Sonntag, 26. Februar 2017

Stoffspielerei mit modernem Kopfputz

Gabriele von Made with Blümchen sammelt heute Stoffspielereien zum Thema „Kopfputz“. Bereits ihre Ankündigung des Themas ist vielversprechend.  Zwei dicke alte Bände: „Die tüchtige Hausfrau, ein praktisches Nachschlagebuch der gesamten Hauswirtschaft“ wird vorgestellt und ein kleiner Einblick in das Thema Putzmacherei gegeben. Hutmacherinnen heute nennt man Modist bzw. Modistin.

Das Thema passt gut in die Faschingszeit, man könnte sich der Phantasie hingeben und experimentieren. Ich habe zunächst einen Kapotthut genäht, der vom Stil her in die 80er Jahre gehört und trotzdem aktuell im Alltag oder Urlaub tragbar sein soll. 

Zufällig ergab es sich, dass ich zeitgleich eine Jerseymütze nähte. Das fing ganz harmlos an mit einem weißen Shirt, das ausgemustert bei mir strandete. Blickfang des Shirts ist eine industrielle Maschinenstickerei als Ornament mit folkloristischen Bezügen. Planlos habe ich das Shirt erst mal grün mit gefärbt. Auf der Suche nach Baumwolljersey für kleine Nähprojekte mit Reverse-Applikationen habe ich die Vorderseite verwendet und zunächst mit Textilfarbe bemalt. Neuerdings beginne ich Nähprojekte gerne ohne konkreten Plan und lasse mich einfach treiben in den Gegebenheiten des Materials und den Vorräten im Nähzimmer.

 
Hinterlegt mit einem blau-lila Jerseystück habe ich die Stücke in eine Mütze verwandelt (Schnitt schon mal hier beschrieben). Hinter die Stickerei ist eine weitere gemusterte Lage Jersey eingefügt. Die Lagen sind mit Vorstichen, Rückstichen (Steppstich), Plattstichen, Schlingstichen (auch Feston- bzw. Langettenstich genannt) verbunden. Ausgewählte Bereich sind frei geschnitten, damit die darunter liegende Schicht sichtbar wird.
 
Auf Flächen neben dem Mandala-Muster sind Kreise von Textilfarbe mit Schlingstichen umrandet, um mal Festonstiche in verschiedenen Richtungen und Reihungen zu probieren.
 
 
 
Festonstiche sind auch an der Verbindungsstelle der Jerseystücke nachträglich angebracht.
 
 
Der Schnitt der Mütze hat sich inzwischen gut bewährt, die Verschlussvariante mit Pony-Feeling ist sehr beliebt. Durch die Farbzusammenstellung denke ich gleich an ein Pfauenrad, ein natürlicher Schmuck, der kaum zu toppen ist. Die Größe der vorhandenen Stickerei verschwindet teilweise im Fransenbereich, um so mehr erinnert das Gebilde an ein Pfauenrad. Ich finde, es ist auf jeden Fall Kopfputz und freue mich, ein alltagstaugliches Nähprojekt zum Thema zeigen zu können.
 
 
Ein Tragefoto zeige ich bei Instagram.
 
Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt.
 
Die weiteren Termine der Stoffspielerei:
26.03.2017: „Shibori“ (Karen – Feuerwerk by KaZe)
30.04.2017: „Seltene Techniken“ (Suschna – Textile Geschichten)
28.05.2017:  Thema noch offen (Griselda – Machwerk)
25.06.2017: Thema noch offen (Lucy – Nahtzugabe)
Juli/August 2017: Sommerpause
27.10.2017: 
 „Fäden auf Farbe“ (Ute -  123-Nadelei

Jeanshut mit Reverse-Applikation auf der Krempe

Schon lange wollte ich mir einen Hut im Stil der 80er Jahre nähen, um zu probieren, ob ich so etwas tragen würde. In einem Bastelbuch ISBN 3-332-01075-1, Seite 349 fand ich ein Schnittmuster. Nähen ging relativ schnell, so sieht er aus:
 

Die Schnittteile sind übersichtlich und werden je 2 x benötigt. Als Oberstoff habe ich Jeansstoff einer Hose verwendet, als Futterstoff festen Baumwolljersey.
Kreise sind mit Textilfarbe aufgepinselt. Als Schablone dienten mir zweckentfremdet ein paar Unterlegscheiben aus dem Ersatzteilfundus der Garage.

