Mittwoch, 18. Mai 2016

Vom blau machen, in Stoffen treiben und Seminole-Streifen

Für die Ferienwohnung benötigte ich Kissenbezüge 40 cm x 80 cm ergänzend zu vorhandener Bettwäsche. Verwenden wollte ich vorhandene Damast-Kissenbezüge von 80 x 80 cm. Einige habe ich an den Seiten aufgetrennt, die Knopfleisten erhalten und kürzer wieder zusammen genäht. Mit Knöpfen gegenüber von vorhandenen Knopflöchern waren sie schnell genäht und sind schon in Nutzung.




Und was ist aus den heraus getrennten Stücken geworden? ... dazu später.

Erst mal färben. Das mache ich von Zeit zu Zeit gerne weil ich spannend finde, was dabei herauskommt.
Blautöne gefallen mir in der Simplicol-Palette. Überhaupt ist "Blau machen" hier in Thüringen bekannt aus der Zeit, als noch mit Waid gefärbt wurde. Weil dieser Prozess aufwändig ist wurde er später durch Färben mit Indigo in anderen Regionen verdrängt. Nur die Redewendung ist geblieben aus der Zeit, als mit Alkohol angereicherter Urin den Färbeprozess begleitet hat. Gehört habe ich, dass Wartezeiten wenn Färbestoff im Färbe-Bad und zum Trocknen war ebenfalls als "Blau machen" bezeichnet wurde.

Ich nehme die Redewendung wörtlich, verwende allerdings Simplicol rauchblau. Damit ich etwas Einfluss auf den Färbeprozess habe verwende ich einen großen Topf, der eigentlich zum Konserven einkochen ist und gebe Wasser, Salz und die Färbe-Komponenten für rauchblau hinein. Stoffstücke, die ich zuerst eintauche erhalten die intensivste Färbung, das ermöglicht Farbabstufungen. Die Kissenbezüge habe ich zusammen gerollt und tauche welche allmählich ein während ich zusätzlich weitere Textilien in den Topf tauche.
Als die Farbe in der Flüssigkeit verbraucht ist gebe ich die Komponenten für royal blau hinein und experimentiere weiter. Vereinzelt habe ich ein Stück gerollt und wie für batik gebunden. Als royal blau im Topf aus ist gebe ich etwas dunkelgrün dazu aus Restbeständen eines Sonderpostens.

Immer spannend ist, wie die gefärbten Textilflächen am Ende gebügelt aussehen. Durch das Köcheln in meinem Topf entstehen oft Sprenkel-Muster von nicht ganz aufgelöstem Salz am Boden. Die gefärbten Kopfkissenbezüge sind bei 60 Grad farbecht waschbar.

Und was ist aus den herausgetrennten Stoffen geworden? Zusammen mit anderen Stoffstreifen sind daraus Musterstücke für einen Patchwork-Nähkurs zum Thema "Streifentechnik .... Seminole" entstanden, auch Seminole-Musterbänder genäht.

Es ist schön, sich spielerisch in den Stoffvorräten treiben zu lassen und die entstandenen Muster mit den Farbverläufen zu bestaunen.

 
 
 

Dienstag, 17. Mai 2016

Buchrezension: Schnittvorlagen entwerfen und abwandeln

Als Ratgeber zum Thema Schnittkonstruktion liefert das Buch von Jo Barnfield und Andrew Richards Antworten und Anregungen zum Anpassen und Ändern von Schnittvorlagen.

 
ISBN: 978-3-258-60122-9
2. Auflage 2014, gebunden, 19 x 25 cm, 774 g
192 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen und Illustrationen
Haupt Verlag

 
Teil 1 Grundlagen handelt von Nähausstattung, Nähten und Abnähern zum Kleidung herstellen sowie der Verarbeitung von Einlagen, Verstärkungen und vom Zuschnitt.

Teil 2 Schnittkonstruktion ist unverzichtbar. Es geht um's Maß nehmen, Grundschnitte, Abnäher-Verlegung ... Probeteile und das Abnehmen von Schnitten, letzteres wenn ein Beispielkleidungsstück flach liegt oder eine Kleiderpuppe es trägt.

