäkelt. So konnte ich die Sternenmitte besser finden und die Proportionen sind in Ordnung.


Serviettenringe gehäkelt

... habe ich letztes Jahr aus einem Nachlass geschenkt bekommen. In weiß passen sie praktisch immer. Deshalb habe ich letztens mal blau-weiß gedeckt und Servietten rein gesteckt: 

Später gab's noch Muffins nach Nigella, bei uns hießen sie Muffins mit Guter-Laune-Mütze:


Auf einer weiß gestrichenen Holzschale mit Fuß und filigraner Häkeldecke sehen sie besonders verführerisch aus und verbreiten wirklich gute Laune.

Montag, 13. Oktober 2014

Schiebevorhänge für Gardinen-Sets

Die Suche nach passenden Schiebevorhängen für unsere Küche war erfolglos. Entweder gefiel uns das Muster oder der Farbton nicht. So war es naheliegend, selbst welche zu nähen. Ein unschlagbar günstiges Stück Gardinenstoff mit eingesticktem Muster und 3 Schiebesets mit Führungsschienen, Klettband und Beschwerungsstäben haben wir gekauft.

Die letzte Stoffspielerei kam wie gerufen. Dort habe ich die Idee mitgenommen, dünne Stoffe vor dem Nähen zu stärken.
als Schnittmarkierung Faden ziehen / Gardine stärken
Mit dem Rollsaumfuß habe ich den vorbereiteten Streifen an den Seiten umgenäht. Zunächst habe ich gerätselt, wie der Stoff in den Fuß eingefädelt wird. Schon wollte ich aufgeben, bügeln und wie ursprünglich gedacht nähen als mir doch einen Start gelang. Das erste Stück war etwas wacklig und für die Führung musste ich erst ein Gefühl kriegen. Knifflig war, als ich inmitten der Bahn neu starten musste.
 
einfädeln in die Führung des Rollsaumfußes FALSCH und RICHTIG
Nichtsdestotrotz ist die neue Küchengardine fertig. Aus 2 Meter Gardinenhöhe der  Kaufgardine konnte ich 3 Stücke von 40 cm, 60 cm und 80 cm mit ordentlich genähter Kante heraus schneiden und fertig stellen. Bei mehr Übung sind Rollsaumabschlüsse gut geeignet für selbst genähte Schiebevorhänge.
 
Fertige Schiebevorhänge mit Spiegelung in der Spanndecke

 Creadienstag

Sonntag, 28. September 2014

Multicorlorgarn-Spielerei im Kordelfuß mit 3 Rillen

“Nähfüße” sind das Thema der Stoffspielerei in diesem Monat.
Leider ist mir für meine Spielerei nur ein kleines Zeitfenster übrig geblieben. 

Vor einiger Zeit habe ich auf der Suche nach einem dicht an der Nadel geführten Reißverschlussfuß eine Sammlung von Nähmaschinenfüßen mit 6-mm-Steg gekauft, die lassen sich bei meiner Brother anklicken. Auch für meine alte Pfaff 90 gibt es einen Adapter, mit Steg, ein Test zur Kompatibilität wäre mal interessant, sollte ich endlich mal probieren.

Kurz bevor die Sonne unterging habe ich ein Stück Baumwollstoff und Multicolor-Baumwollgarne heraus gekramt und den Kordelfuß eingerastet.


 
 
Mit Garn in den Rillen und einem Wellenzierstich von 6 mm Breite habe ich geradeaus genäht und anschließend Kurven probiert. Das Häkelgarn von 530 m Lauflänge/100 g blieb in der Spur, 8er Perlgarn (mitte) war zu dünn und wechselte in Kurven in die Nebenbahn.

 
Mit etwas mehr Übung kann man damit textile Flächen gestalten. Mein Übungsstoff wird ein Küchentuch. Zur Fertigstellung werde ich wie bei Griselda gesehen einen Rollsaumfuß verwenden.

Nun schau ich nach, was ich mit den anderen Füßen in der Schachtel praktisches anfangen kann, Griselda von Machwerk sammelt heute die Links dafür. 

