Sonntag, 24. August 2014

Lampenschirm trifft Häkeldeckchen

Bevor der Lampenschirm das Deckchen getroffen hat ist er mit unserem Tisch zusammengestoßen und in mehrere Teile zerbrochen. Schade, denn es war eine fein gearbeitete Lampe mit schönem Lampenschirm. Deshalb haben wir den Glasbruch notdürftig geklebt und als Form verwendet.

 

Geformt wurde ein Abschnitt eines gehäkelten Tischläufers, der eigentlich schon "abgeschrieben" war. Gefunden habe ich den Läufer aus brauner Kunstseide Second Hand. Entfärben und bleichen schlugen fehl, der Läufer hatte anschließend einen beige-weißen Farbverlauf. Beim Strecken im nassen Zustand rissen einige Fäden. Einen intakten Abschnitt haben wir grob zugeschnitten als Abwicklung der Form des Glaslampenschirms.

Die Glas-Form wurde mit transparenter Küchen-Folie umwickelt und Gummihandschuhe angezogen. In einen kleinen Behälter wurde etwas Epoxidharz und die zugehörige Komponente vermischt, das Deckchen darin getränkt und ohne Verzögerung um die Form drapiert. Schon nach wenigen Minuten setzt die Erstarrung ein und die Form sollte fixiert sein. 

Nach dem Trocknen wurde die Form endgültig mit einer Haushaltsschere geschnitten,
danach mit weißer Acrylfarbe angestrichen. Zur Betonung der Form habe ich die Kanten mit silbernem Textilstift und schwarzem wasserfestem Stift angemalt. Das geometrische Häkelmuster passt gut zur der Tapete. Angestrahlt scheint ein warmer Gelbton durch das Muster, der sich durch den Epoxid-Härter ergibt.

Diese Technik habe ich auch für eine Schüssel aus Kunststrickdeckchen angewandt.

Freitag, 22. August 2014

Die Küche, die Pläne und das Leben

Leben ist das, was passiert,
während du eifrig dabei bist,
andere Pläne zu machen

John Lennon in Beautiful Boy

Durch Krankheit hat sich die Renovierung unserer Küche in die Länge gezogen. Endlich ist sie fertig. Die Vliestapete hat uns inspiriert, ein Retro-Thema der 50er Jahre aufzugreifen. Ein paar Wandregale und ein kugeliger Stuhl ergänzen die Stimmung. Die Kaffetassen-Lampe passt ebenfalls gut dazu.


Reststücken der Tapete mit transparenter Folie darüber haben wir für die Aufarbeitung eines Tablettes verwendet.


All diese Dinge spiegeln sich an der neuen schwarzen Spanndecke ... und auch ich als ich mich selbst in der Küche fotografiert habe

 

Dienstag, 19. August 2014

Nadelkissen und andere Handarbeiten auf den Nadeln

Auf dem Flohmarkt sah ich ein Souvenir-Nadelkissen aus dem Harz, ganz schmuddelig sah es aus. Solche Dinge sind für mich magisch, denn ich stelle mir gleich vor, wie sie wieder schön und funktional sein könnten.
Zu Hause habe ich die Füllung herausgenommen, das Körbchen gereinigt, Souvenir-Glitter-Farbe abgeschliffen und um die Füllung ein Stück Damast mit Monogramm neu befestigt. Abgeschnitten habe ich den Stoff mit Monogramm von einer beschädigten Serviette (Hintergrund Collage). Die Monogrammbuchstaben passen für eine Freundin, die das Nadelkissen benutzen wird. Wenn Sachen so passend zusammen finden freue ich mich immer.


Das Aufarbeiten des Nadelkissens benötigte wenig Zeit, mitunter ist es gut so was zwischendurch erledigen zu können, damit mal was fertig wird, denn es gibt auch andere Sachen, die dauern:

Unsere Küche ist noch immer nicht fertig renoviert. Grund war meine Verletzung (Arm gebrochen), Verzögerungen bei der Lieferung einer neuen Haube und die Verschiebung von Handwerker-Terminen. Heute kommt eine neue Deckenverkleidung dran. Eine kleine Fläche haben wir mit Retro-Vliestapete tapeziert. Zum Zuschneiden der Tapete war eine alte Schneidmatte und ein Schneidlineal sehr nützlich.