Teil 3 Schnittentwicklung zeigt anschaulich bebildert Beispiele zum Erweitern, Raffen und Gestalten von Elementen der Kleidung wie Ärmel, Kragen, Bund und Öffnungen. Hier findet man nahezu alle Möglichkeiten, um ein Kleidungsstück individuell zu gestalten.

Teil 4 Berufsziel Designer richtet sich an Modeinteressierte, die ein eigenes Label gründen wollen.

Mein Ziel war es, mit Hilfe des Buches einen persönlichen Grundschnitt zu erzeugen und damit ein Probeteil für Passform-Korrekturen zu nähen. Das Buch sieht vor, dieses Probeteil als Basis zum Übertragen des Schnittmusters auf Karton zu verwenden.
Der Grundschnitt im Buch ist maßstäblich verkleinert abgebildet: 1 Kästchen von 5 mm entspricht zum Vergrößern 2,1 cm. An diesem Schritt bin ich gescheitert, 2,5 cm als Teil eines 10 cm-Rasters hätte ich vielleicht probiert.
Um ein Beispiel der Abnäherverlegung aus dem Buch probieren zu können habe ich auf einen vorhandenen Grundschnitt zurück gegriffen. Für mich ist (zur Zeit) der Abschnitt im Buch, in dem es um Abnäher-Rotation geht am spannendsten. Mein Nähergebnis mit Abnähern vorne in der Mitte zeige ich hier.

Fazit: Das Buch behandelt das Thema umfassend und in allen Teilen umfangreich und anschaulich bebildert. Komplexe Zusammenhänge erschließen sich durch die Grafiken eingänglich und motivieren zum Nähen.
Auch die beliebten Varianten mit Teilungsnähten für Wiener Naht und Prinzess-Naht sind enthalten. Außerdem zeigen Beispiele, wie man Schnitteile abtrennen und neu verbinden kann für weitere Gestaltungsmöglichkeiten.
Leider lag kein Grundschnitt in Originalgröße bei, alternativ eine Download-Möglichkeit wäre nützlich zum Umsetzen der vielfältigen Möglichkeiten im Buch. Die vorgesehene Vergrößerung ist durch den ungewöhnlichen Maßstab umständlich.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Bluse wird Blümchen-Beutel

In einer Stoffgeschenksammlung aus einer Schneiderwerkstatt fand ich eine unfertige Bluse aus leichtem Stoff. Während ich die Knöpfe abtrennte, um sie zu entsorgen dachte ich mir, ich nähe 2 Henkel dran denn ein Beutel geht immer.


Das Ergebnis hat mich selbst überrascht, denn die Bluse fand ich scheußlich. Die Proportionen des Vierecks, welches sich durch einen Schnitt unter der Achselhöhle ergab war relativ breit und kurz für einen Beutel. 

 
Spontan entschied ich, oben ein paar Falten zu legen und aus dem Reststoff eine mit Saumfix verstärkte Verlängerung oben zu nähen. Träger sind mit Abstand von 10 cm in diese Verlängerung eingefasst. Durch Wellenstiche ist die Belastbarkeit gesichert.
 
Weil das Material leicht ist klappen die Seiten nach innen, das gefällt mir. Noch besser gefällt mir, wie leicht und geräumig dieser Beutel geworden ist. In meiner Handtasche wird er mein neuer Begleiter für Einkäufe unterwegs.

 

Überraschungen stehen immer in Beziehung zu unseren Erwartungen. Die Verwandlung startete ich eher als Gag und aus Spaß so wie ein Maler, der Klekse auf der Leinwand hat und ein Bild drum herum malt.