Dienstag, 23. September 2014

Stahlrohrstuhl neu gepolstert

Neulich am Straßenrand fiel mir ein herrenloser Stahlrohrstuhl ins Auge. Diese Freischwinger-Konstruktion hat ihren Ursprung in der Erfindung des Bauhaus-Designers Marcel Breuer.
Das Sitzpolster war kaputt, die Chrombeschichtung tadellos. Keine Frage, der Stuhl bekommt ein neues Polster.


Auf dem Tisch im Nähzimmer liegt blauer Denim von aufgetrennten Hosen, genug für ein neues Stuhl-Polster. Da einige Jeans-Stücke etwas stretchig sind ist der neue Bezug schnell gemacht: Anlehne zum Überstülpen und Sitzflächenstück zum fest tackern.
Eine Pocket-Tasche nähe ich auf die Rückseite, dort stört sie nicht beim Anlehnen und man könnte etwas hinein stecken. Der Stuhl erinnert mich an alten Jeanswerbung und hat etwas männliches, wirkt durch die Konstruktion trotzdem filigran.

Die zusammengesetzte Sitzfläche ist gleichzeitig ein Test für die Polsterung der Sitzfläche von 2 Sesseln. So konnte ich herausfinden, dass es sich auf der gestückelten Sitzfläche sehr angenehm sitzt.

Die Sessel sind schon eine Weile in Arbeit. Für die Entfernung der Lackschichten am Holz habe ich Unterstützung, wegen anderen Prioritäten ist für diesen Arbeitsgang noch kein Ende in Sicht. Ein Oberteil ist inzwischen bezogen. Für die Sitzfläche wollte ich ein Stück Denim neu kaufen, kann nach dem Polstern des Stuhles und Sitzprobe nun guter Dinge auch die Sessel-Sitzflächen aus Streifen zusammensetzen.

Freitag, 12. September 2014

Handytasche aus Krawattenseide

Neuer Anlauf für ein HTC Android-Smartphone: Farblich passend habe ich eine Krawatte aus Seide gefunden. Zum Entstretchen ist die Seide mit Vlies hinterlegt. Auch für das Futter hat die Seide (farbverkehrt) gereicht. Die Hülle ist passend, allerdings die Lasche eine Kleinigkeit zu kurz zum Verschließen. Deshalb wohnt mein "kleines" jetzt drinnen.

 

Auf ein Neues: Aller guten Dinge sind 3 ... jetzt passt alles.
Der lila Farbton im Paisley-Muster entspricht fast der Handyfarbe.

Freihand-Quilten muss ich endlich mal üben, die Schichten sind zusammen genäht.
Links ist die Hülle unmittelbar nach dem Wenden, die Futterseite wird nach verschließen der Wendeöffnung in die Hülle geschoben ...



Handytasche mit Rausziehlasche

Neulich hat mich jemand gefragt, ob ich eine Handytasche nähen kann.
Hab' ich gemacht und gleich mal ausprobiert, wie eine Lasche zum raus ziehen funktioniert.
Leider habe ich mich zum Model mit der Größe verschätzt, mit der Vliesfüllung und den Nahtzugaben war es zu eng für das angefragte Handy.

Macht aber nichts, inzwischen hat es einen anderen Liebhaber mit passendem Handy gefunden.


Donnerstag, 4. September 2014

Kissenbezug mit Jeans-Streifen

Nach dem Weben von Denim-Streifen hatte  ich einige übrig. Diese sind nun in einen Kissenbezug eingenäht.
Wie hier beschrieben habe ich helle Streifen an beiden Enden zu einem Gitter verbunden und die blauen Streifen eingewebt. Anschließend die Fläche auf Wunschmaß vergrößert, dabei auch gleich die Rückseite aus Reststreifen angenäht.
Die fertige Fläche von ca. 87 cm x 43 cm ist mit Zierstichen stabilisiert und verziert, zwei Original-Hosentaschen sind hinten angebracht.
Verschließbar ist der Bezug mit Stern-Kam-Snaps.



Der Bezug ist männerkompatibel und bleibt bei uns in der Ferienwohnung.
 

Montag, 1. September 2014

Denim weben für eine Umhängetasche

Zur Stoffspielerei September hat Lucy das Thema ”Weben” ausgewählt.
Mit einem Tag Verspätung zeige ich, was bei mir dazu entstanden ist.
 