mit alter Schneidmatte und Lineal Tapeten zuschneiden
Diesen Sommer liegt bei uns Lampenschirm-Upcycling in der Luft, Kaffetassen-Lampen gab es schon zu sehen. Durch Renovierung der Küche hat sich ein Lampen-Ringtausch ergeben und eine ist dabei zu Bruch gegangen. Erst mal kurz geärgert und dann den Bruch als Ausgangspunkt für eine einzigartige Lampe verwendet. Hier schon mal eine Vorschau:


Zu Beginn des Sommers habe ich die Restaurierung von 2 50er-Jahre-Sesseln gestartet. Die Sessel sind Familienerbstücke und sollen neu gepolstert werden mit einer Patchwork-Fläche aus Jeanshosen-Streifen. Die Hosen wollte ich im Sommer über draußen auftrennen, denn das macht reichlich Dreck. Am Wochenende hab' ich endlich die Hosen gefleddert, auf schönes Wetter wollte ich nicht länger warten. Es waren teilweise Karottenschnitte und Hosen unterschiedlicher Hersteller. Ich mag Jeanshosen und auch krassen Wechsel von hell-dunkel auf den Denim-Stücken. Vielleicht kommt meine Vorliebe dafür aus meiner Jugend, als es Markenjeans für mich nicht zu kaufen gab.


Abends nehme ich meine Alabama-Chanin-Stickerei zur Hand. Etwa 1/3 an einem Ärmel ist noch zu sticken, dann kann ich die Teile zusammen fügen.


Anfang des Jahres habe ich eine zweite Granny-Decke zu häkeln begonnen. Es ist mein Unterwegs-Projekt, das ich Ende des Monats auf eine Kurzreise nach Berlin einpacken werde. Reichlich rote Kreise sind schon gehäkelt. Als 2. Farbe folgt weiß und die Form wechselt von rund auf eckig. Daran schließt sich noch schwarz an. Mit den schwarzen Runden wird gleich zusammen gehäkelt.
Übrigens suche ich bei Wolle wenn möglich das Fadenende für den Beginn, denn dann bleibt das Wollknäuel ruhig an seinem Platz und hält auch in der Handtasche Ruhe. Klappt mal besser und mal so wie abgebildet. Ist kein Problem, der Überschuss wird ums Knäul gewickelt und ist schnell weg gehäkelt.

mit dem Fadenende beginnen

Gerne lasse ich meine Gedanken schweifen für eine kleine Patchwork-Näherei mit Stoffen von Kristina. Die Stoffe laden ein, eine kleine Landschaft zu gestalten und die Umsetzungspläne wandeln sich von Zeit zu Zeit. Ich denke, es schadet nicht, seinen Nähplänen etwas Zeit zu geben und sie reifen zu lassen.

Noch auf meiner Nähwunschliste ist eine Schnabelina-Tasche. Bei Judith habe ich den Papier-Zuschnitt ergattert und ich freue mich drauf, mich dieser Näherei zu widmen, wenn auf dem Zuschneidetisch wieder Platz ist.

Montag, 18. August 2014

Lavendelsäckchen

Vor einiger Zeit benötigte ich ein kleines Mitbringsel, Gelegenheit ein Lavendelsäckchen zu nähen.
Die Maße ergaben sich aus einem vorhandenen Streifen Damast, Reststück einer Tischdecke. Ebenfalls aus dem Fundus eine abgetrennte Klöppelspitze, deren Rest als Zugtunnel angenäht ist.
Da ich keine Teefiltertüten vorrätig hatte habe ich aus Geschenkorganza von der Rolle eine Innenhülle genäht und gefüllt. Diese dann in das Säckchen gesteckt, so kann man schnell mal neu füllen.


Zusammen mit einer exotischen Topfpflanze mit ganzjähriger Blüte wurde das Säckchen verschenkt

Dienstag, 12. August 2014

Lampenschirm aus Weimarer Porzellan

Schon lange Zeit schaue ich nach einem Lampengestell und Sammeltassen für ein besonderes Projekt. Als neulich ein Lampenschirm zu Bruch ging fügte sich alles zusammen für einen "neuen" Lampenschirm in der Küche.
Eine Diamant-Lochsäge für 3 cm Durchmesser kam zum Einsatz. Von Hand benötigt es etwas Feingefühl, um das Werkzeug gerade in die Tasse bzw. auf dem Unterteller zu führen. Etwas Bruch (2 Tassen) war einkalkuliert, die Verwendeten fand ich in einer Second-Hand-Geschenkekiste für Polterabende. Die Teller sind von einem anderen Porzellan-Hersteller, passen durch die Rillenstruktur gut dazu.

