Sonntag, 30. Oktober 2016

Patchwork-Blätter für die Küche

Martina hat für die Stoffspielerei* das Thema Blätter ausgewählt. Das passt perfekt zur Jahreszeit, da fallen auch gerade Blätter von den Bäumen und ich denke an das Lied: Wenn die Blätter fallen ... (Reform, electra)


Inspiriert von Valomeas Schnipsel-Näherei habe ich grün gefärbte Stoffreste zu Patchwork-Blättern vernäht. Zum ersten Mal habe ich auf Papier genäht. Die Umrisse der Blätter konnte ich so besser treffen. Es ist erfreulich, wenn man zum Papier entfernen Hilfe hat.

 
Je 2 Blatthälften sind überlappt ineinander passend geschnitten wie beim freien Patchwork (rote Linie).

 

Verbunden mit einem 3 cm breiten Band fügen sich die Kurven aneinander und das Blatt ist fertig zum Lagen schichten und quilten.


An Stelle von Papier-Piecing ist für mein Nähbeispiel Foundation-Piecing (Patchwork auf einer Unterlage, die bleibt) zweckmäßiger: Patcht man die Blatthälften gleich auf eine vorgeschnittene Vliesform entfällt das Papier pulen und das Vlies bringt gleich Volumen. In jedem meiner Blätter liegen gestapelt 2 neue Spültücher, die Größe war nahezu perfekt. Die abgeschnittenen Vlies-Ecken sind mittig verteilt zwischen den Vlieslagen. Die untere Lage besteht aus einfarbig grünem Stoff. Meine Gritzner Tipmatic schafft all die Lagen locker. Umrandet sind die Blätter mit Schrägband, das sich gut in die Kurve legt. Auch als Mittelsteg ist Schrägband geeignet.

Ich konnte mich nicht entscheiden, ob ich Topflappen oder Maxi-Tassenteppiche nähen soll. Deshalb sind Aufhänger angenäht. Die Blätter sind in der Küche dekorativ und vielseitig einsetzbar.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt.


Mittwoch, 19. Oktober 2016

Shirts und Schirm reparieren

Warum reparieren?
Es gibt viele Antworten.
Ich mache es weil es immer eine Herausforderung ist, eine Lösung zu finden und umzusetzen.


Spinne über dem Loch

Ein Shirt habe ich geändert (Kapuze ersetzt) und festgestellt, dass hinten unter der Schulter ein Loch im Jersey ist. Mit Frixion-Stiften hatte ich schnell ein Spinnennetz aufgezeichnet und nachgestickt mit Rückstichen und Kettenstichen. Die Spinne ist aus einem Mini-Jerseykreis mit fest gestickt. Die roten Striche sind weg gebügelt.



Mit Stickern stopfen oder einfach applizieren

Ein Shirt meines Enkels war hinten kaputt, sicher vom Entfernen eines kratzigen Etiketts. Mit einer Auswahl von aufbügelbaren Stickern ist das Loch schnell weg. Nach dem Aufbügeln ist der Sticker ringsum angenäht.


ein Jersey-Kreis von Hand aufgenäht erfüllt den gleichen Zweck:



oder eine Reverse Applikation nach dem Motto: Wenn schon ein Loch ...


Meine Mutter hatte das Loch schon mit ihren Möglichkeiten repariert (rechts). Als Beispiel für den Talentcampus habe ich mit Schablone und Textilfarbe einen Kreis aufgemalt, Maschenjersey dahinter drapiert, mit Büroklebestift fixiert und umstickt bis mein Faden alle war (Rückstiche und Vorstiche). Nach dieser Rettungsaktion wollte ich gleich noch mehr Löcher.

Reparatur mit der Schere



Regenschirm-Reparatur

Immer wieder lösen sich die Schirmspannelemente. Mit einem Stückchen Draht wollte ich es reparieren, fand keinen ... da kam mir eine Idee:


Büroklammern eignen sich viel besser, da gibt es keine piksigen Drahtenden.

#visiblemending

Buchrezension: Stoff-Manipulation - 150 kreative Nähtechniken

Ein Nachschlagewerk für Techniken zur Stoffmanipulation in deutscher Sprache zeigt 150 kreative Nähtechniken gegliedert in Oberflächentechniken:
  • Falten und Biesen
  • Kräuselungen & Raffungen
  • Dreidimensionale Effekte
Die Autorin Ruth Singer nennt es "spielen mit Stoff". Arbeitsschritte und Oberflächen sind anschaulich durch Zeichnungen und Fotos illustriert. Projektvorschläge ergänzen die Beispiele.

