Donnerstag, 25. August 2016

Streifen-Tischband und Stoffreste

Immer wieder fasziniert mich, was man aus Stoffstreifen zusammen stückeln kann. Patchworker nennen es Streifentechnik. Am Ende erkennen nur Eingeweihte, welche rationelle Technik angewendet wurde. Gerne sehe ich mir Patchworkdecken an und überlege, ob Streifen als Ausgangspunkt verwendet wurden.


Ausgangsmaterial für meine Näherei ist ein Mischgewebe-Stoffmusterrapport aus einem Deko-Geschäft mit vielen rechteckigen Materialmustern. Wegen einer mittigen Lochung und Aufklebern konnte ich davon nur Streifen um die Mitte verwenden.
Um einen 9er Block sind an 2 gegenüberliegenden Seiten in farblicher Staffelung Streifen angenäht so lange der Vorrat reichte. Mit Malimo-Zwischenlage und Baumwollstoffunterlage ist das Teil im Nahtschatten maschinengequiltet. Dazu verwende ich den DFT-Obertransport meiner Nähmaschine. Den Binding-Streifen habe ich versehentlich auf der Unterseite angenäht, so dass ich mir beim Festnähen auf der Oberseite von Hand besonders Mühe geben musste.


Ein dekoratives Tischband wollte ich schon immer mal nähen. Der Zufall hat Farben vorgegeben, die ich eigentlich meide: gelb und orange. Insgesamt betrachtet passt der Läufer farblich zu den Tulpenfotos, deshalb darf er liegen bleiben.


Und die restlichen Schnipsel? ich habe sie zu Streifen zusammengenäht und aus diesen dann 2 Flächen für Reißverschlussmäppchen: eines für Handarbeitshäkelei und eines für Kleinigkeiten, die ich in der Handtasche mit mir rum trage.


 
Mustermonat: Streifen

Montag, 22. August 2016

Buchrezension: Die Stoff-Werkstatt * Gestalten & Verzieren

2012 erschien das Buch "How to Decorate and Emblish your Fabrics", seit 2013 gibt es die deutschsprachige Fassung:
 
Die Stoff-Werkstatt - Gestalten & verzieren:
Perlen, Knöpfe, Pailletten, Färben, Drucken, Sticken und vieles mehr
 
176 Seiten, Format: 19,3 × 25,2 cm 
ISBN: 978-3-8307-0907-7
Verlag: stiebner
 
Ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitungen zeigen eine breite Palette von Techniken zum Verändern und Verschönern von Stoffen. Die Autorin Laurie Wisbrun ermutigt zum Experimentieren mit raffinierten künstlerischen Methoden zum Gestalten von Textilien:
  • Muster entwerfen von Hand und computergeneriert
  • Muster drucken auf Meterware, Siebdruck, Thermotransferdruck, Blaudruck ...
  • Färben und Bleichen einschließlich Shibori und Wachsbatik
  • Verzieren mit Pailletten, Perlen, Nieten, Spitze ...
  • Spezialtechniken: Muster übertragen, sticken, applizieren
  • Tipps für angehende Profis
  • Anhang mit Farbtabellen und Literaturhinweisen.
Schon das Lesen der Einleitung und die Auflistung von Werkzeug und Materialien wie beispielsweise Urea, Soda, Garnwachs, Azetatfolie, Rakel haben mein Interesse geweckt, zu erfahren, wie diese Hilfsmittel verwendet werden. Das Buch ist inspirierend und gleichzeitig praktischer Ratgeber, um Stoffstücke und -Projekte noch individueller zu gestalten. Eine Besonderheit des Buches sind Interviews mit Lieblingskünstlern der Autorin, die Einblicke hinter die Kulissen von Textildesignern geben:
Mich interessiert derzeit besonders der Inhalt von Kapitel 2: Computergenerierte Muster entwerfen. Schon lange möchte ich Fotografie und Handarbeit mal verknüpfen und ausgewählte Motive auf Stoff drucken lassen.

2013 habe ich mit Fototransfer experimentiert und Fotostoffe simuliert. Letzteres möchte ich weiter vertiefen. Constanze schreibt in einem Beitrag über die Textildruckerei Spoonflower, die im Oktober 2016 in Berlin eine Dependance eröffnen wird. Die Voraussetzungen sind gegeben, um Stoff zu gestalten. Werkeln mit Stoff bleibt spannend. 
 