Die Tassen sind Weimarer Porzellan aus DDR-Zeit. Wie für viele Thüringer Porzellan-Hersteller verbirgt sich dahinter eine wechselvolle wirtschaftliche Geschichte.
Es gab diese Gedecke in unterschiedlichen Ausführungen. Gesehen habe ich schon Tassen mit Kobaltblauer Glasur auf der Fläche ohne Vertiefungen. Exemplare, die bis zu diesem Arbeitsgang tadellos durchgelaufen waren erhielten noch Goldverzierungen.
Für meine Zwecke waren dünne, weiße Tassen am besten geeignet. Leuchtmittel ist LED.

 

 
 
 

Sonntag, 27. Juli 2014

Sashiko trifft UFO

Für die heutige Stoffspielerei hat Frifris vor einer Woche das Thema”Sashiko” bekannt gegeben. Gelegenheit, mal diese japanische Stickerei zu probieren.

Ein Blick auf Internettexte und in mein einziges Buch zu diesem Thema informiert, dass es sich um eine traditionelle japanische Sticktechnik handelt, die auf Leinen in blau und weiß ausgeführt wird. Streng geometrische Muster werden mit einfachen Vorstichen gestickt, um Stoffschichten zu verbinden. Der ursprüngliche Zweck zur Reparatur und Verlängerung der Haltbarkeit von Textilien wurde verdrängt vom Ziel, eine zeitlos schöne Stickerei von Hand auszuführen. Inzwischen gibt es Materialpackungen bei denen die Stiche vorgedruckt sind.

Meine Experimente mit dieser Sticktechnik habe ich auf einem angefangenen Kissenbezug ausgeführt. Vor einem Jahr hatte ich diese Fläche um eine Maschinenstickerei mit schwarz-weißen Stoffstückchen zusammengefügt. Die weißen Flächen des Mischgewebes sollen bestickt werden.
 


Für die Übertragung auf den Stoff habe ich ein paar traditionelle Muster ausgewählt, die sich aus Linien zusammensetzen. Im Buch wird vorgeschlagen, eine Schablone zu erstellen und das Muster mit Kohlepapier zu übertragen. Abweichend habe ich entschieden, die Muster mit weichem Bleistift und Patchwork-Lineal (inch) auf den Stoff zu zeichnen. Bei dieser Gelegenheit konnte ich vorhandene Musterfluchten weiterführen. Als noch eine Fläche übrig war konnte ich mich nicht entscheiden für ein weiteres Muster und besann mich auf das Muster einer Vase. Den Schwung dieses Musters habe ich frei übertragen und ungleiche Wellenmuster auf die letzte weiße Fläche gezeichnet. Durch die Dreidimensionalität liegen die offenen Bleistiftstriche in einem kleinen Abgrund und optisch nicht mehr wahrnehmbar.
 
 
Zum Sticken fand ich den Hinweis, dass 5-7 Stiche auf 2,5 cm verteilt werden sollen, bei feinem Stoff mehr Stiche. Unter meine Stickfläche habe ich H630 gebügelt. Beim Sticken merke ich, dass diese Stärke die Stichlänge mit bestimmt. Merkmal der Sashiko-Stickerei ist, dass an Kreuzungspunkten der Faden unter der Stickerei läuft. Um das zu erreichen musste ich vor der Kreuzung immer mal bremsen oder strecken. Als Stickgarn habe ich Nähfaden doppelt verwendet. Nach dem Einfädeln habe ich diesen mit Andruck über eine weiße Kerze gezogen, das verhindert Knotenbildung. Eine Stickprobe wird empfohlen, ich habe mit dem einfachsten Muster begonnen. Bei einigen Mustern habe ich mit einer Stecknadel markiert, wo der Faden wieder nach oben zu führen ist.



Die Fertige Stickerei wird links gebügelt, damit sie nicht glänzt und um zu vermeiden, dass das Muster platt gedrückt wird.
 
 
Meine fertige Fläche als Kissen:
 
 
Zum Nachschlagen habe ich das Buch "Sashiko japanisch sticken" von Agnès Delage-Calvet  (ISBN 3258071349) verwendet. Die Anleitungen sind ist kurz und gut nachvollziehbar. Außerdem enthält es Hinweise und Beispiele für Sashiko-Stickereien auf Haushaltswäsche.

Zum Ursprung der traditionellen Farben habe ich keine Hinweise gefunden, vielleicht liegt der Schlüssel in alten Färbemethoden und verfügbaren Farben.