Die Linkparty für Upcycling-Beutel hat Platz für Eure Beutelkreationen aus ausgesonderten Textilien. Ich kann gar nicht glauben, dass bisher nur Renate Upcycling-Beutel genäht hat.

http://123-nadelei.blogspot.de/2016/05/nix-plastix-linkparty-2016.html
 

Mittwoch, 11. Mai 2016

T-Shirt mit Häkeldeckchen

Heute zeige ich ein Shirt, das mal einfarbig gelbgrün im Kleiderschrank ankam. Weil die Farbe selten von mir getragen wird habe ich damit experimentiert, inzwischen sieht es so aus und ich trage es gerne:

 
Ich blende mal zurück und zeige das Shirt mit Farbdruck-Linien und einer Häkelei, die aus Einschnitten bis zur Schulter erfolgte und dort mit ein paar Stichen fixiert war.
 
 
Als ich mal rauchblau (Simplicol) färbte habe ich das Shirt dazu gepackt und auch ein pink-farbiges Häkeldeckchen. Diese beiden Teile sind nun kombiniert.
Dafür habe ich das Shirt an den Seiten aufgetrennt, das Deckchen an der Halsöffnung orientiert fixiert und mehrere Zwillingsnadel-Runden gedreht an der späteren Schnittstelle um die Häkelmaschen zu fangen. Ein Stück gekürzt ist das Deckchen wegen einer schadhaften Stelle. Abgeschnittene Kante ist am Armabschluss mit Overlock angenäht.
Unter der Häkelfläche ist der Jersey knappkantig weg geschnitten. Aus dem überschüssigen Jersey verwendete ich einen Streifen für den Halsausschnitt (mit Overlock zusammen genäht und innen von Hand fest genäht).
Die überschüssige Häkelfläche vom Halsausschnitt wurde umfunktioniert als aufgesetzte Tasche.
 
Jetzt mag ich das Shirt, es ist luftig, praktisch, originell und ich finde es passt zu mir. Gewaschen mit Maschine ist es auch schon ein paar mal, die Maschenfangtechnik mit Zwillingsnadeln und Overlock hat sich gewährt.
 
 

Dienstag, 3. Mai 2016

Wenn das Shirt aber nun ein Loch hat ...

... was dann? Entsorgt ist es schnell ... oder?
Für mich ist so was gleich Herausforderung und Chance, etwas Einmaliges daraus zu machen.



Der Pulli einer Freundin hatte mehrere Löcher im feinmaschigen, seidigen Gewebe. Darüber habe ich nach Maschenfixierung ein paar filigrane Häkelblumen aus Taschentuchgarn genäht und optisch mit Kettenstichen als Ranke verbunden. ... gerettet.



#visiblemending

Beutel aus Kinderzelt

Vor einiger Zeit brachte mir mein Enkel (7) Stoffteile eines Kinderzeltes und meinte, dass ich mit dem Stoff vielleicht noch was nähen kann. Das hat mich angespornt, der feste Baumwollstoff war gut geeignet für schlichte, praktische Beutel, die inzwischen im Kindergarten als Spielzeug-Sammelbehältnisse verwendet werden.
 
 
 
 
Die Zelt-Textilfläche ergab mehrere Beutel, auch welche in blau und grün, die ich nicht fotografiert habe. Ein Blick ins Beutelinnere zeigt Details vom Nähen:
 
  1. Stoffteile versäubern und als Beutel zusammen nähen. Die Nahtzugabe hinten ist mit Wellenzierstich fixiert. Die Naht unten nähe ich immer 2 x als Belastungssicherung.
  2. Die Träger sind ca. 40 cm lang und entstanden aus einem Streifen, der sich wegen einer abgenutzten Bruchkante ergab.
  3. Die Kante an der Beutelöffnung oben bügle ich vor, stecke die Träger darunter und fixiere mit Stecknadeln. Zwischen den Träger-Enden ist ein Abstand von 10 cm.
    Während der ersten oben umlaufende Naht zeigen die Träger nach unten/innen. Direkt anschließend nach einem kleinen Höhensprung klappe ich die Träger nach oben und nähe sie bei der 2. Runde mit fest. Immer nachdem ich über einen Träger genäht habe betätige ich den Rückwärts-Schalter und festige diese beanspruchte Stelle so durch Mehrfachstiche.
     