Auf Anfrage stellte mir der Stiebner Verlag ein Buch-Exemplar zur Verfügung.

Dienstag, 16. August 2016

Schlüssel-Minitaschen und Susie

Auf Blogs, die ich regelmäßig lese geht es diesen Monat um Minitaschen. Auslöser war sicher die Linkparty bei greenfietsen, bei der es das ganze Jahr um Taschen geht.

Dazu habe ich ein paar Schlüsseltäschchen heraus gekramt, die beim Aufräumen des Zuschneide-Tisches aus blauen Stoffresten entstanden sind.


In crazy-Patchwork-Technik sind Streifen auf kleine Vliesstücke aufgenäht, mit Zierstichen überquiltet. Passende Reißverschlüsse habe ich in 2 Teile getrennt und an 2 gegenüber liegende Kanten angenäht. Nach dem Aufziehen des Zipper-Schlittens mit Aufhänger und Karabinerhalter an den Seiten zusammen genäht, fertig.

 
 
Ebenfalls noch nicht gezeigt habe ich eine kleine Kosmetiktasche nach dem beliebten Schnitt "Susie" von Pattydoo. Ich wollte gerne eine Seiden Krawatte für die eingelegten Falten verwenden. Die Nahtzugaben an den Falten sind mit 3fach-Zierstichen fixiert.
Der Außenstoff mit Streifen-Malgrafik ist ein Deko-Polyester-Musterstück.
 
 
In letzter Zeit schien es mir, als ruhten viele Handarbeitsblogs im Dornröschenschlaf. Auch ich habe mir eine blogfreie Sommerpause genommen, in der ich fern der Tastatur mit einem Pad bei Instagram geschaut und gepostet habe.

Donnerstag, 4. August 2016

Talentcampus Suhler Kinderstadt ... ich war dabei

Eine der Teilnehmerinnen aus meinem Workshop "Nadeldesign - Upcycling" beschreibt ihre Eindrücke vom Besuch des Talentcampus Suhler Kinderstadt als Gastbeitrag:

Es war mal wieder aufregend wie schon im letzten Jahr ... die 2. Suhler Kinderstadt. Ich besuchte die Gruppen Nadeldesign und Gesunde Ernährung. Es war toll, von erfahrenen, netten Leuten zu lernen und Eindrücke von Dingen zu bekommen, mit denen ich mich entweder schon auskannte oder die ich erst neu entdeckte. Auch von den anderen Workshops bekam man etwas mit, denn von Schauspielern bis zu Reportern war alles dabei.
 
Natürlich war es schön, Leute wieder zu treffen die ich vom letzten Jahr schon kannte. Alles in allem war es mal wieder eine tolle erfolgreiche und sehr interessante Woche .
Übrigens für jeden von 10-14 zu empfehlen :)
 
~Lea

  
Bei Lea bedanke ich mich für Ihre Eindrücke und Erfahrungen aus 2 Jahren Talentcampus.
Ich hoffe, das Projekt wird fortgesetzt und wir sehen uns im nächsten Jahr wieder.
 

Donnerstag, 21. Juli 2016

„2. Suhler Kinderstadt - Träume spürbar machen"

talentCAMPus Suhl

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF fördert mit seinem Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ außerschulische Projekte insbesondere zur Bildung. talentCAMPus „2. Suhler Kinderstadt – Kinder leben Träume“ ist ein solches Programm für Kinder vom 10 – 14 Jahren. In Suhl organisiert die Volkshochschule gemeinsam mit dem MGH Familienzentrum „Die Insel“ und der Musikschule „Albert Wagner“ einen talentCampus. Dank der Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung ist für die Kinder alles kostenfrei.

Die Kinder konnten aus 14 Workshops unterschiedlichster Art auswählen:

Workshop Nadeldesign (Upcycling)


Als Thema für dem Workshop habe ich Jersey-Applikationen ausgewählt, weil diese Technik vielfältige Möglichkeiten bietet. Zunächst ist es eine naheliegende Methode, um schadhafte Kleidung zu reparieren und aufzuwerten. Auf einer kleine Fläche von 11 x 26 cm haben wir Reverse-Applikationen mit Textilfarbe, Nadel und Faden selbst gestaltet. Die Musterstücke sind später mit Kam-Snaps in Armbänder verwandelt worden.