Für mich war die Aktion eine passende Bewegungstherapie für meinen Arm und das Handgelenk, das nach dem Bruch des Unterarmes noch etwas ungelenk ist.
An Frifris vielen Dank für das Thema und das Sammeln der Links.

Donnerstag, 24. Juli 2014

Gewonnen, Hurra

Kaum glauben konnte ich es, als ich hier gelesen habe, dass ich gewonnen habe. Unglaublich, aber wirklich wahr. Inzwischen ist die Sendung mit dem tollen Katalog "Textile Dialoge" eingetroffen. 85 Miniatur-Quilts sind einzeln abgebildet, jeder für sich eine Anregung für Farbkombinationen und Gestaltung kleiner Flächen. Die beiliegende Stofftüte enthält wunderbare Stoffe, einige mit bezauberndem Färbeverlauf warten auf eine Verwandlung mit Nadel und Faden, eine Herausforderung, den im Buch abgebildeten Miniquilts 25 x 25 cm eine eigene Version hinzuzufügen.

Das kann ich kaum noch abwarten, denn nach meinem Armbruch trage ich noch immer eine Bandage. Ein bisschen was geht schon, bald ...


Als ich erfahren habe, dass ich gewonnen habe erinnerte ich mich gleich, dass ich Kristina Schapers Buch auf meiner Wunschliste hatte. Gelegenheit, das Buch zu erwerben und signieren zu lassen. An dieser Stelle vielen Dank an Kristina, die Geduld mit meinen Extrawünschen hatte.
 
Die schwarze Bandage ist die letzte, immer öfters geht schon was ohne.
Bald ist auch wieder Zeit für Handarbeiten:
 
 

Sonntag, 29. Juni 2014

Monogramme und Vorlagen

Diesen Monat sammelt Suschna die Links für Stoffspielerei.
Thema ist „
Monogramme und andere Motive“.

Da ich diesen Monat für eine Umsetzung mit Stoff verhindert bin widme ich mich der ersten Frage:

Wo und welche Vorlagen?
Dabei beschränke ich mich auf Monogramme. Allein hier teilen sich die Vorlagen in Kreuzstich und Stickvorlagen für Leinenstoffe, auch gibt es Vorlagen für Filethäkelei. Nadelmalerei oder Textildruck sind weitere Optionen …
Übrigens fehlt bei alten Vorlagen oft das W, wurde vielleicht als Doppel-V kombiniert.

 
Inzwischen verstehen wir unter Monogramm die Anfangsbuchstaben von Namen. Sie wurden verwendet, um Wäsche als Eigentum zu kennzeichnen, häufig in Kombination mit Naturmotiven. Viele Vorlagen sind auf Stickmustertüchern, Paradehandtüchern (im 17./18. Jhd. auch Zwehle bzw. Quehle genannt) sowie Trachten überliefert. Auf diesen Tüchern wurden Muster gesammelt und Stickerei samt Flächenaufteilung und Gestaltungsfeinheiten geübt. Die Anordnung auf Wäsche, Laken, Handtüchern, Hemden, Strümpfen  erfolgte so, das sich die Stickerei unaufdringlich in das Gesamtbild einfügte.

Ältere Quellen sprechen verzierten Handtüchern Abwehrkraft zu. Farbige historische Stickerei ist oft rot oder blau, da dieser Farbstoff von Leinen und Baumwolle am besten aufgenommen wurde und gegen Licht und Wäsche zuverlässig farbecht war.

Bereits kurz nach Erfindung der Buchdruckerei im 16. Jahrhundert erschienen gedruckte Muster, Verbreitung in ländlichen Gegenden fanden Muster und Buchstaben über Generationen durch bestickte Tücher.

Die Entwicklung technischer Möglichkeiten durch Automatisierung zur Herstellung von Gewebe und Stickerei beeinflusste die Verbreitung von Monogramm- und anderer Stickerei. Ein Prozess der bis heute anhält, zuletzt durch kombinierte Näh- und Stickmaschinen für privaten Gebrauch. Noch immer beeinflussen die traditionellen Muster Stickereien unserer Zeit. Mitunter finden sie auch den Weg ins Firmenlogo wie bei CC.