Habt Ihr auch praktische Beutel aus benutzten Textilien genäht?
Dann zeigt Eure Ideen, Nähkreationen und Upcyclings,
seit dem 01.05.2016 gibt es dafür eine Linkparty als Ideen-Sammlung.
 
http://123-nadelei.blogspot.de/2016/05/nix-plastix-linkparty-2016.html
 

Sonntag, 1. Mai 2016

Nix Plastix Linkparty 2016

Hier geht es nicht darum, was in der Tüte ist, sondern womit Ihr Eure Einkäufe nach Hause tragt.
Ergänzend zu der seit 2015 laufenden Nix-Plastix-Linkparty können hier ausschließlich Upcycling-Beutel verlinkt werden. Ich hoffe, das regt Eure Phantasie an. Schaut Euch um, beliebige aussortierte Textilien haben das Potential, als Beutel ein Weilchen nützlich weiter zu leben.
Verlinkt in der Linkpartysammlung





Ich war eine Fahne ...

Heute am 1. Mai zum Start der Upcycling-Beutel-Linkparty stelle ich 2 Beutel vor, die aus Fahnen genäht sind: einer mit 60 cm langen Henkeln zum umhängen und ein voluminöser mit 40 cm langen Henkeln
 
 
Die Henkel sind gefaltet, gebügelt und in die Falte ist ein Vliesstreifenrest eingelegt für "Tragekomfort". So vorbereitet sind die Henkel mit einem Wellenzierstich genäht. Diese Variante geht schneller als wenden. Angenäht sind die Henkel ebenfalls mit dem Wellenzierstich, der sich gut für Belastungsansprüche eignet. Nähen ging ganz schnell, da Versäubern bei dieser Faser nicht erforderlich ist.
 
Ich kann mich erinnern, dass meine Eltern früher angehalten wurden, am 1. Mai und am 7. Oktober DDR-Fahnen und Arbeiterfahnen aus dem Fenster zu hängen.
In den 80ern waren Fahnen und Pioniertücher aus DeDeRon, eine Polyamidfaser, die sich gut für Mehrweg-Beutel eignet. Diese und andere Chemiefasern standen für die Innovation der Chemie-Industrie in der DDR. DDR ist deshalb im Namen enthalten.
Die Fahne bekam ich mit anderen DDR-Stoffen geschenkt.
Nun darf die Arbeiterfahne weiter nützlich sein und Sachen tragen, das finde ich passend.
Zwar ist dieser Mehrweg-Beutel genau genommen auch aus Plastik, aber dieses Stück Faserstoff ist schon so lange im Umlauf, ich hoffe, es verhindert ein paar Einweg-Plastetüten


Dienstag, 26. April 2016

Hinterlegte Jeans-Reparatur

Immer mal ist eine Lieblingsjeans zu reparieren. Derzeit mag ich Vorstiche von Hand sehr gerne. Deshalb habe ich solche mal zur Reparatur von Denim verwendet.


Vorher habe ich passende Jeansstücke abdeckend zugeschnitten, rundum mit der Overlock versäubert und von innen mit Büroklebestift auf die zu verstärkenden Stellen geklebt. Die ersten Stiche umrunden die Verstärkung von links.


Während ich die Knieteile verstärkte stellte ich fest, dass der schon beim Kauf vorbehandelte Stoff auch zwischen den Beinen fadenscheinig war, so dass auch dort Verstärkungsstücke fest gestichelt sind.



Für die Verbindung der Schichten habe ich 6fädiges Baumwollstickgarn verwendet. Die Technik erinnert an stopfen so wie früher, ist wegen dem hinterlegten Stoff eine Reverse-Technik. Ich finde es spannend, wie sich die Fläche noch verändern wird wenn der alte Stoff zwischen den Stichen plüschig wird.