 
Für ein anderes Projekt habe ich Jeanshosen aufgetrennt. Reststücke der Hosen habe ich so lang wie möglich in 6 cm breite Streifen geschnitten und zum Weben vorbereitet. Die Streifen wurden mittig gefaltet gebügelt und diese Bügelkante als Markierung für ein erneutes Bügeln genutzt, bei dem die Schnittkanten an der Bügelmarkierung lang laufen. Zur Versäuberung habe ich nach ein paar Stichproben einen Kreuzmuster-Zierstich gewählt.
Nach ein paar Flechtproben habe ich beschlossen, weiße Streifen zu ergänzen. Letztendlich habe ich mich für ein Schachbrettmuster in blau-weiß entschieden.

 
Ursprünglich wollte ich für eine Tasche kleine Vierecke ineinander weben und Log-Cabin-ähnlich außen begrenzt zum Quadrat nähen. Um Stellen mit gestapelten Denim-Schichten zu vermeiden habe ich dann nur eine Fläche gewebt, bei der zunächst kurze weiße Streifen nebeneinander in einem ehemaligen Hosenbund genäht sind.
Mit Platz für 5 Streifen a 3 cm Breite in Schussrichtung ist am anderen Ende ein Jeans-Streifen als Abschluss angenäht und bildet ein solides Gerüst für die einzuwebenden Streifen. Zur Optimierung habe ich gleich 3 Streifen zusammen durch das weiße Gitter gefädelt und oben + mittig + unten verteilt. Die restlichen beiden Streifen dann dazwischen (Pfeile) gewebt. Durch Maßermittlungen beim Probeweben sitzt alles gut.


Diese Fläche ist umlaufend Blickfang einer Tasche und gleichzeitig funktional in mehrere Außentaschen unterteilt. Die Nähte zur Aufteilung auf dunkelblau sind kaum sichtbar.
 
 
Als Taschenkörper fanden 2 Hosenbeine Verwendung, als Futter ein Tischläufer in passenden Farben. Auch das Futter hat unten umlaufend abgeteilte Innentaschen in der ich diverse Sachen einsortieren kann. Für die Träger habe ich Bullaugen-Öffnungen eingefügt und kann so die Trägerlänge variieren und ggf. den Träger mal leicht ersetzen.

 
Als Bodenplatte ist ein Streifen Kunststoff-Küchen-Schneidbrett "Drälla" eingelegt, ideal für diese Zwecke.

Übrigens habe ich auch schon mal Jeansstoffe offenkantig für eine Taschenklappe verwebt.
 

Gartenstuhl-Überzug aus Jeanshosen

Vor Jahren hatten wir mal weiße Kunststoffgartenmöbel. Als diese ausgedient hatten fanden wir ersatzweise solide, robuste mit Kunststoff-Flechtwerk, dessen Farbschattierungen sich als praktisch erwiesen. Inzwischen nach einigen Jahren nagt der Zahn der Zeit am Flechtwerk. Dort wo es über Kanten läuft löst es sich auf. Klebestreifen hält leider nicht wenn die Sonne drauf scheint.

Ursprünglich wollte ich Überzüge aus Markisenstoff nähen, konnte mich aber nicht für eine Farbe oder Streifen-Farbkombination entscheiden. So kam mir die Idee, alte Jeanshosen zu upcyceln. Schließlich ist Denim traditionell hohen Beanspruchungen gewachsen und wird Sonne und Regen eine Weile trotzen.

Sonntag, 24. August 2014

Lampenschirm trifft Häkeldeckchen

Bevor der Lampenschirm das Deckchen getroffen hat ist er mit unserem Tisch zusammengestoßen und in mehrere Teile zerbrochen. Schade, denn es war eine fein gearbeitete Lampe mit schönem Lampenschirm. Deshalb haben wir den Glasbruch notdürftig geklebt und als Form verwendet.

 

Geformt wurde ein Abschnitt eines gehäkelten Tischläufers, der eigentlich schon "abgeschrieben" war. Gefunden habe ich den Läufer aus brauner Kunstseide Second Hand. Entfärben und bleichen schlugen fehl, der Läufer hatte anschließend einen beige-weißen Farbverlauf. Beim Strecken im nassen Zustand rissen einige Fäden. Einen intakten Abschnitt haben wir grob zugeschnitten als Abwicklung der Form des Glaslampenschirms.