Phantasie, Fertigkeiten und handwerkliche Geschicklichkeit bei gestickten Monogrammen bewundere ich, dazu eine Pinterest-Sammlung. (Sicher gibt es viele andere). Wer selbst einmal von Hand ein Monogramm gestickt hat weiß die reliefartigen Rundungen mit filigranen Jugendstil-Schnörkeln die mitunter in der Gesamtheit wie ein Ornament wirken um so mehr zu schätzen. Gelegentlich findet man auf Flohmärkten solche Schätze, die beeindruckend ornamenthaften waren sicher Auftragsarbeiten reicher Leute. Insgeheim hoffe ich, die Stickerinnen hatten etwas Freude dabei, denn viel Geld gab es dafür sicher nicht. Vielleicht war es auch gelegentlich Ausgleich zur körperlichen Arbeit.
Hobbydetektive könnten versuchen die Stickereien Vorlagen zuzuordnen ;-))
 

Die Übertragung von Stickmustern ist ein Prozess, der einen separaten Blog-Text und Praxisübungen verdient. Vielleicht widmet eine andere Stoffspielerei sich diesem Abschnitt beispielsweise mit dem Einsatz von Schablonen oder einem Bügelstift.

 
Auf der Suche nach der Definition für „Monogramm“ bin ich auf einen Artikel aus Die Gartenlaube, Heft 15, S. 248-251 aus dem Jahr 1882 gestoßen, in dem der Autor Livius Fürst schildert, warum er Monogramme verachtet. Wohlwollende Erwähnung findet in diesem Artikel die Vorlagensammlung von Martin Gerlach, von Beruf Ziseleur und Graveur. 


Zu den Schätzen meiner Sammlung historischer Handarbeitsvorlagen zählen die Heftchen von Anna Messerschmidt und Selma Schöne, auch eine Monogrammschablone GH liegt dabei.
Die Zeichenhefte des Vereins Dresdner Nadelarbeitslehrerinnen enthalten ebenfalls Monogrammbuchstaben.
In der Sammlung „Muster altdeutscher Leinenstickerei“ enthält die dritte Mappe eine Sammlung von Alphabeten.

Ganz kleine gefaltete Blättchen (neben der Schablone) mit Vorlagen fanden wahrscheinlich als Beilage von Tabakwaren Verbreitung.

Online findet man für pdf-Dateien in der digitalen Bibliothek antiquepatternlibrary

Cartier-Bresson Cross stitch chart - alphabets and a songbird
Cartier-Bresson Cross stitch and embroidery charts for traditional and art deco alphabets.
Sixteen cross stitch alphabet patterns for monograms
Alexandre Alphabets Ornate cross-stitch alphabets
Alexandre & Cie., ed. Album de Marques et Broderies No. 213 (Kreuzstich + Leinenstickerei)Moderne Stickvorlagen 548, und Teil 2
Erstmann, Friedrich & Helbig, Paul, A-B-C der Stickerin (auch mehrfarbig)

Göggingen Alphabet Vorlagen für Baumwoll-Stickerei
Delamotte Examples of Modern Alphabets
Kühn, Heinrich Moderne Stickvorlagen Dessins de Broderies Modernes, No. 548
Kühn, Heinrich Vereinigte Stickmuster-Verlage Heft No. 757
Dillmont, Th. de, ed. D.M.C. Point de Marque 1re Série Teil 1  und Teil 2
Dillmont, Th. de, ed. D.M.C. Alphabets et Monogrammes

Dillmont, Th. de, ed. D.M.C. Alphabets et Monogrammes 2 (mit Kombinationsanleitung)
Dillmont, Th. de, ed. D.M.C. Alphabet de la Brodeuse A, B, C, D, E
Farnes, Emma. Alphabets in Crochet & Tatting Book B (Häkeln oder Kreuzstich)
Sigerus, Emil Siebenburgisch-Sachsische Leinenstickerei (Monogr. Seite 4,19)
....

In zahlreichen anderen Büchern, Broschüren und Zeitschriften wird das Thema immer wieder aufgegriffen, Beispielsweise die Zeitschrift „Frauenfleiß“ 1902 Nr. 5 enthält Monogrammstickereien und Anleitungen.

Vom Verlag für die Frau gibt es ein Buch „Kreuzstichalphabete, Monogramme und Ornamente – Alte Musterblätter“ welches auch als Reprint im Bechtermünz Verlag erschienen ist.
 
Die Zeitschrift „Handarbeit“ Ausgabe 1 und 4 von 1991 enthält ebenfalls Beispiele für Monogrammstickerei. Im Ringen der Zeitschrift um Bestehen am Markt nach Zusammenlegung mit der Zeitschrift „Modische Maschen“ werden Beispiele von Musterblättern des Verlages (2174) neu in Szene gesetzt.


Die Nummern 2069, 2151, 2174 und 2268 haben Zählmuster bzw. Abplättmuster als Inhalt und sind antiquarisch selten zu finden.