176 Seiten, Broschur
Format: 21 × 27,6 cm,
ISBN: 978-3-8307-0911-4
 
Die Faszination der Autorin für dekorative Textilien und ihre Begeisterung für historische Kleidung sind schon in der Einführung und dem Design Guide spürbar. Online gibt es Einblicke auf Ihrer Homepage, Ihrem Blog, bei Instagram und auch bei Pinterest.

Das Buch inspiriert dazu, mit Stoff zu experimentieren und eigene Ideen zu entwickeln.
Mich interessiert zur Zeit besonders Aufschneide-Technik mit dreidimensionalen Effekten. Ein Beispiel im Buch beginnt mit dem Zusammennähen von Schichten wie für Chenille und bekommt durch Materialkombination und Umklappen + fest nähen eine ganz besondere Oberfläche. Für meine Experimente möchte ich Jersey verwenden um Kleidung zu verändern. Smok habe ich bereits als alternative Schnittgestaltung in ein Oberteil integriert.

Das Buch stellte mir der Verlag auf Anfrage zur Verfügung. Eine weitere Rezension ist hier zu lesen.

Das Buch ist eine Alternative zu dem 1996 in englischer Sprache erschienenen Buch von Colette Wolff "The Art of Manipulating Fabric".

Sonntag, 25. September 2016

Reverse Applikation mit Metallicgarn in Steam-Punk-Art

Susanne hat für die Stoffspielerei* das Thema Metallstickerei ausgewählt. Mit Onlinebildersuche findet man filigrane Beispiele oft mit religiösen Themen. Goldhauben als Trachtenbestandteil sind ebenfalls vertreten.

Die Suche nach geeigneten Materialien, insbesondere Garn ist überschaubar. Ein Coats Multicolor-Metallicgarn habe ich auf dem Stoffmarkt gekauft, ein MEZ Silbermetallicgarn 20 g (60% Polyamid, 40 % Polyester) war vorhanden. Ebenfalls vorhanden ein dünnes metallisches Polyestergarn, das eher als Beistrick- oder Häkelgarn geeignet ist.


Lange habe ich gezögert, eine metallische Stickerei anzufangen. Eine Zeit lang habe ich an Maschinensticken mit einem Konturenmotiv in Erwägung gezogen, eventuell als Applikation um ein Kindershirt zu reparieren. Letztendlich kam mir vor 2 Tagen die Idee, dass Metallstickerei gut zum Steam-Punk-Design passt und für mich am besten mit einer hinterlegten Applikation von Hand umsetzbar ist. Für die zu bestickende Fläche brauchte es noch ein paar Überlegungen, ich dachte über Gamaschen nach, habe dann aber einem wärmenden Teil für den Hals den Vorrang gegeben. Eine Art Schal-Kragen habe ich frei 2lagig zugeschnitten, mit der Overlock umrundet, gewendet und mit ein paar Kreis- und Sternformen bemalt. Vorrätig hatte ich Metallic-Acrylfarbe. Die ist fester als Textilfarbe, erfüllt aber auf der Außenschicht gut ihren Zweck.


Typische Motive für Steam Punk sind Zahnräder, Schlüssel, Räder und Dampfloks. Für stilisierte Motive von Zahnrädern habe ich Schlingstiche (Feston- oder Langettenstich) gewählt und für die Kreise das Garn doppellagig verwendet. Die Sterne sind einfädig mit Vorstichen umstickt und frei mit Kreisen ergänzt so dass sie am Lokomotivenräder erinnern, insbesondere durch Freischneiden von ausgewählten Bereichen.

Die Textilbemalungen und -Drucke dienen mir als Ausgangsorientierung und ich ergänze intuitiv Stiche. Für mich ist das entspannender, als nach einer Vorlage zu arbeiten. Die Handhabung von Metallicgarn zum Sticken mit der Hand ist gewöhnungsbedürftig. Es verknotet leicht und dröselt an den Enden sehr schnell auf. Mit etwas Übung und Geduld ist es zu bändigen. Sicher war es bei den historischen filigranen Metallstickereien weit schwieriger.