Die Glas-Form wurde mit transparenter Küchen-Folie umwickelt und Gummihandschuhe angezogen. In einen kleinen Behälter wurde etwas Epoxidharz und die zugehörige Komponente vermischt, das Deckchen darin getränkt und ohne Verzögerung um die Form drapiert. Schon nach wenigen Minuten setzt die Erstarrung ein und die Form sollte fixiert sein. 

Nach dem Trocknen wurde die Form endgültig mit einer Haushaltsschere geschnitten,
danach mit weißer Acrylfarbe angestrichen. Zur Betonung der Form habe ich die Kanten mit silbernem Textilstift und schwarzem wasserfestem Stift angemalt. Das geometrische Häkelmuster passt gut zur der Tapete. Angestrahlt scheint ein warmer Gelbton durch das Muster, der sich durch den Epoxid-Härter ergibt.

Diese Technik habe ich auch für eine Schüssel aus Kunststrickdeckchen angewandt.

Freitag, 22. August 2014

Die Küche, die Pläne und das Leben

Leben ist das, was passiert,
während du eifrig dabei bist,
andere Pläne zu machen

John Lennon in Beautiful Boy

Durch Krankheit hat sich die Renovierung unserer Küche in die Länge gezogen. Endlich ist sie fertig. Die Vliestapete hat uns inspiriert, ein Retro-Thema der 50er Jahre aufzugreifen. Ein paar Wandregale und ein kugeliger Stuhl ergänzen die Stimmung. Die Kaffetassen-Lampe passt ebenfalls gut dazu.


Reststücken der Tapete mit transparenter Folie darüber haben wir für die Aufarbeitung eines Tablettes verwendet.


All diese Dinge spiegeln sich an der neuen schwarzen Spanndecke ... und auch ich als ich mich selbst in der Küche fotografiert habe

 

Dienstag, 19. August 2014

Nadelkissen und andere Handarbeiten auf den Nadeln

Auf dem Flohmarkt sah ich ein Souvenir-Nadelkissen aus dem Harz, ganz schmuddelig sah es aus. Solche Dinge sind für mich magisch, denn ich stelle mir gleich vor, wie sie wieder schön und funktional sein könnten.
Zu Hause habe ich die Füllung herausgenommen, das Körbchen gereinigt, Souvenir-Glitter-Farbe abgeschliffen und um die Füllung ein Stück Damast mit Monogramm neu befestigt. Abgeschnitten habe ich den Stoff mit Monogramm von einer beschädigten Serviette (Hintergrund Collage). Die Monogrammbuchstaben passen für eine Freundin, die das Nadelkissen benutzen wird. Wenn Sachen so passend zusammen finden freue ich mich immer.


Das Aufarbeiten des Nadelkissens benötigte wenig Zeit, mitunter ist es gut so was zwischendurch erledigen zu können, damit mal was fertig wird, denn es gibt auch andere Sachen, die dauern:

Unsere Küche ist noch immer nicht fertig renoviert. Grund war meine Verletzung (Arm gebrochen), Verzögerungen bei der Lieferung einer neuen Haube und die Verschiebung von Handwerker-Terminen. Heute kommt eine neue Deckenverkleidung dran. Eine kleine Fläche haben wir mit Retro-Vliestapete tapeziert. Zum Zuschneiden der Tapete war eine alte Schneidmatte und ein Schneidlineal sehr nützlich.

mit alter Schneidmatte und Lineal Tapeten zuschneiden
Diesen Sommer liegt bei uns Lampenschirm-Upcycling in der Luft, Kaffetassen-Lampen gab es schon zu sehen. Durch Renovierung der Küche hat sich ein Lampen-Ringtausch ergeben und eine ist dabei zu Bruch gegangen. Erst mal kurz geärgert und dann den Bruch als Ausgangspunkt für eine einzigartige Lampe verwendet. Hier schon mal eine Vorschau:


Zu Beginn des Sommers habe ich die Restaurierung von 2 50er-Jahre-Sesseln gestartet. Die Sessel sind Familienerbstücke und sollen neu gepolstert werden mit einer Patchwork-Fläche aus Jeanshosen-Streifen. Die Hosen wollte ich im Sommer über draußen auftrennen, denn das macht reichlich Dreck. Am Wochenende hab' ich endlich die Hosen gefleddert, auf schönes Wetter wollte ich nicht länger warten. Es waren teilweise Karottenschnitte und Hosen unterschiedlicher Hersteller. Ich mag Jeanshosen und auch krassen Wechsel von hell-dunkel auf den Denim-Stücken. Vielleicht kommt meine Vorliebe dafür aus meiner Jugend, als es Markenjeans für mich nicht zu kaufen gab.