 
In der Zeitschrift Anna 2011 Ausgabe 4 ist das Nostalgische Kreuzstich-Alphabet abgebildet. Burda 74 und Lena L837 beinhalten Buchstaben-Stickmuster, solche Muster sind seit langer Zeit beliebt, um etwas persönlich zu gestalten oder zu individualisieren.

Regional für Thüringen kann ich 3 Heftchen "Thüringer Stickmuster" zu meinen Literaturschätzen zählen, die das Bezirkskabinett für Kulturarbeit Suhl 1983 herausgegeben hat.
 
Von Repin Press gibt es Bücher mit Daten-CD’s. Zwei Bücher dieser Reihe beinhalten Monogramme als tif oder jpg: ISBN 9789057680014 und ISBN 9057680955. 
Bei Ankündigung dieser Stoffspielerei war mein Plan, aus diesen Daten Grafikbuchstaben zu kombinieren und mit dem Programm PE-Design von Brother zu digitalisieren. Dieser Prozess nur mit der Maus braucht Geduld und lohnt sich eigentlich nicht für etwas, das nur einmal gestickt wird. Alternativen sind Verwendung einer mitgelieferten Datei oder Kauf einer fertigen Stickdatei. Auch Textil- oder Lavendeldruck nach Spiegelung liegen nahe.

 
In der Praxis habe ich in den 90er Jahren Monogramm-Kreuzstiche probiert. An die Vorlage kann ich mich nicht erinnern. Zum Sticken auf Bettwäschestoff habe ich die Kreuze mit Kohlepapier (für Schreibmaschinendurchschläge) auf den Stoff übertragen und nachgestickt.

Auf Kissenbezüge mit Patchwork-Flächengestaltung habe ich mit der Stickmaschine Monogrammbuchstaben gestickt. Die Buchstaben habe ich vorher im Stickprogramm erzeugt, gruppiert und mit Stickumrandung bzw. Ecken ergänzt.

 
Gerne hätte ich wieder mal Monogramme gestickt für Lavendelsäckchen aus Damast und alten Spitzen, so lange möchte ich das schon machen, der Lavendel ist im Garten bereit zum Abschneiden, alleine nur mit der linken Hand ist es derzeit unmöglich (rechten Arm gebrochen).

Ein weiteres Monogrammprojekt ist eine kleine Tasche (Clutch) aus Seidenstoff, abgesteppten kurvigen Linien und Monogramm … aufgeschoben ist nicht aufgehoben …

Ich danke Suschna für dieses Thema, welches mir Gelegenheit gab, in kunstfertigen Handarbeiten zu schwelgen mit der Muse, die ich mir gerne öfters dafür nehmen möchte.
Gespannt bin ich nun auf die Beiträge der anderen, die auch diesen Monat wieder mit Stoff gespielt haben.

Samstag, 14. Juni 2014

Zeitreise am Tag der Handarbeiten

Da stehe ich mit meinem Handicap vor dem Bücherregal und lese auf den Buchrücken: ... nähen …  Patchwork … häkeln … stricken … sticken … Spitze … Kreuzstich … Textilkunst … Ornamente … Volkskunst … Mode … Trachten ...
Einige Bücher begleiten mich seit vielen Jahren, die meisten sind dazu gekommen weil Angebote auf Gebrauchtplattformen verlockend waren. Zugegeben gibt es einige, die ich bisher nur mal durchgeblättert habe, was sich in nächster Zeit ändern soll.
Zunächst greife ich zu einem dünnen Buch, das ich schon aus dem Schulhort kenne. Mit diesem Büchlein gehe ich auf Zeitreise und erinnere mich an Handarbeitsunterricht in der Unterstufe, verschiedene Stickstiche auf Aida-Stoff wurden zu einem kleinem Täschchen für Nähzubehör verbunden. In den 70er-Jahren in der DDR war dieser Unterricht gemeinschaftlich für Jungen und Mädchen. Nachmittags habe ich Handarbeiten der Hortlehrerinnen in Springstille bewundert, u.a. beeindruckende bunte Flachstickereien für Kissenhüllen, leider kann ich mich nicht an zugehörige Anleitungen erinnern.

Meine ersten Handarbeiten waren Puppen-Kleidung in Strick- und Häkelmaschen aus Wollresten.


Etwa mit 12 brachte mich ein ausgesonderter, riesiger, Glockenrock weiß mit aufgedruckten blauen Rosen auf die Idee, daraus einen kurzen Rock zu nähen. Meine Oma half mir und nähte nach meiner Navigation mit ihrer fußpedalbetriebenen Nähmaschine 2 Teenager-Röcke und andere Kleidung bis ich Jahre später eine Veritas-Nähmaschine bekam. 