Als Verschluss dachte ich an Knopflöcher mit einem Automatik-Programm. Vorsorglich hatte ich spezielle Metallic-Nadeln gekauft um diese vielleicht zum Maschinensticken zu verwenden. Diese Vorhaben sind gescheitert. Schon beim Führen des Metallicfadens in die Führungen des Oberfadens bekam ich Zweifel, die sich bestätigten. Geradnahtprobestiche gab es nicht viele, schon nach kurzer Zeit  dröselte ich Faden als Knoten vor dem Nadelöhr. Zickzackprobestiche habe ich auch nicht hin bekommen. Der Oberfaden bildete Schlaufen unter dem Probestück. Als Unterfaden habe ich normales Garn verwendet. Dieses Fiasko erinnert mich an die Erfahrungen von Christina, als sie Metallicgarn zum Quilten verwendet hatte. Ich werde große Druckknöpfe annähen oder Knopflöcher von Hand sticheln, Ersatzlösungen sind besser als Frust beim Nähen.


Steam Punk finde ich interessant. Es erinnert mich an Jules Vernes Geschichten, Metropolis, Chaplins Moderne Zeiten oder auch Edward mit den Scherenhänden.
Mit meinem neuen Herbstkleidungsstück bin ich sehr zufrieden, für mich ist es verbunden mit Näherfahrungen und Spaß beim Sticken. Meine stilisierte, abgewandelte Version einer Halsbekleidung finde ich alltagstauglich und tragbar, provisorisch geschlossen erst mal mit Sicherheitsnadeln = punkig passend.


 
 
 
Nun sehe ich nach, was die anderen Teilnehmerinnen der heutigen Stoffspielerei gestickt haben. Vielleicht hat jemand Tricks und Tipps zum Umgang mit Metallicgarn, könnte ich gut gebrauchen.
Susanne von Textile Geschichten danke ich für die thematische Inspiration und für's Sammeln.
 
Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt. 

Mittwoch, 21. September 2016

Tischläufer-Shirt

2014 gab es bei „Mama macht Sachen“ eine Aktion mit der Herausforderung, einen Stoff entgegen seiner üblichen Nutzung zu verwenden. Einige Ideen hatte ich drapiert und fotografiert, ein paar Ideen auch umgesetzt. Dieses Jahr habe ich noch eine Idee umgesetzt, musste einfach sein:


Einen beigen Tischläufer aus einem Knotennetz mit blumigen Einflechtungen habe ich komplett transformiert. Die transparente Struktur ist perfekt für Sommerkleidung. Sie kleidet nun nicht mehr Omas Tisch oder Kommode.
Gefärbt habe ich die Teile vor dem Zusammen nähen um sicher zu sein, dass die verschiedenen Materialien die Farbe passend aufgenommen haben. Die Konstruktion entstand durch Drapieren im Stil von Lagenlook. Die heraus geschnittene Halsöffnung ist als aufgesetzte Tasche wieder verwendet = Zero Waist.

 

Bargello - Tischläufer mit Wellen-Muster aus Streifen

Grüne Deko-Stoffmuster habe ich "aufgeräumt" (1) und zu einem kleinem Tischläufer neu arrangiert.


Da die Ausgangsstücke recht kurz waren habe ich 2 Streifenbahnen (2) aus 6 cm breiten Streifen vorbereitet, und in farbgestaffelte Streifen von 3...5 cm (3) geteilt, die dann versetzt neu zusammengenäht sind. Die Lücken durch die Verschiebung sind vor dem Zusammen nähen der mehrfarbigen Bahnen improvisiert angestückelt (4).
Als mittlere Lage habe ich Malimo verwendet.


Hört sich kompliziert an? Ist es gar nicht:

Buchrezension: Digitales Textildesign

Unsere Zeit ist für Print- und Grafikdesigner aufregender denn je. Die digitale Welt ist Bestandteil unseres Alltages geworden. Digitale Drucktechniken lassen traditionelle Beschränkungen vergessen. Kleine Flächen können ohne Umwege experimentell bedruckt werden. Großformatdrucker ermöglichen schnelle Umsetzungen von Designs auf gewebte und elastische Stoffe.