 
 
Über die Reihenfolge der Teile beim Nähen habe ich mich erst gewundert, nach dem Wenden war alles so wie es soll. Ein paar Vorstiche um die gemalten Kreise für die Reverse-Applikation = Negativapplikation und um die Krempe ... fertig.
 
 
 
Der Kopfumfang war mit 61 cm angegeben und ich dachte zunächst, das sei viel zu groß. So wie der Hut sitzt könnte er sogar etwas weiter sein. Auf einer langen Haarmähne kommt er sicher am besten zur Geltung. Ich lasse mir erst mal wieder die Haare wachsen, dann sehen wir mal mit einem Tragefoto ...
 
An diesem Hut gefällt mir, dass die Krempe nach oben geklappt ist und als Fläche Gestaltungsspielraum gibt.
 
Auf der Suche nach einem Nähbeispiel für Kopfputz erinnerte ich mich an einen Hut in einem Bastelbuch. Er wird dort lässiger Kapotthut genannt. Lexikas beschreiben diesen Begriff als unter dem Kinn gebundener, kleiner, hoch auf der Frisur sitzender Damenhut der Biedermeierzeit. Es gibt Verweise auf Schute (Hut).

Eine Bildersuche zu Kapotthut ergab, dass sich der Begriff  aus der Capote des 18. Jahrhunderts ableitet, einer Art Kapuzenumhang.
... Der Begriff "Capote" blieb aber weiter bestehen, die Hüte verkleinerten in den 1860er Jahren ihren Schirm immer mehr, die Krone kehrte zurück und aus dem Begriff Capote wurde der Kapotthut. Diese Bezeichnung wird quer durch die Literatur - vor allem die nach den 1870ern - für alles und jedes benutzt, was mehr oder weniger klein und mit wenig Krempe versehen ist. DEN Kapotthut gibt es also nicht.
 
Um Kopfputz geht es heute auch bei der Stoffspielerei. Das Thema hat mich motiviert, mal solch einen Hut zu nähen.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Buchrezension: Schnittkonstruktion in der Mode - Zusammennähen und letzter Schliff

Das Buch ...

Schnittkonstruktion in der Mode - Zusammennähen und letzter Schliff

Autorin: Teresa Gilewska
Format: 22 × 28 cm, 184 Seiten
ISBN: 978-3-8307-0888-9

... ist der 4. Band einer Reihe von Büchern über Schnittkonstruktion und Kleidung:

Schnittkonstruktion in der Mode  
   Band 1: Grundschnitte
   Band 2: Schnittabwandlungen
   Band 3: Drapieren
   Band 5: Herrenkleidung
  
Kleidungsstil und Erscheinungsbild  
 
Das Buch richtet sich an Profis der Bekleidungsindustrie und alle, die eigene Kleidungsideen umsetzen wollen. Zahlreiche detaillierte Darstellungen und Erklärungen verdeutlichen das Zusammennähen und die Fertigstellung von Kleidungsstücken. Mitunter ist nähen von Hand unumgänglich. Auch über diesen Aspekt informiert dieses Buch anschaulich in Bausteinform.
 
Genau genommen ist das Buch ein Nachschlagewerk für Techniken, mit denen Kleidung genäht wird. Es gibt Auskunft zu Fragen, die über den Umfang eines Schnittmusters hinaus gehen:
  • Nähnadeln: Unterschiede und Einsatzmöglichkeiten,
  • Abnäher: Wie vermeide ich Verformungen und Beulen?
  • Verschlussarten: Schlaufen, Knöpfe, Haken, Stäbchen,
  • Belege, Besatz und Vlies,
  • Naht: Eigenschaften und Einsatz, Kappnaht oder Französische Naht?
  • Kragenarten, wie nähe ich den Kragen richtig an?
  • Ärmel richtig einsetzen, was ist zu beachten?
  • Hemdsärmelschlitze und Manschettenvarianten,
  • Reißverschluss: wie und welchen, wie nähe ich den Hosenschlitz richtig?
  • Bundarten bei gefütterten und ungefütterten Kleidungsstücken,
  • Taschen einnähen,
  • Säume: wie geht das mit ausgestellter Naht oder rundem Zuschnitt
Die Autorin Teresa Gilewska unterrichtet seit 30 Jahren Schnittkonstruktion und teilt mit ihren Büchern ihre langjährige Erfahrung zur Schnittkonstruktion. Zusammen genommen ergeben diese Bücher ein komplexes Nachschlagewerk zum Nähen von Kleidung. Speziell dieses Buch füllt eine inhaltliche Lücke in meiner Handarbeitsbibliothek. Wenn ich mal wieder nicht mehr weiß, wie ein Hosenschlitz richtig genäht wird, dann weiß ich wo ich nachschlagen kann.
 