 

Nachdem wir uns über Lieblingsfarben, Lieblingsmotive und Handarbeitserfahrungen ausgetauscht hatten schauten wir uns Gestaltungsbeispiele für eigene Entwürfe an. Einige ersetzten Entwürfe auf Papier durch Anordnung von Backformen auf der zu gestaltenden Fläche.

Im Laufe der Woche kristallisierten sich Vorlieben für Textilbearbeitung heraus.
Der Bereich mit Textilfarben und –stiften war sehr beliebt. Spontan und ohne Hemmungen gestalteten die Kinder ausgesonderte Kleidung in Vorbereitung einer Modenschau, dem Höhepunkt der Veranstaltung. Miteinander und Teamarbeit war hier Programm.

 
Ein Vorrat an Jersey-Oberteilen und vorherrschende sommerliche Temperaturen führte zum hemmungslosen Einsatz der Schere: schnipp, schnapp und schon ist wieder ein Unikat für die Modenschau fertig. Solche Erfolgserlebnisse waren ansteckend und inspirierend.

Kleine Stoffreste wurden in Jersey-Blumen verwandelt. Die farbliche Qual der Wahl führte zu der Lösung, mit Kam-Snaps  Designs zu wechseln.


 
 
Mehrfach wurden Druckbereiche von Shirts auf andere Shirts appliziert, Gelegenheit mal an der Nähmaschine Gas zu geben. Gestaltungsfragen habe ich immer an die Gruppe weiter geleitet, so dass am Ende immer die Kursteilnehmer entschieden haben, wie ein umgestaltetes Kleidungsstück aussieht.
 
 
Eine Ansammlung von Perlen, Pailletten und Metallnieten war ebenfalls willkommen zum Aufpimpen von Kleidung. Leider habe ich nicht von allen geretteten und verschönerten Kleidungsstücken vorzeigbare Fertigfotos.

Höhepunkt war die Modenschau als Bestandteil des Abschluss-Programmes der 2. Suhler Kinderstadt. Die Moderation und Vorstellung übernahmen ebenfalls Kursteilnehmer, die die Verwandlung der Kleidungsstücke mit verfolgen konnten. Schon mit den ersten Schritten in Richtung Bühne erhielt jede einzelne Kreation viel Applaus.
Auf Instagram habe ich ein paar Collagen von der Entstehung einiger textilen Experimente des Workshops online, auch ein paar kleine Filme geben Einblick in unsere kleine Ferien-Schneiderwerkstatt.

Für mich verging die Workshop-Woche wie im Flug, ein Merkmal dafür, dass es eine schöne Zeit war.
Danke an meine Kursteilnehmer für Euren Ideenreichtum und den Mut, Ideen spontan zu verwirklichen.
Viele Aha-Momente und Erfolgserlebnisse durfte ich teilen.
Es stimmt, wenn man sagt:
Talente finden Lösungen,
Genies entdecken Probleme. 

 (Hans Krailsheimer)

Montag, 18. Juli 2016

No-Reply-Blogger Einstellung geändert

Nach einem Hinweis habe ich die Einstellung zum Kommentieren geändert.
Mit der Erläuterung von Dickmadamme ging es ganz schnell.

 
Vielen Dank an alle, die sich durch die Widrigkeiten des Kommentierens über ein Mailprogramm durchgekämpft haben.

Dienstag, 12. Juli 2016

MDR berichtet heute 19:00 über Talantcampus Suhl

Diese Woche betreue ich täglich einen Vormittagskurs und einen Nachmittagskurs für Handarbeiten mit Schwerpunkt Upcycling im Rahmen der Ferienveranstaltung Talentcampus 2016.