Sonntag, 24. April 2016

Kindershirts im Nähkorb

Frühling, diese Zeit im Jahr bringt das Bedürfnis nach Ordnung und Aufarbeitung, auch im Nähkorb. Diverse Kindershirts waren dort gestrandet, Zeit etwas zu unternehmen, sonst hat es sich erledigt. Nähte auftrennen und kleine Ergänzungsnähte von Hand mag ich derzeit abends gerne als Einschlaf-Mediation.

1. Schnelle Applikation
Ein schwarzes Shirt bekommt eine Applikation von einem anderen Shirt mit Flecken am Kragen.
Das Motiv wird grob ausgeschnitten und mit Büroklebestift zum Aufnähen fixiert. Umnäht habe ich mit Zwillingsnadel, anschließend feiner ausgeschnitten. #visiblemending


2. Kragen ab
Weiße Teile an Buntwäsche ... irgendwann sind sie nicht mehr weiß, also ab damit.


Auf die alte Nahtkante ist ein dunkler Jerseystreifen mit Zwillingsnadel genäht und im Rig-Rag-Style eingeschnitten:


3. Zu spät = zu klein
Gelegenheit mal einen Shirt-Beutel zu nähen:  schnipp-schnapp ... Ärmel ab, unten zunähen und offene Kanten mit der Overlock umkreisen (mit der gerade eingefädelten Farbe). Die Männer im Haus benutzen das Teil sehr gerne für Einkäufe.


Übrigens wird es ab 01.05.2016 hier eine Linkparty für Upcycling Einkaufsbeutel geben. Eigentlich hat das Meiste Textile, das wir aussondern Beutelpotential. Das Besondere sind Erinnerungen und Geschichten, die wir mit den Sachen verbinden wenn sie als praktische Helfer noch ein Weilchen bleiben.

4. Mal was Neues
Minions ... sehr beliebt; 1/2 Meter bedruckter Jersey ergab ein Shirt, eine Mütze und einen Hals-Strumpf.


5. Neu und Alt
Ein Jersey-Restpostenstück wurde zusammen mit Stücken eines Shirts von Mama zum Schlafanzug. Optional war die Hose auch als Winterunterhose gedacht.



Jeans-Hosen-Tasche mit Geheimfach

Eine Jeanshose bekam ich geschenkt, eine Freundin fragte nach einer Umhängetasche aus einer Jeanshose: geräumig und einfach ... so kam es, dass die Hose gleich wieder weg war. Ist auch besser, denn der Stauraum im Jeans-Upcycling -Fach ist knapp.

 
Solche Taschen gibt es ja häufig, das Besondere ist hier unsichtbar:
Zwischen die beiden Taschenfutter der Vordertaschen ist ein Streifen genäht und unten am Taschenkörper festgenäht. So befindet sich hinter dem Reißverschluss eine separate Tasche.
 
Die Trägerstreifen sind zuletzt offenkantig angenäht, sonst sind es zu viele Lagen ... Nadelkiller.
 

Sonntag, 17. April 2016

Buchrezension: Oberteilgrundschnittvariationen

Wie der Titel verrät geht es im vorgestellten Buch um das Nähen von Oberteilen. Beigelegt ist ein Schnittmusterbogen in Originalgröße für Brustweite 77 cm bis 104 cm.


Broschur, 170 Seiten, über 400 Abbildungen
Format: 27,5 x 21,0 cm
ISBN 978-3-8307-0942-8
Verlag:
Stiebner

Das Buch begleitet kurs-ähnlich systematisch mit vielen Abbildungen beim Vorbereiten und Nähen eines individuellen Oberteils nach Maß.
  • Grundlektion: Designs und Schnittmuster für Oberteile, Ärmel und Kragen
  • Speziallektion: Designelemente anpassen
  • Durchführung: Anfertigen des Schnittmusters für das gewählte Design
  • Intensivkurs: Know-how der Schnittmusteranfertigung von der Schnittmusteranpassung bis zum Schnittmuster
Die Autorin Harumi Maruyama ist Absolventin der Abteilung Kleidungsdesign am BUNKA Fashion College. Zur Zeit arbeitet sie als Dozentin für lebenslanges Lernen im Fernunterricht und am BUNKA Fashion College sowie als Designerin und Kommentatorin für eine Modezeitschrift.