Die Textildesignerin Melanie Bowles hat 2009 nach 15 Jahren Lehrerfahrung ein Buch für Textildesigner und -Hersteller geschrieben:

Melanie Bowles; Ceri Isaac
192 Seiten, Format 21,6 × 28 cm
ISBN 978-3-8307-0854-4
Stiebner-Verlag

Beispiele professioneller Designer zum Einsatz von Inkjetdruck auf Textilien geben einen Eindruck von den Möglichkeiten. Das Buch enthält 20 leicht nachvollziehbare Schritt-für-Schritt-Kurse zum Gestalten eigener Printmuster. Adobe Photoshop und Illustrator sind Branchenstandards für grafische Designs. Scans, Zeichnungen, Skizzen oder Fotografien sind Ausgangspunkt der Kursbeispiele im Buch. Eine kleine Auswahl Photoshop-Filter wird vorgestellt. Mit Illustrator erstellt die Autorin Blumenmuster aus grafischen Elementen. Farbpaletten, Pinselpaletten und Texturen ergeben in Kombination mit Filtern interessante Effekte. Tiefe kann ein digitaler Druck durch nachträgliches Malen, Bedrucken oder Besticken erhalten. Gestalterisch ist vieles möglich. Parallelen zum digitalen Druck auf Papier sind naheliegend.

Das Buch interessiert mich, da ich gerne eine Brücke schlagen möchte zwischen Fotografie und Stoff. Digitales Textildesign ist komplex, aber inzwischen auch für private Zwecke in kleinen Mengen erschwinglich. Erfahrungen mit digitaler Bildbearbeitung und ein Blick für Gestaltung im Ganzen sind wichtige Bausteine für solch eine spannende Herausforderung. Auf solch einem Weg ist das Buch ein praktischer Ratgeber.

Das Buch stellte mir der Verlag auf Anfrage zur Verfügung.

Mittwoch, 14. September 2016

Batik-Shirt mit Smok und Spitzendeckchen

Passgenaue Oberteile aus Jersey sind leichter zu nähen als aus nicht elastischen Stoffen. Meinen Oberteilgrundschnitt habe ich mal so verändert, dass die Brustabnäher durch gesmokte Flächen im Schulterbereich ersetzt sind. Dafür habe ich ein Smok-Muster gewählt, dass möglichst viel waagerecht Volumen weg nimmt und kaum Höhe schluckt. Es ist recht grob gespannt, erfüllt aber seinen Zweck.
Genäht ist das Shirt aus gefärbtem Viskosejersey, ein paar gefärbte Häkeldeckchen appliziert und frei geschnitten, so bekommt das Oberteil gleich eine dekorative Lüftung.


Im Sommer und besonders bei heißem Wetter trage ich das Shirt sehr gerne. Die Tragefotos entstanden beim Ferienworkshop "Talentcampus".


Weil die langen Haare den Smokbereich ganz verdecken zeige ich noch ein paar Detailfotos auf meiner Schneiderpuppe.



Patchwork-Schürzentasche - Upcycling

Letzte Woche habe ich bei MMM Fotos gezeigt, auf denen auch eine Upcycling-Tasche zu sehen ist, die aus Baumwollstoffen von Kittelschürzen entstanden ist.
Wenn ich secondhand eine wenig oder gar nicht getragene Schürze finde freue ich mich immer, denn die Muster und Farben sind originell und die Baumwolle ist robust, perfekt für eine Patchworktasche.


Die Tasche ist als Zwilling schon vor einiger Zeit entstanden, als ich aus der ausgemusterten Kinderwagen-Kombination (Räder kaputt) meines Enkels die Reißverschlüsse heraus getrennt habe und mir dabei der Gedanke kam, auch das Vlies wieder zu verwenden.

Wegen der Vliesmenge ist gleich ein Taschenzwilling entstanden mit Patchworktaschenkörper aus Schürzenbaumwolle und Jeans-Denim. Gequiltet sind die 3 Lagen mit dem Brother-Oberstofftransport-Fuß + Jeansnadel. Solch ein Projekt bringt die elektronische Kombinationsmaschine Brother Innovis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit wenn Nahtzugaben und Lagen sich stapeln. Die Verwendung vom Kinderwagenvlies hat sich bewährt, bei solch kleinen Flächen ist das gut zu handhaben.


Nun trage ich diese Tasche schon länger als ein Jahr mit mir außer Haus rum. Inzwischen fransen die Trägerkanten aus und ich überlege, wie ich das reparieren kann. Der Baumwollstoff der Schürzen hält tadellos, kein Abrieb oder Verschleiß zu erkennen.