Heute Vormittag besuchte ein Kameramann die verschiedenen Kurse. Um 19:00 heute ist eine Ausstrahlung geplant. Ich bin schon ganz gespannt, ob und was gezeigt wird:

MDR FERNSEHEN | regional | 12.07.2016 | 19:00 Uhr Das MDR THÜRINGEN JOURNAL

Sonntag, 3. Juli 2016

Talentcampus "Nadelzauber"

Zu Beginn des Jahres wurde ich gefragt, ob ich Interesse habe, vom 11.07. - 15.07.2016 einen Handarbeits-Ferienkurs zum Thema Upcycling für Kinder im Alter von 10 - 14 Jahren zu gestalten. Dieser Kurs ist einer von vielen* im Rahmen des TalentCAMPus der Suhler Kinderstadt 2016. Bis zum 30.06.2016 konnten sich Kinder für 2 Kurse ihrer Wahl anmelden, von denen Sie einen vormittags und einen anderen nachmittags besuchen.

Nach einigen Überlegungen habe ich mich für Jersey-Applikationen entschieden weil diese Technik vielfältige Möglichkeiten bietet. Zunächst ist es eine naheliegende Methode, um schadhafte Kleidung zu reparieren und aufzuwerten. Für Applikationen können wir Muster selbst auf Papier bringen und Möglichkeiten kennen lernen, wie wir Vorlagen auf Textilien übertragen. Alternativ können wir Alltagsgegenstände als Schablonen für Textilfarben verwenden.
Eine Herausforderung wird der Umgang mit Nadel und Faden sein. Mit Vor- und Rückstichen von Hand sollen Schichten verbunden werden. Zum Erproben werden wir Jersey-Stücke mit Applikationen gestalten, erlaubt ist was gefällt. Die Musterstücke können später Schäden auf vorhandener Kleidung kaschieren oder als Armband getragen werden.

Auf die Ideen der Kinder bin ich schon sehr neugierig, ebenso auf Ihre Farbvorlieben und Begabungen. Gleichzeitig habe ich auch etwas Lampenfieber, denn ein Kurs mit angehenden Teenagern ist neu für mich. Ich hoffe, ich kann sie dazu bringen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu inspirieren. Auch hoffe ich, dass meine Musterstücke ihren Geschmack ein bisschen treffen oder zu Kreationen in ihrem Style herausfordern.

 
Vorbereitet habe ich ein paar Rohlinge für Mützen und Loops. Ich bin schon gespannt, was den Kindern dazu einfällt. Meine Muster sehen so aus:
 

Mal ehrlich, das ist doch Nadelzauber, was man aus ausgesonderten T-Shirts noch so alles machen kann.

* Kreative Feriengestaltung in Workshops unterschiedlichster Art organisiert die
 VHS Suhl in Kooperation mit dem MGH Familienzentrum „Die Insel", der Musikschule „Alfred Wagner" und dem Verein Provinzkultur den talentCAMPus, die „2. Suhler Kinderstadt - Träume spürbar machen".

 
Am 18.07.2016 berichtete das Freie Wort über die Abschluss-Veranstaltung des Talentcampus Suhl 2016, allerdings ist der komplette digitale Artikel kostenpflichtig, die regionale Zeitung "Marktplatz" veröffentlichte am 21. Juli einen Abdruck des Artikels.
Der Wochenspiegel vom 23.07.2016 berichtete ebenfalls über das Projekt: Eine Woche voller Ideen.

Sonntag, 26. Juni 2016

Stoffspielerei mit Lochflickerei im Boro-Stil

Frifris hat für die Stoffspielerei* das Thema Löcher ausgewählt, ein vielfältiges Thema, denn in Textilien kann man zur Gestaltung welche rein machen oder ungewollte mehr oder weniger dekorativ schließen.


Als Beispiel zeige ich das Schließen von Löchern in der Lieblingshose meines Enkels (7).
Frage: Woran erkennt man eigentlich Lieblingshosen?
Antwort: An den Löchern.


Die Hose wurde zur Lieblingshose weil ein Gummizug sie am Bund hält. Das ist praktisch bei Gängen zum Örtchen im aller-aller-letzten Moment, in denen keine Zeit mehr ist, hüpfend einen Knopf zu öffnen.
Ich vermute, das ist ein wichtiger Grund, weshalb sie bei der allmorgendlichen Auswahl oft den Zuschlag bekam. Auf jeden Fall macht es für mich Sinn, die Hose wieder spiel- und sandkastentauglich instand zusetzen.