Eine Nachbarin hatte davon gehört und brachte einen Stapel Handarbeitszeitschriften, die sonst im Altpapier gelandet wären. Diese Hefte habe ich heute noch, auf wundersame Weise haben sie sich vermehrt und noch immer blättere ich gerne darin.
 

Es ergab sich, dass ich mir nähen selbst beigebracht habe. Auftrennen von Gebrauchtkleidung half dabei. Stricken und häkeln hat mir meine Oma beigebracht.

Das „Strickbuch“, bearbeitet und ergänzt von Eva Tiesler besitze ich die längste Zeit, ältestes Buch sind die beiden Bände „Das große Handarbeitsbuch“ von Hermine Steffahny. Viele Anregungen für frühe Handarbeiten habe ich Zeitschriften entnommen. Die Umsetzung erfolgte frei nach verfügbaren Materialien und eigenen Vorstellungen. In den 80er Jahren habe ich für Bekannte und Kollegen Jacken und Hosen genäht, als Abendbeschäftigung gerne zeitaufwändige Stickereien oder Kunststrickwerke.

Vor ein paar Jahren habe ich meine Handarbeitsliteratur neu entdeckt und nach mehrjähriger Pause mein Handarbeitswerkzeug heraus gekramt. Nach Konsumernüchterung sind derzeit Handarbeiten für mich unverzichtbar zur Wohnraumgestaltung/Deko, Garderobenergänzung, Umsetzung von Ideen einschließlich Zweckentfremdung und Wiederverwertung von Textilien und anderen Fundsachen.

Mit der Ansammlung von Handarbeitsliteratur habe ich mich erst in letzter Zeit für Autoren interessiert. Bei historischer Handarbeitsliteratur ist ein Standardwerk die „Encyklopädie der weiblichen Handarbeiten“ von Therese de Dillmont. Viele Handarbeitsbücher wurden unter ihrem Namen bei D.M.C. veröffentlicht. Im Beyer Verlag erschienen Bücher von Marie Niedner, Helene Weber, Herbert Niebling, Gussy von Reden u.a. Der Verlag für die Frau veröffentlichte beliebte Exemplare als Reprints. Bei Veröffentlichungen des Vobach-Verlages findet sich wiederholt Helene Mallin  als Autorin.
 
 
Suchmaschinenrecherchen zu den Autoren finden überwiegend antiquarische Angebote von Veröffentlichungen. Bemerkenswert ist die digitale Bibliothek antiquepatternlibrary mit vielen Scans.

Regional betrachtet schätze ich die Recherchen von Luise Gerbing, die in ihrem Buch “Die thüringer Trachten“ zusammengefasst sind.

 

Mittwoch, 11. Juni 2014

Autsch

Seit gestern mach ich alles mit links, das heißt alles was möglich ist mit der linken Hand, denn den rechten Unterarm hab' ich gebrochen als ich mit nassen Füßen auf glattem Bodenbelag ausgerutscht bin.


Mitten in den Vorbereitungen zur Küchenrenovierung hat es mich deppert hingebrettert.


Nun heißt es Ruhe halten, sonst droht OP. So ist derzeit leider nichts mit Nadelei, das ist frustrierend, denn Pfingsten hatte ich Stoffe bestellt, die heute eingetroffen sind.


Bei dem Schönen Wetter habe ich Pfingsten draußen angefangen Jeanshosen aufzutrennen für die Polster-Erneuerung von 2 50er Jahre-Sesselchen ... nicht dran zu denken ...


auch mein Unterwegs-Häkelprojekt ruht.


Gelegenheit mal in die vielen  Bücher zu sehen; erst mal die kleinen ;-)) oder schauen, ob Handarbeitsentzug mit Handarbeits-Videos in den Griff zu kriegen ist.

Montag, 9. Juni 2014

Lampe für's Kinderzimmer

Eine selbst bezogener Lampenschirm ist neulich gewaschen worden, Gelegenheit ihn mal aus anderer Perspektive zu zeigen. Passend zur Übergardine ist er aus Reststoff entstanden. Kleine Flächen sind musterinspiriert umnäht und ausgeschnitten worden, so dass der Bus und ein Haus "echte" Fenster bekamen.