Das Buch stellte mir der Stiebner Verlag auf Anfrage zur Verfügung.

Sonntag, 29. Januar 2017

Stoffspielerei: Eckbausteine

Ines von Nähzimmerplaudereien sammelt heute Stoffspielereien zum Thema „Ecken und Kanten“. Ecken und Kanten sind überall, das Leben ist voll davon.
Bereits im Januar 2015 gab es eine Sammlung verspielter Ecken.




Wer öfters Taschen oder Täschchen näht hat sicher schon verschiedene Anleitungen und Schnittmuster ausprobiert. Ecken sind ein wichtiges Element, den Sie geben dem Behältnis Volumen. Das Thema nehme ich als Anlass, die von mir bevorzugten Methoden zum Nähen von Ecken in Taschen zu zeigen. Hat man das Prinzip erst mal durchschaut erleichtert es das Nachvollziehen von Anleitungen und ermöglicht es, individueller, nach eigenen Maßen Taschen zu nähen.

Eckbaustein 1: Abgenähte Ecken

Diese Ecklösung benötigt keine spezielle Vorbereitung. Für Beuteltaschen ohne Futter oder kleine Säckchen verwende ich diese Methode öfters.


Beispiele mit abgenähten Ecken:
Ein Vorteil dieser Variante ist, dass die abgenähten Ecken in der Tasche bleiben können und am Boden fixiert zusätzlichen Stand geben.
Leider gelingt es mir mitunter nicht, die Naht exakt zu platzieren, obwohl ich markiere und eine Stecknadel als Fixierung verwende. Deshalb verwende ich andere Methoden.

Eckbaustein 2: Freiflächen im Taschenkörper für Ecken

Hier berücksichtigt der Schnitt des Taschenkörpers bereits beim Zuschnitt die Dimensionen des Taschenbodens. Für diese Variante verwende ich bei eigenen Taschenkreationen eine Schablone, auf der ich den Verlauf der Naht eingezeichnet habe. Die Nahtzugabe ist ebenfalls berücksichtigt. Entscheidend ist, dass die einzelnen Maße später zusammen passen.

Bedenkt man die spätere Position und Funktion der Flächen bietet es sich an, die Fläche aus Einzelteilen zusammen zu setzen und für die Bodenfläche (oder einen erweiterten Bereich robustes Material zu verwenden.

Beispiele mit Freiflächen im Zuschnitt:
Das Prinzip des Aufeinandertreffens der Nahtkanten funktioniert auch bei abgewandelter Schnittform mit beliebigen Maßen. Wichtig ist das Verhältnis  b = 2a


Eckbaustein 3: Ecken raus schneiden

Diese Möglichkeit verwende ich inzwischen am häufigsten denn damit gelingen Ecken gleichmäßig und sitzen an der richtigen Stelle. Eine Collage verdeutlicht den Zusammenhang mit der vorherigen Eckenmethode:

Für die linke Methode sind die Seitennähte bereits geschlossen. Die Kanten von Bodenfläche und Seitennaht richte ich auf der Schneidmatte aus und schneide ein Quadrat heraus. Die Nahtzugabe bleibt dabei außen vor. Ein Quadrat von 3 cm ergibt später durch die Nahtzugabe eine Kantenlänge von 7 cm.
Für Stifte-Mappen schneide Quadrate von ich 2 cm, für Taschen Quadrate von 3 bis 4 cm. Mittige Bodenkante und Seitennaht werden übereinander platziert, so ergibt sich die Nahtlinie. Ich nähe gleich noch mal im Rückwärtsgang und versäubere ohne den Faden abzuschneiden.

Beispiele mit heraus geschnittenen Eck-Quadraten:

Eckbaustein 4: angesetzte Seitenstreifen

Diese Schnittvariante bietet gestalterisch interessante Möglichkeiten. Für den Seitenstreifen kann anderes Material verwendet werden. Ich platziere dort unten gerne kleine Außentaschen.

Beispiele von Taschen mit Seitenstreifen:
Teilt man die skizzierte Taschenkörperfläche anders auf kann der Seitenstreifen gleich die Bodenfläche beinhalten. Im Prinzip wurden dafür die Proportionen vertauscht. Wenn der Seitenstreifen ganz um Vorder- und Rückenteil läuft ist in einem Bereich oft ein Reißverschluss integriert.