Inzwischen habe ich herausgefunden, dass die Methode, die ich zur Reparatur angewendet habe schon sehr alt ist, aus Japan kommt und Boro heißt. Wörtlich übersetzt bedeutet es Lappen oder Stofffetzen und  wird für Kleidung verwendet, die (viele Male) geflickten bzw. repariert wurde. Es gibt Stich-Muster mit verschiedenen Namen (ich habe simple Vorstiche verwendet). Es entstanden immer einmalige Stücke, die Generationen begleiteten und sich durch weitere Schichten veränderten.


Ich weiß nicht, ob die Hose, die ich repariert habe an spätere Generationen unserer Familie weitergereicht werden wird. Ich wollte die Technik sinnvoll und zeitgemäß auszuprobieren.
Die Hose hatte auf Kniehöhe Schlitze unterhalb von Doppelnähten aus denen die Hosenvorderteile zusammen gesetzt sind. (Leider gibt es kein Kaputt-Foto).
Für die Reparatur habe ich passende Jeansstücke zugeschnitten, mit der Overlock versäubert und mit Klebestift hinter die strapazierten Bereiche geklebt. Kappnaht-Reste habe ich entfernt, so dass immer nur 2 Lagen zu durchstechen waren. Das gewählte Baumwoll-Multicolor-Garn war eine Herausforderung. Da es sich um ein Häkelgarn handelt ist es stärker gedrillt als Stickgarn. Das macht sich bemerkbar beim Einfädeln und erfordert eine entsprechende Nadelöhr-Größe. Es ist ratsam, Nadel und Faden erst mal probehalber durch die Lagen zu ziehen, um eventuell anderes Garn & Nadel zu wählen, das leichter gleitet.
Um besser an die Reparaturstellen zu kommen habe ich die Hosenbeine aufgerollt. Die erste Runde stichelte ich links um den hinterlegten Flicken, die Fläche von rechts.


Die Reparatur dauerte einen Fernsehabend, also nicht so lange wie mancher schätzt. Mir gefällt das Ergebnis mit dem starken Verlaufsgarn auf dem verwaschenen Blau.


Der dunkle Bereich auf jedem Knie von der Kappnaht erinnert an ein Grinse-Gesicht wenn die Hose getragen wird. Und sie wird getragen und strapaziert, seht selbst:


Eine andere Boro-Reparatur mit Garn in mehreren Farben habe ich hier vorgestellt.

Loch und Löcher waren bereits im Oktober 2014 bei Karen Thema für die Stoffspielerei. Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt.

Montag, 20. Juni 2016

Reverse-Applikation Blattmuster

Die Mischtechnik von Grafik, Textilfarbe und Stickerei mit Aufschneide-Option hat es mir angetan. Das Blattmuster einer Lichte-Sammeltasse habe ich reverse-gerecht angepasst und als Deko für eine Jersey-Mütze verwendet.


Zunächst ein Blick auf das Gedeck der Lichtener Porzellan-Manufaktur:



So kam das Muster auf die Mütze:
  1. Foto vom Teller s/w drucken
  2. Druckrückseite mit Buchfolie bekleben = verstärken
  3. Schablone erzeugen: Motiv angepasst mit Cutter-Messer ausschneiden, dabei planen, welche Flächen später aufgeschnitten werden damit die Jersey-Lage darunter sichtbar wird
    Die filigran gemusterte Fläche verschmilzt zu einer Fläche,
    die Balkenanzahl ist reduziert für etwas breitere Balken mit mehr Abstand
  4. Schablone platzieren und Motiv mit Textilfarbe auftragen;
    nach dem Trocknen rückseitig bügeln
  5. Mützenzwischenform 2lagig vorbereiten und Vor- bzw. Rückstiche um die Konturen sticheln wobei die beiden Schichten verbunden werden
  6. Ausgewählte Bereiche der oberen Lage frei schneiden
 
 
 

Meine Stichelei ist noch nicht fertig, immer wenn ich unterwegs bin und sich Wartezeiten bzw. Gelegenheiten ergeben mache ich ein paar Stiche.

Das Blattmuster verlinke ich bei Müllerin-Art, wo ich immer staune wie Muster entstehen.