Montag, 26. Mai 2014

Puppen-Granny's

Als ich letztes Jahr Grannys häkelte fragte mein Enkel, ob ich für seine Puppi auch eine Decke häkeln könnte. Wolle dafür hat er aus den Vorräten selbst ausgewählt, passt farblich perfekt zur Puppenkleidung.
Ich habe das gleiche Häkelmuster verwendet wie bei dieser Decke. Die Farben sind so angeordnet, dass die Rot-Töne eine Blumenoptik ergeben. Das fransige Kunstfaser-Garn wirkt etwas flauschig, beim Häkeln braucht es etwas Gefühl, um darin die neuen Maschen zu häkeln. Als Abschlusskante macht es sich fransig ganz gut.
Weil noch Wolle übrig war gab es noch ein kleines Kissen, Gelegenheit mal meine neue Zange für Kam-Snaps zu testen. Eine Weile habe ich gerätselt, welche Teile zu verbinden sind, dann hat es geklappt. Eine praktische Lösung für schnelle Verbindungen.


 

Sonntag, 25. Mai 2014

Alabama Chanin: Eine Mütze

Zur Stoffspielerei im Mai sammelt Frau Machwerk Alabama-Chanin-Näherei. Diese Technik benötigt Vorbereitung und wird von Hand ausgeführt, braucht also ihre Zeit.

Die Technik ist mir zum ersten mal in der Zeitschrift Patchwork Professional 2008-01 aufgefallen. Marion Caspers beschreibt auf Seite 15 und 16, wie aus 2Shirts mit Reverse Applique-Technik etwas entstehen kann, das mich an Mola-Technik erinnert. Ausgangspunkt der Idee war ihr beschädigtes Lieblings-Shirt.
Die Idee, Jersey in Schichten zu vernähen hat sich dann derzeit in meinem Kopf verbunden mit der Faszination für meine Kombi-Näh-und-Stickmaschine und es ist ein Shirt entstanden, bei dem ich das Schablonieren „automatisiert“ habe.

Ganz ohne Strom und Gerätetechnik genieße ich seit einiger Zeit das allabendliche Sticheln nach Alabama Chanin. Nachdem die Shirt-Teile zugeschnitten und die Oberschicht mittels Schablone bemalt ist folgt die angenehmste Wegstrecke: das Umsticken der Farbformen. Die beiden Schichten habe ich mit Heftstichen verbunden. Die Schichten halten beim Sticken gut aufeinander, ich hatte mit Verrutschen gerechnet.

Wie schon mal berichtet habe ich als erstes ein überschaubares Kleidungsstück genäht, bei mir wird das immer eine Kindermütze. Intuitiv habe ich 2 verschiedene Stiche zum Verbinden der Schichten verwendet: einmal den üblichen und dann eine Art Rückstich wie abgebildet. Große Kreise habe ich oft mit Rückstichen begonnen und beendet. Das ungleichmäßig wirkende Muster lädt zum Improvisieren ein. Immer mal habe ich ein kreisähnliches Gebilde abgewandelt bestichelt, beispielsweise mit einer Schneckenform, was dann einen Mini-Chenille-Effekt ergibt. Hilfreich war dabei, dass der Farbauftrag teilweise (Vorderteil Shirt) sehr schwach war und ich beim Ahnen des Musters Gestaltungsspielraum hatte. Spannfäden habe ich zwischen den Schichten gezogen, offene Verknotung kam wegen Aufdrillen des Stickgarns am Fadenende schon beim Sticken nicht in Frage.

Die Mütze ist fertig, passformgerecht mit einem Jersey-Reststreifen oben zugebunden und die Überlänge in Streifen geschnitten. Inmitten der Fransen verbirgt sich ein Aufhänger.


Weiter auf dem Alabama-Weg führt mich die Nadel allabendlich über meine Shirt-Zuschnitt-Teile. Inzwischen habe ich das Vorderteil fertig gestichelt, hier ist am meisten Muster, auf der Rückseite habe ich eher mittig einen Teil des Muster-Rapportes, etwa so viel wie auf jedem langen Ärmel.

Ich habe mir vorgenommen, mit dem Aufschneiden noch zu warten. Insbesondere beim Vorderteil möchte ich erst eine Anprobe machen und sehen, wo Kreise sitzen. Seitlich zwischen Arm und Körper entscheide ich auch Aufschneiden nach Anprobe.



Vor einiger Zeit habe ich bereits ein Kindershirt mit einem Kreismotiv genäht und von Hand als Applikation bestickt.

Fotos von Details folgen, zum Vergrößern bitte anklicken

  



Rückseite




Werkeltagebuch