Neulich war die Zwillingstasche zu Besuch hier und stand für ein Selfie Model.

 

Mittwoch, 7. September 2016

Jerseykleid mit Negativ-Applikation

Sommer, Sonne, Städtereise ... Gelegenheit, mein Jersey-Kleid auszuführen. Es entstand als Resultat mehrerer Experimente aus einem Kaufshirt, das voll transformiert wurde.


Bereits 2013 habe ich das Ausgangsshirt mit Textilfarbstempeln versehen. Trotzdem habe ich es selten getragen weil mir selten nach gelbgrün ist. Deshalb habe ich es mal rauchblau gefärbt und beschlossen, dass es durch Ergänzung von Textilien aus meinem Fundus weiter verändert wird.

 
Weitere Stempel und Jerseystreifen sind auf blau dazu gekommen.
 


Seitennähte aufgetrennt, eine Negativapplikation auf einer Schulterseite angebracht. Hinterlegt ist sie mit einem Häkeldeckchen, welches mit ein paar Zwillingsnadelrunden befestigt und maschengesichert ist.

 
Verlängert ist mit gefärbtem Jersey und Baumwollspitzenkante von einer Tischdecke und Baumwollbahnen von einem Rock, der mir zu eng war.
 
 
Die Reverse-Applikation aus der Nähe
 
 
 

Donnerstag, 25. August 2016

Streifen-Tischband und Stoffreste

Immer wieder fasziniert mich, was man aus Stoffstreifen zusammen stückeln kann. Patchworker nennen es Streifentechnik. Am Ende erkennen nur Eingeweihte, welche rationelle Technik angewendet wurde. Gerne sehe ich mir Patchworkdecken an und überlege, ob Streifen als Ausgangspunkt verwendet wurden.


Ausgangsmaterial für meine Näherei ist ein Mischgewebe-Stoffmusterrapport aus einem Deko-Geschäft mit vielen rechteckigen Materialmustern. Wegen einer mittigen Lochung und Aufklebern konnte ich davon nur Streifen um die Mitte verwenden.
Um einen 9er Block sind an 2 gegenüberliegenden Seiten in farblicher Staffelung Streifen angenäht so lange der Vorrat reichte. Mit Malimo-Zwischenlage und Baumwollstoffunterlage ist das Teil im Nahtschatten maschinengequiltet. Dazu verwende ich den DFT-Obertransport meiner Nähmaschine. Den Binding-Streifen habe ich versehentlich auf der Unterseite angenäht, so dass ich mir beim Festnähen auf der Oberseite von Hand besonders Mühe geben musste.


Ein dekoratives Tischband wollte ich schon immer mal nähen. Der Zufall hat Farben vorgegeben, die ich eigentlich meide: gelb und orange. Insgesamt betrachtet passt der Läufer farblich zu den Tulpenfotos, deshalb darf er liegen bleiben.


Und die restlichen Schnipsel? ich habe sie zu Streifen zusammengenäht und aus diesen dann 2 Flächen für Reißverschlussmäppchen: eines für Handarbeitshäkelei und eines für Kleinigkeiten, die ich in der Handtasche mit mir rum trage.


 

Montag, 22. August 2016

Buchrezension: Die Stoff-Werkstatt * Gestalten & Verzieren

2012 erschien das Buch "How to Decorate and Emblish your Fabrics", seit 2013 gibt es die deutschsprachige Fassung:
 
Die Stoff-Werkstatt - Gestalten & verzieren:
Perlen, Knöpfe, Pailletten, Färben, Drucken, Sticken und vieles mehr
 