Ist der Grundschnitt nach den persönlichen Maßen erst mal erzeugt kann man leicht Variationen nach Wunsch damit nähen. Die einzelnen Formelemente sind in Bausteinform anschaulich bebildert und erläutert. Für mögliche Kombinationen helfen Tabellen.

Falls die Körpermaßen vom Grundschnitt abweichen hilft der Intensivkurs weiter:
Was ist, wenn die Brustweite umfangreicher ist oder gar kein Maß übereinstimmt?
Wie wird der Ärmelgrundschnitt angepasst?


Mit dem Grundschnitt ist es leicht, die Abnäher beliebig zu verlegen, so dass interessante Varianten entstehen (Dart Splitting and Rotation). Weitere vielfältige Optionen ergeben sich bei Zerlegung der Schnitteile in den Abnäher-Bereichen und mehrfarbigen Stoffeinsatz.

Nach der praktischen Beschäftigung mit des Designoptionen der Buchbausteine hat sich mein Blick auf Oberteile verändert. Nun schaue ich gerne mal genauer hin, ob und wo ein Abnäher versteckt ist. Das Buch hat mit das Mysterium Abnäher entschlüsselt. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich Oberteile vor dieser Buchlektüre nähen konnte.

Ein Oberteil, das nach dem Buchgrundschnitt entstanden ist zeige ich hier, weitere werden folgen.

Auf Anfrage stellte mir der Stiebner Verlag ein Buch-Exemplar zur Verfügung.

Mittwoch, 13. April 2016

Oberteilgrundschnitt-Variation in Jersey

Aus dem Buch "Oberteilgrundschnitt-Variationen" habe ich den Grundschnitt verwendet und meinen Körpermaßen angepasst. Abnäher sind im Rückenteil enthalten. Die Abnäher im Vorderteil sind eingezeichnet für einen Wiener Schnitt, können aber beliebig an andere Positionen verlegt werden.
 


Anpassungen waren für meine Maße erforderlich für die Schulterbreite sowie die Höhe der Armöffnung. Letzteres bringt die Korrektur des Ärmelschnittes mit sich. Die Änderungen konnte ich mit dem Buch gut umsetzen. Das Shirt passt mir gut. Ich bin froh, nun mit einen angepassten Schnitt relativ schnell immer mal ein Shirt nähen zu können, das passt.

 
Experimente mit Abnäher-Verlegung gibt es demnächst zu sehen.

Den Schnitt haben wir auch im Nähkurs benutzt. Meistens war die Schulterbreite zu kürzen. Für kleine Körpergrößen um 1,6 m hatte die Armöffnung zu viel Bewegungsfreiraum für ein Shirt. Hier werden Oberteile gezeigt, die ebenfalls nach diesem Schnitt mit Wiener Variante entstanden sind. Andere Farben, Muster, Maße und Kragendetails bringen Vielfalt.

Schnitt: "Oberteilgrundschnitt-Variationen" von Harumi Maruyama, ISBN 978-3-8307-0942-8
Jersey: Reststück (Sonderposten) von MD Gera
Verlinkt: MMM

Dienstag, 12. April 2016

Maschinenstopfen mit dem Stickmodul

Eine Stickfunktion ist auch für Reparaturen praktisch. Mit Auftrenn-Vorbereitungen und untergebügeltem Saumfix werden kaputte Kinderhosen zu Unikaten
Nach dem Justieren des Motives über dem Loch schließt die Maschine dekorativ das Loch


Noch ein paar Zierstiche hier und da ...


Wie haltet Ihr es? Reparieren oder aussortieren?
#visiblemending

Mittwoch, 6. April 2016

Motiv-Wandlung für Reverse-Applikation

Seit einiger Zeit bin ich auf der Suche nach Mustern und Motiven, die sich für Reverse-Applikation eignen.