Die Mütze ist ein Musterexemplar für die bevorstehende 2. Suhler Kinderstadt. Die VHS Suhl organisiert in Kooperation mit dem MGH Familienzentrum „Die Insel", der Musikschule „Alfred Wagner" und dem Verein Provinzkultur den talentCAMPus, die 2. Suhler Kinderstadt - Träume spürbar machen".  Ich werde den Kurs "Nadelzauber (Upcycling)" gestalten

Buchrezension: schneiden, tauschen, nähen * Neues aus gebrauchten Kleidungsstücken

Im Buch der Autorin Saphira Graziano werden in 3 Kapiteln 41 Projekte für Re-Design vorgestellt.


Graziano, Saphira / Rust, Oliver (Fotografien)
schneiden, tauschen, nähen
Neues aus gebrauchten Kleidungsstücken

120 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen
Klappenbroschur, 23.5 x 26 cm, 568 g
ISBN: 978-3-258-60106-9
 
Ausgangsinspiration für die Autorin waren die Geschäftspraktiken der Textilbrache. Die vorgestellte Methode des Schneidens, Tauschens und Nähens finde ich beim Durchsehen des Buches sehr inspirierend. Die Ideen finde ich originell und künstlerisch gewagt, für mein provinzielles Umfeld sicher nicht alltagstauglich, auf jeden Fall Geschmackssache. Auf die Idee, aus Feinstrümpfen eine Mütze zu nähen oder eine Feinripp-Herrenunterhose mit "Eingriff" in eine Umhängetasche zu verwandeln muss man erst mal kommen und dann passendes Ausgangsmaterial finden. Mein Verwandlungsfavorit ist das Kleid aus einem Spitzentischtuch (Coverseite oben links). Das Projekt ist sicher auch als Rock umsetzbar.
 
Die Idee, Elemente von Kleidungsstücken zu tauschen wie beispielsweise Hosenbeine und Hemdsärmel finde ich originell. Das ist für mich eine neue Perspektive für die Wiederverwendung von Textilien.
Stoffreste werden mit Rollentausch zu originellen Blüten, so bleiben praktisch keine Reste übrig.
 
Die Autorin ist Designerin, Nähkursleiterin und aktiv auf der Bernina-Plattform. Fotos von Projektbeispielen aus dem Buch sind auf Ihrer Internet-Seite http://www.umgarnt.ch/umgarnt/galerie/ zu finden.

Für mich ist das Buch wertvoll als Ideenquelle und Nähinspiration. Eigene Projekte werden individuell belebt durch die verwendeten Kleidungsstücke aus dem eigenen Fundus. Mit der Zeit sind die eigenen Wege eingefahren und vertraut. Da ist eine neue Idee für einen Richtungswechsel willkommen.
 
Auf Anfrage stellte mir der Haupt Verlag ein Buch-Exemplar zur Verfügung.

Mittwoch, 15. Juni 2016

Stehkragenwetter oder aus einem Shirt mach 2

Bei diesem Wetter erinnere ich mich an zwei Shirts, die im Januar entstanden. Bei kaltem Wetter mag ich zum darunter anziehen gerne etwas mit kleinem Stehkragen.


Eine Aufräumaktion im Kleiderschrank brachte einen gestreiften Pulli mit Rollkragen ans Licht, als ich Jersey für diverse Experimente suchte.


Weil die Faser so angenehm auf der Haut ist dachte ich darüber nach, den Rollkragen abzutrennen und zu kürzen. Das Auftrennen ging schnell, da habe ich auch gleich noch die Ärmel raus getrennt. Mit einem Reststück gefärbtem Jersey sind 2 Unterziehpullis (Unterhemdersatz) entstanden.

 

  1. Die Schulternaht ist auf dem Rückenteil mit Saumfix verstärkt.
  2. Der Umfang des Stehkragens ist etwas kürzer (ca. 10%) als die Halsöffnung.
  3. Vorne und hinten mittig festgesteckt: Overlocknaht ringsum während die Teile von Stecknadel zu Stecknadel gestreckt geführt werden
  4. Das Vorderteil ist ca. 3 cm länger als das Rückenteil. Diese Überlänge wird ca. 10 cm unter den Achseln durch Strecken während dem Nähen eingehalten. Dadurch entstehen "alternative Abnäher".
  5. Der helle Stehkragen, Vorderteil und Bundstücke sind mit ein paar Biesen geschmückt, am Stehkragen haben diese eine stabilisierende Funktion.