Die Windmühlenkonstruktion ist eine faszinierende Abwandlung. Patchwork-Blöcke oder Häkelquadrate lassen interessante Gebilde entstehen.

Eckbaustein 5: Origami-Ecken

Um Origami-Ecken in Taschen zu nähen benötigt man 2 Seitennähte. Martina zeigt eine anschaulich bebilderte Ausführung. Interessante Taschen entstehen, wenn der Bodenbereich aus anderem Material ist. Vor Jahren habe ich angefütterte Stifte-Mäppchen mit solchen Falten genäht.

Das Prinzip habe ich auch für ein Lavendelsäckchen verwendet. Abweichend von den üblichen Origami-Ecken habe ich ein Deckchen mit umlaufender Spitze links auf links gefaltet, unten eine Origami-Falte eingelegt und an den Seiten geschlossen. Ist mal was anderes.

Eckbaustein 6: gefalteter Boden

Einfacher als man denkt sind Ecken, die man mitunter bei Beuteln vom Discounter sieht. Bei Beuteln mit 2 Seitennähten kann man so nachträglich Bodenvolumen zufügen.
Der Beutel wird auf links gewendet. Die Bodenkante wird ca. 2 - 3 cm nach oben gefaltet (bügeln) und durch Nachnähen der Seitennähte fixiert. Wenden und staunen.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues probieren möchten. Der Termin soll Ansporn sein, das monatlich vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat werden die Links mit den neuen Werken zwecks Erfahrungsaustausch gesammelt.

Samstag, 28. Januar 2017

Geschenkesäckchen mit Maschinenstickerei

Noch gar nicht gezeigt habe ich meine Lavendelsäckchen von 2016.
Ich verwende sie auch für kleine Geschenke und Gutscheine als Verpackungsalternative.

Ein Säckchen entstand aus einem gefalteten Deckchen:

 
Spontan ergab es sich, dass ich dieses Deckchen für ein Säckchen verwendete und mit der Maschine bestickte.
Um eine Standfläche zu erzeugen faltete ich die Bodenfläche wie bei Origami-Taschenecken. Die Seitennaht ist links auf links mit ZickZack geschlossen. Die Spitze ist mit Stärke eingesprüht.

 
Bei meinen Spitzen und Bändern fand ich ein Band mit Lochmuster. Es ist in die Beutelfläche eingenäht und dient als Tunnelzug für das blaue Band zum Schließen. Zugezogen kann man es leider nicht mehr sehen.
 
 
Es entstanden viele Säckchen, keines gleicht dem anderen. Spitzenband, Ziernaht, Monogrammbuchstabe und Stickfarbe sind jeweils anders kombiniert.
 
 
 
 
 
Als das Spitzenband alle war habe ich ersatzweise einen Blusenkragen verwendet.
 
 
Ich nähe für die Lavendelsäckchen meistens einen Innenbeutel, oft in Lavendelfarbe. Gelegentlich verwende ich Gardinenstücke und lasse schöne Spitzen-Kanten oben raus schauen.
 

 

Eine Polyesterbluse habe ich auch in Lavendelsäckchen verwandelt.
Mit einer Häkelblume dran sind es kleine Geschenkesäckchen geworden.
 
 
Weitere Lavendelsäckchen-Varianten:


Mittwoch, 25. Januar 2017

Kissenbezug wird Einkaufsbeutel mit Patchworkfläche

Polyesterkissenbezüge habe ich von Verwandten bekommen. Ich trenne den Reißverschluss heraus und am Rest befestige ich 2 Henkel. Meistens verwende ich dafür Stoffreste, die gerade parat liegen. Die Träger entstehen aus gefalteten Stoffstreifen. Oft lege ich Vliesreste ein für mehr Tragekomfort. Mit farbigen Stoffresten von hier und hier entstanden diese Beutel:

 
Mit einem langen Streifenband aus Stoffresten ist die Fläche vergrößert. Die Träger sind zwischen einem Belegstreifen positioniert, der die Stoffrestefläche mit offenen Nahtzugaben verdeckt. Die umlaufenden absteppenden Wellenzierstiche sind nicht nur zur Dekoration.
 
Ein ähnlicher Beutel entstand mit gelben Stoffen.
 