Abends nehme ich meine Alabama-Chanin-Stickerei zur Hand. Etwa 1/3 an einem Ärmel ist noch zu sticken, dann kann ich die Teile zusammen fügen.


Anfang des Jahres habe ich eine zweite Granny-Decke zu häkeln begonnen. Es ist mein Unterwegs-Projekt, das ich Ende des Monats auf eine Kurzreise nach Berlin einpacken werde. Reichlich rote Kreise sind schon gehäkelt. Als 2. Farbe folgt weiß und die Form wechselt von rund auf eckig. Daran schließt sich noch schwarz an. Mit den schwarzen Runden wird gleich zusammen gehäkelt.
Übrigens suche ich bei Wolle wenn möglich das Fadenende für den Beginn, denn dann bleibt das Wollknäuel ruhig an seinem Platz und hält auch in der Handtasche Ruhe. Klappt mal besser und mal so wie abgebildet. Ist kein Problem, der Überschuss wird ums Knäul gewickelt und ist schnell weg gehäkelt.

mit dem Fadenende beginnen

Gerne lasse ich meine Gedanken schweifen für eine kleine Patchwork-Näherei mit Stoffen von Kristina. Die Stoffe laden ein, eine kleine Landschaft zu gestalten und die Umsetzungspläne wandeln sich von Zeit zu Zeit. Ich denke, es schadet nicht, seinen Nähplänen etwas Zeit zu geben und sie reifen zu lassen.

Noch auf meiner Nähwunschliste ist eine Schnabelina-Tasche. Bei Judith habe ich den Papier-Zuschnitt ergattert und ich freue mich drauf, mich dieser Näherei zu widmen, wenn auf dem Zuschneidetisch wieder Platz ist.

Montag, 18. August 2014

Lavendelsäckchen

Vor einiger Zeit benötigte ich ein kleines Mitbringsel, Gelegenheit ein Lavendelsäckchen zu nähen.
Die Maße ergaben sich aus einem vorhandenen Streifen Damast, Reststück einer Tischdecke. Ebenfalls aus dem Fundus eine abgetrennte Klöppelspitze, deren Rest als Zugtunnel angenäht ist.
Da ich keine Teefiltertüten vorrätig hatte habe ich aus Geschenkorganza von der Rolle eine Innenhülle genäht und gefüllt. Diese dann in das Säckchen gesteckt, so kann man schnell mal neu füllen.


Zusammen mit einer exotischen Topfpflanze mit ganzjähriger Blüte wurde das Säckchen verschenkt

Dienstag, 12. August 2014

Lampenschirm aus Weimarer Porzellan

Schon lange Zeit schaue ich nach einem Lampengestell und Sammeltassen für ein besonderes Projekt. Als neulich ein Lampenschirm zu Bruch ging fügte sich alles zusammen für einen "neuen" Lampenschirm in der Küche.
Eine Diamant-Lochsäge für 3 cm Durchmesser kam zum Einsatz. Von Hand benötigt es etwas Feingefühl, um das Werkzeug gerade in die Tasse bzw. auf dem Unterteller zu führen. Etwas Bruch (2 Tassen) war einkalkuliert, die Verwendeten fand ich in einer Second-Hand-Geschenkekiste für Polterabende. Die Teller sind von einem anderen Porzellan-Hersteller, passen durch die Rillenstruktur gut dazu.

Die Tassen sind Weimarer Porzellan aus DDR-Zeit. Wie für viele Thüringer Porzellan-Hersteller verbirgt sich dahinter eine wechselvolle wirtschaftliche Geschichte.
Es gab diese Gedecke in unterschiedlichen Ausführungen. Gesehen habe ich schon Tassen mit Kobaltblauer Glasur auf der Fläche ohne Vertiefungen. Exemplare, die bis zu diesem Arbeitsgang tadellos durchgelaufen waren erhielten noch Goldverzierungen.
Für meine Zwecke waren dünne, weiße Tassen am besten geeignet. Leuchtmittel ist LED.