176 Seiten, Format: 19,3 × 25,2 cm 
ISBN: 978-3-8307-0907-7
Verlag: stiebner
 
Ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen zeigen eine breite Palette von Techniken zum Verändern und Verschönern von Stoffen. Die Autorin Laurie Wisbrun ermutigt zum Experimentieren mit raffinierten künstlerischen Methoden zum Gestalten von Textilien:
  • Muster entwerfen von Hand und computergeneriert
  • Muster drucken auf Meterware, Siebdruck, Thermotransferdruck, Blaudruck ...
  • Färben und Bleichen einschließlich Shibori und Wachsbatik
  • Verzieren mit Pailletten, Perlen, Nieten, Spitze ...
  • Spezialtechniken: Muster übertragen, sticken, applizieren
  • Tipps für angehende Profis
  • Anhang mit Farbtabellen und Literaturhinweisen.
Schon das Lesen der Einleitung und die Auflistung von Werkzeug und Materialien wie beispielsweise Urea, Soda, Garnwachs, Azetatfolie, Rakel haben mein Interesse geweckt, zu erfahren, wie diese Hilfsmittel verwendet werden. Das Buch ist inspirierend und gleichzeitig praktischer Ratgeber, um Stoffstücke und -Projekte noch individueller zu gestalten. Eine Besonderheit des Buches sind Interviews mit Lieblingskünstlern der Autorin, die Einblicke hinter die Kulissen von Textildesignern geben:
Mich interessiert derzeit besonders der Inhalt von Kapitel 2: Computergenerierte Muster entwerfen. Schon lange möchte ich Fotografie und Handarbeit mal verknüpfen und ausgewählte Motive auf Stoff drucken lassen.

2013 habe ich mit Fototransfer experimentiert und Fotostoffe simuliert. Letzteres möchte ich weiter vertiefen. Constanze schreibt in einem Beitrag über die Textildruckerei Spoonflower, die im Oktober 2016 in Berlin eine Dependance eröffnen wird. Die Voraussetzungen sind gegeben, um Stoff zu gestalten. Werkeln mit Stoff bleibt spannend. 
 
Auf Anfrage stellte mir der Stiebner Verlag ein Buch-Exemplar zur Verfügung.

Dienstag, 16. August 2016

Schlüssel-Minitaschen und Susie

Auf Blogs, die ich regelmäßig lese geht es diesen Monat um Minitaschen. Auslöser war sicher die Linkparty bei greenfietsen, bei der es das ganze Jahr um Taschen geht.

Dazu habe ich ein paar Schlüsseltäschchen heraus gekramt, die beim Aufräumen des Zuschneide-Tisches aus blauen Stoffresten entstanden sind.


In crazy-Patchwork-Technik sind Streifen auf kleine Vliesstücke aufgenäht, mit Zierstichen überquiltet. Passende Reißverschlüsse habe ich in 2 Teile getrennt und an 2 gegenüber liegende Kanten angenäht. Nach dem Aufziehen des Zipper-Schlittens mit Aufhänger und Karabinerhalter an den Seiten zusammen genäht, fertig.

 
 
Ebenfalls noch nicht gezeigt habe ich eine kleine Kosmetiktasche nach dem beliebten Schnitt "Susie" von Pattydoo. Ich wollte gerne eine Seiden Krawatte für die eingelegten Falten verwenden. Die Nahtzugaben an den Falten sind mit 3fach-Zierstichen fixiert.
Der Außenstoff mit Streifen-Malgrafik ist ein Deko-Polyester-Musterstück.
 
 
In letzter Zeit schien es mir, als ruhten viele Handarbeitsblogs im Dornröschenschlaf. Auch ich habe mir eine blogfreie Sommerpause genommen, in der ich fern der Tastatur mit einem Pad bei Instagram geschaut und gepostet habe.

Donnerstag, 4. August 2016

Talentcampus Suhler Kinderstadt ... ich war dabei

Eine der Teilnehmerinnen aus meinem Workshop "Nadeldesign - Upcycling" beschreibt ihre Eindrücke vom Besuch des Talentcampus Suhler Kinderstadt als Gastbeitrag:

Es war mal wieder aufregend wie schon im letzten Jahr ... die 2. Suhler Kinderstadt. Ich besuchte die Gruppen Nadeldesign und Gesunde Ernährung. Es war toll, von erfahrenen, netten Leuten zu lernen und Eindrücke von Dingen zu bekommen, mit denen ich mich entweder schon auskannte oder die ich erst neu entdeckte. Auch von den anderen Workshops bekam man etwas mit, denn von Schauspielern bis zu Reportern war alles dabei.
 
Natürlich war es schön, Leute wieder zu treffen die ich vom letzten Jahr schon kannte. Alles in allem war es mal wieder eine tolle erfolgreiche und sehr interessante Woche .
Übrigens für jeden von 10-14 zu empfehlen :)
 
~Lea

  
Bei Lea bedanke ich mich für Ihre Eindrücke und Erfahrungen aus 2 Jahren Talentcampus.
Ich hoffe, das Projekt wird fortgesetzt und wir sehen uns im nächsten Jahr wieder.