 
 
Nachträglich habe ich die Bodenecken verändert, denn ich wollte schon lange mal probieren, ob es funktioniert, wenn ich bei dem auf links gewendeten Beutel die Bodenkante ca. 3 cm nach oben knicke und an beiden Seiten fest nähe. Ganz einfach, wenn man weiß wie es geht.
 
 
Einen habe ich noch, mit 50 cm Kantenlänge ist er sehr geräumig. Belastbar ist er, weil er unten keine Naht hat. Weil er so schon klein und kompakt ist ist er auch schon weg.
 


 
Habt Ihr auch Einkaufsbeutel genäht?
Dann ab damit zur Linkparty "Nix Plastix", dort ist immer noch geöffnet.
 
http://123-nadelei.blogspot.de/2015/02/nix-plastix-linkparty-2015.html  http://123-nadelei.blogspot.de/2016/05/nix-plastix-linkparty-2016.html 
 
Wenn Ihr Stoffe aus wieder verwerteten Textilien genäht habt dann freue ich mich über eine Verlinkung bei der Upcycling-Variante von "Nix Plastix"
Beispiele und Anregungen sind bei Pinterest versammelt.

Buchrezension: ReDESIGN Neues nähen aus alten Kleidern

Als ich das Buch zum ersten Mal zur Hand nahm um kurz darin zu blättern hat mich gleich die Einleitung nicht mehr los gelassen. Es stimmt, wenn Frau Jona&Son schreibt:

ReDEsign, das Neu-Designen von Kleidung,
ist beinahe Zauberei,
wenn man es beherrscht.


ReDesign  Neues nähen aus alten Kleidern
Autorin: Sonja Wöhrenschimmel-Wahl alias Frau Jona&son.
224 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, gebunden, 23,5 x 26 cm,
ISBN: 978-3-258-60127-4   9783258601274
1. Auflage 2016
Haupt Verlag

Das Buch startet mit einer Reise im eigenen Kleiderschrank. Ziel ist eine gut sortierte Garderobe. Mich interessieren besonders die Beispiele und das Spiel mit Materialien und Formen.

Das Buch ermutigt zum Experimentieren, die Autorin rät dazu, sich von der Erwartung zu lösen, etwas perfektes fertigen zu müssen. Die Gedanken und Argumente für Secondhandkleidung, Vintage-Garderobe, Stilmix, Grüne Mode, Eco Fashion und Umweltaspekte sind logisch übersichtlich dargestellt.

Weiter geht die Kleiderverwandlungsreise mit Gedanken zum Thema Farbe, Farbtypen, Farbkonzept bis Form und Style. Das Kapitel Techniken zeigt 15 Beispiele zur Oberflächengestaltung.

Die Nähprojekte sind gut durchdacht und zusammengestellt. Ausgangsmaterialien für ähnliche Projekte schlummern sicher in vielen Kleiderschränken. Der Aufwand für die Verwandlungen scheint überschaubar. Die Ergebnisse sind besonders, aber nicht überladen. Ungenutzte Kleidung verwandelt sich in alltagstaugliche, einzigartige Kleidungsstücke. Mein Verwandlungsfavorit ist ein bemaltes Oberteil mit weiten Ärmeln.

Das Buch ist für mich inspirierende Bestätigung meiner Herangehensweise beim nähen. Auch ich habe Flohmärkte schon lange als Fundgrube für unverhoffte Stoffbeute entdeckt. Gelegentlich ist auch mein Kleiderschrank Ausgangspunkt für ReFashion und ReDesign. Allerdings stöbere ich dort eher projektbezogen auf der Suche nach geeignetem Material für eine Idee auf die ich mich konzentriere. Es kam schon vor, dass ein Kleidungsstück mehrere Verwandlungen in Etappen durchlaufen hat: Shirt wird Kleid.

Das Buch stellte mir der Haupt Verlag auf Anfrage zur Verfügung.

Wer mehr wissen möchte über ReFashion, 2nd-Hand-Mode, Kleidung und wer sie näht findet auf dem Blog der Autorin Infos, Tutorials und Kurstermine. 
Nach dem Erscheinen des Buches gab es 2016 eine Blogtour mit Rezensionen zum Buch:
gesehen und gesehen werden, Green Friday. simply Zero, Re:belle upcycling, Nahtzugabe, Christinaawiderstandistzweckmaessig

Sonntag, 15. Januar 2017

Patchwork Block-Variationen

Nicht ohne Grund ist Patchwork seit sehr langer Zeit so beliebt. Seit ich weiß wie es funktioniert habe auch ich mehr Ideen als Zeit für Patchworknäherei. Besonders faszinieren mich Blöcke und Anordnungen, die aus Streifen entstehen. Lange Anleitungen lesen und kleine Stoffstückchen aneinander puzzeln liegt mir fern. Am Ende mag es so aussehen, als hätte ich viele Stoffstückchen aneinander genäht ...


aber weshalb denn wenn es viel effektiver geht.