Wo kommen eigentlich die Muster um uns her?
Von reduziert stilisierten Alltagsdingen oder der Natur?
Oder wandeln sich stilisierte Abbildungen mit der Zeit und für verschiedene Techniken?
Grafische sich wiederholende Muster finde ich faszinierend.


Auf einer Porzellanzierschale von Weimarer Porzellan fand ich eine verspielte Abbildung eines Fisches. Ein Foto davon druckte ich s/w aus und beklebte die Rückseite mit Möbelfolie. So präpariert schnitt ich daraus mit spitzem Messer eine Druckschablone. Während dem Ausschneiden überlegte ich mir Anpassungen der Konturen für eine Reverse-Applikation und achtete darauf, dass einzelne Formen mit Steg verbunden bleiben.


Die Schablone platzierte ich auf einem Kindershirt. Mit Textilfarben für dunkle Textilien in blau, türkis und silber übertrug ich das Muster mittels kurzborstigem Pinsel auf den Stoff.
Im Bereich des Fischmusters ist ein silberner Stoff hinterlegt. Mit Vor- und Rückstichen um die Druckkonturen sind die beiden Textil-Schichten verbunden. Die Druckkontur ist für mich kein Dogma, intuitiv weiche ich gelegentlich ab und überlege, welche Bereiche zuletzt aus der oberen Schicht frei geschnitten werden.


War das nun ein Musterupdate, ein Musterrevival, Motiv-Upcycling oder wie nennt man das? Auf jeden Fall zeigt es meine Hochachtung für Muster der Thüringer Porzellan-Maler.

 

Montag, 4. April 2016

1 2 3 4 5 ... ich strick' mir ein paar Strümpf' ...

Im letzten Sommer habe ich einige Paar Strümpfe gestrickt. Kann sich noch jemand an die kalten Tage erinnern, da überkam mich der Wunsch nach ein paar neuen warmen Socken.

 
Mit den Strickschriften im Wikinger-Musterbuch bin ich nicht klar gekommen. Geholfen haben mir die Fotos mit Abbildungen der keltisch verschlungenen Zöpfe. Ein paar Strümpfe entstanden mit umlaufend verschlungenen Zöpfen und ein paar mit einer Zopfmusterbahn.
 
 
 

Solch ein Muster erspart das Zählen von Reihen, ein kleiner Zopf über den Fuß ist nicht nur für die Optik sondern auch Zählraster.
 
 
Wenn das Nadelspiel erst mal raus geholt ist und Wollreste gesichtet kommt eins zum anderen ... Weiche graue Wollreste ergeben in Kombination noch mehr Strümpfe.
 
 
 
Wollreste gleicher Farbe in unterschiedlichen Materialien verbinde ich optisch mit einem Lochmuster vorne. Das Muster fand ich in einem Strickmusterbuch, ISBN 3821206594. Der Muster-Rapport passte gut für 1/4 Umfang. Mit Nadelgröße 3 habe ich 4 x 15 Maschen aufgenommen.
Ich stricke die Bumerang-Verse. Wenn noch 5+5 Maschen übrig sind nehme ich durch einketten wieder zu:
 
 
Ein paar blaue Strümpfe sind schon längst verschenkt, die Häkelblume ist "Geschenkverpackung".
 
 
Blaue Wollreste wärmen dem Herrn im Haus allabendlich die Fuße. Immer wieder spannend ist, ob ein Woll-Rest ausreicht. Mitunter verschätzt man sich bei dicker Wolle:
 

ALWO-Garn ist besser als Poly-Garn, perfekt für Socken die schon längst als Geschenk das Haus verlassen haben:


Die Strumpfparade endet heute mit ein paar gelb-schwarzen Socken. Wollreste und das beliebte Pfauenmuster sind Blickfang für ein weiteres Paar Geschenk-Strümpfe:


Noch mehr Socken? Hier hatte ich etwas ausführlicher zur Stricktechnik geschrieben.

Hoffentlich brauchen wir dieses Jahr im Sommer nicht schon wieder Fußwärmer.