Baumwoll-Bettwäschestoffe in rosa Farbtönen habe ich in 6 cm breite Streifen geschnitten und zu Gruppen von je 3 Stück zusammen genäht. Ich verwende dafür meinen Standardnähfuß und nähe mit einer Nahtzugabe von 0,75 cm. Diese Nahtzugabe verwende ich gerne weil sie sich gut zum Rechnen für die Berücksichtigung von Nahtzugaben eignet.

 

Anhand der sich ergebenden 3er Breite von 15 cm teile ich die Streifenbahnen in Quadrate. Nun überlege und probiere ich, wie ich die Blöcke anordne. Für die oben abgebildete Babydecke habe ich 4 Blöcke als Quadrat zusammen genäht und anschließend in Log-Cabin-Technik mit einer Streifenbahn umlaufend vergrößert. Das fertige Top ist mit 9 solcher Großblöcke 108 x 108 cm groß.  


Zur Orientierung beim Quilten markiere ich Linien mit einem Frixion-Stift. Eine Decke dieser Größe ist mit dem Durchlass einer Haushaltsnähmaschine immer noch gut zu handhaben. Zum Heften habe ich meistens keine Geduld, ich verwende Stecknadeln zum fixieren vor dem Absteppen. Meine Nähmaschine hat einen zuschaltbaren Obertransport (Video), gerade Linien gelingen mir inzwischen ordentlich und ohne Falten auf der Rückseite. Das ist gut, denn es ist ein Geschenk.

Die Einfassung habe ich für eine rahmende Optik etwas dunkler gewählt. An einer Stelle habe ich eine Öse eingenäht, dort kann man mal etwas befestigen wenn die Kinder Spaß am Werfen bekommen.

 
Die Farben der Babydecke habe ich bewusst klassisch dezent gehalten denn das Kind auf der Decke soll im Mittelpunkt bleiben.
 
Rückseitig habe ich wieder eine Tasche mit Maschinenstickerei aufgenäht. Dort ist Platz für ein Tuch oder andere Kleinigkeiten die man beim Kind gerne zur Hand hat.
 

 
Und es gibt auch ein Foto mit der kleinen Ella:
 
 
Babydecken nähen ist für mich Spaß und Entspannung pur. Deshalb konnte ich nicht anders und musste eine weitere Variante mit den gleichen Stoffen nähen.
 
 
Manchmal ist es von Vorteil, wenn man noch mal nachdenkt, bevor man den Rollschneider zur Hand nimmt. Es fiel mir noch rechtzeitig ein, dass ich an die 3er Streifenbänder gleich noch 2 Streifen annähen kann bevor ich in die Blockrohlinge zerteile und an die Schnittkanten Streifen nähe, die einen kleinen Rahmen bilden.
 
 

Die Menge der Streifen bereite ich aus dem Bauch heraus vor. Wenn noch mal nachzuschneiden ist weiß ich wie viel mir fehlt. Und wenn ein paar Streifen übrig sind ist es auch nicht schlimm, denn zum Verwerten von Streifen habe ich sehr viele Ideen. Die Reststreifen in rosa ergaben einen Kissenbezug.

So ein Abschluss ist immer erfreulich, denn die verwendeten Reststoffe können weg geräumt werden und ich darf etwas Neues beginnen. Und was? Klar: Patchwork ...
Este, Stufen zum Gericht, Valomea und viele andere auf verschiedenen Plattformen machen mit bei der 6-Köpfe-12-Blöcke-Aktion. Dann bin ich auch dabei, verwende 2 gefärbte Stoffe und ein aufgetrenntes Sofakissen für die 9 Elemente des ersten Blockes.
Es ergeben sich mehrere Möglichkeiten der Kombination:


Mein 1. Block ist nicht perfekt. Vielleicht nähe ich einen Beutel draus und mache noch mal einen Neuen. Mal sehen wie es weiter geht. Ich bin gespannt und verlinke meinen Januarblock bei lalala-Patchwork